Ich bin fast am Ende, Sohn ist in Jugendgruppe............

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Beitrag von gbmaintal - 13.01.12 - 16:45 Uhr

Hallo

ich bin gelinde gesagt mit den Nerven etwas am Ende, ich könnte heulen, vor Wut in die Tischkante beißen oder sonstwas anstellen.

Zur Info:

Einer meiner Söhne ( 14 ) lebt seit 2 Jahren bei seinem Vater. Ich habe damals nach langem Hoch und Tiefs, mit 4 Jahren SPFH, 12 Wochen Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, sowie sonderpädagogischem Förderbedarf die Grundschule und anschließende weiterführende Schule, zum Wohle meines Sohnes entschieden dass er zum Papa darf, da mein Sohn ein übergroßes Aufmerksamkeitsbedürfnis hat, welchem ich nicht gerecht werden konnte, sonst hätten sich ja nicht über die Jahre diese Probleme entwickelt. Hinzu kam halt auch die übergroße Geschwisterrivalität zum leiblichen Bruder( 15 ) ( die anderen 2 Jungs ( 26 + 17 )haben einen anderen Vater ).

Das Leben mit den Zweien innerhalb einer Wohnung schlußendlich war eine Tortur für alle Beteiligten. Dann kam hinzu, dass meine damaliger Lebensgefährte ( und auch Papa meiner 5-jährigen Tochter )sich sowas von auf den einen Sohn eingeschossen hatte und ihn ständig gängelte, maßregelte und auf übelste Weise über ihn in dritter Person gesprochen hat.
Ich habe alles, auch in Zusammenarbeit mit dem Familienhelfer meines Sohne probiert um ihn ein wenig feinfühliger werden zu lassen, aber es hat rein gar nichts gefruchtet.
Egal wie sehr ichg ebettelt habe, geredet, erklärt oder getobt habe, es hat nichts bewirkt. Da war dieser millitärische Hauch drin und der ist nicht rauszubekommen gewesen. Nun ja, deswegen ist er seitdem ( jetzt also schon über 3 Jahre ) partnerschaftlich für mich gestorben und wird nur als Papa meiner Tochter akzeptiert.

Auf jeden Fall, um zu meinem 14 jährigen Sohn zurück zu kommen, ging es augenscheinlich die ersten 1 1/4 Jahre gut, jedenfalls wurde es mir so verkauft. Bis ich dann einen Brief vom staatlichen Schulamt wegen einer Zwangsversetzung von seiner Schule zu einer Erziehungshilfe Schule bekam.
Auf der Schule lief anfangs auch alles super. Guter und regelmäßiger Kontakt mit der Lehrerin, obwohl die Oma das verboten hatte. ( Die Oma lebt mit dem Papa zusammen in einer Wohnung und versorgte ihn auch mit ).
Nach und nach kamen immer mehr Probleme hinzu, sein Verhalten wurde immer extremer, also die Auffälligkeiten.
Von Papas und Omas Seite wurde immer alles beschichtigt und ich wurde für total dämlich abgestellt, hätte ja sowieso kein Interesse an meinem Sohn, da ich ihn ja zum Papa abgeschoben hätte und somit hätte ich, bei egal was, kein Mitspracherecht, außer zum schicken von Geschenken oder Taschengeld.

Jetzt ist die ganze Sache so dermaßen eskaliert, dass mein Sohn angesichts der ganzen Vorwürfe und Tiraden der Oma, irgendwann dann mal maulig wurde ihr gegenüber, dies hatte zur Folge, dass sie ihm gesagt hat er sei für sie gestorben und könne bleiben wo der Pfeffer wächst. Mir hat sie gesagt, ich solle ihn zurück nehmen oder ihn ins Heim schaffen, dass sie sowas missratenes nicht gebrauchen könne, dann doch bitte lieber den Bruder im Austausch.

Vorgestern Nachmittag kam es nun soweit, dass der Onkel meines Sohnes, meinte ihn maßregeln zu müssen, indem er ihm erst Schläge androhte und dann auch in die Tat umsetzte. Er hat ihn also durch sein Zimmer geworfen und gesagt, wenn er noch einmal zu der Oma so maulig wäre,d ann würde er ihn ins Krankenhaus befördern.

Unter Tränen rief mich mein Sohn an und ich sagte ihm, er solle sofort zur Polizei gehen, denn die können zum Jugendamt außerhalb der Bürozeiten Kontakt aufnehmen.

