Hallo ihr Lieben,
heute brauche ich leider mal euren Rat. Ich habe seit 18 Jahren einen guten Kumpel, mit dem ich früher viel unternommen habe. Mitterweile bin ich verheiratet und er in einer festen Beziehung mit einer ganz tollen Frau. Wir sehen uns nur noch selten, so ca. 4-5 Mal im Jahr, weil die beiden viel arbeiten und wir mit den Kids beschäftigt sind. Wenn wir uns dann sehen, verstehen wir uns richtig gut und haben viel Spaß miteinander. Bei unserem letzten Treffen habe ich erfahren, dass der Vater seiner Freundin an Krebs erkrankt ist und nur noch ein paar Monate zu leben hat, falls nicht ein Wunder geschehen würde. Kurz vor Weihnachten erzählten sie, dass sie schwanger sei. Durch die Schwangerschaft konnte sie besser mit der schweren Krankheit ihres Vaters umgehen und sah positiv in die Zukunft. Ende Dezember erfuhr ich, dass ich ebenfalls schwanger bin und - kaum zu glauben - wir beiden hatten den gleichen ET! Wir behielten es noch kurze Zeit für uns (wegen der kritischen 12 Wochen) und als ich es ihr erzählen wollte, erfuhr ich von einer anderen Freundin, dass sie gerade das Kind verloren habe. Beim Ultraschall in der 13. SSW konnte keine Herzaktivität mehr festgestellt werden, das Baby war wohl schon über 4 Wochen tot. Aber der Hammer kommt noch: Zwei Tage nach der Ausschabung ist nun auch noch ihr Vater verstorben.
Ich möchte ihr nun auf jeden Fall eine Trauerkarte schicken wegen ihres Vaters. Soll ich das Baby auch noch erwähnen, also dass es mir schrecklich Leid tut, dass sie ihr Baby gehen lassen musste etc.? Oder soll ich damit warten, bis ein wenig Zeit ins Land gezogen ist und sie dann anrufen? Ich weiß nicht, ob sie bereits von meiner SS weiß, aber wir werden uns in den nächsten 5 Monaten auf zwei Hochzeiten sehen, und das wird richtig schlimm für sie. Ach, es ist alles so schrecklich! Die beiden haben sich das BAby so gewünscht und sie hing so sehr an ihrem Vater!
Lange Rede kurzer Sinn: Trauerkarte nur wegen Vater oder auch auf die Fehlgeburt eingehen?
Vielen Dank im Voraus für eure Vorschläge!
LG
Fechtwoman
Baby verloren und Vater gestorben - was schreiben?
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Beitrag von fechtwoman - 13.01.12 - 20:13 Uhr
Beitrag von holidaylover - 13.01.12 - 20:56 Uhr
ich würde es auf alle fälle erwähnen!
das ganze ist ja so schon schlimm genug. wenn aber alle das baby sofort vergessen oder nicht mal erwähnen, ist es so als hätte es nie existiert.



lg
claudia
Beitrag von dusty1 - 13.01.12 - 21:48 Uhr
hallo,
ich habe das gleiche schicksal wie deine freundin erlebt.es war aber meine oma die starb.bei ihr bin ich quasi gross geworden.
am montag bin ich ins kh und an diesem tag starb auch meine oma.ich erfuhr es erst einen tag später,weil ich ja im kh lag...
meine freundin schrieb mir einen sehr langen brief und erwähnte immer wieder mein baby.das tat sooo gut,weil es ja mein kind ist,auch heute noch.sei für sie da und biete ihr deine hilfe an.sie wird die schon sagen ob sie es will.ich war froh zu wissen das ich jederzeit bei ihr anrufen konnte.ich tat es aber erst 6 wochen später und sie liess mir die zeit.
ich wünsche deiner freundin alles alles liebe und hoffe das auch sie die zeit der trauer irgendwann übersteht.
lg anja
Beitrag von myimmortal1977 - 14.01.12 - 12:01 Uhr
Rein vom Anstand her: Beide erwähnen. Ich würde es aber in getrennten Karten/Briefen machen, da beide in sich getrennte Persönlichkeiten waren.
Hast Du den Vater jemals kennen gelernt? Dann richte ein paar schöne Worte über ihn in dem Brief an sie, wie Du ihn in Erinnerung behalten wirst. Und was Du ihr generell mit auf den Trauerweg geben möchtest.
Bei dem verstorbenen Embryo würde ich als kleines Andenken einen kleinen Spruch in die Karte schreiben. Es wäre auch schwieriger, mehr schreiben zu wollen, da man die kleine Persönlichkeit ja leider niemals kennen lernen durfte.
Warum der Aufwand?
Nun, bei mir sind beide Eltern verstorben. Ich lese mir die Trauerpost in gewissen Abständen gern noch einmal durch und finde es immer schön, wenn längere Passagen über eine Persönlichkeit mit persönlichen Worten geschrieben wurden.
Ich lese aber nie beide Trauerfallkarten hinter einander. Da ich jedes Elternteil auf andere Art und Weise vermisse. Bedeutet nicht, dass ich den einen mehr und den anderen weniger vermisse. Nur beide lösen andere Gefühle bei mir aus. Und das sollte man auch getrennt behandeln und dann erleben dürfen.
Vielleicht möchte die Betroffene die Briefe und Karten für jeden einzelnen getrennt aufbewahren. Somit hat sie die Möglichkeit ggf. eine eigene kleine Aufbewahrungsbox für das verstorbene Unbeborene und eine Box für ihren Vater zu gestalten.
LG Janette
Beitrag von buuh - 14.01.12 - 22:10 Uhr
Hallo,
auch ich teile ein sehr ähnliches Schicksal mit deiner Freundin.
Ich lag damals mit der zweiten Fehlgeburt und Ausschabung im Krankenhaus während plötzlich und unerwartet meine geliebte SchwieMama (für mich wie meine MUM) an einem Hirnaneurysma starb. Es war alles ganz schrecklich und durch den großen Verlust und die Trauer über meine SchwieMama ist meine Fehlgeburt nur so nebenbei hergelaufen und wurde in meinem Umfeld gar nicht so wahrgenommen. Ich hätte mir gewünscht, das ich auch ein paar liebe Worte für diesen zweiten schweren Verlust bekommen hätte...
Kann dich also nur ermutigen, deiner Freundin ein paar liebe Worte zu schreiben (und vielleicht ja wirklich in einer zweiten Karte)... schreib einfach aus dem Herzen heraus, was du fühlst. Das wird auch bei ihr ankommen und ihr bestimmt gut tun.
Und auch für die kommenden Treffen würde ich immer ganz ehrlich und offen auf sie zugehen und ihr deine Gefühle (da du ja schwanger bist und das auch nicht einfach für euch beide ist) mitteilen. Meine beste Freundin war damals auch zeitgleich schwanger und sie begleitete mich ins Krankenhaus, da mein Mann durch den Tod seiner Mum fix und fertig war. Es war alles so schlimm, aber es hat auch gezeigt, wer in so einer schweren Zeit für einen da sein kann. Und es hat meine Freundin und mich noch mehr verbunden, trotz das sie schwanger war.
Es braucht manchmal nicht viele Worte... es ist einfach nur wichtig, das es Platz für die Trauer und die Gefühle gibt.
Ich finde es sehr schön, das du dir solche Gedanken machst. Das zeigt das sie dir sehr am Herzen liegt.
Alles Liebe für deine Freundin und viel Kraft für die schwere Zeit.
Und dir alles Gute für deine Schwangerschaft.
Lg, Buuh
