Wieder im Job Missstände hoch 10! Vorsicht lang!

Sie befinden sich im Archiv des urbia-Diskussionsforums.

Hier geht es zur vollständigen Version dieser Seite. Dort können Sie auch aktiv am Diskussionsgeschehen teilnehmen.

Beitrag von jupiter930 - 13.01.12 - 22:39 Uhr

Hallo,

Wie würdet ihr euch verhalten, bzw hat man überhaupt irgendwelche Chancen bei folgender Situation?

Ende 2010 ging ich in den MuSchu mit anschließend einem Jahr Elt.zeit. Auf Grund Personalmangel (eine andere Kollegin wurde während meines MuSchu zu Recht gekündigt) wurde eine neue Kollegin fest eingestellt. Also keine Vertretung für mich, sondern als Ersatz für die Gekündigte. Als Unterstützung des Büros auf Grund meines Fehlens stellte meine Chefin ihren Sohn auf 400 EUR Basis ein. Nun bin ich wieder zurück und was sich dort nun bietet verschlägt mir teilweise die Sprache.

Ihr Sohn kommt und geht wie er will, er arbeitet definitiv nicht die Zeit wofür er bezahlt wird. Er ist absolut nicht vertraut mit den Arbeiten unseres Büro und ist mehr oder weniger für Aufräumarbeiten, Akten archivieren, Kopierarbeiten, Post usw abgestellt. Aber er mischt sich in Dinge ein die ihn a) nichts angehen und b) wovon er keine Ahnung hat. Er macht es nicht um sich zu bilden sondern um seiner Mutter absurde Vorschläge zu machen. ZB erkundigt sich bei uns was wir so zu tun haben und meinte dann diese Wo zu seiner Mutter wenn wir als Angestellten nichts zu tun haben (was definitiv nicht so ist, es ist wegen Auftragslage nur weniger, abarbeiten muss man trotzdem) müssen wir eben unseren Urlaub jetzt nehmen um zH bleiben zu können (wie zB im Bau üblich). Er nimmt sich Geld aus der Geschäftskasse sowie aus der Kasse der Chefin wie es ihm passt um sich mal eben nen Kurztrip zu finanzieren, ohne überhaupt mal zu fragen. Zunächst wurden da natürlich erstmal die Angestellten unter Verdacht genommen. Sie als Chefin (bzw Mutter) nimmt ihn dann aber noch in Schutz. Er wird uns gegenüber frech, bedient sich ungefragt an den Getränken die für Mandanten gedacht sind usw.

So, das andere ist die neue Kollegin. Schon in der ersten Wo hat sie sich ein neues Telefon, neue PC Tastatur und einige andere Dinge geordert, ohne die Chefin großartig zu fragen. Sie bedient sich ebenso ungefragt an den Getränken, reißt sich sämtliche Arb an sich und hält Informationen zu den Akten zurück, so dass man gar nicht mehr auf dem Laufenden ist was die Abarbeitung betrifft. Am Ende stellt sie uns dann so dar dass wir nicht ordentlich arbeiten. Sie ist fast jeden Tag die erste im Büro und abends die letzte, sie kramt in unseren Schreibtischen und alles solche Sachen und tratscht jedes private Wort von uns an die Chefin weiter.

So, und nu zu meiner ganzen Fassungslosigkeit musste ich zu dem Schluss kommen, dass wir als alteingesessene weder Chancen gegen den Sohn noch gegen die Neue haben. Er ist ihr Sohn und sie will anscheinend nicht sehen dass er sie ausnutzt. Die Neue hat die Chefin auch total im Griff, alles was sie tut ist toll, auch wenn wir vor ihr schon öfters die gleichen Ideen vorgetragen haben (um den Arbeitsablauf zu verbessern). Wenn wir mal einen neuen Stift brauchen müssen wir fragen, sie ordert ganze Gerätschaften ohne zu fragen. Selbst in Gehaltszahlungen hat sie sich schon eingemischt. Und warum darf sie das? Weil unsere Chefin seit ihrer Scheidung einsam ist, niemanden zum reden hat und die Neue ihr aber vorspielt ihr zuzuhören. Letztendlich nutzt sie sie aber auch nur von vorne bis hinten aus. Denn uns gegenüber lästert sie wie verrückt gegen die Chefin. WÜRDEN wir der Chefin davon erzählen würde sie uns das nicht glauben und uns noch wegen schlechter Rederei eine reindrücken. Dabei sind wir (sind insgesamt 4 Angestellte) alle gleich gestellt, ich bin die einzige mit abgeschlossener Berufsausbildung, eine andere hat damals umgeschult und die Neue und die vierte Kollegin sind ungelernt.

So, und nun hätte ich gerne mal eure Meinungen dazu gehört. Müssen wir uns das gefallen lassen? Es geht mir nicht darum wer wieviel verdient oder so, von mir aus soll sie sich den Hintern mit Geld vollstopfen, aber die Arb.moral ist drastisch in den Keller gesunken. Aber es herrscht ein mega Ungleichgewicht seitdem. Während sie uns keine neuen Gerätschaften zugesteht bekommt die Neue nur das Beste, sie verdächtigt uns weil ihr Söhnchen (wird 30 und hat noch nie ne feste Anstellung gehabt, sondern lebt so in den Tag, denn Geld bekommt er ja auch so irgendwie) Geld aus den Kassen nimmt und alles solche Dinge. Sie lacht uns aus wenn wir mal "jammern" dass das Geld in der Monatsmitte schon fast alle ist. Die Neue verdient das mehr als doppelt soviel wie ich, leiht sich noch von der Chefin Geld ohne es zurück zahlen zu müssen, und die Chefin stürzt sich deswegen selber total ins Minus (wir haben Einsicht in die Geschäftskonten da wir für die Buchungen usw zuständig sind).