Für den abend wurde mein Sohne dann erstmal in Obhut meines 27 jährigen Sohnes- der dort in unmittelbarer Nähe wohnt - übergeben und gestern sind sie halt ganz früh zum Schultermin mit der Klassenlehrerin gewesen, die ihrerseits auch das Jugendamt informieren wollte wegen der massiven Auffälligkeiten meines Sohnes und Mittags war der Termin beim Jugendamt, wo dann als Sofortmaßnahme - angesichts der ganzen Problematik - die sofortige Übergabe an eine Jugendgruppe statt fand.

Jetzt hocke ich hier, mache mir die bittersten Vorwürfe und kann doch unterm Strich nichts tun momentan.

Zu erwähnen wäre noch, dass der Papa das Trinken wieder angefangen hat, mein Sohn vorvorgestern eine Flasche Wodka im Ranzen hatte und die mit Mitschülern geteilt hat und das Rauchen massiv angefangen hat.
Wir haben gemeinsames Sorgerrecht und mit einer Rückführung zu mir wäre der Papa sowieso nicht einverstanden gewesen und auch nicht gegangen wegen dem anderen Bruder -wo die beiden nicht kompatibel sind.

Ich bin echt mir das Hirn am zermartern was ich bei dem Kleinen falsch gemacht habe, dass er sooo geworden ist und komme aber nicht so wirklich auf die Lösung.

Und weiß auch nicht was ich nun tun soll.

Und der Oberknaller ist ja noch, dass mein anderer Sohn jetzt gerne zum Papa ziehen möchte und da auch die Oma mit einverstanden wäre.

Aber angesichts der ganzen Problematik kann ich doch niemals ein Kind dahin lassen, so nach dem Motto: okay ein kind ist verheizt und nun nehmen wir das andere.

Denn Fakt ist, auch der 15 jährige ist mitten in der Pubertät, hat seine Macken und Flausen im Kopf und wird da nicht immer rund laufen, also ist doch da dann der Äger vorprogrammiert.
Und bei ihm kommt noch hinzu dass er seinen Papa dermaßen glorifiziert, egal was er tut und sagt, dass ist das Heiligtum. Da kommt nichts anderes drüber.

Sorry, fürs auskotzen, vielleicht hat ja jemand was ratendes für mich oder so.
Ich seh gerade den sprichwörtlichen Wald vor lauter Bäumen nicht.
#kratz

Ganz liebe und auch traurige Grüße

Gabi

Beitrag von leiahenny - 13.01.12 - 17:39 Uhr

Das ist ja ganz schön viel.

Erstmal würd ich dem 15 - jährigen klar mitteilen, dass ein Umzug zu seinem Vater nicht in Frage kommt. Hier sollte der Hinweis genügen, dass das Jugendamt mit Sicherheit diesem Umzug nicht einfach zustimmen würde - Thema Alkohl. Lass Dich hier nicht erpressen.

Dein anderer Sohn ist aktuell in einer Jugendgruppe wahrscheinlich am besten aufgehoben. Schau ob Du hier regelmäßig Kontakt halten kannst Ohne Papa und Oma- sprich mit dem Jugendamt und sprich Dich mit den Erziehern etc. ab.

Möglicherweise ist es am besten für Euch erstmal alles zur Ruhe komen zu lassen.

Alles Gute

Beitrag von lassmichclonen - 20.01.12 - 07:50 Uhr

Ich muss leiahenny zu 100% zustimmen!!! Egal was das Gesetzt sagt- versuche so aufzutreten das sich dein anderer 15 jährige Sohn erst gar nicht überlegt, zum Vater zu ziehen. Weiter unten habe ich gelesen, das geraten wurde, den Onkel anzuzeigen! Da ich ein großer Familienmensch bin würde ich mich gerne vor einer Antwort drücken- aber es gibt eben solche und solche Familien- darum- wenn er DEIN Kind geschlagen hat- dann mach die Anzeige. Viel passieren wird sicher erst mal nicht aber es ist ein Schuss vor den Bug, auch für deinen Exmann und für die Oma. Mach einfach ernst, kämpfe für dein Kind und schmeiß die Flinte nicht ins Korn, wenn dein Sohn es dir nicht dankt- erwarte da einfach nichts.

Versuch dich ein bisschen in deinen 14 jährigen reinzuversetzten! Wie wird es ihm wohl gehen? Wie wird er sich fühlen? Spricht er darüber eigentlich? Im Moment muss er echt erst mal zur Ruhe kommen. 14 ist so ein Alter- je nach Kind, nicht Fisch, nicht Fleisch und die Personen die das "Sorgerecht" haben behandeln ihn schlecht- das kann einen ganz schön prägen. Such auf jedenfall ein Gespräch mit deinem Berater auf dem Jugendamt oder einer Person im Heim oder wo auch immer- hat mir sehr geholfen! Die arbeiten täglich uns seit Jahren mit Kindern, wissen wie sie ticken, was man ihnen zumuten kann und was nicht.

