Hallo!
Gestern rief mich eine gute Freundin an und erzählte mir sehr verzweifelt, dass ihr Sohn (7) wenn er wütend ist sie beschimpft, nach ihr tritt und sie heftig schlägt. Sie fragte mich, wie ich mich verhalten würde. Ich habe ihr geraten ihm bestimmend klar zu machen, dass sie sein Verhalten nicht duldet und ihn ins Zimmer schicken soll. Meine Freundin sagte, dass sie das probiert hat er sich aber wehemend weigert den Raum zu verlassen. Erst wenn sie ihn in sein Zimmer "verfrachtet" ist manchmal Ruhe. Oft kommt er dann aber wieder raus und wird wieder handgreiflich, oder beschimpft sie lautstark durch die geschlossene Tür.
Wie sollte sie sich am besten Verhalten, wenn ihr Spross wieder nicht weiss wohin mit seiner Wut? Was kann sie tun, damit es garnicht so eskaliert?
LG
Kitty
Kind (7) schlägt und tritt Mutter. Wie richtig verhalten?
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Beitrag von hikitty18 - 06.01.12 - 00:49 Uhr
Beitrag von sassi31 - 06.01.12 - 03:00 Uhr
Erziehungsberatung aufsuchen.
Beitrag von marion2 - 06.01.12 - 08:26 Uhr
Hallo,
das Kind deiner Freundin ist 7 Jahre alt. Da löst man Probleme ganz einfach.
Sie soll in einer ruhigen Minute (z. B. bei einer Tasse Kakao) mit ihm darüber REDEN, ohne ihm Vorwürfe zu machen. Sie kann ihn zum Beispiel fragen, was in ihm vorgeht, wenn er so austickt und ihm SAGEN, dass ihr das ganz und gar nicht gefällt.
Und sie soll ihn FRAGEN, was SIE anders oder besser machen könnte.
LG
Beitrag von agostea - 06.01.12 - 08:53 Uhr
Gut, ich spar mir meinen Text.
Gruss
agostea
Beitrag von le_sheep - 07.01.12 - 06:58 Uhr
Hi,
ich kann mir meinen Kommentar nicht sparen:
Sie soll ihren Sohn fragen, was sie besser machen kann???
"Mama, ich will hier machen, was ich will, dann bin ich auch nicht mehr so wütend"
"Okay, das ist ein guter Kompromiss"
Wo käme man denn hin, wenn man die Kinder fragt, wie sie die Erziehung gern hätten?
LG
sheep
Beitrag von gustav-g - 07.01.12 - 10:46 Uhr
"Wo käme man denn hin, wenn man die Kinder fragt, wie sie die Erziehung gern hätten?"
Sicher zu mehr Verständnis für das Kind. Es erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass auch das Kind zuhört und Grenzen akzeptiert.
Beitrag von marion2 - 07.01.12 - 12:19 Uhr
Hallo,
dann werde ich dir das mal begründen: Ein 7jähriger, der so wütend auf seine Mutter ist, weiß in der Regel WARUM. Das kann man in einem Gespräch klären.
Praktischerweise kann so ein 7jähriger schon in ganzen Sätzen sprechen. Das geht bei einem 2jährigen nicht, die sind aber auch einfacher gestrickt.
Mit: "Böses Kind, stell dich in die Ecke oder geh in dein Zimmer" "Der Fernseher bleibt aus" oder "Es gibt heute keine Gummibärchen" wirds in der Regel in dem Alter nichts mehr.
Allerdings - und da vermute ich das Problem - muss die Mutter dann auch ZUHÖREN. und zwar richtig.
LG Marion
Beitrag von kleinermops - 07.01.12 - 15:56 Uhr
Trotzdem frage ICH mein Kind nicht, was ich besser machen könnte. Ich gebe meinem Kind eine Struktur vor und basta.
Beitrag von marion2 - 08.01.12 - 19:47 Uhr
wenn dein Kind dich tritt, ist es Zeit, die Struktur zu überdenken
Beitrag von ilva08 - 07.01.12 - 16:34 Uhr
Hallo,
ich finde viele deiner Posts gut, doch hier bin ich genau gegenteiliger Meinung.
Als Lehrerin mache ich immer wieder die Erfahrung: Kinder, die um sich schlagen, haben irgendwann in ihrem Leben gelernt, dass dieses Verhalten für sie ZIELFÜHREND UND SINNVOLL ist.
