Entwicklung ehemaliges Frühchen *stolz bin* - Mutmachposting

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Beitrag von powergirl3007 - 11.01.12 - 13:43 Uhr

Hallo zusammen,

eigentlich bin ich nur noch stille Leserin, da unsere Maus ja mittlerweile in die Region Kids und Schule gehört, aber ich dachte, ich melde mich mal und erzähle mal, wie sich unsere Maus entwickelt hat und mache euch vielleicht ein bisschen Mut damit.

Isabel kam 2005 in der 34+6 SSW auf die Welt mit 2360g und 47cm. Also ein spätes Frühchen. Wir waren auch nur 10 Tage im KH, aber das erste Lebensjahr bzw. eigentlich die ersten 2 Lebensjahre haben wir das KH in regelmäßigen Abständen wieder gesehen. Sei es wegen nem Magen-Darm-Infekt, bei dem unsere Süße kurz vorm austrocknen war, sei es der Novo-Virus, sei es die Essensprobleme oder die Not-OP mit 15 Monaten wegen Invagination...

Isabel war immer entwicklungsverzögert, laut unserem damaligen KiA aber alles im Lot. Bis wir irgendwann gesagt haben, ok, da stimmt was nicht und den KiA gewechselt haben. Der hat uns dann mal direkt zum SPZ geschickt bzw. Ergo verordnet. Das war im August 2010...Ein Jahr später sollte sie eingeschult werden...

Diagnose :-(:
Teilleistungsstörung,
Störung der visuellen Wahrnehmung
motorische und graphomotorische Defizite

Folge:
keine Einschulung möglich, Isabel wurde im Schulkindergarten (Vorschule) eingeschult, macht 1x die Woche Ergo und geht regelmäßig zur Kontrolle ins SPZ

Ergebnis :-D:
Isabel macht super Fortschritte, sowohl was das motorische als auch das graphomotorische anbelangt. Auch die visuelle Wahrnehmung und die Konzentration werden besser.

Und: Gestern hatten wir Schuluntersuchen für das Jahr 2012/2013 und Isabel wird eingeschult in der normalen Regelschule *freu* *hüpf* *tanz* #huepf #ole

Kommentar der Schulärztin: Man sieht ihr die Frühgeburtlichkeit immer noch an, aber es ist schön zu sehen, wie toll sich Isabel entwickelt hat.#freu

Versteht mich hier bitte nicht falsch, ich will nicht angeben, oder so, ich freue mich nur wahnsinnig, dass unsere Maus sich trotz aller Widrigkeiten (private Probleme kommen noch dazu) so toll entwickelt hat und sie immer wieder für ihre Ziele kämpft. Sie übt und übt, wenn ich ihr 5x die Hausaufgabe wieder ausradiere und sie bitte es nochmal zu machen, weil ich weiß, dass sie es besser kann, macht sie das ohne Murren, ist fleißig und bemüht...das können nur unsere Frühchen!!

Also: auch wenn es immer wieder Hürden zu meistern gibt, Defizite auszugleichen etc. unsere Kinder schaffen das, denn sie sind Kämpfer!! #pro

Sorry fürs #bla;-)

LG
powergirl mit Isabel, geb. 15.04.05 34.SSW mit 2360g und 47cm heute genau 116cm und knapp 17kg

Beitrag von fruehchenomi - 11.01.12 - 17:45 Uhr

Da sieht man aber auch mal wieder, wie unterschiedlich Kinder sind, bei Frühchen wie bei anderen.
Weil, so gesehen, hatte Deine Maus ja ein tolles Gewicht und Maße bei der Geburt, haben ja manche termingeborene Kinder gleich.
Aber trotzdem musste sie kämpfen und aufholen, finde ich Klasse, wie sie alles geschafft hat.
Enkelmaus Leonie hat nicht mal die Hälfte von Deiner Tochter gewogen bei der Geburt und musste die ersten 2 Jahre zahlreiche Hüft-Operationen mit Gipsen und Schienen hinter sich bringen. Aber das ist durch und Gottseidank hat sie sonst keinerlei Beeinträchtigungen. Sie ist ein bißchen klein und leicht, aber eine Frühgeburtlichkeit sieht man ihr nicht an , auch gem. Ärzte. Es gibt ja auch zarte Termingeborene.
Die Mama ist ja auch kein Riese :-p
Mit der Schule haben wir ja noch ein Jahr Zeit, sie wird auf keinen Fall mit 5 eingeschult, schon, dass sie vielleicht noch ein bißchen an Größe aufholt.
Euch weiterhin alles Gute !
LG Moni

Beitrag von supermaus72 - 11.01.12 - 19:20 Uhr

Nein, meine schafft das nicht!