Sei mir jetzt nicht böse, aber weder dein Mann noch du scheinen die geeigneten Perseonen für euren Sohn zu sein! Deine Söhne sind nicht "Kompatiebel" das hab ich so noch nie gehört. Spannungen, Streit, Unterschiede gehören genauso in eine Familie, nein, vielleicht noch mehr als Harmonie und Frieden, denn das macht Kinder auch stark. Wenn Kinder sich in den eigenen 4 Wänden auch mal streiten, schagen, aus dem Weg gehen aber irgendwann vertragen oder einfach akzeptieren- dann prägt das eigentlich positiv, es zeigt, das man mit Konflikten umgehen kann und lernt sich gegenseitig zu akzeptieren. Unter umständen ist dieser Zug leider abgefahren- aber mach dir da keine Vorwürfe- auch so wird sicher was aus den Jungen! Lass ihn mal, wie schon mal gesagt, zur ruhe kommen, sich sammeln und erwarte nichts. Er ist 14- vielleicht bleibt er in betreuten Gruppen bis er 18 ist- dann ist es so, er währe nicht der erste und auch nicht der letzte.

Geh selber vielleicht zum sozialen Dienst und lass dich beraten, auch wegen deinen anderen Kindern- denn du brauchst einen Plan und den kannst du mit einem Coutch erarbeiten. Struktur, nen Plan, eine Linie und vor allem muss klar sein das DU die Mutter bist. Lass dieses Gefühl zu! All deine Kinder sind dir wichtig! Oder?

Beitrag von witch71 - 13.01.12 - 20:17 Uhr

"Ich seh gerade den sprichwörtlichen Wald vor lauter Bäumen nicht."

Das merkt man Dir auch an. Von Außen betrachtet gestaltet sich die Situation so:
Bei Dir kann der Junge nicht wohnen, da er Probleme mit dem Bruder hat und Du seine Erziehung nicht gewährleisten kannst, wenn ich das richtig verstanden habe. Also vernünftige Entscheidung, dass er woanders wohnt.
Der Vater ist Alkoholiker, die Oma überfordert und der Onkel hat ihn verprügelt. Also auch keine Umgebung für ihn.

Da ist doch so eine Wohngruppe die beste Alternative, oder?

Übrigens würde ich den Onkel anzeigen wegen Körperverletzung, schon weil Dein Sohn sehen soll, dass man nicht ungestraft andere vermöbelt, auch wenn man älter ist. Prügel haben keinerlei Erziehungsfunktion und sollten sanktioniert werden. Weiterhin könnte dadurch verhindert werden, dass der andere Sohn evtl. durch das Jugendamt an den Vater übergeben werden kann. Da er 15 ist könnte er nämlich beantragen, auf eigenen Wunsch beim Vater zu leben.

Beitrag von gbmaintal - 13.01.12 - 20:31 Uhr

Hallo,

danke für die Antworten.

Natürlich weiß ich, dass die Jugendgruppe die beste Lösung für ihn ist.
Aber jetzt fangen die Probleme erst an, denn der Vater versucht jetzt alles mit einer Anwältin ihn wieder zu bekommen und mir das hälftige Sorgerecht abnehmen zu lassen.

Ich weiß, dass er da keine Chance hat, aber den Terror der dadurch verursacht wird, ist auch nicht gut für den Kleinen. Das Gerangel um ihn.

Er will auch ein Besuchsverbot für mich erlangen in der Jugendgruppe, bzw die Oma, da ich nur Unruhe hinein bringen würde und ich ja sowieso an der vermasselten Erziehung des Jungen Schuld bin und so. Sie hasst mich und das hat sie auch immer unterschwellig rüber gebracht.
Bei dem 15 jährigen ist es auch fruchtbaren Boden gefallen, da er eben den Papa und alles was er sagt heilig spricht, der 14 jährige ist da obersensibel und leidet still schweigend drunter, dass so über mich geredet wird.

Vor allem wäre ich so gerne in seiner Nähe, ich vermisse ihn sehr und mir ist die Entscheidung damals alles andere als einfach gefallen und jetzt wo er dort ist kommt wieder alles hoch, obwohl ich weiß dass er dort bestens aufgehoben ist. Habe ja schon Kontakt mit dem Leiter und den mitarbeitern dort gehabt telefonisch.
Aber ich hocke hier 286 km weit von ihm entfernt und kann mal nicht eben so in den Zug hüpfen und dorthin düsen. Leider.

