Ich habe gerade ein sehr interessantes Interview gelesen:
http://www.focus.de/schule/familie/erziehung/pubertaet/tid-24607/pubertaet-mama-die-beste-papa-der-groesste-das-ist-vorbei_aid_684439.html
Ganz besonders ist es den Müttern hier gewittmet, die wirklich meinen ihren Teenagern mit Verboten und Reglementierungen beizukommen, und nicht glauben können, das sie damit nur den Kontakt zu ihren Pubies verlieren.
Die Aufzucht Pubertierender ist schwer, aber ab einem gewissen Punkt sollten wir Eltern anfangen auf die vorangegangene Erziehung und die Klugheit unserer Kinder zu vertrauen.
Und uns darauf besinnen, wie wir selber waren
Scully
Pubertät
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Beitrag von scullyagent01 - 03.01.12 - 10:45 Uhr
Beitrag von inuszia - 03.01.12 - 11:41 Uhr
Hi, danke für den link;
sehr lesenswert in der tat, habe noch kein pubertierendes kind, finde dennoch den grunsatz sehr vernünftig und nachvollziehbar;
ich muss mir dieses verhalten nur noch verinnerlichen, so dass es selbstverständlich wird, wenn es soweit ist.
danke
inuszia
Beitrag von jazzbassist - 03.01.12 - 12:46 Uhr
Vielen lieben Dank!
Immer wieder schön, was von Remo Largo zu lesen.
Beitrag von minimoeller - 03.01.12 - 15:24 Uhr
Schöner Artikel!
Ich werde ihn mir bei meinen Kindern zu Herzen nehmen.
Vielen Dank.
minimöller
Beitrag von miss-bennett - 03.01.12 - 17:46 Uhr
Hallo!
Danke für das Interview, es ist sehr interessant.
Was mich zu dem Thema sehr beschäftigt ist: die Pubertät erkennen. Solange die Kinder kleiner sind, schreit man gerne und laut: das ist die (kleine) Pubertät. Aber wenn dann die wirkliche Pubertät auftritt, wird sie oft nicht erkannt! Man bezeichnet die Kinder, bzw. die Jugendlichen dann als unerzogen, frech, desinteressiert... und dass das Kind eigentlich Hilfe und Ruhe braucht fällt vielen in Krisensituationen gar nicht ein. Aus diesem Grund überdenke ich jeder meiner Entscheidungen und/oder Probleme mit jeweiligem Kind immer wieder neu
Ich habe hier einen 15-jährigen, der das ganz toll mustert und das Abnabeln tat mir weh, aber akzeptieren muss man es ja und soweit sind wir glücklich.
Dann eine 13-jährige, die es (schon immer) ganz schlimm erwischt hat: sie wird gemobbt, fühlt sich anders, schminkt sich dann so was von extrem oder zieht Klamotten an, dass einem die Augen weh tun... Ihr hilft es wirklich am meisten, wenn sie eine klare Grenze bekommt, innerhalb der sie sich austoben kann. Ich mag ihr keine Grenzen setzen, aber ohne ist sie verloren und sie verlangt danach. Und dieses Mädchen kommt dauernd und möchte umarmt werden
Und dann die fast 12-jährige, die das alles ganz still und leise durchmacht (abgeschreckt durch ihre große Schwester
)
Ja, es ist meine "Angst" in dieser schwierigen Zeit Fehler zu begehen, nur weil ich es gut meinte oder schlicht und einfach überfordert war. Darum habe ich meine Kinder vor langer Zeit gebeten, jegliche Fragen, Probleme und Entscheidungen auf eine ruhige Stunde zu verschieben (wenn sie warten können), einfach um die nötige Ruhe und Aufmerksamkeit dafür zu haben
Und mir ist noch wichtig, dass meine Kinder wissen, dass sie mit jedem Problem zu mir kommen können, dass ich sie immer liebe und sie immer meine Kinder sind, egal was passiert. Und genauso akzeptiere ich, wenn sie sagen, dass sie über etwas nicht reden möchten.
Ach, soviel wollte ich gar nicht schreiben, aber das Thema ist auch umfassend und allgegenwärtig
LG
Beitrag von starshine - 04.01.12 - 12:33 Uhr
Danke dafür! Ich bin gerade froh, dass ich mit meiner Strategie bisher ganz gut lag
Mir hat der Satz eines Hirnforschers dabei geholfen (Namen habe ich leider vergessen):
Strafen werden nur Gehorsam erzeugen aber niemals selbständiges Denken.
