Bewerbung - würdet ihr da eine "Rückmeldung" schicken

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Beitrag von misssaintmary - 14.01.12 - 19:15 Uhr

Hallo und guten Abend,

folgende Frage (ist einer Freundin von mir passiert - nennen wir sie A - und wir haben beschlossen, dass hier mal zu posten und zu schauen, was ihr denkt).

A hat sehr erfolgreich Lehramt studiert (mit drei Fächern) und ist kirchlich sehr engagiert (leitet ihre eigene Jungschar, war immer auf Jugendfreizeiten mit dabei, etc.), hat zwei Auslandssemster absolviert, spricht noch eine zusätzliche Fremdsprache, ... .

Schon im Studium hat A B kennengelernt, die im Studium nicht ganz so gut war, aber genau die gleichen Fächer hatte. A + B kamen im Referendariat in den gleichen Schulamtsbezirk und gründeten eine WG. B ist zwei Jahre jünger als A. Beide sind nicht verheiratet.

Dann schrieb eine konfessionelle Privatschule eine Stelle aus, in der sie zwei der drei Fächer, die A und B hatten, suchten. Beide bewarben sich, jeweils mit ihrer Heimatadresse, damit es nicht so doof aussah und rechneten eigentlich damit, dass A, die ja kirchliche engagiert ist (das war im Ausschreibetext gefragt) und ja auch bessere Noten als B hatte, eher zum Zug käme. Die Bewerbungen waren so, dass für den Personalchef dort nicht ersichtlich war, dass A und B sich kannten.

Riesig die Überraschung, als B eine Einladung zum Vorstellungsgepräch und dann auch die Stelle bekam. A bekam ihre Unterlagen zurückgesandt mit der Begründung "die Stelle wurde eine einen Bewerber mit geeigneteren Fächern vergeben".

Mit As Bewerbung kann nichts falsch gewesen sein, denn sie hat problemlos in einer anderen, sehr ähnlichen Schule, eine Stelle bekommen. Und wie gesagt: beide Mädels habe die gleichen Fächer, auch die gleiche Haupt- und Nebenfachgewichtung, A hat zwei Auslandssemster, die B nicht hat, bessere Noten und viel mehr ehrenamtliches Engagement.

A kann völlig akzeptieren, dass B die Stelle bekommen hat, ärgert sich aber wahnsinnig, dass ein kirchlicher Träger sie in der Absage so dreist belügt. Die Begründung kann ja nicht stimmen.

Da sie jetzt eine Stelle hat, würde sie schon gerne mal nachfragen, woran es wirklich lag. Das haben wir heute mittag einmal diskutiert ....

Liebe Grüße
Miss Mary

Liebe Grüße
Miss Mary

Beitrag von nixfrei - 14.01.12 - 19:24 Uhr

Hallo,

manchmal liegt sowas einfach am Foto.
Wie will sie denn nachfragen, anrufen?

LG

Beitrag von misssaintmary - 14.01.12 - 19:31 Uhr

Ja, sie wollte einfach anrufen und nachfragen, woran es gelegen hat.

Liebe Grüße
Miss Mary

Beitrag von nixfrei - 14.01.12 - 19:38 Uhr

Hm, ich würde es wohl nicht machen, weil sie ihr eh nicht sagen würden z.B. "och, ihr Foto hat uns nicht so gefallen".
Vielleicht hatte sie auch irgendwo nen Rechtsschreibfehler in der Bewerbung oder sonst irgendne Kleinigkeit, die den Chef gestört hat. Mein Chef z.B. stellt keine Azubis ein, die Einzelkinder sind.

Aber zu verlieren hat sie ja nix...

LG

Beitrag von misssaintmary - 14.01.12 - 19:40 Uhr

Êcht, das ist ja krass. Keine Einzelkinder?

Liebe Grüße
Miss Mary

Beitrag von nixfrei - 14.01.12 - 19:43 Uhr

ja, er hat da wohl schlechte Erfahrungen gemacht ;-)

Beitrag von havanna0804 - 14.01.12 - 19:44 Uhr

-Mein Chef z.B. stellt keine Azubis ein, die Einzelkinder sind.-

Sachen gibts...

Meine Chefin stellt keine Azubis ein, die weiblich sind:-(. Wenn sie dann bei den übriggebliebenen 50% noch die Einzelkinder aussortieren würde...

