Darm-Op bei älterem Hund - Erfahrungen ?

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Beitrag von sillysilly - 12.01.12 - 23:21 Uhr

Hallo

unser Hund - Schäferhundmischling - 11 Jahre
hat Probleme beim Kot absetzen und das schon seit längerem .....
auch wenn der Kot weich ist.

Milchzucker, Paraffin, Ernährungsumstellung alles ausprobiert - vorübergehend hat es geholfen ..... Einlauf sowieso

aber er ist quasi einfach ausgeleiert und kann so den Druck nicht mehr so aufbauen.

Sonst ist er noch recht fit, Herz gut, Hüfte gut .... halt etwas älter -aber noch gesund

Unsere Haustierärztin meint da ist nicht mehr viel zu machen ...... außer ihm weiter Hilfestellung zu geben

jetzt waren wir eine zweite Meinung einholen, bei der Tierärztin wo wir ihn her haben ..... und die meinte mit einer OP könnte man das wieder hinbekommen - quasi eine Straffung .....
Kosten sind hoch, aber es würde relativ sicher das Problem beheben .....

Hat jemand Erfahrung mit sowas ..... ?

Grüße Silly

Beitrag von purpur100 - 13.01.12 - 08:45 Uhr

Hallo sillysilly,

vor genau diesem Problem standen wir auch. Unser Hund hatte eine sog. Striktur, also eine Verengung am Enddarm, auch noch gleich hinten beim "Ausgang". Bei einer OP wäre diese Enge gedehnt worden, wobei allerdings die Gefahr bestand, daß der Darm dabei hätte platzen können. Außerdem hätte sich diese Stelle des Darms jederzeit wieder zusammenziehen können.

Der Ausgang der OP wäre sehr ungewiß gewesen, Darmplatzer, dauerhafte Stuhlinkontinenz oder aber es hätte gutgehen können. Auf jeden Fall hätte eine OP für unseren Hund jede Menge Schmerzen bzw. Schmerzmittelgaben bedeutet.

Das haben wir ihm erspart. Wir haben weiterhin Paraffinöl ins Futter, ich hab für ihn gekocht nach Anweisung unserer Tierheilpraktikerin und er bekam homöopathische Tropfen. Ihm ging es dabei sehr gut bis es dann eben, ausgelöst durch einen Magen-Darm-Infekt, nicht mehr ging. Das Paraffinöl haut eben doch ziemlich rein:-(, das sagt einem aber kein Tierarzt und die Andeutungen unserer Tierheilpraktikerin wollten wir irgendwie nicht hören:-( Was sonst hätten wir aber tun sollen, ohne egoistisch zu sein?

Wenn ich das richtig gelesen habe, dann hat euer Hund eine Rektozele, also eine "Ausbeulung" im Enddarm, die dann gestrafft werden soll?

Bei deiner Entscheidung kann ich dir nicht helfen, du hast die Verantwortung für deinen Hund. Ich möchte aber zu bedenken geben, daß nicht jede OP, die möglich wäre, auch unbedingt durchgeführt werden muß, wenn man eben nicht weiß, ob das Tier davon wirklich einen Nutzen hat.

Ich wünsche euch alles erdenklich Gute und die Kraft für die richtige Entscheidung#klee

Beitrag von sillysilly - 13.01.12 - 13:04 Uhr

Hallo

Darm, usw. ist alles völlig ok
es haben sich unter und neben dem Loch, Taschen gebildet in denen der Stuhlgang verbleibt, und das Kot absetzen erschwert.
Es geht quasi nur darum diese Taschen zu beseitigen.

