Weiß nicht mehr, wie ich mich noch verhalten soll ... sorry lang :-(

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Beitrag von julia2010 - 01.01.12 - 21:17 Uhr

Hallo,

ich brauch mal Eure Hilfe. Es geht um unsere Tochter, sie ist 2 1/4 und hat seit ca. 4-5 Monaten immer wieder total heftige Wutanfälle. Ich weiß, dass das in dem Alter normal ist, aber so langsam bin ich echt am Ende. Sie will keine Zähne putzen (ich hab schon alles versucht), sie will sich keine Pampers wechseln lassen (alleine ausziehen klappt aber noch nicht - sobald es wärmer wird wollen wir aufs Töpfchen umsteigen), wenn sie was nicht bekommt oder darf bekommt sie heftige Wutanfälle (man muss dann echt aufpassen, dass sie sich in Ihrer Wut nicht verletzt - ganz am Anfang der Trotzphase hat sie sich den Kopf mal so heftig auf den Fliesenboden gehauen, dass wir mit ihr ins KH fahren mussten, weil die Nase blau war - GsD war sie nicht gebrochen). Sie ist dann kaum zu beruhigen. Wir versuchen es so gut es geht zu ignorieren, aber das hilft nicht wirklich.
Wegen der Zähne und dem Anziehen hab ich sie schon in ihr Zimmer geschickt, weil sie gerne in meiner Nähe ist, aber das macht ihr gar nichts mehr aus. Anfangs hat das geholfen, inzwischen sagt sie mir noch grinsend Tschüß.
Auto fahren ist die reinste Katastrophe. Sie will nicht in Ihren Sitz, sondern auf meinen Arm, was aber nicht geht und ich auch nicht anfangen werde .. heute hat sie in ihrer Wut den Schutz am Beifahrersitz kaputt gemacht, alle Nähte sind runtergerissen. Sie hat geschrieen und getobt, bis wir zuhause waren. Meine Nerven sind langsam echt am Ende und ich werde immer häufiger laut, obwohl das eigentlich gar nicht meine Art ist. Mein Mann und ich bekommen uns immer öfter in die Haare, weil einfach nur noch Gezicke und Gemach bei uns ist.

Wo ich auch nicht weiß, wie ich mich richtig verhalten soll, ist, wenn sie immer auf meinen Arm will. Ich kümmere mich sehr viel um sie, spiele viel mit ihr, nehme sie viel auf den Arm usw. , aber es gibt Tätigkeiten, wo das einfach nicht geht (wie z.B. Geschirr machen). Da steht sie neben mich und heult, dass sie auf meinen Arm will. Bin ich fertig, hört sie auch auf und dann ist es ihr auch nicht mehr wichtig, dass ich sie auf den Arm nehme. Wenn ich duschen gehen will, bleibt sie nicht beim Papa, sondern will mit ins Bad, dann steht sie vor die Dusche und heult wieder 'Mama Arm nehmen', sie schläft nur in meinem Arm ein (im Moment auch nur in unserem Bett) ... all das überfordert mich im Moment echt. Ich komme überhaupt nicht mehr zur Ruhe, habe keine 5 Minuten am Tag für mich (obwohl mein Mann da ist), seit 3 Monaten arbeite ich wieder halbtags, ich habe echt Angst, dass ich irgendwann zusammenklappe. Ich bin nur noch gestresst, so kann es doch auf Dauer nicht weitergehen, oder?

Hat mir jemand Rat, wie es bei uns wieder 'normaler' und 'friedlicher' wird??

Vielen lieben Dank im Voraus.