LG

Beitrag von ayshe - 14.01.12 - 19:45 Uhr

Ja, ob sie wirklich die Wahrheit sagen würden, ist fraglich.

##
Mein Chef z.B. stellt keine Azubis ein, die Einzelkinder sind.
##
Es gibt einfach die merkwürdigsten Vorstellungen.
Und ein Einzelkindbewerber wird sich dann bei euch auch fragen, warum es eine Absage bekam, aber mit Sicherheit auch nicht die Wahrheit hören, wenn er dann fragen würde oder?

Beitrag von nixfrei - 14.01.12 - 19:48 Uhr

nein, natürlich nicht ;-)

Beitrag von rotten - 14.01.12 - 20:51 Uhr

Woher will der Chef das denn wissen? Fragt er dann beim Bewerbungsgespräch nach? Ich habe jedenfalls noch niemals derartige Angaben in einer Bewerbung untergebracht.

Beitrag von nixfrei - 14.01.12 - 21:01 Uhr

Bei Azubis steht das oft im Lebenslauf und wenn nicht, dann ja - fragt er das beim Gespräch...

Beitrag von ayshe - 16.01.12 - 09:02 Uhr

Das ist echt der Hammer, man würde ja nie darauf kommen.

Der eine will keine Einzelkinder, der andere keine Rothaarigen, was es wohl noch so alles gibt? #zitter

Beitrag von ayshe - 14.01.12 - 19:43 Uhr

Also du meinst, die Voraussetzungen waren bei beiden genau gleich?
Nur, daß A die Auslandssemseter hat und auch bessere Noten?

Grundsätzlich saugen sich die AG auch eine Begründung zur Ablehnung einfach aus den Fingern. Das würde ich nicht so ernst nehmen.

Vllt ist sie überqualifiziert oder sie wollen einen anderen Typ Mensch aus irgendwelchen Gründen (ich meine jetzt nicht optisch, sondern von ihrer Art und Auftreten in der Bewerbung).

Fragen kann man natürlich, wenn es einem keinem ruhe läßt.
Hilfreich wird es meiner Meinung nach für zukünftige Bewerbungen aber nicht unbedingt sein, denn jeder AG hat einfach eine andere Vorstellung und Vorlieben.

Beitrag von nineeleven - 14.01.12 - 19:54 Uhr

Nur kurz: meine Chefin hat mich damals als Azubi eingestellt, obwohl es eine andere Bewerberin gab die ein deutlich besseres Abi hatte. Sie meinte dann nach meiner Einstellung ganz ehrlich zu mir, dass sie mich eingestellt hatte weil ihr meine Art gefallen hat und weil man an zu "perfekten" Leuten nichts mehr feilen kann, sie also nicht mehr formen. Vielleicht lag es daran.

LG

Beitrag von junisonne10 - 14.01.12 - 20:04 Uhr

hi,

vielleicht lag es ja am wohnort.

"Beide bewarben sich, jeweils mit ihrer Heimatadresse" es gibt arbeitgeber, die bevorzugen bewerber, die näher "dran" wohnen. kenne einige abeitgeber, die berücksichtigen nur bewerber, die im umkreis von 20 km wohnen.

vielleicht wohnt b einfach dichter dran und der arbeitnehmer hat sich gedacht, dass die umstellung dann nicht so groß wäre. es gibt viele arbeitgeber, die haben schlechte erfahrungen mit weit weg wohnenden bewerbern gemacht, auch wenn diese hinziehen. meist kennen sie niemanden dort, fühlen sich allein oder haben heimweh und dann wird ganz schnell der job gewechselt und der arbeitgeber steht wieder ohne "mann" da!

lg

Beitrag von misssaintmary - 15.01.12 - 12:56 Uhr

Hi, die wohnen beide gleich weit von der Schule weg, aber jeweils in die andere Richtung.

A hätte vielleicht 5 Minuten länger fahren müssen.

Liebe Grüße
Miss Mary

Beitrag von sassi31 - 14.01.12 - 20:35 Uhr

Vielleicht ist das einfach nur die Standardabsage, die man dort verschickt. Die ändern vermutlich einfach nur die Adresse ab oder drucken die Absagen als Serienbrief.