Meine Tochter wird nie schreiben können, seit dem sie Ergo bekommt (4Jahre) hat sich in dem Bereich nichts getan.

Eine geistige Behinderung ist leider auch nicht weg zu therapieren.
Eine Schiel-OP wird auch nur eine Linderung bringen, jedoch wird man ihr das immer ansehen.
Der Minderwuchs wird mittlerweile der Frühgeburtlichkeit zugesprochen, eine Endgröße von 145 cm ist errechnet worden.
Usw.

Lg
Supermaus mit Paula, geb. 14.07.2004 27.SSW mit 650g und 31cm, heute 112cm und 14kg

Sorry, aber in der letzten Zeit wird hier so viel schöngeredet!
Wenn jemand, dem eine Frühgeburt droht, hier im Forum liest, der bekommt ein falsches Bild!
Siehe die Berichte vom 9.1 "Stimmt das wirklich"!
Turbokristel und belala waren die einzigen, die ein realistisches Bild aufgezeigt haben.

Steinigungen bitte nacheinander und ohne Gedrängel......

Beitrag von pfaelzerin69 - 11.01.12 - 21:22 Uhr

Hallo Supermaus,

ich muß Dir da vollkommen recht geben !#pro

Klar, es gibt viele Frühchen, denen es heute gut geht und die die Frühgeburtlichkeit kompensieren konnten. Alle Eltern, die mit diesem Glück gesegnet sind, können aufatmen und eine schwere Zeit positiv verarbeiten - auch uns und unserem Felix ist dieses Glück wiederfahren. Denn wer in der 24+6 SSW mit 610 g zur Welt kommt, hat alles andere als rosige Aussichten auf ein unbeeinträchtigtes Leben. Felix aber ist auf dem allerbesten Weg sich zu einem ganz normalen jungen Mann zu entwickeln (heute 12,5 Jahre alt). Er konnte sein zu frühes zur Welt kommen sehr gut aufholen.#freu

Das wichtigste Kriterium ist die Schwangerschaftswoche und die dadurch erreichte Reife des Kindes. Je weiter die Schwangerschaft fortgeschritten ist, desto besser für ein Baby. Jeder Tag im Mutterleib ist ein Gewinn !!! #klee
Normalerweise sagt man, dass Kinder ab der 25.SSW gute Überlebenschancen haben - hier stellt sich dann natürlich die Frage "Überleben ja, aber was wird das Kind zurückbehalten". Aber genauso kann ein Frühchen , welches in der 32.SSW geboren wurde, Hirnblutungen usw. erleiden, die schwerwiegende Folgen nach sich ziehen können.

Die schlimme Seite der Frühgeburten sind Kinder die Defizitte zurückbehalten. Das kann in einer leichten Form sein, die man durch Therapien größtenteils kompensieren kann, aber natürlich auch sehr schwere, die ein Leben mit schweren Behinderungen nach sich ziehen. Und ein weiteres Thema ist leider auch der Tod, der in vielen Frühgeborenenstationen allgegenwärtig ist, was wir damals leider auch erleben mußten, als Drillinge, geboren in der 23.SSW nacheinander verstorben sind #heul. Das war ein ganz furchtbares Erlebnis für uns und schürte natürlich die Angst um das eigene Würmchen, das da nebenan im Inkubator friedlich lag und schlief.#zitter

Als ich im vergangenen Jahr wieder in der 25.SSW die selben Probleme bekam, wie damals bei meinem Sohn, habe ich alles getan, um die Frühgeburt zu verhindern, das hieß 14 Wochen KH mit strenger Bettruhe, aber wir haben es geschafft und meine Tochter kam kerngesund in der 38.SSW zur Welt. #verliebt

Ich wünsche allen Eltern, die ein Frühchen haben alles gute und genauso fleißige Schutzengel, wie die, die unseren Sohn beschützt haben.

