Ich will nun virtuell mal losheulen-Zuhause verstehts ja eh keiner :0( sorry...lang...

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Beitrag von jk8271 - 14.01.12 - 19:45 Uhr

Hallo ihr Lieben.

Am 22.12.11 wurde meine Tochter Jara-Sophie Zoè geholt...für mich ein wahnsinniges Trauma- irgendwie kann ich damit nicht um, es war so plötzlich konnte mich nicht mit dem Gedanken auseinander setzen, da mein Mann ein Dejavu erlitt und ich stark für ihn sein musste...

Ich muss ausholen- verzeiht.

Mein Mann hat mit einer Exfreundin vor 8Jahren seine Tochter verloren, sie verstarb einen Tag nach der Geburt...ich verstehe, dass es schmerzhaft sein muss- ich verstehe, dass Erinnerungen kommen...doch mich versteht derzeit Keiner, weil ich auch einfach schweige- er muss wohl schon genug verdauen...

Nungut- man stellte uns ein paar Tage vor dem KS die Diagnose, welche man meinem Mann und seiner Ex vor 8 Jahren stellte...damit begann mein Dilemma...

Er projezierte ALLES- auf Damals...ICH war out, meine Ängste-ich durfte einfach keine haben...
Obwohl wir über die 34ssw heraus waren und die Ärzte sagten, Lungenreife würde nichts mehr nützen- spritzen sie mir Lungenreife, um meinen Mann zu beruhigen, diesmal nichts auszulassen...
Auch in diesen Momenten erfuhr ich erst jedes Detail von damals...mir wurde zB immer nur mitgeteilt, dass die Kleine damals n Frühchen war nen Infekt hatte und daran verstarb...

Nein,...nichts da...auf einmal war Alles wie bei mir, selbe SSW, selbe Diagnose, alles gleich...
Jeden Tag wurde ich mit diesem schrecklichen Schicksaal zusammen gebracht, jeder der nach Uns fragte, bekam nur diese Geschichte von damals zu hören, Niemand fragte mehr, wie es mir geht...

Tag des KS... mein Mann kam nicht mit herein, er konnte nicht, denn er war DAMALS schon dabei...Ich hatte nur die Spinale-doch für mich war der KS der Erste, ich hatte keine Freundin, keine Mutter-Niemanden...ich bin schliesslich 300km von Familie und Freunden weg...aber er konnte nicht...

Ich sagte ihm dann, er solle unsere Tochter hinterher,wenn die Kinderärzte sie zur Neo bringen...

Als ich für den KS vorbereitet wurde, teilte die Hebamme mit, dass n Notfall dazwischen gerutscht ist und ich noch warten müsse...

DAS WAR DAMALS AUCH SO!!! er machte mich wahnsinnig!!!!!

Gott sei dank!!!.....war mit unserer Murmel alles in Ordnung! #herzlich

Sie musste nicht beatmet werden,oÄ. sie musste einfach nur 2 Wochen wachsen...

ICH!!!schlief 14 Tage dort, kümmerte mich um sie...quälte mich echt durch, denn das KKH war naja- nicht so, wie man es sich vorstellt-zumindest das Zimmer, der Begleitmütter-egal...
Mein Mann war auch jeden Tag da-um zu sehen, dass es der Murmel auch gut geht...jeden Tag- damals....BLA BLA BLA....

Seit Sonntag sind wir Zuhause- er macht wirklich viel, versucht mich zu entlasten...er geht mir auf den Sack!!! Ich komme nicht in meinen Ablauf herein...3 Wochen hat er noch frei- lassen sich Paare kurz nach Kinder entbindung scheiden??????#kratz

Er ist schlimmer, als ne Erstmama :0((((((
Meine Milch ist "Weisses Gold"...wie viel bekommt mein Kind heute??... *grrrrr....
Sie scheisst nen Tag nicht- das ist WELTUNTERGANG!!...
Jedes Geräusch wird analysiert- es wird geguckt, aufgesprungen...
Ich kann mit meiner Tochter nicht kuscheln...ich bin nur zum Milchgeben da :0(((

Heute waren wir das erste Mal draussen....ich habe nicht ein Mal den Kinderwagen geschoben :0(((((((

Bis heute kam ich nicht dazu, all die Momente zu verarbeiten, der KS war das Schlimmste, was mir im Leben passiert ist...
Ich will weinen, will ihm sagen, dass er mich damit sehr verletzt hat....ich will verarbeiten....

Verzeiht, dass ich euch hier nun vollheule...höre nun auch auf, meine Milch wird gebraucht...

Liebe Grüße sende ich euch...

