Hallo,
morgen ist mein erster Arbeitstag nach über einem Jahr Elternzeit. Mein Sohn ist jetzt knapp 13 1/2 Monate. Als er 8 Monate alt war haben wir erfahren müssen dass er chronisch krank ist (Bluter) und regelmäßig auf seine Infusionen angewiesen ist. Bisher 2x wöchentlich. Sollte er einen schlimmeren Unfall haben so muss er 3x täglich gespritzt werden. Bin aber guter Dinge dass wir diesen Extremfall nicht haben werden. Da er noch so klein ist bin ich zum Spritzen immer auf meine beiden KiÄ angewiesen. Später darf ich selber spritzen (intravenös). So, das kurz vorweg.
Auf meiner Arbeit wissen sowohl die Kollegen als auch meine Chefin Bescheid, um welche Krankheit es sich handelt, aber nicht wie seine Behandlung aussieht. Im Normalfall komme ich mit den Terminen beim Arzt nicht in meine Arbeitszeit, sollte er aber mal schlimmer betroffen sein oder eine Ärztin nicht da sein, könnte die andere evtl ihre Sprechzeiten nur während meiner Arb.zeit haben.
Das Verschieben meiner Arb.zeit ist normalerweise kein Problem, meine Chefin möchte dann aber nur kurz wissen, warum. Trotzdem bezweifel ich dass sie sich jetzt mit einem "ich muss mit meinem Sohn zum Arzt" begnügen wird, da sie ja im Groben schon weiß was er hat. Sie ist furchtbar neugierig und leider auch sehr tratschig und ich denke sie ist daher schon an nähren Details interessiert.
Ich hoffe natürlich dass ich meine Arb.zeit nicht sooft verschieben muss, aber es kann immer soviel mit ihm passieren, so dass es plötzlich doch öfter sein kann dass ich verschieben muss.
Nun meine Frage: Muss ich denn meinem AG über eine chronische Krankheit meines Kindes informieren bzw aufklären und auch uU den Behandlungsplan offenbaren oder darf ich sagen, dass ich darüber nicht reden möchte und ich die normalen Termine schon so legen werde dass sie nicht in die Arb.zeit fallen? Ich möchte einfach nicht dass seine Krankheit ständig Thema auf Arbeit ist. Ich arbeite dort schon seit 12 Jahren und kenne ihre Art. Genau wie die meiner Kollegen.
Wie würdet ihr euch verhalten? Oder gibt es da auch irgwelche rechtlichen Regelungen?
Vielen lieben Dank!
nineeleven
Muss ich meinen AG über die Krankheit meines Kindes aufklären?
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Beitrag von nineeleven - 02.01.12 - 21:39 Uhr
Beitrag von vwpassat - 02.01.12 - 21:46 Uhr
"" Auf meiner Arbeit wissen sowohl die Kollegen als auch meine Chefin Bescheid, um welche Krankheit es sich handelt, aber nicht wie seine Behandlung aussieht. ""
Warum müsst Ihr Frauen eigentlich in Eurem Tratschwahn jedem alles mögliche erzählen?
Das geht doch keinen was an.
Beitrag von nineeleven - 02.01.12 - 22:09 Uhr
Hallo? Das ist nicht auf meinem Mist gewachsen. Die sollten nämlich gar nichts davon wissen. Mein Mann hatte aber mal dort einen dienstlichen Termin und als er gefragt wurde wie es uns geht ist ihm rausgerutscht dass ich momentan viel Fahrerei habe weil unser Sohn Bluter ist. Da wurde meine Chefin hellhörig und hat nachgefragt. Mein Mann hat dann (blöd wie er war) gemeint, da müssen die mich selber fragen. Er wusste dass ich das nicht auf Arb erzählen wollte, nur hat er in dem Moment nicht drüber nachgedacht. Soviel zum Thema Weiber und Tratschwahn. Männer sind manchmal so dämlich und denken erst hinterher drüber nach.
LG
Beitrag von tomama - 02.01.12 - 23:14 Uhr
Da kann man(n) mal wieder sehen, das die Welt doch nicht so einfach ist, wie sie VW-Passat immer erscheint...
lg Tomama
Beitrag von vwpassat - 03.01.12 - 10:34 Uhr
In dem Fall war das wohl ein Eigentor.
Ich käm dennoch nie auf die Idee, den Kolleginnen meiner Frau irgendetwas privates zu erzählen. Da muss ich sie eher zügeln.
Beitrag von tomama - 03.01.12 - 13:11 Uhr
Beitrag von vwpassat - 03.01.12 - 10:33 Uhr
Sorry, aber das konnte ich ja aus Deinem 1. Posting nicht herauslesen.
Jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen und Du stehst entweder auf der Abschussliste oder bist unter strengster Beobachtung Deiner Chefin. Ich würde dennoch keine weiteren Informationen mehr herausrücken und meine Arbeit so tun, wie bisher.
Auf Nachfragen würde ich gar nicht reagieren bzw. sagen dass dies Dein privates Schicksal ist und fertig.
Beitrag von sassi31 - 03.01.12 - 01:54 Uhr
***Warum müsst Ihr Frauen eigentlich in Eurem Tratschwahn jedem alles mögliche erzählen?***
Meine persönlichen Erfahrungen zeigen, dass Männer Frauen beim Tratschen in nichts nachstehen. Ich finde sogar, Männer tratschen noch mehr. Wenn auch vielleicht nicht so boshaft wie Frauen das oft machen.
Beitrag von lichtenstein - 03.01.12 - 14:16 Uhr
Aber hallo!! Männer können nur besser verbergen, dass sie tratschen.
Beitrag von sassi31 - 03.01.12 - 14:51 Uhr
Findest du?
Beitrag von ohiticawin - 02.01.12 - 21:53 Uhr
Ich würde an deiner Stelle die Termine möglichst so planen, dass sie nicht in die Arbeitszeit fallen bzw dann die Arbeitszeit verschieben, aber je nach Arbeitssituation entsteht dadurch auch viel Unruhe.
Wenn du wegen deinem kranken Kind fehlen musst kannst du dich aufs Kind krankschreiben lassen. Dann wirst du für die Fehltage dein Geld nicht vom AG sondern von der KK bekommen.
Diese Tage solltest du aber für akute Krankheiten aufheben, denn die werden dich oft genug überraschen! Denn du hast pro Jahr nur 10 davon! Ist es öfters krank musst du unbezahlten Urlaub nehmen. Allerdings zählen zu den 10 Tagen keine Krankenhausaufenthalte, die werden auf jeden Fall fortgezahlt, wenn deine Anwesenheit medizinisch notwendig ist (soweit ich weiß)
Es gibt definitiv keine Sonderregelung für chronisch kranke Kinder. Das weiß ich aus eigener Erfahrung.
Mein AG interessiert sich nicht für meine Behandlungspläne solange es nicht meine Arbeit tangiert. Ich würde damit auch nicht hausieren, denn das erregt nur Mitleid und geht letztendlich dann nach hinten los, weil dann der Eindruck entstehen könnte dass du deine Arbeit nicht ausreichend nachkommen kannst. Ich bin zwar offen was die Krankheit meiner Tochter betrifft, aber "erzähle" auch nicht mehr als nötig. Bisher fahre ich gut damit.
Alles Gute!
Beitrag von nineeleven - 02.01.12 - 22:17 Uhr
Danke dir für deine Antwort.
Das mit den 10 Tagen wusste ich, aber nicht das mit dem KKH Aufenthalt.
Ich möchte damit auch nicht hausieren, da seine Krankheit mMn meine Privatangelegenheit ist und grade eben wegen dieser Mitleidsnummer.
Sein momentaner Behandlungsplan sieht so aus dass ich Mo und Do jeweils NM mit ihm zum Spritzen muss. Ist diese Ärztin aber im Url, selber krank oder auf Weiterbildung, muss ich auf die andere ausweichen. Ist die auch nicht da (was in den letzten Monaten leider öfter vorkam) mussten wir einen anderen Tag zum Spritzen nehmen. Da waren die Sprechzeiten aber leider so, dass die NM gar nicht da waren und ich dann vorm. zum Doc musste. Solange ich zH war war mir das egal, aber jetzt ist meine Arbzeit von 8 - 15 Uhr und ich müsste dann schieben (weil die Ärzte ja vor 8 auch nicht da sind, dann noch die Fahrstrecken) und das würde dann auffallen wenn es eben öfter ist.
Ich will einfach nur das Gefühl haben meiner Chefin keine Rechenschaft ablegen zu müssen, solange ich auf meine Stunden komme.
Also danke nochmal!
Beitrag von ohiticawin - 02.01.12 - 22:26 Uhr
mit dem KKH-Aufenthalt bin ich nicht zu 100% sicher, ich erkundige mich aber nochmal und schreibs dir dann kurz per PN.
Ich versuche meine ständigen Arzt- und Therapietermine so diskret wie möglich zu gestalten. Ist dann wirklich mal etwas Unvermeidbares und meine Arbeitsumgebung muss "darunter leiden" (Mehrarbeit, verschobene Arbeitszeiten etc) dann hat man Verständnis weil ich eben im Normalfall niemanden damit belaste und das echte Ausnahmen bleiben!
