Hallo zusammen,
ich hoffe, mir kann hier jemand von Euch eine Auskunft geben, wobei ich morgen auch nochmal kurz einen Anwalt kontaktieren werde - folgende Situation:
Bei meinem Mann auf der Firma gibt es ein Zeiterfassungssystem - dort wird Kommen/Gehen erfasst sowie die Mittagspause (sollte man nicht ausstempeln dann wird automatisch die Pause abgezogen) - nun wurde heute vom Projekt und Teamleiter ein Zettel eingeführt - wenn er zur Arbeit kommt, muss er sich dass vom TL/PL unterschreiben lassen, wenn er geht genauso ebenso die Pausen - und nun neu wenn er auf Toilette oder rauchen geht - wird es ebenfalls von demjenigen unterschrieben. Sollte die Pause überzogen werden oder aber mein Mann zu spät zur Arbeit kommen - Stau, Bahn fährt nicht, Arztbesuch o.ä. - dann wird ein bestimmter GELDBETRAG (2,00 Euro) fällig, den er zahlen muss und davon wird dann 1 x im Monat mit der entweder weggegangen oder aber von essen geholt oder wie auch immer - mein Mann sieht das natürlich nicht ein - davon mal abgesehen, dass er immer einer der 1. ist die im Büro sind - aber sind wir hier im Kindergarten - ist das Arbeitsrechtlich überhaupt haltbar - die TL/PL sagte er muss sich daran halten - man kann doch niemanden zwingen irgendeinen Geldbetrag zu zahlen nur weil er zum Arzt geht, der Zug Verspätung hat oder man im Stau steht - das ist unglaublich - ich kann da nur mit dem Kopf schütteln - und das ist kein FAKE!!!!!!!!!!!!!!!!!
An die Experten, die Fit im Arbeitsrecht sind
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Beitrag von johanna1972 - 11.01.12 - 17:22 Uhr
Beitrag von zarewitsch - 11.01.12 - 17:27 Uhr
Was arbeitet dein Mann? Kindergartenkind?
Beitrag von johanna1972 - 11.01.12 - 17:28 Uhr
Könnte man meinen - Ja - leider nicht - mein Mann arbeitet im Büro - mit über 80 Angestellten!!!!!!!!!!
Beitrag von zarewitsch - 11.01.12 - 17:47 Uhr
Von denen einige ja dem Arbeitgeber anscheinend Anlässe geben, dieses "System" einzuführen.
Vorweg: Dein Mann wird für eine bestimmte Anzahl an Stunden bezahlt. Diese muss er arbeiten. Und nicht rauchen und nicht auf der Toilette sitzen. Letzteres ist zwar ein menschliches Bedürfnis, aber auch eins, das leicht mal missbraucht werden kann. Ich hab mal in einer Firma gearbeitet, in der es ein unausgesprochenes Geheimnis war, dass einer der Kollegen regelmäßig auf dem Klo onaniert hat.
Vieles von dem, was du beschreibst, ist vielleicht auf den ersten Blick überzogen. Das Verhalten der Kollegen scheint es aber auch zu sein. Handelt es sich um öffentlichen Dienst? Da fehlt oft der ganz große Druck und das treibt dann derartige Blüten.
Unpünktlichkeit kann abgemahnt werden, dagegen sind 2 Euro in die Abteilungskasse ein Klacks.
Ganz ehrlich: Wäre das mein Arbeitsplatz und wäre ich fleißig und fähig, ich wäre weg. Wegen des Arbeitgebers, aber vor allem wegen der Kollegen.
Beitrag von myimmortal1977 - 11.01.12 - 17:37 Uhr
Was arbeitsrechlich haltbar ist, sind alle Dinge, die das Zuspätkommen angehen. Und dabei hilft auch keine Ausrede über Stau, verspätete Bahn oder Arztbesuch (den man angeblich nicht in den Feierabend verlegen könnte). Die Punkte sind nach Abmahnung und Wiederholung sogar Kündigungsgründe.
Der Mitarbeiter hat immer dafür Sorge zu tragen, dass er pünktlich auf der Arbeit erscheint. Da zählen KEINE Ausreden über verspätete Bahn, Stau oder sonstiges.
Ich zweifel allerdings, dass das arbeitsrechtlich haltbar ist, dass man sich Pippipausen beim Chef abzeichnen lassen soll.