Beitrag von isi1709 - 14.01.12 - 19:58 Uhr

Hi,

ohje...du Arme. Kann mir echt vorstellen, wie schlimm das für dich ist.
Finde es aber sehr sehr wichtig, dass du mit deinem Mann darüber sprichst. Vielleicht wäre es ja auch an der Zeit, dass er sich Hilfe holt....in Form eines Psychologen oder ähnliches.....er macht dich/ euch ja ganz kirre mit seiner Überfürsorge, die sicherlich auch ein gutes Stück weit verständlich ist, nachdem was er erlebt hat.

Wünsche euch ganz viel Kraft und dass ihr offen miteinander sprechen könnt

LG

Isabel

Beitrag von angelika2112 - 14.01.12 - 20:47 Uhr

Du Arme #liebdrueck

Dein Mann hat das DAMALS noch nicht verarbeitet, aber das sollte er, denn sonst gehst DU aufgrund SEINER VERGANGENHEIT kaputt.

Du musst mit ihm reden, ihm sagen das dir sehr leid tut was er erlebt hat, aber er aufhören sollte ALLES auf euer Kind zu übertragen. Erkläre ihm das es DICH belastet und du versuchen möchtest mit ihm einen Weg zu finden, das er alles verarbeiten kann, du auch für ihn da bist, aber nicht als "Boxsack" herhalten möchtest.

Die Situation ist schwer, ich glaube dein Mann merkt es selbst gar nicht das DU damit belastet wirst, er ist total versteift auf sich und seine Ängste, du musst mit ihm reden wenn die Beziehung wieder glücklich werden soll.

Alles Gute euch #klee

Beitrag von matsel - 14.01.12 - 20:53 Uhr

hallo,
es gibt auch hebammen, die speziell auf traumatische ereignisse rund um die geburt geschult sind. vielleicht machst du dich mal kundig, ob es eine bei dir in der nähe gibt. es wäre sicher ratsam für dich, wegen dem ks und für deinen mann- wegen seiner vergangenheit mit einem fachmann zu sprechen. laß es nicht hinhängen.
lg und alles gute

Beitrag von janimausi - 14.01.12 - 21:15 Uhr

Ich würde deinem Mann einfach einen Brief schreiben, wenn du so nicht mit ihm reden kannst...
Und es ist wichtig das du darüber mit ihm redest... denn sonst gehst du kaputt.
Versuch ihm mitzuteilen, wie du dich fühlst, wie du den Kaiserschnitt empfunden hast, wie sehr er dir gefehlt hat...
wie sehr es dir fehlt mit deiner Tochter zu kuscheln, das ihr alle zusammen kuschelt...

Versuch es ihm zur not wie schon gesagt per Brief mizuteilen...

Ich hoffe du findest einen Weg.

LG Janina

Beitrag von zafala - 15.01.12 - 00:32 Uhr

Es tut mir sehr leid, was du erlebt hast.

Ein Kaiserschnitt ist eine traumatische Erfahrung, vorallem wenn die Begleitumstände nicht stimmen. Nicht jede Frau kann das so einfach wegstecken und das ist auch ganz natürlich.

Zu dem Kaiserschnitt, der Frühgeburt und all euren Ängsten, kommt bei dir noch die belastete Beziehung, keine Ruhe im Wochenbett und die Hormonumstellung ist ja auch noch.

Hast du eine Hebamme, die zu dir kommt? Vielleicht wäre auch eine psychologische Betreuung erstmal gut.

Auch vielleicht mit Terminen, die ihr gemeinsam wahrnehmen könnt, damit er versteht, wie auf sich fokusiert er gerade ist (wobei auch er sicher mit seinem Trauma gerade kämpft und seine Projektion auf "Damals" auch eine Verdrängung der Ängste Diesmal ist)

und wie sehr das dich und deine Beziehung zu deinem Kind belastet.

Hol dir Hilfe, du musst das nicht alleine Schaffen!

Du bist gerade in einer Ausnahmesituation und dann kommen viele Faktoren dazu, die einzeln schon reichen um einen aus der Bahn zu werfen!

Es tut mir wirklich leid, dass du so ein großes Päckchen zu tragen hast und dir die erste Zeit mit deinem Kind so genommen wurde.

Beitrag von derhimmelmusswarten - 15.01.12 - 09:26 Uhr

Herzlichen Glückwunsch zu deiner Tochter.

Dein Mann sollte eine Therapie machen. Natürlich hat er ein schlimmes Schicksal. Aber er kann das jetzt nicht ständig auf euer Kind projizieren. Das muss ja wirklich sehr schlimm für dich sein.

