Hallo,
bin heut (mal wieder) sehr niedergeschlagen. Grund dafür ist ein Rausschmiss meiner Mutter aus meinem Auto, weil sie total betrunken war! (andere Geschichte)
Sie ist mittlerweile eine schwere Alkoholikerin. Das begann schon als ich noch ein Kind war. Also schon seit ca 30 Jahren!!!
Ich liebe meine Mutter wirklich sehr und ich hatte schon sooooo oft versucht ein Gespräch mit ihr über diese Sucht zu führen. Aber es will mir einfach nicht gelingen ruhig und sachlich dabei zu bleiben. Ich fange dann immer an zu heulen und schreie sie an. Und sie sitzt mir gegenüber mit nem schiefen Lächeln und sagt immer nur: na und, mich versteht sowieso kein Mensch, etc...
Sie geht nicht unter Leute (und wenn doch, dann wollen ihr alle nur was Böses), sie vereinsamt und lässt niemanden an sich ran! Dabei ist sie tief in ihrem Herzen ein wundervoller, liebenswerter Mensch.
Aber ich hab den Eindruck sie will eigentlich lieber sterben und watrete hier nur noch die Zeit ab bis sie erlöst wird. Sie verliert auch immer mehr die reelle Wahrnehmung, legt sich die Dinge so zurecht wie sie es gerade empfinden will.
Und mein Mann und ich sind sowieso immer an allem Schuld und Arschlöcher, einerseits. Andereseits liebt sie uns sehr.
Wir sind die Einzigen, die (fast) immer für sie da sind. Versuchen sie so weit wie möglich in unser Familienleben zu integrieren und dafür ist sie auch dankbar und glücklich.
Ihre anderen Kinder leben einfach zu weit weg, als dass sie sich mit um sie kümmern könnten. Das Einzige was also bleibt, sind ca wöchentliche Telefonate, mit hin und wieder ernsten Gesprächen den Alkohol betreffend.
Sie erzählte meiner Schwester kurz vorm Jahreswechsel sie hätte es schon xy Tage geschafft ohne! Haha!!! ICH durfte sie ja ständig beim Einkaufen begleiten und sehen was und wie viel sie sich wieder geholt hat!
Aber das ist das mit der Wahrnemung! Sie denkt das wohl tatsächlich...
Seit einigen Monaten schwirrt mir nun der Gedanke im Kopf herum, nochmal zu versuchen mit ihr ein Gespräch zu führen. Ich möchte ihr erklären dass ich es nicht weiter unterstützen möchte, ihr den Alkohol zu besorgen.
Wir leben auf einem Dorf ohne Einkaufsmöglichkeit und sie hat keinen Führerschein. D.H. sie fährt immer mit mir oder meinem Mann zum Einkaufen.
Ich möchte ihr klarmachen, dass ich sie nicht mehr mitnehmen werde wenn sie Alkohol kauft. Ggf lasse ich sie am Supermarkt stehen oder kontrolliere ihre Taschen und Körbe!
Weiter hab ich mir überlegt sie Teilentmündigen zu lassen. Aber ich weiß nicht ob und wie das evtl möglich wäre!?
Ach ich weiß auch nicht. Ich mach mir einfach nur Sorgen!
Sie ist schon mehr MEIN KIND als anders herum. Wir haben im Sommer ein Baby bekommen, dass neun Wochen zu früh kam. DAS macht mir schon genug zu schaffen, und dann hat man immer noch die Mutter, die fast mehr Nerven kostet als alles andere!
Psychologische Hilfe hätte ich auch gern und auch dringend nötig, aber überall hört man nur Warteliste!!!
Warum ist das bloß so? Ich merke jeden Tag wie meine Kraft schwindet. Das ich aggressiver und launischer werde. Lange halt ich das so nicht mehr aus!
Meine Freundin sagte ich solle mir Stimmungsaufheller verschreiben lassen, aber das kanns doch nicht sein...
Wie sollte ich am Besten vorgehen? Gespräch, Entmündigung (wenn überhaupt möglich), ???