Da er aber sonst noch Topfit ist, Herz - ansonsten alles noch super
wird uns eben die Op empfohlen

Jetzt wäre es so, daß wir einen gesunden, munteren, fröhlichen Hund zum Einschläfern bringen müssten, weil sich in diesen Taschen sein Kot ansammelt ......

klar kann er bei der Op sterben
aber irgendwie wäre es dann ja dasselbe wie Einschläfern was die Alternative wäre
und wir hätten es wenigstens versucht ....

einfach so nichts machen, finde ich schwierig wenn etwas möglich ist

Danke für deine Antwort

grüße Silly

Beitrag von purpur100 - 13.01.12 - 13:13 Uhr

ich verstehe dich, keine Frage. Es ist eine wirklich schwere Entscheidung. Hier, ich hab nochmal gegoogelt:
http://www.polar-chat.de/topic_21055.html

http://www.tierklinik.de/medizin/erkrankungen-des-verdauungsapparates-bei-hund-und-katze/enddarm-und-darmausgang
(runterscrollen)

Beitrag von sillysilly - 13.01.12 - 18:50 Uhr

Hallo

wie gesagt - Einlauf, Futterumstellung, Paraffinzugabe, Milchzucker, mehr Bewegung, öfters raus gehen .....
haben wir alles gemacht, und anscheindend reicht das nicht mehr aus

Darm entleeren machen wir auch - darf man ja gar nicht öffentlich darüber reden - klappte bisher gut - so alle 4 bis 5 Tage und es ging "relativ" gut.
Er findet es blöd - aber besser als einschläfern

aber jetzt hat er nahezu täglich volle Taschen ..... und das heißt Op oder Einschläfern ....

Danke für deine Antwort

Grüße Silly

Beitrag von sillysilly - 14.01.12 - 15:15 Uhr

Hallo

habe mal ein Bild in mein VK geladen
dann bekommt ihr mal einen Eindruck von ihm

auf der Straße wird er halt immer für ein ganz junger Hund gehalten
und da sonst nichts ist ......

schwierig

Danke dir nochmal
Silly

Beitrag von windsbraut69 - 13.01.12 - 09:26 Uhr

Ohje -genau das Problem hatten wir vor einigen Jahren mit unserem 12jährigen Rüden.
Er ist zwei Mal operiert worden und es hat nichts gebracht bzw. er hatte starke Probleme nach der OP, so dass wir ihn einschläfern lassen mußten.

Er war bis auf dieses Bindegewebeproblem am Enddarm absolut fit für sein Alter und unser TA hat vor der ersten OP gute Chancen gesehen. Die zweite OP hat er mehr oder weniger als letzten Versuch und auch aus medizinischem Interesse seinerseits auf seine Kosten gemacht...

Im Nachhinein würden wir das nicht nochmal machen und dem Hund eher mittels Abführmitteln usw. noch eine gute Zeit ermöglichen.

LG und Alles Gute,

W

Beitrag von sillysilly - 13.01.12 - 13:10 Uhr

Hallo

danke für deine Antwort

leider wäre die Alternative ihn in unmittelbarer Zeit einschläfern zu lassen

und das kommt einem irgendwie so falsch vor
er ist topfit, lebensfroh, spring herum, Herz fit und er bildet sich sowieso ein ein junger Kerl zu sein ....
und den dann zum Einschläfern zu fahren ........ irgendwie kommt mir das komisch und falsch vor.

Es haben sich so Taschen gebildet - die beseitigt werden sollen, und dann ist es nicht mehr so, daß er beim Pressen den Kot in diese Taschen drücken würde .....

Wir werden jetzt nochmals in eine Tierklinik fahren - und eine weitere Meinung einholen.

Sollte er bei der OP sterben, wäre es das selbe Ergebnis wie wenn wir ihn den nächsten Woche einschläfern lassen müssen .....
Schlimm fände ich nur, wenn er sich eben danach quälen müßte, so wie es bei euch ja wohl war ....

.... aber einfach nichts machen, ist auch verdammt schwer .....

Grüße Silly

Beitrag von windsbraut69 - 13.01.12 - 13:40 Uhr

Unserer hatte ja das Gleiche und ich überlege jetzt ernsthaft, ob diese Ausstülpungen entfernt wurden oder nur drumherum "gestrafft" wurde...ist schon einige Jahre her.

Habt Ihr denn mal versucht, die Kotkonsistenz zu beeinflussen, damit es besser funktioniert?

Ich weiß nur zu gut, wie schwer die Entscheidung ist, aber auch, wie unangenehm die Zeit hinterher war, auch beim ersten Eingriff, nachdem es ihm ja gut ging abgesehen davon, dass sich innerhalb kürzester Zeit eine neue Tasche bildete.