Desweiteren übe ich mich in Gelassenheit und der Ansicht, dass ich meine Kinder begleiten und anleiten darf auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden, dass ich Ihnen jederzeit Hilfe und Zuflucht anbieten kann, aber dass ich sie nicht forme - dass sollte jedem Menschen selbst überlassen sein.
Viel Glück uns allen dabei
Beitrag von care_care - 04.01.12 - 17:45 Uhr
Hi zusammen,
jaha, da fällt mir ein Satz dazu ein, den ich einmal gelesen habe:
"Pupertät ist, wenn die Eltern schwierig werden!"
Unser Sohn ist 12 Jahre alt und eigentlich ist ER "kein Problem"
sondern wir als Eltern mit unseren Vorstellungen und Handlungen,
die so nicht mehr greifen. Ein ständiges lernen ...
Care
Beitrag von krokolady - 07.01.12 - 09:59 Uhr
"Aufzucht" 
zu geil......lol
Beitrag von maja68 - 09.01.12 - 04:29 Uhr
Ich finde dieses Interview sehr gut und kann diese Aussagen nur unterstreichen.
Ich selber stecke mit zwei Töchtern im Alter von 14 und 16 Jahren gerade in dieser Lage als Mutter von "Pubertierenden".
Für mich ist das eine völlig neue Situation, da ich nicht auf Erfahrungen mit einer eigenen Mutter in diesem Alter zurückblicken kann. Meine Mutter starb an Krebs als ich gerade 13 Jahre alt war und mit einem voll berufstätigen allein erziehenden Vater, der keine Zeit hatte, war ich sehr früh auf mich allein gestellt.
Diese Erfahrung in frühester Jugend hat mich natürlich geprägt, und ich habe mir sehr intensiv Gedanken über das "Mutter sein" und was es bedeutet gemacht und für mich persönlich herausgefunden:
Meine Kinder aufwachsen zu sehen, an ihrer Entwicklung teil haben zu können, ihre Freude zu teilen und sie zu unterstützen, wenn es gerade mal nicht so gut läuft ist ein Geschenk. Diese Zeit mit ihnen ist kostbar und sollte nicht durch sinnloses Gestreite um Kleinigkeiten vergeudet werden. Ich bin ein glücklicher Mensch, weil ich diese Zeit mit meinen Kindern erleben darf. Meiner eigenen Mutter war diese Zeit mit mir nicht vergönnt. Sie musste leider sterben und konnte mich nicht mehr aufwachsen sehen.
Schwer krebskrank und wissend dass sie nicht mehr lange leben würde sagte sie ein paar Tage bevor sie starb zu mir: "Meine liebe Kleine, sterben an sich ist nicht so schlimm, aber dass ich dich zurücklassen muss, das belastet mich sehr. Als Mutter wäre es meine Aufgabe, dich aufs Leben vorzubereiten und ich lasse ungerne unerledigte Aufgaben zurück. Verzeih mir!"
Ein paar Tage später starb sie. Ich blieb mit 13 Jahren zurück. Ein Mädchen zwischen Kindheit und Erwachsen sein - Pubertät. Ich erinnere mich sehr gut an das Gefühlschaos in mir. Die Wut, die Trauer um den Verlust meiner Mutter. Hormonschwankungen und die ganzen Auswirkungen der Pubertät - und meine Einsamkeit.... Ich erinnere mich an die ganzen Auseinandersetzungen, die meine Freunde in dem Alter mit ihren Müttern hatten während ich alles dafür gegeben hätte, mich noch einmal mit meiner Mutter streiten zu können.
War das die "Aufgabe" von der meine Mutter gesprochen hatte? Welche "Aufgaben" hat eine Mutter eigentlich? Sicher, ein kleines Kind muss versorgt werden, aber welche Aufgaben hat eine Mutter bei einem Teenager?
Als meine Töchter in dieses "zickige" Alter kamen musste ich mich natürlich fragen:
Wie gehe ich mit meinen 14 und 15 Jahre alten Mädchen um? Als ich in dem Alter war hatte ich keine Mutter mehr. Wie hätte wohl meine Mutter in der Situation reagiert? Wahrscheinlich wäre sie auch in so mancher Situation verärgert gewesen.