Beitrag von 5fachmama1980 - 01.01.12 - 21:53 Uhr

Schön, das ist ja wie bei meinem Kleinsten, ich hab auch so Mamakälbchen
Ich glaub, wir können da nicht viel machen, ich hab halt das Glück, das meine Älteste ihn dann mal einfach auf den Arm nimmt, und aufs Trampolin mit ihm geht, weil er das liebt.
Aber wenn du niemanden hast, ist das schwer. Mein Silas weicht auch nicht von meiner Seite, wird auch immer noch gestillt, obwohl er schon 2 ist.
Zähne putzen geht mittlerweile, hab alles probiert, von Fenster öffnen, damit die Engel zugucken können, dann war er Löwe oder Säbelzahntiger und ich hab versucht seine Reisszähne zu putzen,
oder er putzt mir die Zähne, und ich ihm.
Ich musste ihn dann irgendwann im Schoß einklemmen und die Zähne putzen, weil er sowieso schon angegriffene Zähne hat, was ich ganz schlimm finde. Ich bin so hinterher, was Zähne angeht, und dann sowas. Er trinkt aber auch keinen Tropfen Milch, ich krieg ihm keine Flouretten bei, hab sie schon gemahlen und in die Backentaschen geschmiert, das ging dann bis zum Erbrechen. Anschnallen im Auto, dasselbe,..
hab mich hinten zu ihm gesetzt und ihn mit Spielsachen abgelenkt, geht auch nur bedingt, wenn er müde ist, keine Chance.
das einzige was ich gemerkt habe, viel raus an die Luft, soviel es geht, dann sind sie innerlich ausgeglichener, ansonsten geht nur, nicht so nah an sich ran lassen, innerlich in Momenten der Wutanfällen Abstand halten, das hat bei mir gewirkt, ich kann ganz ruhig bleiben. Und immer wieder versuchen, die Kleine ABLENKEN.

Beitrag von imzadi - 02.01.12 - 03:06 Uhr

Du musst dein Kind zwischen die Beine klemmen zum Zähneputzen und steckst ihm Flouretten in den Mund bis zum erbrechen? Zahnhygiene ist ja schon wichtig, aber es in Folter ausarten zulassen ist krank. Wie gehts denn nun beim Anschnallen, Polizeigriff? Grusel!

Beitrag von 5fachmama1980 - 02.01.12 - 20:02 Uhr

Klar, und wenn ich mal meine Ruhe haben will, knebel ich ihn und leg ihn in den Keller,
bis ich wieder Bock hab, mich um ihn zu kümmern.

Beitrag von marion2 - 02.01.12 - 20:53 Uhr

#nanana

Wie soll er denn geknebelt im Keller Teppiche knüpfen?
Wovon wollt ihr Leben?

#nanana

Beitrag von 5fachmama1980 - 02.01.12 - 22:42 Uhr

Hast Recht daran hab ich noch gar nicht gedacht, verdammt.;-)
Hmmm, vielleicht bind ich ihn mit Polizeigriff im Kindersitz an, bis er den Lebensunterhalt verdient hat.#rofl:-)
Aber mal Spaß zur Seite, ich tue meinen Kindern keine Gewalt an, aber Zähne putzen muss einfach sein.
Wessen Schuld ist es denn, wenn die Zähne schwarz sind?#zitter

Beitrag von bine3002 - 01.01.12 - 21:59 Uhr

Normal ist deine Tochter und "friedlicher" wird sie auch wieder.

Ich denke, dass Ihr im Moment einfach sehr gelassen sein müsst. Ich weiß, das fällt manchmal schwer, ist aber letztlich der Weg zu mehr Frieden. Streit und Angespanntheit überträgt sich zusätzlich und macht ein aufgewühltes Kind auch nicht ruhiger.

Lass sie so viel wie möglich selbst erledigen. Nimm dir Zeit dafür, dass es eben etwas länger dauert. Dinge, die sein müssen, müssen eben sein. Zähneputzen zum Beispiel. Man kann es mit einem Spiel verbinden oder zu einer anderen Tageszeit erledigen, aber es MUSS sein. Fertig, aus! Ein Kind regt sich ja z. B. auch mal darüber auf, dass ein physikalische Gesetzmäßigkeiten nun mal so sind wie sind (z. B. ein Ball fällt immer nach unten), das übersteht es aber in der Regel ohne Trauma. Ebenso übersteht es auch zwanghaftes Zähneputzen, wenn es sein muss. Im Zweifel würde ich also gar keine große Diskussion aufkommen lassen, das Kind schnappen, auf den Rücken drehen und eben die Zähne putzen... sorry, aber dann ist es schneller vorbei als ein stundenlanger Streit darum.

