Aus "aktuellem Anlass" (hier prallen nämlich grad Welten aufeinander - leider) muss ich euch mal fragen, was für Erwartungen eure Eltern/Schwiegereltern hatten als sie zum (ersten Mal) Großeltern wurden. Und fandet ihr das angemessen/zu hohe Erwartungen/zu geringe Erwartungen?
Meine Eltern wünschten sich zum Beispiel beim ersten Besuch (Baby war 6 Tage alt), dass sie ihn mal auf den Arm nehmen dürfen, herzen. Ein paar Minuten reichte ihnen. Sie freuten sich, als der frischgebackene Papa seine neuerworbenen Wickelkünste vorführte. Bei späteren Besuchen ähnlich. Bei gemeinsamen Spaziergängen wollte meine Mama gern den Wagen schieben - verständlich. Dufte sie natürlich auch. Beim ersten Besuch hatten wir darum gebeten erst gegen 16 Uhr vorbei zu kommen, da das zum Rhythmus unseres Sohnes passte (von morgens bis nachmittags war seine Zeit fürs Clusterfeeding) - war kein Problem.
Einen Tag vor meinen Eltern waren die Eltern meines Mannes zum ersten Besuch bei uns. Auch hier hatten wir gebeten gegen 16 Uhr zu kommen - daraus haben sie leider geschlossen, dass sie nicht erwünscht seien. Sie wollten den Kleinen auch auf den Arm nehmen, herumtragen, waren "dichter" und "heftiger" (im Vgl. zu meinen Eltern) - also sehr viel am Knutschen, sehr in seinem Gesicht. Sie wollten ihn sehr lang bei sich haben. Als er weinte und stillen wollte, haben sie ihn nicht freiwillig zurückgegeben. Schwiegermama wollte ihn auch wickeln, füttern (dass wir voll gestillt haben war ihr nicht recht; sie riet zum Zufüttern) und baden. Allerdings sagte sie das damals nicht. Es kam erst jetzt heraus, dass sie diese Erwartungen hatten und bitter enttäuscht waren, dass wir ihnen das alles nicht "angeboten" haben. Auch den ersten Spaziergang hätten wir mit ihnen machen sollen. Ich finde diese Erwartungen etwas hoch angesetzt. Unser Sohn war gerade mal 5 Tage alt - wir waren ja selbst in der Familienfindungsphase - haben uns aber sehr wohl und sicher im Umgang mit unserem Neugeborenen gefühlt. Wahrscheinlich hätte meine Schwiegermama es sehr genossen, wenn sie uns alles hätte zeigen und erklären können.
Welche Erwartungen hatten die Großeltern bei euch?
Liebe Grüße von Colinchen.
Erwartungen der Großeltern wenn ein Enkel kommt ...
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Beitrag von colinchen - 12.01.12 - 15:18 Uhr
Beitrag von sumsi00 - 12.01.12 - 15:42 Uhr
Erwartungen ... ?
hm, also im Kh haben sie uns besucht u da hatte keiner die 2 auf dem Arm, da sie geschlafen haben.
Daheim dann allerdings schon, klar.
Großeltern wollen dabei sein, wenn der Kleine das 1. Mal gebadet wird???
DAS wär für mich zb ein Thema wo ich klar sage, nein. zumindest die ersten paar Male machen das mein Mann u ich allein, finde das schon nen "intimen" Moment ... kA wie das andere sehen.
Den Kinderwagen schieben, finde ich ok, aber nicht die ganze Zeit, DU bist die Mama u sonst keiner!
Aber bei den Schwiegis sieht man das selbst viell immer etwas enger, als bei den eigenen Eltern, ich kenn das ...
lg und gute Nerven! :)
Beitrag von colinchen - 12.01.12 - 15:46 Uhr
Schwiegermama wollte selbst das erste Bad übernehmen - nicht nur dabei sein.
Beitrag von widowwadman - 12.01.12 - 16:28 Uhr
Sie wollte wahrscheinlich helfen und als Erfahrene den Neulingen zeigen wie es geht - ich finde es nicht wirklich verwerflich, auch wenn ich verstehen kann dass du dich dabei bedraengt fuehlst.
Beitrag von colinchen - 13.01.12 - 09:51 Uhr
Gutmütig (naiv?) wie ich bin/war, habe ich das damals auch erstmal als übereifrige Hilfe interpretiert - wenn auch weder erbeten noch sonstiges. Mittlerweile sagt aber selbst mein Mann sie sei der Teufel persönlich (nach dem Versuch einer Aussprache zw. ihm und ihr).