Bitte gebt mir mal Hilfestellung, sonst will/kann mir ja gerade niemand helfen!
Entschuldigt bitte falls ich evtl. nicht das richtige Forum getroffen haben sollte, wusste nicht wohin mit meiner Sorge... 
GlG Pepper
Was mach ich nur???
Sie befinden sich im Archiv des urbia-Diskussionsforums.
Hier geht es zur vollständigen Version dieser Seite. Dort können Sie auch aktiv am Diskussionsgeschehen teilnehmen.
Beitrag von peppermind - 04.01.12 - 15:27 Uhr
Beitrag von kaminrot - 04.01.12 - 15:33 Uhr
Hallo!
Es gibt Selbsthilfegruppen für Angehörige von Alkoholikern!
Vielleicht wäre das erst mal eine gute Anlaufstelle für dich.
Deine Mutter wirst du von ihrer Sucht nicht weg bringen können!
Falls sie wirklich vom Alkohol los kommen will, muss sie selbst etwas tun (Therapie, Suchtklinik o.ä.)!
LG, k.
Beitrag von alpenbaby711 - 04.01.12 - 16:26 Uhr
Den Rest deines Beitrages, bis zur Hälfte kam ich, lese ich gleich noch fertig. Aber mal ehrlich ( sei mir nicht böse) aber du bist wirklcih so blöde, weißt sie trinkt und besorgst ihr noch den Alk aber führst mit ihr ernste Gespräche über ihren Konsum. Ne dann wundere ich mich nicht.
Ela
Beitrag von alpenbaby711 - 04.01.12 - 16:30 Uhr
Jetzt hab ich auch die andere Hälfte gelesen. Ich finde es gut das du Hilfe für dich auch holen willst. Aber ich denke deienr Mutter kann keiner helfen, solange sie nicht sieht das sie krank und süchtig ist. Das wird sie nur begreifen wenn sie leider ganz unten is. Wie jemand schon vorher schrieb, es gibt Selbsthilfegruppen. Denk jetzt in erster Linie an dich und dein Baby. Das ist wichtiger als deine trinkende Mutter. du kannst ihr gerne sagen wenn sie sich helfen läßt weil sie ihren Fehler sieht, dann biste da aber sonst läßt du sie ab sofort in Ruhe. Sollte in der zeit was passieren wäre das sicherlich nicht dein Fehler sondern ihrer. Du hast ihr schließlich nicht die Flasche an den Mund gehalten.
Ela
Beitrag von sunshine7505 - 04.01.12 - 17:23 Uhr
www.al-anon.de
mehr auch gerne über VK. 
LG Katja mit Julia (6) und Sebastian (3)
Beitrag von luluhaben - 04.01.12 - 18:25 Uhr
Du arme! Ich drück dich erst mal!!!
Horch zu, wenn du mich fragst als aussenstehende, du musst den Kontakt sofort abbrechen um dich zu schützen und um ihr alles zu nehmen.
Bei einem kranken Menschen, wie deine Mama einer ist, hilft nur wenn er den Boden unter den Füssen weggerissen wird.
Meine Cousine ist auch Alkoholikerin und meine Mutter wollte ihr schon so oft helfen...
Die Freundin meiner Mama ist trockene Alk. und leitet einige Selbsthilfegruppen und sie sagte es meiner Mama so, denn solang die Welt deiner Mama noch halbwegs i.Ordnung ist, sie noch helfende Hände und liebende Menschen hat, die ihr sogar Stoff besorgen ändern sie nichts.
Sie müssen erst ganz unten sein und wenn sie dann um Hilfe betteln, sind sie auch bereit. Sonst gehts immer so weiter!
Diese Menschen sind sehr kran und werden schwere Spätfolgen haben, den Alk macht alle Organe dermassen kaputt!
Geh doch mal in so ne Angehörigengruppe!Liebe Grüsse
Beitrag von zahnweh - 04.01.12 - 19:59 Uhr
Hallo,
gibt es eine Selbsthilfegruppe für Angehörige von Alkoholikern?
