Heutzutage geht ja jegliche Bewerbung online von statten. Dass man dann eine automatische Mail als Zugangsbestätigung bekommt, versteht sich ebenso.
Die neueste Mail jedoch hat mich ziemlich verwundert. Dort stand (grob übersetzt): wenn sie innerhalb von 3 Wochen nichts von uns hören, [..] gehen sie davon aus, dass (wir nicht an ihnen interessiert sind).
Ich war ziemlich baff. Gut, das stammt von einem Mail-Robot, aber bei mir hat das irgendwie einen komischen Eindruck hinterlassen. Ist ja alles anonym hier, dann kann ich auch etwas dazu schreiben bzgl. der Dimension. Also, die suchen einen zukünftigen Betriebsleiter (Standort mit 350 Mitarbeitern) und ich bewerbe mich mit einem Doktortitel. Es sind (generell bei dieser Firma) nicht Ausschreibungen, auf die sich 400 Leute bewerben (können).
Ist es heutzutage echt aus der Mode gekommen, wenigstens eine kleine Standardabsage an den Bewerber zu schicken? Andere Firmen machen das ja noch. Mir ist etwas die Lust vergangen bei dieser Firma zu arbeiten, wenn man bereits im Vorfeld so abgefertigt wird. Oder sehe ich das alles zu engstirnig?
Autom. Bewerbungsantwort: wir melden uns nicht
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Beitrag von milan-hellfire - 14.01.12 - 23:30 Uhr
Beitrag von witch71 - 14.01.12 - 23:42 Uhr
Zum besseren Verständnis: Dich beschäftigt, dass man sich auf eine Betriebsleiter-Bewerbung und Menschen mit einem Doktortitel gegenüber genauso "abfertigend" verhält wie auf bspw. den Reinigungskraftjob? Oder geht es darum, dass Du von *dieser* Firma einfach ein anderes Verhalten den Bewerbern gegenüber erwartet hättest?
Beitrag von milan-hellfire - 15.01.12 - 00:19 Uhr
Ich hätte erwartet, dass man jedem Bewerber (auch 400 Bewerbern auf Reinigungskraft-Stellen) eine Absage schickt. Mit der Dimension meinte ich zusätzlich, dass es sich hier nicht um eine Firma handelt, die mal locker 200 Bewerbungen einfahren kann, da sie primär nur Spezialisten sucht. Daher glaube ich nicht, dass der Aufwand so groß sein kann, 50 (?) Absagen zu verschicken. Um so mehr bin ich nun darüber verwundert.
Erwartet .. habe ich nun irgendwie gar nichts. Aber dieses Verhalten wurmt mich doch irgendwie, da es mir wie "schlechtes Benehmen" irgendwie vorkommt. Ein Bewerber gibt sich Mühe, schickt seine Unterlagen hin und es kommt u.U. keinerlei Reaktion von der Firma. Meine Bewerbung ist also nicht mal einen Klick auf den Reply-Button und eine Copy-Paste Standardabsage wert?
Ich habe schon in vielen Aushilfsjobs gearbeitet und auch in einem anderen Beruf und dachte, dass ich mich mit Bewerbungen mehr oder weniger etwas auskenne. Und bisher habe ich immer eine (für mich Grundlage der Kommunikation) -Antwort- erhalten.
Beitrag von berry26 - 15.01.12 - 20:57 Uhr
Ist das wirklich so neu für dich? Mein Mann (Physiker) hat nach dem Studium innerhalb von 3 Monaten 80 Bewerbungen geschrieben. Eine Antwort erhielt er von nicht mal der Hälfte und dabei war es egal welchen Bewerbungsweg er gewählt hat!
Ich kenn das von meiner Ausbildungssuche damals auch so und deshalb finde ich es schon fast nett, wenn man wenigstens von vornherein weiß das man nach 3 Wochen gar nicht mehr abwarten muss.
LG
Judith
Beitrag von sohnemann_max - 15.01.12 - 07:46 Uhr
Hallo,
ich denke, es liegt schon an der "heutigen Zeit". Schön finde ich solche Standardantworten sowieso nie. Aber da mag ich wohl noch etwas von der alten Schule sein - mit 34 Jahren
.
Bei mir gab es mal eine Stellenanzeige in der Zeitung, da hatte ich eine Rückfrage zu. Habe wie verlangt - via E-Mail angefragt. Eine Antwort darauf habe ich nie erhalten, allerdings ein Jahr später eine Absage, dass meine Bewerbung nicht weiter berücksichtigt werden kann.... prima, ich hatte ja nicht mal Bewerbungsunterlagen dort hin geschickt, sondern lediglich eine Frage zu der Stundenverteilung
...
Ich finde daran erkennt man schon, wie viel die Mitarbeiter der Firma Wert sind und wie mit Menschen im Allgemeinen dort umgegangen wird.
Eine gute Personalabteilung antwortet individuell auf jeden Bewerber. Egal ob es sich nun um eine Absage handelt oder eben um eine kommende Zusammenarbeit. Auch sollte da nicht zwischen einer Reinigungskraft und einem Vorstandsvorsitzenden gemacht werden.
Ehrlich gesagt würde mir persönlich schon die Lust dran vergehen in dieser Firma überhaupt zu arbeiten, wenn ich von vornherein schon als Nummer XY abgespeist werde.
Als normal würde ich es dennoch abtun.