Mir kommt es so vor als würde die Neue ein Spielchen treiben. Wir haben keinen Betriebsrat oder ähnliche Stellen bei denen wir uns beschweren könnten. Oder gilt heute echt der Grundsatz "Nur frech kommt weiter" und wir sind einfach nur zu blöd?

Sorry noch für die ausführlichen Schilderungen, aber sonst wäre es wahrscheinlich nicht verständlich genug.

Danke!

Beitrag von witch71 - 14.01.12 - 00:41 Uhr

"Oder gilt heute echt der Grundsatz "Nur frech kommt weiter" und wir sind einfach nur zu blöd?"

Im Grunde weisst Du, dass sowohl der Sohn als auch "die Neue" ein Niveau erreicht haben, das Du an Tiefe nicht erreichen willst. Du kannst Augen, Ohren und Mund verschliessen und abwarten ob sich die Situation von alleine klärt oder Du suchst Dir einen neuen Job.
Ist es wirklich blöd, sich so zu verhalten, wie die beiden Personen es tun? Ich würde über diesen Satz da oben nochmal nachdenken.

Beitrag von lena1309 - 14.01.12 - 01:29 Uhr

Hallo,

seit wann bist du denn wieder in der Firma, wenn du Ende 2010 in den Mutterschutz gegangen bist und 1 Jahr Elternzeit beantragt hattest.

LG
M.

Beitrag von miau2 - 14.01.12 - 10:20 Uhr

Hi,
also zunächst mal würde ich unterscheiden, wo das, was sie (und er machen) wirklich deine Arbeit beeinflussen. Und wo nicht.

Und IHRE neue Tastatur und das sich die beiden an Getränken bedienen dürfte doch eigentlich wohl kaum deine Arbeit beeinflussen. Klar ist "Neid" nicht wirklich förderlich für die Arbeit und das betriebsklima. Aber streich einfach mal alles aus deinen Schilderungen raus, was letztendlich nur "Neid" ist und nicht wirklich die reine Arbeit negativ beeinflusst.

Ansonsten kann ich dir nur sagen: such dir einen neuen Job, wenn das alles so ist wie beschrieben (und nicht nur auf Neid (ein menschlicher Zug) basierende Vermutungen).

Klar kann Euch niemand hindern einen Betriebsrat zu gründen, wenn die FA groß genug ist. Nur - ob das wirklich weiterhelfen kann?

Ich hatte mal das spaßfreie Vergnügen einen AG zu haben, wo alle außer mir, die auch nur irgendwie Verantwortung hatten mit dem Chef und Eigentümer verwandt oder verschwägert waren.

Mit der Erfahrung von heute hätte ich mir viel früher etwas neues gesucht. Aber damals - erster Job nach dem Studium, jung, naiv ;-) - dachte ich: das schaffst du schon irgendwie, musst dir ja nicht alles bieten lassen und "gute Arbeit" sollte eigentlich "Familienbande" wettmachen. Ich lag falsch. Die Familienbande war IMMER mehr wert, und alles, was schief ging immer meine Schuld. Der eigenen Ehefrau zu sagen "du hättest diese wesentliche Info weitergeben MÜSSEN" ist halt etwas anderes als jemand "familienfremdes" zusammenzustauchen, weil es eben (mangels dieser Information) schiefgegangen ist.

Und - wie willst du das ändern? Selbst wenn dir jemand hier sagt "nein, du musst dir das nicht bieten lassen"? Bei der chefin warst du ja wohl schon. Klar, gründet einen Betriebsrat - aber bei Problemen, wo Familienangehörige vom Chef und Eigentümer (so habe ich es verstanden) involviert sind würde ich eher anzweifeln, dass das wirklich hilfreich ist.

Tut mir leid, wenn dir das nicht wirklich weiterhilft. Vielleicht zum Aufbauen: es gibt auch ganz tolle Chefs. Mein erster war in meinem bisherigen Berufsleben eine echte Ausnahme (und - warum auch immer - die Firma gibt es nicht mehr...).

Viele grüße
miau2

Beitrag von bigi1512 - 14.01.12 - 11:07 Uhr

Hallo,

am besten versuchst du eine andere Stelle zu finden.

Das mit der Kasse geht ja gar nicht, dann stimmt der Bestand ja niemals und ihr
anderen bekommt immer Ärger.

LG Birgit

Beitrag von manavgat - 14.01.12 - 15:56 Uhr

Wenn das der Laden, der "Chefin" ist, dann musst Du entweder das so hinnehmen oder gehen.

Ist es ein größerer Betrieb und sie nur Abteilungsleiterin, dann kannst Du Dich selbstverständlich in der Personalabteilung oder beim Betriebsrat beschweren.

Gruß

Manavgat