Zum Beispiel durch Gewalterfahrungen im Elternhaus ("Papa haut Mama auch immer, wenn sie nicht hören will").
Oder weil die Eltern bei Wutanfällen immer nachgeben.
Oder oder oder...
Sich mit dem Kind zusammen zu setzen und zu fragen: "Du haust mich, was kann ich ändern?" bestätigt den Wirklichkeitsentwurf: "Wer haut, hat recht".
Wichtig wäre, dem Kind zuerst beizubringen: "Hauen ist NIEMALS ein angemessenes Verhalten."
Natürlich sollte man das Kind auch fragen, warum es so wütend wird - aber um ihm zu helfen, mit der Emotion umzugehen. Das tut man nicht, wenn man dem Kind transportiert: "An deiner Wut bin ich Schuld". Denn warum sollte dann das Kind etwas verändern?
LG
Beitrag von motzimaus - 06.01.12 - 09:47 Uhr
Hallo Kitty,
das hört sich gar nicht so gut an. Meine große (6) ist auch ein sehr willensstarkes Kind und wenn es dann mal zu Wutanfällen kommt (ist im Augenblick zum Glück nicht so oft) dann brüllt sie sich heiser, wird knall rot am Kopf und ist, ohne das ich sie in Ihr Zimmer trage, nicht dazu zu bewegen dort hinein zu gehen. Ist sie erstmal da schmeißt sie alles durch die Gegend was ihr so in die Finger kommt....
Auch ich habe mich in einer ruhigen Minute mit Ihr hin gesetzt und sie nach dem WIESO, WESHALB und WARUM gefragt und WAS MAMA anders/besser machen kann und soll. Welche Antwort habe ich bekommen? Keine die mich weiter gebracht hat. ...'ich weis es nicht Mama'
Ich persönlich würde mich zu erst einmal bei meinem Kinderarzt erkundigen, vielleicht gibt es auch die Möglichkeit einen Termin ohne das Kind zu bekommen um ganz offen darüber sprechen zu können und dann wäre der nächste Schritt zur Erziehungsberatung.
Es gibt überall die Familienbildungsstätten und auch die bieten solche Beratungen an.
Viel viel Glück - so etwas belastet auch die Mama sehr. Sie wird sich sicherlich immer vorwerfen etwas falsch gemacht zu haben. Wenn es die Möglichkeit gibt, lade sie doch mal auf einen Samstag ein und ihr macht Euch einen entspannten Tag im Saunabereich eines nahegelegenen Schwimmbades oder so. Einfach nur Ihr beide und ganz entspannt.
Wirkt wahre Wunder
Beitrag von lisasimpson - 06.01.12 - 12:31 Uhr
einen familienrat einberufen und die familienregeln gemeinsam aufstellen.
die oberste regel wird in aller regel sein, daß man sich gegenseitig achtet und respektvoll miteinander umgeht.
dann im gespräch klären, wann es ihm nicht gelingt und was er denkt, was er bräuchte, damit es iihm in zukuft besser gelingt.
klären ,was er statt dessen machen kann, wenn er wütend/ sauer/ traurig/ verzweifelt ist.
Gemeinsam besprechen, welche "stop" signale sie einführen könnten und wie sie ihn unterstützen kann, wenn es mal wiede so weit ist.
mit ihm ein buch anlegen, in das er schreibt, welceh ideen er hat, mit seinen gefühlen umzugehen und vielleicht auch dann aufschreiben kann, wenn es ihm besonders gut gelungen ist. die verwandtschaft befragen, was sie denn tun, wen nsie wütend sind, eine ideensammlung erstellen, welche reaktionen in unserer gesellschaft und in dieser familie als legitim betrachtet werden im umgang mit gefühlen wie wut oder verzweiflung.
welches mitspracherecht hat er? wie kann er seine wünsche und bedüfrnisse adäquat formulieren?
vielleicht zu beginn ein mal pro woche den familienabend beibehalten- der wird besonders schön gestaltet mit gemeinsamen essen, spielen und mit raum für anregungen, verhandlungen und mit dem gegenseitigen anerkennen dessen was GUT lief in der letzten woche.
wären jetzt ein paar ideen, wie man darauf reagieren könnte
grundsätzlich hat deien freundin auch das recht zur Inanspruchnahme einer erziehungsberatung, in der sie ganz speziell auf ihre familie zugeschnitten mit einem partner Möglichkeiten besprechen und entdecken kann, die es ihr ermöglichen dem zu begegnen.
einen Machtkampf draus machen (wer ist stärker, wer kann wen wie viel schlagen, ins zimmer zerren,....) würde ich keinesfalls machen- da wird sie auf dauer verlieren
Beitrag von gustav-g - 07.01.12 - 10:53 Uhr
damit würdest du auch bei mir Erfolg haben
Beitrag von a79 - 06.01.12 - 12:40 Uhr
Hallo,
für mich klingt es, als habe der Sohn Deiner Freundin keine Konfliktlösungsalternativen. Scheinbar hat er nicht gelernt, sich verbal zu äußern in für ihn unzufriedenstellenden Situationen bzw. kann er mit seiner Wut nicht umgehen.
