Was ist für diese Arbeit angemessen?! -> Altenpflege

Sie befinden sich im Archiv des urbia-Diskussionsforums.

Hier geht es zur vollständigen Version dieser Seite. Dort können Sie auch aktiv am Diskussionsgeschehen teilnehmen.

Beitrag von schwarzesetwas - 04.01.12 - 18:50 Uhr

Hallo!

Ich kümmer mich nun schon seit längerem um meinen Nachbarn. Bislang nur Post/Zeitung bringen und gelegentlich mal nen Botendienst.

Nun möchte mein lieber Nachbar, dass ich bzw. mein Mann den Job unserer Nachbarn (die wohnen auch bei uns im Haus) übernehmen.
Die beiden nehmen ihre Pflicht nicht mehr wahr, zudem ist der Mann sehr verwirrt und stiftet meinem Nachbarn zu viel Unruhe bzw. er verliert häufig Sachen, und es ist kein Verlass mehr auf ihn.

Unser Aufgabenfeld bedeutet: Haushalt führen, Einkaufen, sämtliche anderen Sachen, die er nicht mehr kann, Internetbestellungen (er bestellt Lebensmittel viel bei Manufaktum und Co.), Bankangelegenheiten. Dazu: Baden natürlich.
Er hat Parkinson und ist schon etwas betagter, somit auf Hilfe angewiesen.

Bezahlt wird das u. a. von der Pflegegeldkasse (er hat in jedem Fall Pflegestufe 1 oder sogar 2), er legt auch noch was drauf, weil ihm das eben wichtig ist - so wie ich das raushörte.
Einer von uns wird auch gemeldet, als Pflegeperson. Sozialversichert, so wie ich das bislang raushörte.

Nur was ist in so nem Bereich realistisch?
Ich denke, wir werden nicht mehr bekommen, als die Nachbarn, die das vorher gemacht haben. Aber ich möchte nunmal auch nicht zu VIEL kassieren, weil ich das moralisch nicht vereinbaren könnte, ich hab ihn halt gern und ein kranker betagter Mann bedeutet nicht gleich Weihnachtsgans.

Hab nun überhaupt keine Ahnung, Google bringt da auch herzlich wenig.

Vielen Dank für ehrliche Einschätzungen!

Lg
SE

Beitrag von 9605paja - 04.01.12 - 19:01 Uhr

Hallo,

Seit ich sonst noch irgendwie Berufstätig???

Wenn ja überlegt euch das sehr sehr gut, bevor ihr euch auf sowas einläßt!!!

Ich bin Krankenschwester und weiß was es bedeutet jemanden vollkommen zu pflegen, ihr müßt sicher auch nachts bereit sein oder???

Zudem wäre es sinnvoll einige Kenntnisse darüber zu haben.

lg paja

Beitrag von schwarzesetwas - 04.01.12 - 19:14 Uhr

Nein, nachts kommt er gut allein zurecht.
Er schafft auch noch viel, kann sich z. B. sein Essen noch kochen und so.

Ja, wir sind auch noch anderweitig berufstätig, lässt sich aber prima damit vereinbaren, weil einer von uns IMMER da ist oder zumindest fast.

Kenntnisse haben die vorherigen auch keine, es geht ja im Prinzip nur um den Haushalt, sonst nichts, wie ich schon geschrieben habe.

Beitrag von witch71 - 04.01.12 - 19:07 Uhr

"Einer von uns wird auch gemeldet, als Pflegeperson."

Da schrillen bei mir mal sofort die Alarmglocken. Angenommen die nicht gemeldete Pflegeperson badet den Patienten und dieser rutscht aus und verunglückt. Wer ist nun verantwortlich?

Ich würde mich zuerst einmal mit einer Stelle unterhalten, die einem rechtlich Tipps gibt und auch die Versicherungsangelegenheiten aufzeigt. Ansonsten würde ich googlen nach Pflegediensten und was man in der privaten/häuslichen (Kranken-)Pflege verdient, denn der Job wird mit Sicherheit immer aufwändiger mit der Zeit bei einem Parkinsonpatienten.

Mir wäre die Rechtslage wesentlich wichtiger als der Verdienst.

Beitrag von schwarzesetwas - 04.01.12 - 19:18 Uhr

Er WILL keinen Pflegedienst.
Da kann man einfach nichts machen bei ihm.

Mir wäre es nur wichtig, dass er einen schönen, zuverlässigen Lebensabend hat...
Vor Arbeit scheue ich mich nicht und ich bin auch in der Lage dazuzulernen. :-)

Beitrag von witch71 - 04.01.12 - 19:50 Uhr

Du hast mein Posting nicht ganz verstanden, fürchte ich. Pflegedienste bzw. Beschäftigte von Pflegediensten bekommen ja auch ein Gehalt, um festzustellen, was Du verlangen kannst, wäre das eine Richtlinie. Deswegen die Google-Suche. :-)

Aber das mit der rechtlichen Seite wäre wie gesagt meine grösste Sorge.