Beitrag von zahnweh - 12.01.12 - 20:18 Uhr
Das hat bei uns die Hebamme übernommen 
Ich hab es mir noch nicht zugetraut.
Meine Mutter hätte mir zwar helfen wollen, mir aber nicht die "Arbeit ganz abnehmen"
Und Schwiegereltern arbeiten beide Vollzeit. Sie freuen sich auf regelmäßigen Kontakt und wenn sie bei Premieren dabei sind. Aber deswegen würden sie nicht extra frei nehmen.
Beitrag von cinderella2008 - 12.01.12 - 15:55 Uhr
Den Kinderwagen schieben, finde ich ok, aber nicht die ganze Zeit, DU bist die Mama u sonst keiner!
Dann muss der Papa aber bei dem Spaziergang auch dran kommen mit dem Schieben des Kinderwagens. Sonst ist es ungerecht verteilt!
Sorry, aber die Sache mit dem Kinderwagen ist doch wirklich übertrieben. Warum sollte die Oma, wenn sie es unbedingt möchte, nicht beim gemeinsamen Spaziergang die ganze Zeit den Wagen schieben? Die Mama kann das doch jeden Tag machen.
Beitrag von colinchen - 12.01.12 - 16:00 Uhr
Es war so: zum ersten Besuch waren wir einfach nur zu Hause, Kind bestaunen, Kaffee trinken, etc. Der zweite Besuch war, als unser Sohn 4 Wochen war - wir waren spazieren - Oma und Opa haben geschoben, Papa auch ... ich habe den Zwerg getragen, als er geweint hat. Ich denke, alles ok.
Nach ein paar Monaten wurde das Thema aber wieder aufgegriffen und uns vorgeworfen, dass wir damals den allerersten Spaziergang mit ihr hätten machen müssen. Da haben wir überhaupt nicht dran gedacht. Mein Mann und ich waren halt einfach irgendwann das erste Mal mit dem Kleinen an der frischen Luft. Ich staune jetzt halt nur so, dass sie diesen Anspruch hat.
Beitrag von cinderella2008 - 12.01.12 - 17:45 Uhr
Ich meinte jetzt auch nicht Dich mit dem Übertreiben, sondern Sumsi00, die Dir geantwortet hat. Sie meinte ja, die Oma sollte den Kinderwagen nicht die ganze Zeit schieben, die Mama müsse auch mal drankommen, da sie schließlich die Mama ist. Da muss Sumsi00 sich wohl klar machen, dass ihre Kinder nicht ihr Eigentum sind. Es sind hilflose kleine Menschen, die sie mit Hilfe ihres Mannes und hoffentlich auch mit Hilfe der Großeltern ins Leben führt.
Was Deine Schwiegermutter da verlangt, ist tatsächlich übertrieben. Natürlich meldet man den ersten Spaziergang nicht bei Oma an. Auch das erste Mal baden sollte die Oma nicht übernehmen. Das ist alles übergriffig und unverschämt. Diese ersten Male konnte sie doch bei ihren eigenen Kindern genießen. Jetzt seid Ihr - Dein Mann und Du - dran.
Als ich mein erstes Kind bekam, habe ich den 1. Spaziergang sogar ohne den KV gemacht, da dieser nämlich arbeiten war, ich aber Lust hatte, endlich mein Kind auszufahren.
LG, Cinderella
Beitrag von colinchen - 12.01.12 - 20:14 Uhr
Ah, ok. Danke dir für deine Rückmeldung!
Schwiegermama hätte es sicher sehr gern gehabt, wenn ich alles bei ihr "angemeldet" hätte. Leider wohnt sie zudem noch über 200 km entfernt. Auch von daher ist es schwierig. Es sind kaum "spontane" Besuche drin bei der Distanz.
Naja, nach diesen beiden Besuchen sind sie nie wieder hier gewesen in den jetzt über 9 Monaten. So lange schmollt sie jetzt schon und ist "tief verletzt" - wie sie jetzt meinem Mann gegenüber erklärte.
Beitrag von zahnweh - 12.01.12 - 20:27 Uhr
"Naja, nach diesen beiden Besuchen sind sie nie wieder hier gewesen in den jetzt über 9 Monaten. So lange schmollt sie jetzt schon und ist "tief verletzt" - wie sie jetzt meinem Mann gegenüber erklärte. "
Hallo,
das klingt schon etwas, nun ja... nicht so wirklich Interesse am KIND.