Diese Situationen mutieren zum Machtspiel zwischen Mutter und Kind - irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft wird Deine Freundin ihrem Sohn kräftemäßig nichts mehr entgegenzusetzen haben (..."erst, wenn sie ihn in sein Zimmer "verfrachtet"...) - was dann?
Bei uns zu Hause gab es solche Ansätze vor 1,5 Jahren mit meinem damals 4,5Jährigen. Auch ich war sehr verzweifelt und habe daraufhin eine Beratungsstelle (erziehungsberatung Caritas) aufgesucht. Dort wurde mir geholfen, frühzeitig Situationen zu erkennen, die Konfliktpotential bieten und diese rechtzeitig zu entschärfen, so dass es gar nicht erst eskaliert oder ihm selbst Verantwortung für sein Tun zu übertragen.
Bei uns zum Beispiel Problem morgendliches Anziehen:
Er hat immer so getrödelt und ich wurde immer ungeduldiger, weil die Zeit davonlief - schlimmstenfalls lief er davon und versteckte sich irgendwo...
Unsere Lösung:
Besprechen, wie es besser laufen könnte gemeinsam mit dem Kind.
Alternativen schaffen, zwischen denen er wählen kann:
Wenn Du Dich schnell anziehst, habe ich noch Zeit, Dir eine Geschichte vorzulesen, bevor wir losfahren, wenn Du keine Geschichte möchtest, kannst du noch 10 Minuten liegenbleiben oder spielen.
Das klappt derzeit sehr gut.
Ich finde es in dem Alter schon wichtig, das Kind mit einzubeziehen - er wird sicher merken, dass irgendwas nicht optimal läuft und das auch nicht toll finden. Vielleicht fühlt er sich gegängelt oder die den hauseigenen Regeln entwachsen (muss man ja von Zeit zu Zeit mal überdenken, ob das alles noch so altersentsprechend ist).
Er ist sicher schon ein Schulkind und die müssen ja schon sehr selbstständig sein im schulischen Bereich (anders als im Kindergarten), wenn er zu Hause aber im Kindergartenalter stehengeblieben ist, führt allein sowas schon zu Konfliktpotential.
Natürlich kenne ich weder das von Dir beschriebene Kind noch die Mutter und die Lösung bzw. das eigentliche Problem könnte bei den beiden ganz anders aussehen als von mir skizziert aber es würde sich lohnen, dem auf den Grund zu gehen und vielleicht tatsächlich mal eine neutrale Instanz (erziehungsberatung) aufzusuchen, die helfen kann, die derzeitige Situation aus einem anderen Blickwinkel zu sehen und damit evtl. auf der Hand liegende Lösungsansätze für die beiden erkennbar zu machen.
LG
Andrea
Beitrag von gustav-g - 07.01.12 - 10:57 Uhr
gefällt mir
Beitrag von tomama - 06.01.12 - 13:13 Uhr
Hallo,
ich bin keine Anhängerin von diesem verkopften Herangehen an solche Dinge. "Familienrat einbegrufen", "Familienregeln aufstellen", "den Jungen fragen, was ich (als Mutter) besser oder anders machen sollte.
Das klingt nicht nach Mutter-Kind, sondern nach einer Paarbeziehung. Und ein 7jähriges Kind ist nunmal kein ebenbürtiger Partner. Die Hierarchie sollte ganz klar sein. Mich beschimpft, haut und tritt kein Kind. Fertig! Natürlich kann mir mein Kind Wünsche und Bedürfnisse mitteilen (die meistens merke ich aber auch ohne, dass sie gesagt werden). Das weiß meine 5jährige Tochter schon lange. Ich verstehe nicht, weshalb es Kinder gibt, die das in einer "Familienkonferenz" mitgeteilt bekommen müssen. Sowas passiert doch nebenher, im Zusammenleben, im Vorleben. Und wenn mein Kind meint, sich mir gegenüber respektlos verhalten zu müssen, dann zeige ich die Grenzen auf.