Ebenso sieht es mit der Windel aus: Festhalten, wechseln, fertig.

Bei anderen Dingen kann man dafür Kompromisse finden, mehr Zeit einplanen, Dinge diskutieren... immer dann, wenn etwas nicht so wahnsinnig wichtig ist.

Bei "Mama Arm"... na ja, dafür sollte immer mal Zeit sein. Was ist wichtiger? Geschirr oder Liebe? Und was spricht dagegen, wenn sie beim Geschirr hilft. Ich habe meine Tochter z. B. schon ganz früh Plastikgeschirr abwaschen lassen, selbst wenn es nicht schmutzig war. Gerade im Winter, wenn man nicht so viel planschen kann, gefällt das Kindern in der Regel ganz gut und während sie friedlich spült, kannst Du die Spülmaschine ausräumen, gelegentlich mal über den Kopf streicheln und loben... gemeinsam halt. Ich denke, mehr will sie in den Momenten gar nicht.

Beim Duschen kannst Du ihr natürlich anbieten, einfach mit unter die Dusche zu kommen. Das ist in dem Moment die einzige Möglichkeit, die Du ihr anbieten kannst. Wenn Du das nicht möchtest (oder sie), dann muss sie einfach mal damit leben, das Du gerade keine Zeit hast. Auch das wird kein Trauma verursachen, es ist lediglich etwas nervi (für sie und für dich). Aber lass dich davon nicht provozieren, benutz Ohrenstöpsel, bleib cool und beende deine Dusche in Ruhe. Evtl. könntest Du sie in der Zeit auch ablenken, indem sie beispielsweise mit etwas Wasser planschen darf. Die Sauerei musst Du dann natürlich einplanen und ggf. gemeinsam mit ihr beseitigen. Sei kreativ, lass dir etwas einfallen. Auch das ist manchmal ein guter Weg.

Ich hoffe, ich konnte dir ein paar Tipps geben.

Wutanfälle lassen sich trotzdem nicht vermeiden und natürlich muss man sie davor schützen sich selbst zu verletzen. Mmanche Kinder neigen dazu, andere kriechen unterf den Tisch, treten gegen die Einrichtung, kratzen oder beissen. Das alles ist Ausdruck von Hilflosigkeit und Wut und das Kind hat noch kein anderes (besseres) Ventil dafür gefunden. Deine Aufgabe ist es, dem Kind zu zeigen, wie man anders (besser) mit dieser Wut umgehen kann. Dein Ziel sollte es NICHT sein, Wutanfälle grundsätzlich zu unterbinden oder dafür zu strafen. D.h. konkret: Schaffe dein Kind in eine sichere Umgebung, beispielsweise eine Matratze, die eigens dafür da ist. Und dann soll sie ein Kisse malträtieren oder ein hässliches Kuscheltier quälen. DANACH kann man dann REDEN, was ebenfalls wichtig ist. Der Inhalt eines solches Gesprächs sollte sein:
- Gefühl benennen (Ich weiß, Du warst richtig wütend)
- Bezug herstellen (Mir ging das auch mal so als ich....)
- Alternative aufzeigen (Es wäre besser gewesen, wenn Du dieses Kissen vor Wut gehauen hättest)
- Kompromiss schließen (VOR dem Essen kannst Du keine Süßigkeiten essen, dann wärst Du ja satt. Aber als Nachtisch geht das. Wollen wir die Schokolade hier hin legen und Du isst sie dann NACH dem Essen?)

Beitrag von marion2 - 02.01.12 - 09:45 Uhr

Hallo,

wie reagierst du, wenn sie sich im Auto nicht anschnallen will?

Zum Zähneputzen: Sag ihr die Wahrheit: Ihre Zähne werden weh tun, nicht deine. Und es kann dir egal sein, weil es ja nicht deine Zähne sind. Wenn sie putzen will, kann sie Bescheid sagen. (Ganz ruhig! und entspannt! bleiben) Biete ihr an, ihr zu helfen, falls sie es sich anders überlegt. Lass sie allein putzen.

Zum Anziehen: Pack Kleidung ein und geh mit ihr im Schlafanzug vor die Tür. Auch hier: Ganz ruhig! und entspannt! bleiben.

