Was ich hier so lese, da glaube ich, ich bin nicht allein..
Vorgestern, am 06.01.2012 ist meine Mama für immer eingeschlafen.. Sie hatte Bauchspeicheldrüsenkrebs und uns war klar, dass es irgendwann passiert.. 1 1/2 Jahre hat sie gekämpft.und wie!!! OP, Chemo, Metastasen, Chemo... Sie war so stark... Zum Schluß war der Krebs leider stärker.. Am Montag kam sie in ein Hospiz.. eigentlich nur weil ein Zimmer frei wurde.. Ihr ging es einigermaßen.. Ich bin so froh, dass ich noch Weihnachten und SIlvester mit ihr verbringen durfte! So froh!
Wir hatten schon noch einiges geplant.. gestern wollte sie eigentlich noch mal in ihre Wohnung.. schauen was sie alles noch mit ins Hospiz nehmen will..
Am DOnnerstag kam dann der Anruf auf der Arbeit... Sie hatte so akute Schmerzen, dass man sie in einen Schlaf versetzt hat.. ich habe also Mittwoch das letzte mal mit ihr geredet. Sie ist nicht wieder aufgewacht... Am Freitag, vorgestern, war ich gerad auf dem Weg zu ihr morgens.. da ist sie dann ganz eingeschlafen.. Die Schwester sagte zu mir, sie wollte es bestimmt so , sie wollte alleine sein und uns das nicht antun.... Ich war den ganzen Tag bei ihr! Habe sie noch eingecremt und gekämmt... Gestern morgen war ich auch noch mal da und habe mich verabschiedet.. dann haben sie sie abgeholt...
Das man diese Art von Krebs nicht überlebt wussten wir! Aber das es nun so schnell geht war für alle ein Schock.. Ich denke es ist innerlich etwas passiert und sie ist innerelich verblutet... das weiß man bei dieser Krankheit ja nie so genau...
Ich glaub ich bin immer noch unter Schock..man muss ja sofort beim Bestattungsunternehmen anrufen, alles regeln.. alles machen... und da wird noch einiges kommen...aber
Sie fehlt mir so! Ich kann gar nicht glauben, dass ich sie nie wieder sehen werde! Nie wieder! Ich kann sie nicht mehr anrufen, sie um Rat fragen, sie knuddeln oder streicheln! Ihr sagen, wie lieb ich sie hab!
Ich werde Sie nie vergessen und ich bin so froh, dass ich ihr all die Dinge in einem Brief aufgeschrieben hab und zu Weihnachten gegeben hab!
Meine Mama!!!! Ich liebe Dich so sehr!!!!!! Wir werden uns wieder sehen! Versprochen!!
Krebs ist eine Scheiss-Krankheit, ein einziger Kampf!! Die Schmerzen waren stärker....
Ich hätte nie gedacht so etwas mal zu schreiben, aber ich bin so froh dass sie im Hospiz war.. alle dort waren sehr lieb, haben immer die richtigen Worte gefunden.. waren immer da! Und dort konnte ihr auch direkt geholfen werden als es Donnerstag schlimmer wurde... Vielen Dank für alles!
Und Euch vielen Dank fürs lesen! Wie ich gesehn hab, sind hier noch welche die gerad das gleiche durchmachen. ich wünsche Euch ganz viel Kraft!!!!
Mama, ich hab Dich ganz doll lieb! Paß immer auf Dich auf ja??!!!!!
Sie wurde nur 58 Jahre....
Meine süße Mama
Sie befinden sich im Archiv des urbia-Diskussionsforums.
Hier geht es zur vollständigen Version dieser Seite. Dort können Sie auch aktiv am Diskussionsgeschehen teilnehmen.
Beitrag von missy81 - 08.01.12 - 17:24 Uhr
Beitrag von fiori_ - 08.01.12 - 17:57 Uhr
Hallo,
das tut mir sehr leid für dich, ich weiß wie Du dich fühlst. Momentan stehst Du noch unter Schock, auch wenn man sich auf den Tod vorbereiten kann, kommt er doch ganz plötzlich.
Wenn ich das lese kommt mir das sehr bekannt vor, mein Vater hatte den gleichen Leidensweg zu beschreiten und ist auch im Hospiz gestorben, nachdem er mich und meine Schwester heimgeschickt hatte, er lag diesen Tag im sterben wir alle wussten es, den allerletzten Schritt wollte er alleine machen. Er wollte nicht das wir Ihn beim sterben zusehen.
Er war kurz vor seinem Tod auch voller Tatendrang, so wie deine Mutter.
Die wahre zeit der Trauer kommt nach der Beerdigung, wenn sie eine Erdbestattung hat ist diese Woche noch die Beerdigung, wird Sie verbrannt ist noch etwas mehr Zeit.
Das geht sehr schnell, ich weiß.
Du hast alles richtig gemacht, hast dich richtig von Ihr verabschiedet. Auch wenn das Herz nicht mehr schlägt, und der Körper tot ist...die Seele war noch da. Und ich glaube deine Mutter hat es genossen das du sie noch so gepflegt hast.
Alles Gute für Dich. LG
Beitrag von 2mama - 08.01.12 - 18:54 Uhr
Hallo,
es tut mir sehr leid, dass auch du deine Mama so früh verloren hast
. Ich habe meine Mama vor einem Monat verloren, für immer, ganz plötzlich, niemand hat es geahnt, auch sie wurde nur 58 Jahre
.