Meine Erfahrung ist eher, dass besonders die Kinder mit denen alles bis zum geht nicht mehr ausdiskutiert wird (So, Max wir stellen jetzt mal Familienregeln auf: 1. Der Max darf die Mama nicht blöde Kuh nennen, nicht treten, nicht hauen, man sollte bloß nichts vergessen
), die gar nicht mehr Kind sein dürfen, dass genau diese Kinder sich dann irgendwann selber als "Partner" ihrer Eltern sehen. Diese Kinder sind oft altklug und ihren Eltern gegenüber unverschämt. Das sind oft Kinder von Pädagogen (in Pädagogenkreisen wird da gerne drüber gescherzt, dass es nicht schlimmeres gibt, als z.B. Lehrerkinder zu unterrichten). Also, nicht so viel quatschen, einfach mehr machen. Auch aus dem Bauchgefühl heraus. Das ist meistens nämlich gar nicht so verkehrt. Mein Kind beschimpft mich, und tritt mich. Was fühle ich? Ich bin sauer und empört. Ja, und das mit Recht. Also, wird mein Kind auch eine Strafe bekommen. Das hat etwas mit Erziehung zu tun. Ich vermittel Werte. Und Kinder haben nunmal nicht immer nur positive Gedanken ihren Eltern gegenüber. Wenn ich meiner Tochter etwas verbiete, was sie unbedingt möchte, dann bin ich in dem Moment nunmal eine "blöde, ungerechte Mama" für sie. Das darf sie auch so fühlen (weil ich weiß, dass unsere Beziehung stimmt). Aber sie darf mich nicht beschimpfen und natürlich nicht gewalttätig werden. Wenn Kinder mit 7 Jahren das noch nicht gelernt haben, dann ist da etwas versäumt worden.
gruss Tomama
Beitrag von comapo - 06.01.12 - 23:07 Uhr
Schade, dass man Dir für dieses Statement nur einen Stern geben darf. Ich verspüre das Bedürfnis, gerade auf der Sterntaste zu morsen!
Beitrag von le_sheep - 07.01.12 - 07:03 Uhr
Danke für deinen tollen Beitrag!
Beitrag von lisasimpson - 07.01.12 - 10:36 Uhr
nun ja- im vorbeigehen grenzen setzen und sich von gewalt gegen die eigene Person distanzieren wird doch jeder einigermaßen normal gepolte menschen sowieso machen, oder?!
Das was du beschreibst stimmt alles- und wenn es "normal" läuft muß man nicht viel Aufhebens darum machen, denn dann werden diese konflikte mit einem 2-3 jährigen durchgestanden und das kind lernt "ganz nebenbei" impulskontrolle und den umgang mit den eigenen emotionen.
ABER- wenn ein 7 jähriger (und kein 3 jähriger) "wenn er wütend ist sie beschimpft, nach ihr tritt und sie heftig schlägt." und die mutter um rat bittet, da sie offenabr mit dem überfordert ist, dann gehe ich stark davon aus, daß sie das weder gut heißt, noch ihm irgendwann ein mal signalisiert hat, daß das so laufen sollte.
also geht es jetzt in dieser Situation nicht mehr um den normalen alltag, sondern schon um ein problem, dem ich JETZT begegnen würde und zwar ab vom normal alltag.
daß ein Schulkind seine mutter HEFTIG schlägt, beschimpft und tritt sollte auch entsprechend gewürdigt werden und nicht mit muttis alltäglichem "hör mal auf damit" quittiert werden
Ganz offenbar fehlt es da an klarheit bezüglich den normalen umgangsregeln (und bei meinen POSITIV formulierten regeln braucht man keine sorge zu haben etwas zu vergessen, denn im Gegensatz zu deinen NEGATIV formulierten geht es darum, wieder Klarheit zu kriegen, was allen Familienmitgliedern wichtig ist im zusammenleben)
ganz offenbar hat das kind wenig Kompetenzen mit wut umzugehen, wenn er sich wie ein 2,5 jähriges kind benimmt, daß von seinen gefühlen übermannt wird.
denkst du, da wäre es ratsam, der verzweifelten mutter zu sagen: ach mach das mal im vorbeigehen, während er dich tritt?
"Wenn Kinder mit 7 Jahren das noch nicht gelernt haben, dann ist da etwas versäumt worden."