Also Premieren sind toll! Großeltern freuten sich, wenn sie zu fällig dabei waren (arbeiten vollzeit). Erzwungen haben sie es nicht. Ihnen ist es in erster Linie wichtig, dass es dem Enkelkind GUT geht, dass sie insgesamt gut versorgt wird, dass sie gesund ist usw.
Meine "Schwiegermutter" traut mir sehr vieles im Guten zu. Wenn ich aber bis zum ersten Besuch mit dem Rausgehen gewartet hätte (die Großeltern waren im Krankenhaus und zwei Wochen nach der Geburt zu Besuch) hätte sie mir was erzählt von wegen: ein Kind braucht frische Luft! Sie würde sich zwar geehrt fühlen, aber die Gesundheit des Kindes hat vorrang 
Ebenso mit dem ersten Brei. Sie waren vier Tage später da. Wenn das Kind zeigt, dass sie bereit ist, dann gib ihr den Brei. Wir sehen dann wie toll sie schon essen kann 
Na ja, wenn deine Schwiegermutter meint.
Wie wird das dann wohl mit dem Laufen?
Ist da auch die Erwartung da, dass du ihn so lange auf die Knie zwingst, bis Oma bei den ersten Schritten dabei sein kann?
Das erste Mal Kino oder Kindertheater könnt ihr ja planen und ihr zu sagen.
Beim ersten Mal (Sex
) wird er ihr was Husten 
Schade, dass sie schmollt. Schade für euer Kind und für sie selbst. Durch ihr Schmollen wird sie selbst noch so viel verpassen
(krabbeln, laufen, das erste mal OMA sagen, ... )
Beitrag von colinchen - 12.01.12 - 20:42 Uhr
Ja, sie verpasst so viel! Und sie hat sich mittlerweile auch in eine Position manövriert aus der sie eigentlich nicht mehr wirklich heraus kann. Alles sehr schade - vor allem für unseren Zwerg.
Das Interesse am Kind hinterfrage ich seit dem auch. Es ging ihr eher selbst drum im Mittelpunkt zu stehen. Sie wollte baden, weil sie es toll findet ein Baby zu baden. Es ging nicht darum, ob es ifrem Enkel gut getan hätte. Beim ersten Besuch hatte Söhnchen noch Probleme mit dem Nabel und KiÄ und Hebamme haben uns geraten noch zu warten. Beim zweiten Besuch war das erste Bad dann natürlich Geschichte. Wäre ja auch ziemlich unangemessen, die Körperhygiene meines Babys nach dem Terminplan der Schwiegermutter auszurichten.
Beitrag von sina236 - 12.01.12 - 15:42 Uhr
gar keine. punkt.
die geburt unserer tochter ist mittlerweil zwar über 6 jahre her und die familie auch weit von uns weg, aber erwartungen hatte hier niemand. weder hat jemand gedrängt, sie gleich nehmen zu dürfen, noch war jemand eingeschnappt, dass er nicht der erste war, der schieben durfte. ich kann dir nur den tip geben, mach dich locker. die anfangszeit ist vorbei und du kannst es nicht mehr ändern. klar, dass grosseltern auch "wichtig" seinwollen fürs enkelchen, da musst du sie vielleicht auch ein wenig mehr verstehen, denn durch deinen text kommt schon auch durch, dass du über deine eltern ganz anders schreibst, als über deine schwiegereltern (schon auch normal, aber irgendwie hört es sich doch nach abneigung an). ich gehe daher davon aus, dass es da noch mehr konfliktpotenzial gab oder gibt. ansonsten so what. dein kind, deine regeln. aber sei nicht zuuuu streng mit ihnen.
Beitrag von colinchen - 12.01.12 - 15:56 Uhr
Ja, ... es gibt mittlerweile viel mehr. Allerdings reichten diese "unerfüllten Erwartungen" (die uns ja gar nicht vermittelt wurden; es wird mir leider vorgeworfen, dass ich die Wünsche der Oma damals nicht richtig erahnt habe) zum ersten Besuch aus, um mich als wertlos zu bezeichnen. Schwiegermama redet nicht mehr mit mir - wegen diesem ersten Besuch. Während dieses Besuchs hat sie mich leider auch als "gute Leihmutter" bezeichnet.