Beitrag von sassi31 - 03.01.12 - 01:53 Uhr
Hallo,
wenn sie jetzt eh schon Bescheid weiß, gib ihr halt noch die Infos, die du ansonsten notwendig findest. Wenn du meinst, sie weiß genug, verpack es ihr halt nett in eine diplomatische Antwort.
Gruß
Sassi
Beitrag von janine2785 - 03.01.12 - 11:00 Uhr
Hi,
ich verstehe dein Problem nun grade wirklich gar nicht, wenn doch alle schon wissen, dass dein Sohn eine Chronische Krankheit hat, wo liegt dann das Problem wenn man dann auch noch sagt warum man mit ihm zum Arzt muss. Es ist ja nicht so, dass es etwas ist was einem Unangenehm sein müsste.
Wenn ich jetzt arg fies wäre, würde ich behaupten, dass du dich durch das anfüttern mit Informationen und dann wiederum das weglassen von Informationen interessant machen möchtest. Aber ich hoffe mal, dass es nicht so ist. Wenn du doch hier im Internet so offen darüber reden kannst wieso und weshalb ihr zum Arzt müsst, dann kannst du dass ja auch kurz deiner Chefin sagen um dein evtl. Fehlen zu erklären.
Manchmal ist es auch nicht nur die böse Neugierde die zu einer Frage führt sondern tatsächlich das Mitgefühl und die Anteilnahme.
LG
Beitrag von ohiticawin - 03.01.12 - 12:39 Uhr
Ich finde die Frage der TE durchaus nachvollziehbar. Nach der Geburt unserer behinderten Tochter haben wir uns auch gut überlegt, wie wir zB in meiner Arbeit damit umgehen. Denn alle wussten ja, dass ich schwanger war.
(genauso gibt es gute Gründe überlegt im privaten Bereich damit umzugehen)
"Geheimhalten" wird man es auf Dauer im Job nicht können.
Definitiv gibt es durch die extreme Belastung mit einem evtl schwer kranken Kind. Da hilft es einfach nix und die Arbeit leidet ein klein wenig darunter. Da ist es wichtig, dass der Arbeitgeber und die Kollegen Bescheid wissen. Andererseits muss man dann aber auch zeigen, dass man ansonsten seine Arbeit zu 110% erledigen kann.
Mitgefühl im Job kann, wenn man davon zu viel profitiert, schnell zu Mißgunst werden. Chefs können/wollen sich meist kein Mitgefühl leisten, sondern letztendlich interessiert sie auf Dauer nur die Arbeitskraft. Was ich auch gut verstehe.
Beitrag von berry26 - 03.01.12 - 12:58 Uhr
Hi,
ich versteh dein Problem nicht so ganz. Lass es doch einfach auf dich zukommen!
Im Moment würde ich darüber gar nicht sprechen. Es geht einfach niemanden etwas an und gut ist. Wenn dann wirklich mal der Fall kommt, das du während der Arbeitszeit weg musst, dann reicht es doch wenn du der Chefin sagst, das du mit deinem Sohn zum Arzt musst und gut! Mehr geht sie nichts an und auch nicht wie oft sowas vorkommen kann.
Wenn du schon selbst sagst das du normalerweise die Termine ausserhalb der AZ hast, dann wirst du schon nicht wöchentlich einen "Ausnahmefall" haben!
LG
Judith
Beitrag von hoeppy - 03.01.12 - 13:48 Uhr
Hallo,
Ich persönlich finde es gut wenn Du Deinen Chef über die Krankheit Deines Kindes informierst.
Angenommen er stürzt im Kindergarten und schlägt sich das Bein auf, oder er schneidet sich mit der Schere-wenn ich die Krankheit richtig verstehe ist das doch schon gefährlich-oder?
Korrigier mich bitte wenn ich da falsch liege.
Wenn ich mir nun vorstelle ich würde einem völlig "uninformierten" Chef sagen-ich muss jetzt weg weil mein Kind sich im Kindergarten geschnitten hat-er würde sich an den Kopf fassen. Und irgendwann wäre ich deswegen vielleicht weg vom Fenster...
So ist Dein Chef informiert-Du bleibst nicht öfter von der Arbeit fern als notwendig ist, Deine Termine legst Du wann immer es geht auf Nachmittags-und gut ist`s.
Und für Notfälle hat er dann wahrscheinlich sogar Verständnis.
LG Mona