Ich muss halt jetzt da durch und die Zeit für mich arbeiten lassen und darauf hoffen, dass es ihm dort bald wieder besser gehen wird.

Tja und was meinen anderen Sohn angeht- der da unbedingt hin will - ich werde es versuchen zu verhindern, ob ich Erfolg damit habe? Das wird die Zeit bringen, denn er kann ja den antrag stellen, dass er dahin will, dann bekommt er es eben von Jugendamtsseite gesagt, dass das nicht geht. Nur diesen Schmerz würde ich ihm gerne ersparen, dann würd ich lieber mich zum Honk machen.
Aber es wird so kommen wie es kommen muss und dann muss ich die Aufräumarbeiten leisten.

Traurig das alles, so habe ich mir nicht die Kindheit meiner Jungs vorgestellt. Aber ............eben versuchen das Beste daraus zu machen.

So, und nun gehe ich ne Runde arbeiten, das lenkt ein wenig ab.

GLG Gabi

Beitrag von gh1954 - 14.01.12 - 18:43 Uhr

>>>Ich bin echt mir das Hirn am zermartern was ich bei dem Kleinen falsch gemacht habe, dass er sooo geworden ist und komme aber nicht so wirklich auf die Lösung.<<<

Manche Kinder schlagen "aus der Art", da muss es nicht immer einen Schuldigen geben.

Was ich allerdings nicht verstehe, dass du jahrelang deinen kleinen Sohn diesem Lebenspartner ausgeliefert hast, sehend, dass er "ihn ständig gängelte, maßregelte und auf übelste Weise über ihn in dritter Person gesprochen hat."

Beitrag von starshine - 16.01.12 - 12:20 Uhr

"Denn Fakt ist, auch der 15 jährige ist mitten in der Pubertät, hat seine Macken und Flausen im Kopf und wird da nicht immer rund laufen, also ist doch da dann der Äger vorprogrammiert.
Und bei ihm kommt noch hinzu dass er seinen Papa dermaßen glorifiziert, egal was er tut und sagt, dass ist das Heiligtum. Da kommt nichts anderes drüber."

hmmmm, irgendwie ist da wirklich der Wurm drin und Dein Sohn denkt, wenn er Deine Art der Erziehung gerade nicht so gut findet, dann kann er ja bei Papa wohnen und da ist dann alles besser....

Ich rate Euch dazu professionelle Hilfe zu holen. Familiengespräch mit einem Psychologen. Das ist für Dich alleine nicht mehr zu managen...

Viel Glück!

Beitrag von katismarti - 25.01.12 - 15:43 Uhr

Hallo Gabi,

ich habe mir deinen ausführlichen Bericht mal genau durchgelsen und würde mal gerne Fragen ob denn dein Sohn mal gefragt wurde was er aktuell für Vorstellungen hat wie es weitergehen soll? Aus meiner Sicht sehe ich da einen 15-jährigen um den herum alle irgendwelche Entscheidungen treffen (du, der Vater/die Oma/der Onkel, das JA) aber mir wird nicht klar was er denn möchte. Aus meiner Erfahrung haben 15-jährige schon eine klare Vorstellung davon was oder wie sie sich das zusammenleben vorstellen. Ich könnte mir vorstellen dass auch die schulischen Probleme nicht das eigentlich Problem sind sondern eher ein Symptom. Ich finde es doch ein positves Zeichen, dass dein Sohn dich angerufen hat als es so eskaliert ist. Also so schlecht kann das Verhältnis oder das vertrauen zueinander ja nicht sein. Darauf kann man doch vielleicht aufbauen.

Bezügl. deines anderen Sohnes der nun zum Vater will würde ich mal mit ihm sprechen und fragen was er sich so toll bei dem Vater vorstellt weshalb er dorthin möchte? Sind es die vermeintlichen Freiheiten (oder das nicht kümmern des Vaters)? Ich würde deinen Sohn mal vor Augen führen wie es deinem anderen Sohn dort gerade ergeht und dann soll er doch mal allein für sich überlegen ob er wirklich auch in so einer Situation stecken möchte?

Vielleicht bin ich als Sozialarbeitsstudentin noch zu naiv oder zu optimistisch aber ich denke dass Jungs in diesem Alter auch schon mal zugetraut werden kann selbst über ihre Situation nachzudenken und sie danach zu fragen was sie wollen oder warum sie das wollen