LG
Caro
Beitrag von snoopster - 15.01.12 - 09:59 Uhr
Hallo,
ich finde nicht, dass Du das zu eng siehst.
Auch wenn sich 400 Leute bewerben würden, auch die kann man schnell mal in Gruppen sortieren und ihnen mit einem Klick ne nette Absage-Email schicken.
LG Karin
Beitrag von wind_sonne_wellen - 15.01.12 - 11:57 Uhr
Die Firmen werden immer unverschämter, was diese Sache betrifft.
Ich habe es jetzt erst wieder gesehen, als meine Tochter sich um einen Ausbildungsplatz beworben hat. Einige Firmen haben bis heute nicht reagiert, obwohl sie Stellen ausgeschrieben hatten und sogar in der Presse für ihre Ausbildungsmethoden hochgelobt werden.
Als meine Tochter ihren Ausbildungsvertrag dann unterschrieben hatte, hat sie selbstverständlich alle anderen offenen Bewerbungen abgesagt.
Manche haben dann die Unterlagen mit einem netten Brief zurückgeschickt, manche haben sich dann gar nicht mehr gemeldet.
Eine Firma hat die Unterlagen meiner Tochter ohne Anschreiben, ohne Mappe, zusammengetackert und gelocht in einen Umschlag gesteckt und zurückgeschickt.
Ehrlichgesagt bin ich froh, dass sie da nicht anfangen muss, sondern eine sehr nette Stelle gefunden hat.
LG Petra
Beitrag von ayshe - 15.01.12 - 12:23 Uhr
Auch wenn es ein Mail-Robot ist, so kann man ja den Text definieren.
Ich finde so etwas mit diesem Text auch nicht gerade prickelnd, habe das aber auch noch nie erlebt.
Und wenn eine Nachricht mit Textbaustein kommt, ist das immer noch höflicher und freundlicher (kommt natürlich auch auf en Text an).
Dein Gefühl kann ich ja verstehen, aber ich würde das alles einfach erstmal ignorieren und falls es zum Gespräch kommt, kann man immer noch sehen.
Vllt haben sie verschiedene Niederlassungen und alles wird von der Zentrale so ausgerichtet, aber der Standort ist vllt doch ganz nett, weiß man nie vorher.
Beitrag von bruchetta - 15.01.12 - 12:53 Uhr
Leider ist es heutzutage so. Ich habe auch mal so eine automatischen Mitteilung bekommen, dass, sollte sich die Fa. nicht binnen 3 Wochen melden, die Stelle nicht mehr zu vergeben ist.
Das war in dem Fall ein Personaldienstleister.
Dass sich die Firmen GAR NICHT melden, ist heutzutage auch nicht wirklich ungewöhnlich.
Ich habe mich hier und da per email gemeldet, dass ich es unmöglich finde, dass nicht mal eine Absage kommt.
Tja, ändern wird sich dadurch auch nichts!
Beitrag von miau2 - 15.01.12 - 15:33 Uhr
Hi,
ähnliche Erfahrungen (ohne Doktortitel
) habe ich auch gemacht.
Auf einige Bewerbungen gab es nie auch nur irgendeine Antwort. Egal, ob per Post oder Mail geschickt.
Bei einigen kam "wir melden uns" - und dann nie wieder etwas.
Und ansonsten wenigstens Absagen. Da wusste man, woran man war.
Ja, es scheint echt aus der Mode gekommen zu sein, in Mindestmaß an Höflichkeit und Respekt den Bewerbern gegenüber zu wahren. Und das wo man dank der Technik heute nicht mal mehr mit Portokosten argumentieren kann.
Umgekehrt ist es aber auch nicht anders...
Unternehmen bekommen massenweise Bewerbungen, die nur geschrieben werden um irgendwelche Ämter ruhigzustellen. Unternehmen, die ausbilden bekommen Bewerbungen, die sich der Schreiber ganz offensichtlich nicht mal durchgelesen hat (wie ernst es einer wohl meint, der sich bei einem Elektriker zur Ausbildung als Maler bewirbt...nur ein Beispiel von vielen, wie sie heute Alltag sind - wie es früher war weiß ich nicht).
vielleicht ist das Verhalten der Unternehmen letztendlich eine Retourkutsche auf den Müll, den sie heute auf so ziemlich jede Stellenanzeige erhalten.
Schon als ich studiert habe (ist schon ein paar Jahre her) hatte unser Prof für Personalführung klasse Beispiele aus dem Alltag, was passiert wenn jemand eine Stellenanzeige schaltet...und damals haben die Dinger noch Porto gekostet. Die Hemmschwelle, irgendwelche sinnfreien Bewerbungen (die Menge machts halt...) abzuschicken ist sicher gewaltig gesunken dank online-Bewerbungen.
Ist aber keine Entschuldigung. Ok, wenn Bewerbungen ganz offensichtlich ohne jeden Sinn und Zweck (na ja, ohne den Zweck, wirklich Arbeit zu finden) sind - keine Ahnung, ob ich da noch Zeit für Absagen investieren würde. Aber bei stinknormalen Bewerbungen, egal wie qualifiziert, finde ich das das absolute Mindestmaß an Anstand.
Wobei: auch mein jetziger Arbeitgeber hat sich ewig Zeit gelassen. Und erst nach der Einstellung habe ich erfahren, warum und wieso - nicht wirklich gut (bzw. verbesserungswürdig), aber der Hintergrund ist sicher kein Einzelfall in größeren Unternehmen
.
Viele Grüße
miau2