Aber ich habe versucht in mein Ausgangsposting nicht noch all diese anderen Sachen zu schreiben. Ich finde halt die Erwartungen so unterschiedlich zwischen meinen Eltern und den Eltern meines Mannes.
Beitrag von engelchen1989 - 12.01.12 - 15:46 Uhr
Hallo,
unser Sohn war sowohl für meine Eltern als auch für meine Schwiegereltern der erste Enkel. Sie hatten glaube ich keine besonderen Erwartungen. Hier ist es nicht so üblich eine Schwangerschaft und ein Baby so hoch zu pushen.
Meine Eltern wohnen zudem 60km entfernt, sodass sie sich so gar nicht eingemischt haben.
Meine Schwiegermutter hat mir geholfen wenn ich Hilfe wollte und Tipps gegeben wenn ich Tipps brauchte. Sie kam anfangs 2-3 Mal die Woche vorbei, dann 1 Mal die Woche und wir am Wochenende zu ihr.
Sie hatte dann natürlich auch ihren Enkel auf dem Arm und hat ihn geknudelt.
Mich störte das nie, weil mein Mann und ich auch dauernd das Bedürfnis hatten mit ihm zu kuscheln. Warum sollte ich seiner Oma das verbieten?
Nur das Thema
"Als er weinte und stillen wollte, haben sie ihn nicht freiwillig zurückgegeben."
finde ich nicht gut. Das gehört sich nicht und da wäre ich ganz sicher sauer geworden. Ich konnte aber leider nicht stillen und da stellte sich die Frage gar nicht. Wenn die Oma da war durfte sie auch das Fläschchen geben. Genauso meine Schwägerin. Sie ist auch mal mit ihm alleine spazieren gegangen.
Ich fand es toll ihn auch mal in andere Arme legen zu können. Er war ein Schreikind und obwohl ich mich sehr sicher gefühlt habe im Umgang mit ihm war ich froh wenn ich Unterstützung hatte und nur mal eine Tasse Kaffee in beiden Händen halten konnte.
Unser Sohn war übrigens schon relativ früh auch alleine bei seinen Omas und seiner Tante. Als er 7 Wochen alt war sind mein Mann und ich für 3 Stunden zu einem Musical gegangen während der Kleine bei meiner Schwägerin war. Wir waren mal 2 Stunden einkaufen und er war bei der Oma und mit ca 10 Wochen hat er das erste Mal dort übernachtet.
Ich weiß, dass viele Mütter das nie tun würden. Ich habe meinen Schatz natürlich acuh vermisst, aber auch die Zeit in Ruhe genossen. Mein Sohn hat heute ein tolles Verhältniss zu seinen Großeltern. Er liebt sie abgöttisch und auch seine Tante liebt er über alles. Und seine Eltern leibt er natürlich genauso sehr wie wir ihn. Er hat bisher nie gefremdelt, hat keine Angst wenn wir mal nicht da sind und hat genauso viel Vertrauen zu uns Eltern wie zu seinen Großeltern.
Ich finde das toll so und finde nicht, dass ich mein Kind für mich allein beanspruchen kann. Will ich auch gar nicht. Wenn ich in ferner Zukunft mal Oma werde wäre ich sicher verletzt, wenn meine Schwiegertochter mich nicht mal wickeln lassen würde und es komisch findet wenn ich meinen Enkel knuddeln und küssen will.
Wickeln, kuscheln und Fläschchen geben habe ich nie als meine alleinige Aufgabe gesehen und ich wollte ganz sicher nicht meine Wickelkünste bewundern lassen. Oma und Opa sind genauso Bezugspersonen wie Mama und Papa und es zerbricht nicht die Seele eines Babys wenn es nicht von seiner Mutter gewickelt wird.
Ich glaube, dass viele Großeltern zu Recht enttäuscht sind. Ich bekomme so oft mit wie frische Eltern sih verkriechen und der Meinung sind, bis das Kind selbst sagen kann was es will bleibt es bei Mama. Ich denke, meine Eltern und Schwiegereltern haben sich genauso sher auf ihr erstes Enkelkind gefreut wie wir uns auf unser erstes Kind.
Da gebe ich ihnen doch auch gerne die Zeit das zu genießen.
LG
Beitrag von cinderella2008 - 12.01.12 - 15:58 Uhr
Schön zu lesen, dass es auch noch normale Mütter gibt!
Du gehörst ganz eindeutig dazu. Deine Eltern und Schwiegereltern sind zu beglückwünschen und Dein Kind natürlich auch.
