Dass Wulff im Amt kaum noch erträglich ist, das wird von Tag zu Tag deutlicher. Ich möchte mich an dieser Stelle auch gar nicht weiter dazu äußern, aber mich würde mal interessieren, ob hier jemand einen eigenen Favoriten hätte...
Für mich persönlich käme Joachim Gauck nur auf Platz drei, weil er sich ziemlich abfällig über die Occupy-Bewegung geäußert hat.
Auf Platz zwei steht Gesine Schwan. Diese Frau hat in meinen Augen eine gute Ausstrahlung und könnte durchaus auch bewegende Reden halten.
Am liebsten wäre mir aber der momentane Bundestagspräsident Norbert Lammert. Er mischt sich ein, wenn es sein muss und ihm traue ich noch am meisten Überparteilichkeit und Politikinteresse zu.
Wer könnte Bundespräsident?
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Beitrag von adalgisa - 09.01.12 - 19:18 Uhr
Beitrag von kuestennebel - 09.01.12 - 19:34 Uhr
Udo Lindenberg?
Beitrag von muppi75 - 09.01.12 - 19:47 Uhr
Naja, wenns schon jemand sein soll der Liedchen trällert, können wir auch gleich den Kandidaten nehmen den die NPD bei der letzten Wahl vorgeschlagen hat, der hört sich auch nicht ganz so versoffen wie der Lindenberg an.
Beitrag von adalgisa - 09.01.12 - 20:02 Uhr
Abgelehnt.
Der ist in der Musikbranche wesentlich besser aufgehoben und dort möchte ich den auch gar nicht missen!
Beitrag von malwiederich - 09.01.12 - 23:17 Uhr
Coooool
Beitrag von wolpertinger64 - 10.01.12 - 09:21 Uhr
nöööööööö
der nuschelt zu sehr
obwohl... manchmal ist das ja gar nicht verkehrt
Beitrag von malwiederich - 09.01.12 - 23:26 Uhr
Karl-Theodor zu Guttenberg,
weil:
Plagiat-Klau m.E. schon nur noch halb so schlimm wirkt wie Erpressung/Bedrohung/Pressemeinungsfreiheitsraub! L.
Beitrag von ninnifee2000 - 10.01.12 - 07:03 Uhr
Das Gleiche habe ich auch gedacht.
Nein, mal ehrlich. Ich finde den Gutti gar nicht so blöd auf dem Posten.
Beitrag von daddy-69 - 10.01.12 - 08:44 Uhr
Er könnte das aber nur mit einer ordentlichen Kampagne der Springer-Presse schaffen.
Und wir haben ja gerade alle gesehen, dass das auch nach hinten losgehen kann.
Beitrag von lisasimpson - 10.01.12 - 15:19 Uhr
na,ja, aber diekmann und guttenberg sind sich doch (nicht nur äußerlich) sehr nahe, oder?!
http://www.eayz.net/uploads/2009/diekmannguttenberg.jpg
Beitrag von daddy-69 - 10.01.12 - 15:30 Uhr
Oh ja. Wahre Sympathieträger.
Beitrag von thetis - 10.01.12 - 17:48 Uhr
Ich hab damit ein Problem: Artikel 82 des Grundgesetzes.
Beitrag von felis02 - 10.01.12 - 13:22 Uhr
Abschaffen das Amt. ICH jedenfalls brauche keinen Bundesräsidenten.
Beitrag von lisasimpson - 10.01.12 - 13:57 Uhr
weil joachim Gauck das hier gesagt hat
"Die derzeitige Finanzmarktdebatte halte er für "unsäglich albern". Der Traum von einer Welt, in der man sich der Bindung von Märkten entledigen könne, sei eine romantische Vorstellung, sagte Gauck bei einer Veranstaltung der "Zeit"."
?
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,792098,00.html
Kannst du mir 2-5 sätzen zusammenfassen, was die ziele der occupy-bewegung sind?
welche findest du davon besonders vernüftig (= nicht albern oder romantisch)?
Beitrag von daddy-69 - 10.01.12 - 15:11 Uhr
Ohne Deine Frage zu beantworten: Es wäre interessant zu lesen (und da wäre dann auch die Paralleltität zur Ausgangsfrage), wie Gauck auf die Kritik zu seiner Äußerung reagiert hat. Da ist mir leider nichts bekannt.
Nebenbei gesagt: Ich finde es albern, einen Kandidaten wegen einer solchen einzelnen Äußerung herabzustufen.
Beitrag von lisasimpson - 10.01.12 - 15:17 Uhr
" Es wäre interessant zu lesen(...), wie Gauck auf die Kritik zu seiner Äußerung reagiert hat."
offenbar hat er nicht völlig von sinnen bei kai dieckmann angerufen und ist ausgeflippt:)
"Nebenbei gesagt: Ich finde es albern, einen Kandidaten wegen einer solchen einzelnen Äußerung herabzustufen."
ja ich auch- zumal die äußerung die ich lesen konnte, wirklich kein drama war.