Beitrag von schwarzesetwas - 04.01.12 - 20:24 Uhr

Google hat nichts ergeben.
In der häuslichen Pflege hat der Haushalt in dem Sinne nichts verloren.
Lediglich das Pflegeld konnte ich ergooglen.

Rechtlich mache ich mir da keine Sorgen, weil es ja schon vor mir 'funktionierte'.

Beitrag von grafzahl - 04.01.12 - 19:23 Uhr

Konkrete Tipps habe ich nicht. Dazu kenne ich mich in dem Bereich viel zu wenig aus.

Ich finde es aber toll, dass ihr euch um euren Nachbarn kümmert.

Beitrag von schwarzesetwas - 04.01.12 - 19:38 Uhr

Danke. :-)

Beitrag von bruchetta - 04.01.12 - 19:43 Uhr

Pflegegeld bei Pflegestufe 1 ist € 225,--.

Was noch zusätzlich machbar ist, hängt ja von der wirtschaftlichen Situation ab....

Beitrag von schwarzesetwas - 04.01.12 - 20:25 Uhr

Aber das Pflegegeld ist ja unterschiedlich, je nach Krankenkasse usw.
Hauswirtschaft spielt da ja auch nicht mit rein.

Beitrag von zwiebelchen1977 - 04.01.12 - 21:08 Uhr

Hallo

Das ist gleich, je nach Pflegesrufe

Beitrag von schwarzesetwas - 04.01.12 - 22:20 Uhr

Ist mir egal.

Hauptsache ich helfe ihm. :-)

Beitrag von schwarzesetwas - 04.01.12 - 22:21 Uhr

Ich wollte nur nicht horrend viel verlangen bzw. im Rahmen bleiben und wissen, ob das Honorar der Nachbarn ok war/ist.
Mehr nicht.

Beitrag von coonic - 05.01.12 - 06:14 Uhr

Guten morgen,

also pauschal würde ich sagen 10 Euro pro Stunde ist ein angemessener Betrag.

Du hast leider nicht geschrieben, wie hoch euer Stundeneinsatz pro Monat/Woche bei dem Herrn ist.

Solange es nur um die hauswirtschaftliche Versorgung geht, sehe ich ersteinmal kein Problem.

Ist die Pflegestufe schon genehmigt worden ? Wenn du als Pflegeperson angegeben worden bist, wird von einem Pflegedienst deiner Wahl in regelmäßigen Abständen eine Qualitätsprüfung durchgeführt, in der dokumentiert wird ob der Pflegestandard gesichtert ist. Das wird von der Pflegekasse verlangt und ist ja auch nachvollziehbar.

Habt ihr euch evtl. schon bei einem Pflegekurs angemeldet ? Wird oft von Caritas oder Diakonie oder freie Pflegedienste angeboten und ist in der Regel kostenlos. Hier kann man sich wertvolle Tips holen.

Bist du bereit mehr zu leisten, falls der Gesundheitszustand schlechter wird ?

Es gibt so einige Dinge zu beachten,wenn man sich als Privatperson auf die Pflege einlässt.

Wichtig finde ich auch , dass ein wenig medizinische Vorkenntnisse vorhanden sind.

Ganz wichtig sind auch die Vorsorgevollmachten.... das wird in den meisten Fällen immer vor sich hergeschoben

http://www.bmj.de/DE/Buerger/gesellschaft/Patientenverfuegung/_doc/Patientenverfuegung_doc.html

hier gibts alle Vollmachten zum Download.

Übernehmt ihr die Medikamentengabe ? Begleitung zum Arzt ?

aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass der Übergang vom ich helfe nur mal eben bei der Hauswirschaft bis zur vollständigen Pflege schnell ineinander übergeht. Da muss man auch manchmal selbst ein wenig auf sich aufpassen.

Ich selbst betreue und pflege ein älteres Ehepaar seit fast 5 Jahren, anfänglich war es auch in erster Linie die hauswirtschaftliche Versorgung die an erster Stelle stand , nun sind bei mehr oder weniger stark pflegebedürftig und beide haben eine unterschiedliche Form von Demenz. Ich bin allerdings auch Vollzeit bei den beiden beschäftigt über Steuerkarte und bin letztes Jahr mit ins Haus gezogen ( allerdings mit eigener abgetrennter großer Wohnung )

Gruß coonic

Beitrag von wind-prinzessin - 05.01.12 - 14:54 Uhr

10 Euro für ungelernte Kräfte finde ich ziemlich viel. Meine Mutter ist gelernte Krankenschwester und arbeitet jetzt wieder in der mobilen Pflege. Sie hat jahrelange Berufserfahrung und kann auch Weiterbildungen nachweisen. Sie bekommt jetzt 12 Euro pro Stunde, beim vorherigen AG waren es 11.

Beitrag von zwiebelchen1977 - 05.01.12 - 20:43 Uhr

Hallo

Also 12 Euro für eine glernte Kraft mit weiterbildung finde ich sehr wenig. Ich verdiene 16 Euro als Krankenschwester im Altenheim.

Bianca