JA- GANZ offensichtlich.
daher verstehe ich deinen ratschlag nicht, daß man so im vorbeigehen wieder hinzukriegen, was offenbar in den letzten 5 jahren versäumt wurde
Beitrag von gustav-g - 07.01.12 - 11:12 Uhr
Sicher sind in der Erziehung schwere Fehler passiert.
Bei einem 7-jährigen Kind halte ich es für nützlich, Gespräche über richtiges Verhalten zu führen.
Einfach nur eine Strafe zu verhängen, genügt nicht.
Beitrag von hedda.gabler - 07.01.12 - 12:17 Uhr
Hallo.
Das unterschreibe ich ...
LG
Beitrag von marion2 - 07.01.12 - 12:23 Uhr
Hallo,
es ist also etwas schief gelaufen in der Erziehung. Und du meinst wirklich, dass man einen 7jährigen nicht doch Mal fragen sollte, wo er das Problem sieht?
"Meine Erfahrung ist eher, dass besonders die Kinder mit denen alles bis zum geht nicht mehr ausdiskutiert wird"
Es gibt noch eine zweite Gruppe von Kindern, die so reagieren. Nämlich die, mit denen gar nicht geredet wird.
Gruß Marion
Beitrag von binnurich - 09.01.12 - 08:40 Uhr
wie wäre es denn mit einem sowohl als auch?
ich finde, das man mit einem 7jährigen sehr wohl vernünftig reden kann (ist ja schließlich kein Affe oder ein Hund den ich konditionieren muss).
Zwischen Hundeschule und Kindererziehung gibt es schon einen Unterschied.
Das eine schließt das andere nicht aus - ich finde, die Mischung machts.
Beitrag von jazzbassist - 06.01.12 - 13:30 Uhr
Gibt es denn nur 1-2 spezielle Auslöser für dieses Verhalten? Wie z.B. "Jeden Nachmittag bei den Hausaufgaben eskaliert das dermaßen" oder "Immer, wenn er den Fernseher ausschalten soll, eskaliert das dermaßen"? Oder ist das beim Kind eher schon ein Verhalten, dass immer kommt, wenn ihm irgendetwas nicht passt? Also selbst, wenn man ihm morgens schon "Zieh dich bitte an, du kommst zu spät zur Schule" sagt? Ich denke, wenn es hauptsächlich nur in 1-2 speziellen Situationen vorkommt, kann man da schon etwas zum "damit es gar nicht erst eskaliert" finden, wenn Sie dann diese Situationen schildern.
Wenn das aber bereits ein dauerhaftes Problem ist ... finde ich das schwierig zu beantworten. Wenn das eine gute Freundin von Ihnen ist ... wer ist denn Ursache des Problems? Ist das eher die Mutter (Weil es da einfach zu viele Regeln/Grenzen/Verbote etc.) gibt; ist das eher die Mutter (Weil es eigentlich überhaupt keine Regeln/Grenzen/Verbote etc.) gibt. Finden Sie das Kind (auch wenn das eine doofe Frage ist) normal? Also ... ihre Freundin muss für 2-3 Tage ins Krankenhaus; sie erklären sich bereit, auf den kleinen aufzupassen: Wird der Kleine Sie dann auch beschimpfen, schlagen, treten und so heftig reagieren? Objektiv kann man das ... denke ich ... in der Schule gut beobachten: Ist er dort genau so auffällig? Oder ist er dort - irgendwie - das liebste Kind auf der Welt? Oder, ist er dort auch eher auffällig, aber - noch bei weitem nicht so - wie bei der Mutter?
Pauschal ... was man gegen Wut machen kann ... empfehlen Sie der Mutter einfach mal, dem Kleinen einen Boxsack ins Kinderzimmer zu hängen, wo er diese Wut artikulieren kann, ohne sich selbst (oder jemand anderen) dabei zu verletzten.
Beitrag von zahnweh - 06.01.12 - 19:14 Uhr
Die Idee mit dem Boxsack hatte ich auch.
Wenn die Wut weitgehend weg ist, fällt es leichter, Worte zu finden.
Den anderen Teil des Textes, finde ich auch sehr gut.
Ursache finden (bestimmte Situationen/generell)
je nach Ursache Lösungen überlegen
(dem Kind zu hören, klarere! Verbote, weniger Verbote; Kind mehr miteinbeziehen bei den Regeln, Kind weniger bei den Regeln mit einbeziehen, klareres nachvollziehbareres Handeln...)
und um die Wut erst mal abzureagieren: der Boxsack.