Daß daraus schlagzeilen wie "Joachim Gauck meint, die Occupy-Bewegung sei “unglaublich albern”"
oder "Gauck hält Proteste für "unsäglich albern"" finde ich befremdlich...
Beitrag von daddy-69 - 10.01.12 - 15:28 Uhr
Ja, ich stimme Dir zu. Mich würde der genaue/komplette Wortlaut und der Zusammenhang interessieren, den habe ich nicht gefunden.
Beitrag von lisasimpson - 10.01.12 - 16:36 Uhr
ja mich auch..
die wortfetzen "unsäglich albern" werden jedes mal in andere sätze eingebaut.
was er nun wirklich gesagt hat und welchen tenor die rede hatte, was er damit ausdrücken wollte- KEINE AHNUNG
die hysterie darum aber fand ich doch bemerkenswert
Beitrag von daddy-69 - 10.01.12 - 17:12 Uhr
Ich denke, es war nicht mal Hysterie. Die ganze Zeit über gab es nur positives über ihn zu berichten, auch über social media wie facebook wurde er über alle Maßen gelobt; da war die Presse dankbar, mal etwas negatives zu finden und es ein wenig auszuschlachten.
Beitrag von adalgisa - 10.01.12 - 15:53 Uhr
"Kannst du mir 2-5 sätzen zusammenfassen, was die ziele der occupy-bewegung sind?
welche findest du davon besonders vernüftig (= nicht albern oder romantisch)? "
Hättest Du bei Interesse und minimalen Google-Kenntnissen selber finden können...
Zitat: "Erklärende Beweggründe:
Wir sind Berufstätige, Menschen, denen die Arbeit verwehrt wird, Studierende, Schülerinnen und Schüler, Rentnerinnen und Rentner. Wir engagieren uns in unserem privaten und beruflichen Umfeld, um uns, unseren Familien, unseren Freunden eine bessere Zukunft zu bieten. Für viele von uns ist die Sicherung des Lebensunterhalts mit belastender Arbeit oder auch mit entwürdigenden Bittgängen zur Arbeitsagentur verbunden.
Wir sind unterschiedlicher politischer Überzeugung. Manche von uns sind gläubig, andere wiederum nicht. Wir alle sind aber besorgt und wütend angesichts der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Perspektive, die sich uns um uns herum präsentiert: die Abzocke der Gesellschaft durch die Banken, die Ausbeutung der großen Mehrheit, die Korruption unter Politikern, Managern und Bankern empört uns.
Ergebnis des derzeitigen Systems sind die Anhäufung von Geld bei einer Minderheit, ohne dabei auf Wirtschaftlichkeit oder den Wohlstand der gesamten Gesellschaft zu achten. Ressourcen werden verschwendet, der Planet wird zerstört. Die Wirtschaft muss wieder der Gesellschaft dienen und der Profitgier einer Minderheit von Superreichen entzogen werden. Dafür benötigen wir sich selbst beherrschende Menschen.
Anstatt das Geld über Menschen zu stellen, muss es wieder in den Dienst der breiten Bevölkerung und der Gesellschaft gestellt werden."
(Quelle: http://www.occupyfrankfurt.de/unsere-ziele/)
Beitrag von zeitblom - 10.01.12 - 16:45 Uhr
das war der romantische Teil ...gefragt wurde nach dem vernuenftigen Teil...
Beitrag von adalgisa - 10.01.12 - 19:15 Uhr
Findest Du die folgende Aussage unvernünftig?
"Anstatt das Geld über Menschen zu stellen, muss es wieder in den Dienst der breiten Bevölkerung und der Gesellschaft gestellt werden."
Beitrag von zeitblom - 11.01.12 - 09:26 Uhr
Diese Aussage ist insofern unvernuenftig, weil sie abstrakt und voellig nichtssagend ist.
Beitrag von ong_xa - 11.01.12 - 13:22 Uhr
Ich unternehme jetzt mal einen Versuch, auch wenn der Boden, den ich beackere ziemlich hart ist.
Die Wertschöpfung der Banken liegt gemäß Lehrbuch in den Effizienzgewinnen aufgrund des produktiveren Einsatzes von Kapital. In der Theorie ermöglichen funktionierende Finanzmärkte den Volkswirtschaften Produktivitätszuwächse, die letztendlich allen in Form von Wohlstand und Arbeitsplätzen zu gute kommen. Das Kapital einer Volkswirtschaft würde durch die Logik der Finanzmärkte immer dort eingesetzt, wo es am produktivsten ist.