LG

Beitrag von purpur100 - 13.01.12 - 14:09 Uhr

"Habt Ihr denn mal versucht, die Kotkonsistenz zu beeinflussen, damit es besser funktioniert?"

Sie hat geschrieben, daß sie Paraffin(öl) geben. Das beeinflußt die Konsistenz.

Beitrag von sillysilly - 13.01.12 - 18:54 Uhr

Hallo

ja natürlich

jegliches Futter ausprobiert - sind jetzt bei Markus Mühle gelandet, ist sehr faserhaltig und wird kalt gepresst- Normale Hunde vertragen es oft nicht, weil es Durchfall verursacht
dazu Paraffin und Milchzucker ins Fressen

aber leider lagert sich auch der weiche Kot in diesen Taschen ab, und er kotet dann etwas darüber - aber das Alte bleibt drinnen und wird fester
wir machen Spülungen
und enträumen diese Taschen manuell ( darf man ja gar nicht darüber reden )
aber bevor ich einen lebensfrohen, gesunden Hund einschläfern lasse ......

damit sind wir jetzt ein halbes Jahr gut über die Runden gekommen
aber jetzt wird es noch schlimmer .....

Habe auch Angst, daß sich neue Taschen bilden ..... ich hoffe halt nicht so schnell
aber irgendwie habe ich dann das Gefühl wir haben alles versucht. ....

weiß gar nicht wie ich meine Kindern beibringen soll, daß wir den Hund eventuell einschläfern lassen müssen .....

Grüße und Danke
silly

grüße Silly

Beitrag von doreensch - 14.01.12 - 10:52 Uhr

Ich kann dein Dilemma nachvollziehen, aber der Hund ist groß und er ist 11. Große Hunde sterben an Altersschwäche in dem Alter.

Ich würde ihm die Schmerzen die er nach der Op hat nicht zumuten, ob er überhaupt danach so lange druchhält bis er ohne Schmerzmittel mit einem gut verheilten Darm fröhlich leben kann ist fraglich, eben weil es ein schwerer Eingriff ist.

Ich würde wohl die 2. Wahl nehmen und mir sagen er bekommt ja jetzt gesundheitliche Probleme die ihm das Leben verhunzen.

Es mag dir den Schein machen einen gesunden fröhlichen Hund gehen zu lassen und dies womöglich unnötig, doch der TA würde es nicht tun wenns wirklich unnötig wäre.

Auf der anderen Seite ist es genau das was wir uns selbst für uns wünschen: gehen zu können wenn das Ende beginnt und nicht erst wenn wir vor Schmerz zusammengekrümmt leidend auf das Ende warten mussten.

Bei jedem Tier das ich alt habe operieren lassen habe ich im nachhinein bereut es nicht stattdessen eingeschläfert zu haben. Das wäre doch humaner gewesen. Und bislang konnte bis zur Einschläferung nicht mal die Op Narben unsichtbar verheilen.

Alles Gute
Doreen

Beitrag von sillysilly - 14.01.12 - 15:08 Uhr

Hallo

ja er ist alt
aber irgenwie nur auf dem Papier
er hat noch keine Alterserscheinungen, und ist topfit, rennen, schwimmen, spielen, springen
jeder hält ihn für einen Hund von höchstens 2 Jahren ......

eben nur diese ausgeleierte Taschen am Darmende

die Frage ist halt ob sowas sein Todesurteil sein muß,

wenn er eben noch nicht so alt ist wie er an Jahren zählt

klar will ich ihm kein Leiden und keine Schmerzen zumuten -

aber ihn gehen zu lassen wenn er ansonsten so fit ist, finde ich schwierig

versuch dir mal ein aktuelles Bild von ihm einzustellen, dann kannst du dir ein Bild machen
dann im VK

Grüße Silly

Beitrag von doreensch - 14.01.12 - 15:26 Uhr

nur Freunde können Bilder sehen

meiner ist 13 und wirkt wie ein Welpe, ich würde ihn nicht operieren lassen obwohl er so quietschfidel ist

Die OP macht für eine Weile Schmerzen, er braucht dann Medikamente, die belasten die Leber, generell wie fit ist er nach der OP? Könnte ich nicht vorhersagen, aber..