Extra Pausen zum Rauchen muss übrigens keine Firma gewähren. Das ist Privatvergnügen und wenn man rauchen will, muss man sich in der Zeit eigentlich ausstempeln, da man sonst viel weniger arbeitet, als die nicht rauchenden Kollegen.
Die Raucher schaden der Firma auch finanziell in der Hinsicht, da sie in der Zeit keine Arbeitsleistung erbringen. Also bezahlt die Firma den MA bei privaten Angelegenheiten. Das kann eigentlich nicht wirklich sein.
Die Thematik in der Firma geht sicherlich darum, dass es einige MA gibt, die mehr woanders als an ihrem Arbeitsplatz zu finden sind und dem soll jetzt Abhilfe geschaffen werden.
Die Doppelabzeichnung soll sicherlich dafür sein, dass es bestimmt MA gibt, die nach dem Einstempeln erst mal zum Rauchen entschwinden oder ihren Hintern in der Cafeteria platt drücken und sich schön die Zeit bezahlen lassen, da sie ja eingestempelt sind. Nur bis sie tatsächlich am Arbeitsplatz in Erscheinung treten, vergehen noch viele Minuten.
Das ist gutes Recht der Firma, nur das mit den Klogängen und deren Abzeichnung muss man anders regeln.
Aber Achtung: Es gibt in irgendeinem Arbeitsgesetz sogar dazu eine Regelung, was eine Firma an Klogängen in welchem zeitlichen Abstand und Dauer hinnehmen muss.... Von daher können die MA auch nicht die Klogänge als Ausrede benutzen, um z. B. eine Rauchen zu gehen....
Die Abteilung Deines Mannes sollte sich eher mal Fragen, wie es so weit kommen konnte, dass solche Kontrollen durchgeführt werden müssen.....
Da scheint an jeder Ecke betrogen und beschissen zu werden.....
Darüber sollte mal von der Belegschaft nachgedacht werden.....
Ist doch traurig.... Es gibt genug andere Leute, die arbeiten wollen und nicht können und die, die Arbeit haben, nutzen die Gutmütigkeit des Unternehmens schamlos aus!
LG Janette
Beitrag von arkti - 11.01.12 - 19:41 Uhr
Die Kaffeetrinker in Firmen sind auch nicht besser als Raucher.
Mal eben einen Kaffee am Automaten holen, dann trifft man noch den und den...
Diese Menschen schaden den Firmen also auch.
Beitrag von myimmortal1977 - 12.01.12 - 13:03 Uhr
Na ja... Wenn man nen Automaten in der Firma hat
Wir hatten alle unsere eigenen Kaffeemaschinen an den Plätzen, die auch während der eingestochenen Arbeitszeit bedient wurden....
Dann hätte man's dem Chef oder dem Vorstand auch verbieten müssen, ich glaube das wäre echt ausgeufert 
Raucher waren ja auch nur ein Beispiel.... Sie schaden dem Unternehmen ja auch noch in der Hinsicht, dass sie erhöhte Risikopatienten für bestimmte Erkrankungen sind.
Dann müsste man die korpulenteren Personen aber auch auf Zwangsdiät setzen 
Ich kann Dir aber auch noch aus eigener Erfahrung sagen, dass Raucherpausen auch noch in anderer Hinsicht lebensgefährlich sein können 
Ich arbeitete in Hamburg in einem großen Bürogebäude und wir mussten zum Rauchen immer vor die Türe gehen. Wir haben uns auch ausgestochen in der Zeit. Auf einmal kam eine halbvolle Feiglingflasche (ca. 0,5 lt.) aus einem der oberen Fenster geflogen und verfehlte meine Kollegin nur um wenige cm am Kopf.
Sachen gibt's, die gibt's eigentlich gar nicht 
Also, wie Du rausgelesen hast, ich rauche selbst. Bin aber trotzdem der Auffassung, dass der blaue Dunst in der Tat zum Privatvergnügen gehört und ich schon nichtrauchende Kollegen verstehen kann, die sich beschweren, wenn während der Arbeitszeit geraucht wird.
Das nette Schwätzchen usw gehört dazu und man ist mal locker mit Weg knapp 10 Minuten nicht am Platz. Bei gutem Konsum kommt man da schon mal auf 45 Minuten bis 60 Minuten nicht gearbeitete Zeit am Tage!