Liebe Grüße
Anja

Beitrag von fruehchenomi - 11.01.12 - 22:22 Uhr

Das hat nichts mit Steinigung zu tun- Du hast Recht, aber auch wieder nicht !

Es hat auch nichts mit schönreden zu tun- wir haben alle unsere uns bekannten Fälle geschildert, und es liegt nun mal in der Natur der "Sache", dass es eben sehr schlimme Fälle, auch Todesfälle gibt - und Gottseidank eben auch sehr viele, die gut ausgegangen sind.
Das ist kein schön oder schlechtreden, das ist einfach das Leben.

Und deswegen bekommt auch niemand ein falsches Bild. Als ich vor über 5 Jahren hier Hilfe suchte, als meine Tochter am gleichen Tag ins KrHaus eingeliefert wurde, habe ich sehr wohl die schlimmeren Fälle auch gelesen, zu der Zeit gabs sogar ganz ganz schwere Fälle und auch Todesfälle - habe aber gleichzeitig auch sehr viel Hoffnung geschöpft von den Zuschriften, die mir Mut machten. Sonst wäre ich wohl vollends durchgedreht vor Angst.

Es tut mir wirklich sehr leid, dass Dein Kind krank ist, das ist immer schlimm - aber Fakt ist auch, dass solche Krankheiten auch durchaus bei termingeborenen Kindern vorkommen.
Ich habe selber 14 Jahre lang eine Patenschaft zu einer Sonderschule für mehrfachbehinderte Kinder unterstützt, war sehr viel dort und kenne viele Krankengeschichten - eine Frühgeburt war da nicht mal dabei......

LG Moni

Beitrag von moeriee - 12.01.12 - 02:49 Uhr

"Und deswegen bekommt auch niemand ein falsches Bild. Als ich vor über 5 Jahren hier Hilfe suchte, als meine Tochter am gleichen Tag ins KrHaus eingeliefert wurde, habe ich sehr wohl die schlimmeren Fälle auch gelesen, zu der Zeit gabs sogar ganz ganz schwere Fälle und auch Todesfälle - habe aber gleichzeitig auch sehr viel Hoffnung geschöpft von den Zuschriften, die mir Mut machten. Sonst wäre ich wohl vollends durchgedreht vor Angst."

Ich kann das auch so nachvollziehen. Als ich damals ins Krankenhaus kam, hatte ich Angst und eine wirklich negative Einstellung. Hier wurde mir immer geholfen. Ich wurde aufgebaut. Und ja, dann hatte ich auch das Gefühl: Wir können es bis zur 35. SSW schaffen, auch mit Blasensprung. Ich habe immer wieder Berichte von anderen Müttern hier gelesen, die geschrieben haben, dass ihre späten Frühchen sofort mit auf ihr Zimmer oder gar nach Hause durften. Das machte mir Mut und ich dachte, uns wäre das auch gegönnt. Ich weiß nicht, warum es so war!? #kratz Vielleicht weil ich es so haben wollte? Ich denke nicht, dass es damals nur positive Berichte gab. Wahrscheinlich ist es so etwas, wie die "selektive Aufmerksamkeit". Dass nur die Infos herausgepickt werden, die einem selber, wo man eigentlich hoffnungsvoll sein will, relevant erscheinen. #gruebel Jetzt, wo Louis schon geboren ist, und wir ja nun wissen, dass wir nicht zu den Glücklichen gehörten, die ihr Kind sofort in den Arm bekommen, lese ich sehr oft Geschichten, die unserer sehr ähnlich sind. Neo direkt nach der Geburt und ca. 14 Tage Krankenhaus. Ich denke, das ich so der Durchschnitt, aber es war zum damaligen Zeitpunkt nicht das, was ich lesen wollte, sonst wäre ich verrückt geworden.

Ich denke, man braucht hier beides: Realistische Erfahrungsberichte, aber auch hoffnungsvolle Erfahrungsberichte. Man ist sowieso zwischen Hoffen und Bangen. Man sollte wissen: Das KANN passieren, MUSS aber nicht. Gerade bei Frauen, die noch lange bis zur Geburt durchhalten müssen, sollte man nicht nur negativ reden, sondern auch aufzeigen, was man erreichen kann, wenn man noch ein wenig länger durchhält. Im Sinne von "Jede Woche zählt". Angst ist an der Stelle das Falsche, auch wenn die Frauen nach aufrichtigen Antworten suchen, so suchen sie häufig doch nur etwas, das sie aufbaut. Und das kann man ihnen durchaus geben, auch wenn man offen spricht.