Meine anderen die alt operiert wurden hatten obwohl sie vorher fit waren die Op nicht lange überlebt und wenige Wochen (war einmal 6 Wochen, einmal 6 Monate) ist mir das nicht wert, bei beiden wars nicht lang genug um durch die OP Vorteile zu haben, darum würde ich persönlich das nicht nochmal wagen

Beitrag von sillysilly - 14.01.12 - 15:32 Uhr

Hallo

danke für deine Meinung

deswegen werden wir uns jetzt wohl eine dritte Meinung einholen

die Tierärztin meinte ja Op
meine Freundin Tierärztin meinte Op

die erste meinte gar nichts

damit wir ein gutes Gefühl haben, werden wir nächste Woche uns in einer Klinik beraten lassen

Fotos müßte jetzt gehen
mußte sie ja auch erstmal verkleinern

wenn wir nicht operieren lassen, würde das heißen das er den März nicht mehr erleben wird

Grüße Silly

Beitrag von doreensch - 14.01.12 - 15:37 Uhr

Bildschönes Tier, top gepflegt

Versucht Leute zu finden bei denen eine solche OP gelang im hohem Alter und die noch mindestens 2 gute Jahre schenkte. Tierärzte wollen auch verdienen da sind nicht alle Meinungen im Sinne des Tieres.

Hier scheint ja keiner damit erfolg gehabt zu haben

Alles Gute
Doreen

Beitrag von sillysilly - 14.01.12 - 15:44 Uhr

Hallo

danke, ja wir lieben ihn sehr

uns würde schon ein Jahr reichen, daß wir ihm schenken könnten

er ist so lebensfroh
und eine echte Bereicherung für unsere Familie
akzeptiert Hund und Katz

also die Tierärztin die das empfohlen hat, die würde uns nichts unnötiges empfehlen
denn da haben wir ihn her
ist ein Second-Hand-Hund
der wurde damals an den Tierarzt abgeschoben, und die Tierärztin hatte damals bei uns nachgefragt ob wir ihn nicht wollen ....
die hängt irgendwie auch an dem Tier

aber du hast Recht, wir werden nochmals genauer nachfragen - was er danach für einen Weg vor sich hat, nach der Op ........

Danke Silly

Beitrag von doreensch - 14.01.12 - 15:54 Uhr

Wenn ich überall lese das sich immer wieder Taschen neu bildeten und mancher Hund 3 solche OP's hinter sich hat frage ich mich was ist für so einen Kameraden denn kameradschaftlich?

Habt ihr auch mal Leinsamen in Geleeartiger Konsistenz getestet?

Ist Hannover weit weg? Da in der Uniklinik würde ich auch mal fragen

Beitrag von sillysilly - 14.01.12 - 16:02 Uhr

Hallo

ja - wir sind ganz die andere Ecke

München

und mit der Konsistenz hat es leider nicht mehr viel zu tun ..... weil auch der breiige Stuhl in die Taschen rutscht .....

Grüße und schönes Wochenende

Silly

Beitrag von doreensch - 15.01.12 - 12:04 Uhr

Gibt es bei euch keine Uniklinik? Kann doch nicht sein das alle Tierärzte nur in Hannover ausgebildet werden?

Beitrag von sillysilly - 15.01.12 - 16:50 Uhr

Hallo

also in die Uni-Klinik geht niemand den ich kenne, zweimal
und wir sowieso nicht

denn wie du sagst da wird ausgebildet

und nur darum geht es da, möglichst viele Erfahrungen mit allen möglichen und umöglichen Ops
dann dürfen quasi mal alle ran ect.

und alles Fließband ......

wir haben hier aber ettliche Kleine Tierarztkliniken mit sehr gutem Ruf
und da gehen wir dann die Woche zu einer

grüße Silly

Beitrag von sillysilly - 14.01.12 - 15:17 Uhr

Hallo

versuche mal in den VK ein aktuelles Bild von ihm rein zu machen

dann seht ihr mal den alten Kerl

Grüße Silly