Ich weiß nicht, ob ein Kaffeetrinker auf die Zeit kommen würde....
Beitrag von muppi75 - 12.01.12 - 07:22 Uhr
"Der Mitarbeiter hat immer dafür Sorge zu tragen, dass er pünktlich auf der Arbeit erscheint. Da zählen KEINE Ausreden über verspätete Bahn, Stau oder sonstiges."
Finde ich okay, würde mich als AN aber dazu bewegen, dass ich bevor ich wegen Gründen, die ich nicht beeinflussen kann, zu späte komme, ich mich eher krank melden würde in solch einem Fall.
Nur die Frage, was der Firma nun mehr hilft, ein AN der krankgeschrieben zuhause bleibt (die meisten Ärzte schreiben mindestens 3-5 Tage krank), oder eben der AN der wegen der Bahn 5 Minuten zu spät.
Beitrag von windsbraut69 - 12.01.12 - 09:28 Uhr
Ja, kriminielle Strategien sind ja keine Diskussionsgrundlage, oder?
Beitrag von myimmortal1977 - 12.01.12 - 12:53 Uhr
Betroffen sind ja eher die chronischen Zuspätkommer. Wenn man sich jede Woche nen Tag krank meldet oder auch alle 2 Wochen und da ne gewisse Regelmäßigkeit zu erkennen ist, folgen früher oder später auch personelle Konsequenzen.
Von daher gehupft wie gesprungen....
Beitrag von miau2 - 11.01.12 - 17:38 Uhr
Hi,
schüttel mal nicht ganz so wild den Kopf.
Denn grundsätzlich ist dein Mann verpflichtet, pünktlich auf der Arbeit zu sein. Egal wie und warum. Bahnverspätung ist SEIN Risiko. Stau auch. Auch Glatteis im Winter. Man riskiert zwar nicht gleich die Kündigung, wenn man im Schnee länger braucht - aber der AG hat durchaus Möglichkeiten, sich die Zeiten "wiederzuholen".
Kommt er zu spät, kann der AG Nacharbeiten verlangen - oder m.W. (ich bin Laie!) wenn das nicht geht auch den Lohn kürzen.
wenn es eine festgelegte Mittagspause gibt kann dein Mann die natürlich auch nicht willkürlich überziehen. Steht er zu lange in der Schlange beim Imbiss - sein Risiko. Nicht das des AG.
Toilettenpausen abstempeln lassen - das wäre mir neu. Entweder ist es reine Willkür - oder als "Toilettenpause" wurde bisher das vormittägliche halbstündige Zeitungslesen deklariert....
Das Rauchpausen nachgearbeitet müssen kenne ich dagegen durchaus, als Nichtraucher ist mir aber nicht bekannt, wie das meine Firma regelt (hängt wohl auch ein wenig von der Anzahl ab - wer pro Arbeitsstunde 10 Minuten rauchen geht belastet den AG ja schon etwas anders als jemand, der einmal am Tag 5 Minuten draußen ist).
Das jetzt diese pauschalen Beträge rechtens sein sollen halte ich für sehr fragwürdig. So ich als Laie. Was möglich wäre wäre wohl ggfs. ein abzug vom Gehalt (wobei die meisten dann - zumindest bei mehr als ein paar MInuten Verspätung - mit den 2 Euro besser bedient wären....).
Klingt für mich ein wenig danach, als hätten - sorry, nicht persönlich gemeint - in der Vergangenheit einige oder alle Kollegen das Zeiterfassungssystem ziemlich besch.... und das mit den Rauchpausen so ein kleines bißchen übertrieben - wenn derartige Zwangsmaßnahmen auch nur überdacht werden.
Arztbesuch ist evtl. etwas anderes. Wie da die rechtliche Lage ist kann ich dir nicht sagen, bei uns muss man Zeiten für (nachgewiesene) Arztbesuche nicht nacharbeiten oder gar "bezahlen". Wobei natürlich auch ein wenig die Verhältnismäßigkeit gewahrt werden muss - wer gleitende arbeitszeiten hat und jede Impfung unbedingt in der Kernzeit machen MUSS statt in der Freizeit (die auch zu Öffnungszeiten der Ärzte anfangen kann) - der wird vielleicht auch mal gefragt werden, warum das so sein muss....