LG, Cinderella
Beitrag von colinchen - 12.01.12 - 16:05 Uhr
Ein solch entspanntes Verhältnis hätte ich mir hier auch gewünscht ... leider ist mit meinen Schwiegereltern alles sehr verkrampft. Ich habe sie damals zum ersten Besuch auch machen lassen. Sie haben den zwerg arg bekuschelt und herum getragen. Es war mir zwar schon etwas heftig, aber sie sollten sich natürlich auch kennenlernen dürfen. Ich finde es nur so wahnsinnig schade und ärgerlich, dass sie im nachhinein so schlimme Ansprüche und Anschuldigungen formuliert. Sie hätte ja sagen können, was sie wünscht ... dann hätte man sich sicher arangieren können und "reinteilen".
Beitrag von arvid-2007 - 12.01.12 - 16:27 Uhr
Hi Du,
jaja, die Erwartungen....
Das kann einem echt auf den Keks gehen.
Versuch bloß nicht es immer allen recht machen zu wollen. Selten liegen die Anforderungen dafür so nah beieinander daß man sowas gut schafft.
Am wichtigsten ist, daß Du Dir mit Deinem Partner einig bist, Ihr darüber auch sprecht und dann könnt Ihr es auch beide nach außen vertreten.
Du hast Deine Wünsche ja offensichtlich schon gut an Deine Eltern vermittelt bzw. kennen sie Dich gut genug und kommen Dir nich quer.
Gerade beim ersten Enkelkind sind Großeltern glaub ich meist so aus dem Häuschen, daß sie sich kaum zurückhalten können. Ist ja auch irgendwie süß. Dummerweise meinen sie oft, sie wüßten alles besser als die "Neueltern" und tendieren dazu sich einzumischen/aufzudrängen. Das ist anstrengend.
Bei mir wars auch am Anfang irgendwie schwierig. Vieles wurde nicht verstanden, weil man es eben früher anders gemacht hat. Wir uns nicht so anstellen sollten (wg. z. B. Küßchen ins Gesicht) etc.
Aber es hat sich eingepegelt. Und für die Ratschläge hab ich sehr früh gesagt: Keine ungebetenen Ratschläge! Ich werd Euch schon fragen, wenn ich wissen will wie ihr das gemacht habt.
Mach Dir nicht zu viele Gedanken. Im Zweifel gib den Schwiegereltern eins von den Büchern, die Dir gut gefallen haben zum lesen mit (ein Update sozusagen). Die haben bestimmt auch ein bißchen vergessen wie das mit so einen gaaanz kleinen Baby so war früher.
Findet Ihr Euch erstmal schön als Familie und dann gehts weiter!
Beitrag von colinchen - 12.01.12 - 20:20 Uhr
Du ich würde ihr so wahnsinnig gern ein paar aktuelle Fachbücher geben - aber damit würde ich sie leider zutiefst kränken. Sie arbeitet selbst im Bereich Gynäkologie und hat mir z.B. bezüglich des Stillens ein gyn. Fachbuch von 1967(!) mitgebracht - wir wissen ja wie stillfeindlich diese Zeit damals war. Da standen Sachen drin, da wurde mir richtig übel, das war Körperverletzung an Mama und Baby (z.B. kein Stillen/Kontakt in den ersten 24 h, damit die Mutter sich ausruhen kann etc.). Ich hätte mir sehr gewünscht, dass sie mal eine Weiterbildung besucht.
Mein Mann ist zwar auch meiner Meinung, schafft es aber nicht unseren Standpunkt seiner Mutter angemessen gegenüber zu vertreten. Da liegt meiner Meinung nach auch unser eigentliches Problem.
Beitrag von arvid-2007 - 14.01.12 - 21:10 Uhr
Hm, da könntest Du wohl recht haben. Also mit Deinem Mann. Komisch, das lese ich hier öfter, daß die Männer sich gegen ihre Mütter nicht durchsetzen.
Ich finde es aber doch irgendwie eigenartig, daß Weiterbildung als eine Kränkung aufgefaßt werden könnte ;) Ich mein daß wir nicht mehr in den 60ern leben sollte doch jedem halbwegs intelligentem Menschen aufgefallen sein. Und wenn sie immer noch arbeitet, dann muß das doch erst recht irgendwie klar sein, daß sich auch Sachen durch neue Erkenntnisse ändern. Schwer nachvollziehbar für mich.