Meine erste Geburt verlief auch sehr kompliziert und hätten die Ärzte nicht sofort eingegriffen und wären wir nicht in einer großen Klinik gewesen, hätte meine Tochter sterben können oder behindert sein können. Wir hatten auch Bedenken, was die 2. Geburt anging. Aber mussten das auch irgendwie verdrängen. Natürlich ist unser Kind nicht gestorben. Gott sei Dank. Aber ich denke, dass dein Mann eine Psychose entwickelt hat, die behandlungsbedürftig ist. Das sollte er sich eingestehen. Sonst werdet ihr in Zukunft keinerlei normales Familienleben mehr führen können. Abgesehen davon schadet das ja auch dem Kind.

Beitrag von babygirl2010 - 15.01.12 - 10:55 Uhr

Hi du.

Ohje ohje... ich kann dir sooo sehr nachfühlen! #liebdrueck

Allerdings nur in der Sache mit dem KS... ich hatte auch einen KS bei 36+0 und es war das schlimmte, dass ich je erlebt habe. Ich habe das heute nacht fast zwei Jahren noch nicht verarbeitet... es kommt immer wieder hoch.
Bin nun erneut schwanger und hoffe so sehr wieder auf einen spontane Geburt...

Zu dem andren Thema, wie dein Mann mit dir umgeht, dass tut mir sehr sehr leid für dich. Ich kann mir vorstellen, wie mies es dir geht, wenn du immer nur stark sein musst und deine Gefühle nicht raus lassen darfst.:-(

Ich verstehe klar auch deinen Mann, dass es ihm Angst gemacht hat und die Erinnerungen wieder hoch gekommen sind. Das wird man nie vergessen, dass glaube ich ihm. Aber er hätte trotz allem für dich da sein müssen. Du hattest genauso Angst...!

Auch, dass er dich nicht mal den Kinderwagen schieben lässt... #schock Und du nur für die Milch da bist? Kuscheln ist genauso wichtig wie Stillen! Bzw. ohne kuscheln funktioniert das Stillen auch nicht so gut.

Ihr müsst ganz dringend miteinander reden! Wenn du es persönlich nicht kannst, dann schreibe ihm einen Brief, in dem du all deine Gefühle rein packst. Sag /schreib ihm, dass du ihn verstehen kannst, aber das es dir schrecklich geht. Das du am liebsten Schreien würdest, es aber eh keiner hört. Das du allein warst, ganz allein und das dir das alles so zu schaffen macht.

Ihr müsst miteinander reden!

Kannst mich gern auch per PN wegen dem KS anschreiben.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft und alles alles Gute!!#blume

Beitrag von anke-g - 15.01.12 - 22:38 Uhr

rede mal in ruhe mit deiner nachsorgehebi... ich hoffe sie kann euch etwas helfen!
auch würde ich an deiner stelle mit deinem man mal in ruhe reden oder ggf ihm einen brief schreiben... du zerplatzt ja sonst noch!!! kann deine gefühle gut nachvollziehen und mir vorstellen wie es dir geht. aber schau auch auf dich und wenn du ihm nicht sagst was dich stört/dich verletzt dann bekommt er es wohl gar nicht so mit! sag ihm wie du dich fühlst wie das alles auch für dich ist. es gibt nicht nur ihn in eurer kleinen familie! und du bist wahrlich nicht nur die milchgebende mami!!! das kann ja mal gar nicht so sein!! ihr seid beide die eltern und somit sollte es solche sichtweisen ja nun mal gar nicht geben! bist ja schließlich keine leihmutter oder amme...
redet miteinander. aber in einem ruhigen ton. er soll auch mal dir zuhören wie das ganze für dich war und ist. klar ist das alles für ihn schlimm und er sollte meiner meinung nach sich dafür mal professionelle unterstützung holen. aber die kannst du ihm nicht geben! sonst bräuchten therapeuten ja schließlich nicht so eine lange ausbildung...
also redet miteinander und er sollte sich mal um professionelle hilfe kümmern. es war und ist für ihn ein trauma gewesen was jede von uns nachvollziehen kann. aber ihr seid jetzt eine neue kleine familie mit neuen familienmitgliedern. jeder ist anders!
ich wünsche euch dass ihr bald einen guten gemeinsamen weg findet!

Beitrag von lucccy - 16.01.12 - 11:41 Uhr

Hallo,

ich würde vorschlagen, Du erzählst all das Deiner Nachsorgehebamme. Vielleicht kann sie Dir ja schon ein wenig bei der Verarbeitung helfen, bei Bedarf andere Personen zur Verarbeitung "vermitteln" und auch eventuell den Gesprächsanfang zu Deinem Mann vermitteln.
Wenn Du Deinen Mann anders nicht bekommst: Körperkontakt zwischen Mutter und Kind ist wichtig für die Milchbildung...

Wenn Du über die Zeit im Krankenhaus mit gleichgesinnten Schreiben willst: guck mal ins Frühchen-Forum hier.

Gruß Lucccy