Beitrag von supermaus72 - 12.01.12 - 10:27 Uhr

Hallo moeriee,

jetzt habe ich mich etwas verklickt #kratz , wollte Dir eigentlich extra schreiben, aber nun ist das Posting für Moni bei Dir gelandet.

Nun ja, viel Anderes hätte ich Dir aber auch nicht geschrieben, also bitte auch lesen ;-) .

Es ist ja wirklich so, daß sich jeder das herauspicken soll, was ihm in dem Moment weiterhilft. Und die einen wollen halt mehr wissen, die anderen weniger.

Alles Gute, Supermaus

Beitrag von supermaus72 - 12.01.12 - 10:20 Uhr

Hallo Moni, #winke

ich habe weder etwas gegen "Mutmachpostings", noch will ich alles schlecht reden.

Bin aber der Meinung, daß durch Sätze wie "alles wird gut" keinem geholfen ist.

Es wird eben nicht immer gesundheitlich alles gut! Trotzdem sind wir eine glückliche Familie!

Und Paula hat auch keine schwere Krankheit, sie ist behindert!

Man sollte aber immer ein realistisches Bild aufzeigen!

Das hat mit Angst machen gar nichts zu tun. Wenn die Wahrscheinlichkeit verschwindend gering wäre, daß ein Kind keine Spätfolgen hat, könnte man bestimmt mit "das wird schon" demjenigen helfen und Mut machen. Aber die Statistiken sagen ja nun mal was anderes! Und das sollte man auch nicht unter den Tisch fallen lassen.

Das ist natürlich auch alles Typsache. Ich für meinen Teil möchte immer informiert sein was kommen kann, dann bin ich einigermaßen gewappnet, und das Loch ist nicht ganz so tief, in das ich falle.... Und alles hätte noch viel schlimmer kommen können.

Wir wollen ja hier auch nicht streiten sondern uns austauschen, oder? Leider schreiben ja doch immer wieder dieselben ;-).

Und das auch termingeborene Kinder nicht immer gesund auf die Welt kommen, ist ja hier nicht das Thema, wir sind ja in der Rubrik "Frühgeburt" ;-)

Hut ab übrigens, daß Du in der Form ehrenamtlich gearbeitet hast, ich könnte das nicht! Das ist ja wohl schon einige Zeit her, aber wie wir im letzten Jahr wg. der Schulwahl in den Förderschulen Schnuppertage mitgemacht haben, waren immer Frühchen dabei, vor allem in der Schule für die geistige Entwicklung. Auch in der Frühförderung (hatten alle 2 Wochen treffen mit allen Kindern) waren von 12 mind. die Hälfte Frühchen.

Einen schönen Tag!

Beitrag von fruehchenomi - 12.01.12 - 18:23 Uhr

Jetzt muss ich doch noch schmunzeln - siehst Du - ihr seid eine glückliche Familie - also ist doch noch in einer Form "alles gut" geworden.
Ich weise übrigens immer drauf hin, was auch Leonie durchgemacht hat, aber NUN ist es halt gut....was noch kommt, weiß niemals jemand im voraus.
Weißt Du, meine Tochter hat auch lebensbedrohliche Operationen und laaaaange Uniklinik-Behandlungen hinter sich, deswegen schrieb ich, auch termingeborene Kinder können krank sein.
Mir hat die Patenschaft mit der Behindertenschule viel Spaß gemacht - auch die Rolli-Rennen auf den Fluren, wo ich hin und wieder sehr gerügt wurde :-p Aber dort waren sehr viele behinderte Kinder mit der Diagnose "Sauerstoffmangel während der Geburt" und andere Geburtszwischenfälle.....da war ich recht froh, dass ich meine Kinder schon hatte, sonst hättt ich noch Panik gekriegt. Auch angeborene Krankheiten, Unfälle, schwerste Epilepsie - die Bandbreite war groß :-(
LG Moni