Naja, ich weiß ja daß es schwierig ist. Mit Schwiegereltern oft noch mehr als mit den eigenen. Aber wenn sie dann immer gleich tödlich beleidigt sind, ist das ja eigentlich auch nicht Dein Problem, sondern ihrs. Ich find die Ansprüche die Du geschildert hattest etwas überzogen.
Würd Ihr trotzdem ein aktuelles Buch verpassen
mit einem roten Kringel um das Erscheinungsjahr!!!
Schon Deinen Nerven so gut es geht und mach Deine Ding bzw. Euers mit Deinem Mann zusammen.
Beitrag von .antonia - 12.01.12 - 17:32 Uhr
Diese Konflikte sind fast vorprogrammiert.
Na ja, bei uns waren solche Erwartungen ähnlich. Die Großeltern waren in dem Moment ein Stück vernünftiger.Man muss aber fair sein, man muss schon gönnen KÖNNEN! Es wird dir nichts passieren, wenn sie dein kind kurz knuddeln.
Ja, solche ,,Ratschläge´´ und der Willen nach deren Erteilung sind vollkommen normal und ganz ehrlich, ich habe vieles abgelehnt und meine Mutter hatte trotzdem in vielem recht. Man würde sich wie ein kleines bockiges Kind hinstellen, wenn man alles ablehhnt. am Ende bleibt dein Ego verschont, vielleicht schadest du aber indirekt dem Kind .
Ja, zum Vergleich: Sie sind sofort nach der Geburt gekommen, kurz. Sie haben dann auf das Kind aufgepasst als wir weg mussten. Sie hat sich zurückhalten, wei lsie weiss, dass ich ihre Ratschläge nicht mag (meine Schwiegermutter).
Ich habe zu meiner Mama eine herzliche Beziehung, Wir saßen auf der Terasse und sie sagte mir, dass sie mir jetzt erklärt, wie eine gute Hausfrau funktioniert. In dem Moment habe ich sie weinend nach Hause geschickt.
Die Grundoposition die ich am Anfang hatte, änderte sich später. Meine Mutter gab mir wirklich praktische Tipps, die ich selbst nicht hier gefunden habe und wir haben uns viel ärgern erspart.
Heute ist es schon seit Jahren recht entspannt. Manchmal mekert meine Mutter, wenn ihr etwas nicht gefällt. Ich höre es mir an, manchmal sag ich ihr hier, dass sie mich mal.....xxxx
Sie akzeptieren mich als Mutter, weil die Kinder ehe anstegend sind. Diese Anerkennung muss man sich aber erstmal erkämpfen.
Alles Gute
Beitrag von colinchen - 12.01.12 - 20:24 Uhr
Da hast du recht. Und ich erkenne einige Probleme bei uns ... sie akzeptiert mich nicht als Mutter. Einschätzungen die ich über das aktuelle befinden meines Kindes treffe (z.B. er hat jetzt Hunger; er ist müde, etc.) wurden grundsätzlich als falsch dargestellt).
Beitrag von .antonia - 12.01.12 - 21:04 Uhr
Ja, das tut mir leid. Uns trennen mehrere Hundert Kilometer, da kann ich einen ,,reden´´ lassen, wer es zu besuch kommt und wichtig erscheinen wll, grundsätzlich galt aber für meine Schwiegermutter, dass man ihr Grenzen setzen musste.
Klar, in deren Augen sind wir heimlich bis jetzt die schelchten und sie kann alles am besten.
Puuh, wie schnell ich mich zurückziehen würde, wenn ich alles falsch machen würde...Konflikte, die die Welt braucht.
Es tu mir leid, was du erlebst.
Beitrag von colinchen - 12.01.12 - 21:42 Uhr
Danke! Tut gut, wenn mich jemand versteht. Scheinbar sind meine Ansichten nicht sooo verquer.
Beitrag von clementi - 12.01.12 - 17:35 Uhr
Hallo Colinchen,
in der ersten Zeit haben mein Vater und meine Schwiegereltern meine Tochter nicht auf den Arm genommen. Den Kinderwagen haben sie mal geschoben, aber ansonsten 
Mein Mutter war da robuster. Sie hat auch mal gewickelt, wenn es sein musste.
Das mit dem Knuddeln und auf den Arm nehmen kam erst später seitens meiner Schwiegereltern.
Inzwischen ist meine Tochter bei meinen Schwiegereltern abgemeldet. Die bekommen ein neues Enkelkind. Vielleicht/hoffentlich haben sie zu dem eine bessere Beziehung.
GLG