Gruß
Sassi

Beitrag von sillysilly - 14.01.12 - 20:49 Uhr

Hallo

denke es lag am Foto

ist oft auch eine Typ-Frage mit wem man kann oder nicht

bei mir ist es so daß ich z.B. Frauen mit ganz kurzen Haaren, sehr männlich wirkende Bewerberinnen mir überlege - weil ich da schlechte Erfahrungen gemacht habe .....

meine frühere Chefin hat keine Natur- rothaarigen Bewerberinnen eingeladen, weil sie die als zickig kannte ....

gerade in Berufen wo Menschen viel miteinander zu tun haben, kommt es oft schon auch darauf an ob einem der Typ Mensch liegt

Wenn wir Auswahl haben - kann ich sagen, daß es hier bei uns zu 60 Prozent am Foto liegt ob eine Bewerbung näher angeschaut wird oder nicht

grüße Silly

Beitrag von misssaintmary - 15.01.12 - 12:58 Uhr

Hallo,

das kann sein, wobei weder A noch B besonders "extrem" aussehen, beide ungefähr gleich groß, normale Figur, eine dunkelblond, eine brünette, beide lange unauffällige Haare.
Wie sie auf den Bewerbungsfotos aussehen, weiß ich nicht.

Liebe Grüße
Miss Mary

Beitrag von cinderella2008 - 14.01.12 - 21:35 Uhr

Hallo,

ich habe mal eine Weile in der Personalabteilung gearbeitet.

Es kann durchaus möglich sein, dass A. zu gut für die Stelle war. Wir haben manches Mal den besseren Bewerbern eine Absage geschrieben, weil unser Chef der Meinung war, dass gerade die Bewerber mit der Superausbildung, Auslandserfahrung usw. auf Dauer mit der ausgeschriebenen Stelle unzufrieden sein könnten und dann bald einen Wechsel der Stelle in Betracht ziehen könnten. Er legt jedoch Wert darauf, die Stellen möglichst langfristig zu besetzen.

Ein anderer Faktor kann sein, wenn A. eventuell in der Bewerbung ein bestimmtes Wort/einen Begriff verwendet hat, der das Aussortieren ihrer Bewerbung zur Folge hatte. Bei uns gibt es bestimmte Begriffe, wenn die verwendet werden, fliegt die Bewerbung gleich raus. Einfach weil sie im Zusammenhang mit unserer Fa. unangebracht bzw. falsch sind. Man sieht daran, dass der Bewerber sich nicht 100 %ig mit der Fa. beschäftigt oder eine Sammelbewerbung abgeschickt hat.

Der Gründe gibt es viele. Dass man am Telefon eine wahrheitsgemäße Antwort bekommt, glaube ich eher nicht. Wir hätten sie nicht gegeben.

Noch eine Frage: Ist B. evtl. schwerbehindert?

LG, Cinderella

Beitrag von wind_sonne_wellen - 14.01.12 - 22:03 Uhr

Hallo!

Ich kann gut verstehen, dass A gern wüsste, warum sie abgelehnt wurde. Der Absagebrief ist wahrscheinlich einfach das Standardformular, bei dem immer nur die Adresse geändert wird. Ich glaube nicht, dass man ihr die Wahrheit sagen würde.

Manchmal ist es wirklich kurios, warum eine Bewerbung nicht in die engere Auswahl kommt.
Mein Sohn hat eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten gemacht und war da auch in der Personalabteilung. Als wieder neue Azubis gesucht wurden, musste er jedem eine Absage schicken, der bei seiner Bewerbung die Unterschrift vergessen hatte, da sie deren Meinung nach dann ungültig sei.
Dabei wurde nicht auf Zeugnisse oder sonstiges geachtet und es war eine beträchtliche Anzahl Bewerber die das betraf.

Also: Leute, unterschreibt immer eure Bewerbungen ;-)

LG Petra

Beitrag von nixfrei - 14.01.12 - 22:12 Uhr

Öhm, das mit dem Unterschreiben ist doch normal oder? ich hab schon viele komische Bewerbungen gesehen, aber noch keine ohne Unterschrift... #gruebel