Ich habe es noch immer nicht begriffen, obwohl sie bereits am 5.12. verstorben ist, ihre Beerdigung war noch in derselben Woche, trotz Feuerbestattung. ich dachte auch, dass ich es danach begreifen würde, aber nix! Es ist sowas von komisch, ich kann es nicht beschreiben, es ist, als würde sie jeden Moment wieder anrufen, oder hier vor der Tür stehen und klingeln.
Du hast jedenfalls meinen vollen Respekt, dass du auch nach ihrem Tod noch so für sie da warst, einfach klasse
. Den Mut hatte ich nicht, ich konnte sie mir nicht nochmal ansehen. Vielleicht hätte es mir geholfen, zu begreifen, was passiert ist... keine ahnung
Ich bin mir aber sicher, dass unsere Mamas immer bei uns sind. Ich habe, genau einen Monat nach ihrem Tod, positiv getestet, da muss sie ihre Finger im Spiel gehabt haben
.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft für die kommende Zeit und setz dich selbst nicht damit unter Druck, trauern zu müssen. Wenn du das Bedürfnis hast zu weinen, dann weine, möchtest du schreien, dann schrei..ist es unbegreiflich und nicht realisierbar, dann ist es so
.
Du schaffst das
Beitrag von casimir73 - 08.01.12 - 19:44 Uhr
Liebe Missy,
mein herzliches Beileid! Ich habe dir eine Email geschrieben.
LG
casi
Beitrag von lemon007 - 08.01.12 - 21:39 Uhr
Hallo Du,
ich kann dich auch sehr gut verstehen, vorallem deinen Absatz mit " Sie fehlt mir so! Ich kann gar nicht glauben, dass ich sie nie wieder sehen werde! Nie wieder! Ich kann sie nicht mehr anrufen, sie um Rat fragen, sie knuddeln oder streicheln! Ihr sagen, wie lieb ich sie hab!". Es ist unbegreiflich und tut nur weh. Die Zeit verstreicht und genau dies wird einem immer mehr bewußt. Meine Mutter ist im Februar 2010 auch an Krebs gestorben. Sie ist einen Tag vorher 56. Jahre geworden. Ich finde es so ungerecht. Sie war noch nicht dran, ihr fehlen soo viele wunderbare Jahre. Sie sollte sehen, wie ihre Enkel heiraten und noch so viel mehr. Meine beiden Omas sind noch da -zum Glück-, wenn ich mir überlege, wieviele Jahre mehr die beiden erleben durften.....ich hätte meine Mama auch noch gerne 30 Jahre länger gehabt.
LG Melanie
Beitrag von jada1983 - 08.01.12 - 22:05 Uhr
Für deine Mama...
Ich habe keine Worte, es tut mir sehr leid.
Viel Kraft für die nächste Zeit.
Jada
Beitrag von missy81 - 08.01.12 - 23:12 Uhr
Vielen Dank für Eure lieben Worte!
Ich wünsche Euch auch viel Kraft und alles Gute!!
Heute ist der erste Tag seit langen wo ich sie nicht sehen oder hören kann.. Gestern morgen hatte ich sie ja wenigstens nochmal kurz gesehen..
Will die ganze Zeit zum Telefon greifen und anrufen..
Das schreiben hier tut ganz gut.
Viele Grüße und ganz viel Kraft
Missy
Beitrag von aniteb70 - 11.01.12 - 20:32 Uhr
hallo missy
ich weiß das es kaum Worte gibt die dir Trost zusprechen können. Dennoch versuch ich es mal. Am Freitag ist der 20igste Todestag meiner Mutter. Sie war so lang ich denken kann herzkrank. Schon bei meiner Geburt hatte sie diese Krankheit. Als ich 21 war wollte meine Mutter zur Kur fahren. Deshalb bin ich sie vorher noch mal bei ihr besuchen gefahren. Alles war wie immer, wir redeten und lachten miteinander. Dann wurde es Zeit mit meinen damaligen Mann nach hause zu fahren, es war an einem Donnerstag vor ziemlich genau 20 Jahren. Bevor ich ging, rief meine Mutter mich noch mal zurück, ich solle mich doch richtig verabschieden sie fahre doch jetzt für vier Wochen in Kur. Das hatte ich ganz vergessen und ging noch mal, Gott sei Dank, zu ihr. Ich drückte sie und gab ihr einen Kuß. Das war der letzte den ich meiner Mutter jemals geben sollte, was ich damals aber natürlich nicht wusste.
Den Montag darauf bekam ich einen Anruf von meinen Bruder (schlimm das man sowas immer über´s Telefon erfahren muß) meine Mutter war gestorben.
Das ist etwas das man zu Beginn nicht begreift, aber mit der Zeit merkt man das der Tod nicht wirklich so schrecklich sein kann. Denn ich spürte das meine Mutter immer noch bei mir war, wenn auch nicht körperlich. Viele Dinge habe ich erlebt die man als unerklärlich bezeichnen könnte. Vieles wo man mich für verrückt hält. Doch alles in Allem haben mich meine Erfahrungen gelehrt das der Tod nur wie eine Tür ist und das damit nicht alles aufhört. Es ist nur ein neuer Anfang. Wenn du durch das Tal der Trauer gehst kommst du irgendwann an einem Punkt wo du nicht zweifeln kannst, das dem tatsächlich so ist.
Somit denke ich ist deine Mutter immer noch ein Stück weit bei dir, auch wenn du sie nicht umarmen kannst so ist jeder liebevolle Gedanke an sie wie eine Umarmung.
Sei nicht so traurig, denn ja ich glaube ganz fest irgendwann sind wir alle wieder beisamen.
Ich drück dich herzlich aniteb70