Das hat jahrzehntelang gut funktioniert - bis zur Entfesselung der Finanzmärkte durch Thatcher, Clinton und bei uns etwas später Schröder u. Steinbrück. Seitdem waren die bekannten Fehlentwicklungen zu beobachten:
- Völlig überdimensionierte Finanzmärkte haben sich von der Werte
schöpfenden Wirtschaft entkoppelt. Schnelle erzielbare und hohe Renditen
auf den Finanzmärkten anstatt realen Investitionen oder Konsum haben diese Entkoppelung verursacht.
- Die hoch spekulativen Geschäfte auf den Finanzmärkten sind explodiert.
Das Volumen der Finanztransaktionen ist 2010 etwa 75 Mal höher ausgefallen als die Weltproduktion! Das sind vor allem Spekulationsgeschäfte, die nichts mehr mit der Absicherung von Geschäften gegen mögliche Risiken zu tun haben. Bei der undurchschaubaren Mehrfachverpackung von Krediten in strukturierte Produkte haben dann noch die Ratingagenturen mit Bestnoten das Unheil verschärft.
- Zu Spekulationszwecken sind neue Finanzprodukte geschaffen worden.
Diese hochgejubelten Finanzinnovationen sollten sich schnell als „toxische
Produkte“ erweisen. All diese Produkte haben nichts mit der realen Wertschöpfung zu tun. Es ist das aus Geld geschaffene fiktive Geld durch einem Herdentrieb folgenden Finanz-Alchemisten.
Die Entkopplung der Finanzwirtschaft von der realen, Werte schaffenden Wirtschaft kann man meines Erachtens volkstümlich durchaus so umschreiben wie es die Occupy-Bewegung tut.
Beitrag von zeitblom - 11.01.12 - 14:29 Uhr
"Schnelle erzielbare und hohe Renditen
auf den Finanzmärkten anstatt realen Investitionen oder Konsum haben diese Entkoppelung verursacht. "
Bereits in den 80er Jahren witzelte man, dass z.B. Toyota oder VW Finanzhaeuser (damals wurde der Begriff Hedgefund noch nicht benutzt) mit angeschlossenen Autofertigungsabteilungen seien. Erst als VW sich einmal verspekulierte, wurden die Haende ueber den Kopf geschlagen. Dass hohe Renditen immer mit hohem Risiko (oder Betrug) zusammengehen, wird gerne vergessen. Dass andererseits der Sekundaersektor in den sogenannten grossen Industriestaaten immer staerker an Bedeutung verloren hat (und Dtls Staerke scheint darin zu bestehen, dass es in dieser Entwicklung eher das Schlusslicht bildet), wird anderswo als positive und fortschrittliche Entwicklung gesehen. Den gleichen Renditemassstab des Sekundaersektors auch an der Tertiaersektors im Allgemeinem und an den Finanzsektor im Besonderen zu legen scheint moeglicherweise nicht angemessen.
"Zu Spekulationszwecken sind neue Finanzprodukte geschaffen worden"
Welche? Soweit ich sehe, sind diese Produkte "lediglich" geschaffen worden, um bestehende Risiken der Banke gut, naemlich gut versteckt, loszuwerden. Nicht zur Spekulation also, sondern aus Sicherheitsgruenden... man kann es auch gerne als Betrug bezeichnen.
Den groessten Anteil der sogenannten Finanztransaktionen machen, glaube ich, die Swapgeschaefte aus, deren Volumina tatsaechlich in den letzten 20 Jahren extrem stark gewachsen sind. Was daran Spekulation ist oder Absicherung, kann ich nicht beurteilen. Meiner Ansicht nach handelt essich aber im ganz ueberwiegendem Fall von Absicherungsgeschaeften, da es fuer Spekulationen einfacherere und billigere Instrumente gibt.
"fiktive Geld "
Ich weiss nicht genau, was Du damit meinst. Wenn ich heute A zu 1 kaufe, und mir morgen jemand dieses A zu 2 wieder abkauft, was ist daran "fiktiv". Wie viele Waren haben ihren Wert nur oder zum grossen Teil nur aufgrund der Kaufnachfrage. Das nennt sich halt Preisfindung, und Spekulanten tragen zu dieser Preisfindung vielleicht mehr bei als z.B. Saturn oder BMW.
Die Occupy-Bewegung ist ein weiteres Kind der Globalisierungsgegner. Dazu mag man stehen, wie man moechte, aber wer nicht von Geldgebern abhaengig sein will, muss zusehen, dass er auf solideren Fuessen steht. Das gilt fuer den Studenten aus Papas Gnaden ebenso wie fuer einen Staat wie Italien oder den USA. Gaucks saloppe Urteil finde ich nicht allzu falsch.....