LG

Beitrag von fruehchenomi - 14.01.12 - 22:04 Uhr

Ich arbeite in einer Dienststelle, in der ich sehr viel mit Bewerbungen von gut und schlechter qualifizierten "Bewerbungsschreibenden" zu tun habe.
Wir führen auch Seminare durch zum "richtigen Bewerben" - kenne einige Personalchefs usw.
So - MEIN persönliches Fazit ist - Du wirst NIEMALS dahintersteigen, warum Du abgelehnt oder auch genommen worden bist.
Kein Personalchef gibt Dir darauf eine ehrliche Antwort.
LEIDER LEIDER ist heutzutage JEDE Bewerbung Russisch Roulett - Du kannst Dir noch so den A*** aufreißen, dem Personalchef gefällt Deine Nase auf dem Foto nicht und Du hast verloren.
Und ich gehe nun von "normalen" sauber geschriebenen und vollständigen Bewerbungsunterlagen aus- Ausnahmen gibts natürlich auch.
Wenn ich das hier schon lese: "Bewerber haben das falsche Wort verwendet" - da könnt ich.....:-[ Okay, vielleicht hat ein Bewerber nicht die Firma in- und auswendig erkundet, aber leider ist es auch fast allen Personalverantwortlichen herzlich wurscht, dass hinter jeder Bewerbung ein Mensch steht. ...
Man will einen jungen, billigen und formbaren Menschen mit allen Qualifikationen und 10 Jahren Berufserfahrung - immer noch....
Es ist gut, dass ich gerade das Blatt auf dem Arbeitsmarkt wendet, es wird hoffentlich zu einem Umdenken kommen (müssen).
Und das schreibe ich hier nicht nur vom dienstlichen Bereich her, sondern auch, weil ich zwei Kinder habe, die unverschuldet schon arbeitslos waren, gut qualifiziert für die ausgeschriebenen Stellen - und die nicht mal eine Antwort wert waren.
Eine Nachfrage halte ich für zwecklos, man bekommt keine ehrliche Antwort.
LG Moni

Beitrag von locke1910 - 15.01.12 - 07:33 Uhr

Moin.
Manchmal ist sogar die Unwissenheit der Chefs "schuld" - einer meiner Vorgesetzten konnte das Notensystem der Gesamtschulen (A-, B-, C-Kurs) nicht "deuten"; also flogen diese Bewerbungen 'raus - da er nicht einschätzen konnte, ob er ein gutes oder schlechtes Zeugnis in der Hand hielt#klatsch
Ein anderer Chef war da "besser" drauf - mögliche Azubis, die sich in seinen Augen auf den falschen Platz beworben hatten, aber interessant genug waren, lud er trotzdem ein und machte gleich im Gespräch klar, dass er ihnen zu einer anderen Ausbildung raten würde...
In den meisten Fällen hatte er übrigens Recht!
Aber ich denke, Freundin A ist wahrcheinlich überqualifiziert - meine Freundin zb hat einen sehr erfolgreichen Ausbildungs- und Berufsweg und suchte trotzdem fast zwei Jahre nach einer neuen Stelle; meistens war sie zu gut qualifiziert (manchmal war auch ein "Problem", dass sie relativ jung und ohne Kinder ist - laut einem anderen Chef auch immer Risiko für einen AG, da diese Frauen ja auch in der Elternzeit verschwinden können...).
Lg, Locke

Beitrag von fruehchenomi - 15.01.12 - 11:03 Uhr

Überqualifiziert kann schon sein, obwohl das in meinen Augen ein dummes Gewäsch ist -sollen froh sein, dass sie qualifizierte Leute kriegen - andererseits jammern die Personalchefs dann über die ach so katastrophalen Bewerbungen mit Rechtschreibfehlern usw. Ich frag mich immer, verdammt nochmal, was wollt ihr eigentlich ? Billige Deppen oder gute Leute, die eben ihr Geld kosten, aber der Firma nutzen ?!
Tja jung und ohne Kinder ....das stimmt schon, aber mit 35 UND Kind ist's ja auch wieder nicht recht. Ständige Frage an meine Tochter bei Bewerbungsgesprächen:
" Ja und was machen Sie, wenn Ihr Kind kraaaaank ist ?" #klatsch

Meine Tochter war schon kurz davor, zu sagen: "Dann erschlag ichs vollends, damit ich ja nicht fehlen muss..."
Sie war oft sooooo wütend.... Dabei hat sie eine Ganztagskita UND eine Oma, die einspringen kann nach der Kitazeit.....
Deswegen sag ich ja.....Bewerbungen sind immer Russisch Roulett.
LG Moni