Zu den Pampers: Sag ihr, dass die Pampers nach PiPi stinkt und FRAG sie, ob sie die Pampers umbehalten oder doch lieber wechseln will.

"aber es gibt Tätigkeiten, wo das einfach nicht geht (wie z.B. Geschirr machen). Da steht sie neben mich und heult, dass sie auf meinen Arm will."
Frag sie, ob sie neben dir auf der Arbeitsplatte sitzen will und sag ihr, dass sie aber gaaaaaaaanz lieb stillsitzen muss.

"Wenn ich duschen gehen will,..."
Würde es dich stören, wenn ihr zu zweit duscht?

"habe keine 5 Minuten am Tag für mich"
Geh spazieren und lass sie mit Papa allein. Papa kann auch mit ihr auf den Spielplatz gehen, während du was anderes machst.

Gruß Marion

Beitrag von vifrana58116 - 02.01.12 - 10:31 Uhr

Inwieweit beziehst du sie denn im Alltag mit ein? Meine Maus ist 18 Monate und hilft mir jetzt schon mit dem Geschirrspüler. Sie nimmt die Sachen raus und reicht sie mir. Dann bedanke ich mich bei ihr für die tolle Hilfe und da freut sie sich. Wenn ich das nicht machen würde, würde sie nur Blödsinn machen bzw. es dennoch probieren an die Sachen zu kommen und dann gäb es Geschrei.

Sie räumt auch gern auf, also darf sie Müll in den Eimer werfen, Papier- und Glasmüll in die jeweiligen Behälter werfen, Wäsche in die Maschine stopfen und wieder raus holen, dreckige Wäsche in den Behälter tun, beim Tisch decken helfen usw. Im Zweifel trägt sie jedes Teil einzeln vom Kühlschrank zum Tisch. Sie ist dann immer total geschäftig und lernt gleichzeit, dass sich der Haushalt nicht von allein macht.

Zähneputzen lasse ich sie anfangs allein und dann versuche ich nachzuputzen. Beim Wickeln ist natürlich schwer. Meine Maus entwickelt derartige Kräfte, wenn sie nicht gewickelt werden will #zitter Meist lässt sie sich ablenken und ich erkläre ihr immer wieder, dass das jetzt sein muss und wir danach dies oder jenes tun.

In welchen Situationen bekommt sie denn einen Wutanfall? Meine Maus wird grantig, wenn sie etwas nicht kann. Ich zeige es ihr dann immer wieder und je nach Fortschritt lobe ich sie dann. Wenn sie etwas nicht haben darf, z.B. weil es gefährlich ist, nehme ich es weg und versuche sie abzulenken. Wenn sie das nicht will, setzte ich sie auf den Boden und dann beschwert sie sich natürlich (großes Gebrüll). Wenn sie merkt, dass das nix ändert, kommt sie meist von allein wieder.

Warum willst du mit dem Topf warten, bis es wärmer ist? Meine Maus geht nach jeder Mahlzeit auf ihren Topf und macht ihr großes Geschäft zu 95 % NICHT mehr in die Windel. Da hat sie ihr Badespielzeug und ein tolles Buch und findet es offenbar gut, denn sie könnte ja aufstehen, wenn sie wollte. Mittlerweile geht sie allein ins Bad und holt ihr Töpfchen.

Ich wünsche dir noch gute Nerven.

Beitrag von starshine - 05.01.12 - 13:38 Uhr

Zitat "...seit 3 Monaten arbeite ich wieder halbtags,..."

Da ist der Schlüsselsatz :-) Ich tippe auf Verlustängste. Sie braucht Zeit sich in die neue Situation einzufinden. Kinder empfinden solche Entscheidungen wie: "ich gehe wieder arbeiten" also ob man über ihre Köpfe hinweg über ihr Leben entscheiden würde. Sie wollen sich dann selbst beweisen, dass sie sehr wohl auch Einfluss haben und setzen die Eltern unter Druck. Sie wird sich daran gewöhnen. Sprich aber mal mit ihr darüber, dass Deine Arbeit wichtig ist - auch für sie.