Hat es meiner Entwicklung geschadet, dass sie mich nicht ständig mit Verboten und Regeln gegängelt hat?
Antwort: Nein, ich habe diese Dinge auch selber aus Erfahrung (manchmal aus schmerzhaften) und eigenen Fehlern gelernt und bin zu einer starken Frau herangewachsen und gereift.
Welche Art von Mutter habe ich in dem Alter vermisst, wie hätte ich sie mir gewünscht?
Antwort: Eine Mutter, der man wie einer Freundin alles anvertrauen kann, ohne dass sie gleich ausflippt. Die mir aus ihrer Erfahrung heraus Tipps geben kann, die ich mir zwar überlegen kann, aber nicht annehmen MUSS. Eine Mutter, die mich einfach in den Arm nimmt und tröstet, wenn ich Fehler und Mist gebaut habe und die mir Sicherheit gibt, ohne wie eine Göttin vor mir zu stehen und zu sagen:"Siehste wohl ich habs dir ja gleich gesagt!"
Ich habe kein Vorbild, wie eine Mutter es mit Teenagern richtig macht. Ich versuche eben die Mutter zu sein, die ich mir in dem Alter gewünscht hätte. Die Verzweiflung, die manche Mütter hier oft empfinden, wenn ihre pubertierenden Teenager hier nicht so funktionieren kann ich eigentlich auch nicht so empfinden bei meinen Töchtern. Ich habe eher den Eindruck, dass sie verglichen mit mir in dem Alter relativ "brav" sind.
Ich hatte damals bedingt durch die Abwesenheit meines Vaters, und den Tod meiner Mutter relativ "Narrenfreiheit". Meinem Vater spielte ich das liebe Mädchen vor (wenn er mal da war) und kaum war er aus dem Haus (auch in der Nacht als Schichtarbeiter) führte ich im zarten Alter von 14 Jahren schon ein Leben mit Sex, Drugs and Rock'n Roll.
Aufgedonnert mit sexy Klamotten und geschminkt hätte mich mein eigener Vater am Abend in den Discos und Bars (dabei manche so übel und verrufen, dass ich meine eigenen Töchter da nicht sehen möchte) nicht wieder erkannt. Handy zum kontrollieren gab es damals auch noch nicht und ich habe so manche Nacht einfach durch gemacht und bin oft eine halbe Stunde bevor mein Vater vom Nachtdienst heim kam erst ins Bett gekrochen. Ich bin also was meine Töchter betrifft relativ relaxt und auf alle Schandtaten gefasst, aber da kommt nichts. Die benutzen immer schön brav das Handy und schreiben SMS wenn sie später kommen, erzählen freizügig von den Discos und Lokalen in die sie gehen und debatieren am Esstisch was sie toll finden und welche Lebenseinstellungen oder Zukunftspläne sie haben. Natürlich gebe ich da auch meinen Senf dazu aber ich werde akzeptiert. Verbote und Gängeleien sind passe und oft geht es inzwischen bei uns zu wie in einer WG. (Wer kocht, wer putzt das Bad...)
Wenn jemand seinen Dienst nicht erledigt, dann bleibt es eben liegen, ich räume nichts hinterher. Ich scheine aber keine "normale" Mama zu sein, denn meine 16-jährige und deren Freund staunen schon manchmal, dass Mama mit ihren über 40 Jahren ebenfalls am Wochenende mal in der Disco durchtanzt, bis mittag schläft und die Tochter dann fragt, wann sie Essen macht
(Spagetti mit Tomatensoße geht schnell und kann auch von einer 16-jährigen schon zubereitet werden)
Darum kann ich nur jeder stressgeplagten Teeniemutter raten. Keep cool und vertraut euren Kindern. Sich ausprobieren und Scheiße baun gehört zum erwachsen werden dazu. Unaufgeräumte Zimmer sind nicht lebensbedrohlich. In anderen Teilen der Welt hausen Menschen in aus Kuhdung erbauten Hütten. Dagegen ist das Chaos Zimmer eurer Teenies noch ein Luxuspalast.
Versucht einfach positiv zu denken.