Also, nicht ganz so wild schütteln - der AG hat natürlich Rechte - und die AN zunächst mal eine große Pflicht: pünktlich zu erscheinen und die vertraglich vereinbarte Zeit auch zu arbeiten, wie auch immer.
Viele Grüße
miau2
Beitrag von lilianliddy - 11.01.12 - 17:52 Uhr
ich möchte gern noch etwas zu den pausen sagen, diese sind auch im agb geregelt, können aber trotz allem abweichen und was ich in dieser zeit tue, ist meine sache und wenn ich 20 rauche, meine pause...
als nichtraucher ist einfach mal das, dass man die pausen durchzieht oder am platz bleibt, trotzdem wäre das dann nicht mein problem.
toilettengänge zählen normalerweise nicht in die pausen rein, außer ich muss aller 5 minuten...
was die az betrifft, sollte das im av geregelt sein, bei gleitzeiten, kann man auch die zeit dran hängen, die man später angefangen hat....meist gibt es da eine kernarbeitszeit.
wenn die die oder der bus verspätung hat, sollte man sich das quittieren lassen und seinem ag vorlegen, d.h. nicht, dass die zeit nicht nachgearbeitet werden muss...
mit den 2,00 € dürfen die gar nicht, dassmuss schriftlich vereinbart sein, als arbeits- oder dienstanweisung, aber nicht davon noch etwas essen gehen...so funktioniert das nicht.
außerdem kann es nicht sein, dass diese aufgedeckte nachlässigkeit auf alle ma umgelagert wird, wo ist das motivierend?
lg
Beitrag von johanna1972 - 11.01.12 - 18:09 Uhr
Die AZ sind nicht fest im AV geregelt - die Mitarbeiter haben alle Gleitzeit (8-20h) - mein Mann ist einer der wenigen, der feste AZ hat - 9.00 - 17.00 h - bei einer 35 Std./Wo und 30 Min. Pause (also arbeitet er eh jeden Tag eine halbe Stunde mehr) - Arztbesuche werden nicht bezahlt und müssen nachgearbeitet werden - selbst wenn man eine Bescheinigung vom Arzt mitbringt - und manchmal lassen sich Arztbesuche nun mal nicht nach Feierabend legen (z. B. Blutabnahme oder irgendwelche Untersuchungen - mein Mann ist Herzkrank und muss regelmässig untersucht werden - da lässt er sich schon immer für den Tag krankschreiben).
Beitrag von muppi75 - 12.01.12 - 07:27 Uhr
Ich würde mal mit meinem Arzt sprechen deswegen, würde mich wundern, wenn man da nicht auf eine Lösung kommen würde, die ein Nacharbeiten von Arztbesuchen verhindern ;)
Beitrag von muppi75 - 12.01.12 - 07:28 Uhr
Ups, was überlesen, Ihr habtr ja schon die LÖsung gefunden ;)
Beitrag von vwpassat - 11.01.12 - 18:59 Uhr
Hat Dein Mann nicht den A.... in der Hose solche Dinge selbst (!) auf Arbeit zu klären?
Ich würde mir keinesfalls eine Pinkelpause abzeichnen lassen und diese Kasse wäre für mich auch Tabu.
Beitrag von biene81 - 11.01.12 - 20:18 Uhr
Hat sie gesagt das sie das mit dem Chef klaeren wird? Nee. Sie wollte sich rechtlich absichern, bzw. Meinungen dazu hoeren. Das sollte erlaubt sein, Rudi.
Beitrag von vwpassat - 11.01.12 - 20:20 Uhr
Eigentlich sollte jeder wissen, dass solche Schikanen genauso weit weg von der Realität sind wie die Frage beim VG, ob Frau schwanger ist.
Ich sehe keinerlei rechtliche Grundlage.
Beitrag von woodgo - 12.01.12 - 08:57 Uhr
Oh... die Frauchen wieder...
Beitrag von windsbraut69 - 12.01.12 - 09:26 Uhr
"man kann doch niemanden zwingen irgendeinen Geldbetrag zu zahlen nur weil er zum Arzt geht, der Zug Verspätung hat oder man im Stau steht - das ist unglaublich - ich kann da nur mit dem Kopf schütteln"
Die Vorgehensweise ist schon unkonventionell aber genau so gut könnte der AG ihm die Zeiten vom Lohn abziehen, wenn er unentschuldigt zu spät kommt (da reicht nicht "tschuldigung, stand im Stau").
Gruß,
W