Selbst psychologische Hilfe suchen, ist eine gute Idee. Es gibt auch Co-Abhängigkeit.
Von Stimmungsaufhellern würde ich abraten! Um die eine Sucht psychisch zu überstehen, selbst in eine reingeraten
langfristig keine gute Idee.
Spontan würde ich nach Angeboten "für Angehörige von Suchtkranken" schauen und sich dort informieren, welche Möglichkeiten es gibt.
Taschen kontrollieren würde ich nicht machen. Das ist rechtlich Glatteis und deine Mutter könnte sich noch mehr auf dich verlassen (du machst das ja), aber in ihrer Wahrnehmung trotzdem Wege finden.
Dann schon eher: gar nicht mehr mitnehmen zum Einkaufen, ihr aber anbieten, dass du ihr mitbringst, was auf der Liste steht - ausgenommen Alkohol. Mit dem willst du nichts mehr zu tun haben. Wenn sie ihn sich auf anderem Wege besorgt, warst du nicht involviert.
Beitrag von mama-mia1 - 07.01.12 - 19:21 Uhr
Hallo,
1. Antwort auf die Wartezeiten: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=21194
2. lass dich erst mal
ich kann gut verstehen, wie es dir geht, mein Vater war auch Alkoholiker (Phasensäufer) hat sogar 3 Mal eine Therapie gemacht und von sich aus zig mal aufgehört. Nach der ersten Therapie (als ich 8 Jahre alt war) hat er sogar 10 Jahre ohne trinken ausgehalten!!! danach gings aber Berg ab, die Abstände zw. den Phasen waren immer kurzer und die Phasen immer heftiger (er trank bis zum Delirium) ... er ist tot auf der Straße gefunden worden... er ist aus dem Krankenhaus, in dem er wegen einer Kopfverletzung war, abgehauen, leider aber nicht weit gekommen. . .
obwohl er 1000km weit weg wohnte haben wir uns alle 2 Monate für ein Paar tage getroffen und sehr oft darüber gesprochen, er bat mich um Hilfe, fragte was er tun solle, (die Therapien haben ja nicht viel gebracht) ...
meine Tochter meldet sich , ich schreibe später weiter.. .
Mia
Beitrag von mama-mia1 - 07.01.12 - 20:14 Uhr
Fortsetzung:
...Baby ist satt und schläft jetzt erst mal ca. 5 St... 
... er sprach oft vom Tot und das er sich ihn wünschen würde... und wie es für ihn ist, wenn es ihn überkommt, die Sucht, es gibt dann keinen Halt mehr für ihn, er verliert die Kontrolle über sich und trinkt udn trinkt udn trinkt...
er tat mir sehr Leid und ich kam mir sehr hilflos vor... bis zum Schluss konnte ich ihn nicht helfen, noch zwei Wochen vor seinen Tot war er bei uns und versuchte wieder nüchtern zu werden... er sah furchtbar aus...aber auch schon die male davor, als er bei uns war und nüchtern, war es nicht mehr der Vater, den ich kannte. er war nervös, konnte keine Minute ruhig sitzen bleiben und unglücklich über seien Aussichtslose Lage...
ich wüste auch heute (2 Jahre nach seinem Tod) nicht, wie ich ihn hätte weiter Helfen können... 
also habe ich auch für dich nur den Tipp: SCHÜTZE DICH SELBST UND DEINE FAMILIE!!!
ich denke nicht, dass du ihr helfen kannst (Außer ihr eine Therapie vorzuschlagen, was du sicher schon gemacht hast, oder? )
aber ich fand die Idee mit der Selbsthilfegruppe sehr gut!!! ist sicher ein Versuch wert. ich drücke dir die Daumen udn wünsche alles Gute für die Zukunft!!!
ich hoffe deiner Tochter geht es gut!?
GLG
MIA
PS. mein Vater war auch ein sehr liebevoller, fürsorglicher, fröhlicher und sehr gutherziger Mensch... ich werde ihn für immer in meinen Herzen behalten! 
ich träume oft von ihm...
