Kennt ihr das Gefühl?Kiwu 2.und zwiegespalten (länger)

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Beitrag von heaven26 - 15.01.12 - 13:14 Uhr

Hallo,

muss mir gerad mal was von der Seele schreiben, weiss nicht was los ist mit mir. Fül mich so zwiegespalten!
Ich habe einen tollen Mann, einen tollen Sohn von 8 J. der schon recht eigenständig ist, ein zuhause wo wir uns wohlfühlen (zu klein für 4 P. auf dauer),einen tollen halbtags Job und eine schwierige Zeit hinter uns (finanziell) die sich gerade entspannt.

Wir können keine großen Sprünge machen aber müssen auch nicht jeden Euro dreimal rumdrehen.

Ich habe mir immer zwei Kinder gewünscht aber in der schwierigen Zeit aus vernunft heraus darauf geachtet bloss nicht schwanger zu werden, um es nicht noch zu verschlimmern. Seit einem Jahr nehme ich die Pille nicht mehr, mein Partner weiss es natürlich. Im November hatte ich dann eine Fehlgeburt. Ich hab mich danach sehr mies gefühlt. Als meine beste Freundin mir erzählte das sie schwanger ist, war es ein Schlag in die Magengrube. Wir wären jetzt ca. gleich weit.

Ich hatte nach der FG ein unglaubliches Gefühl der leere, und war mir 100% sicher ich will auf Teufel komm raus noch ein 2. egal was kommt wir packen das alles, weil wir schon soviel geschafft und durchgestanden haben als Familie!

Mittlerweile zweifel ich aber daran, und auch mein Partner ist sich nicht sicher. Wir haben uns was tolles aufgebaut mit einem 2. würde so vieles sich verändern und wieder ungewiss werden. Ich weiss nicht ob ich bereit bin meine Familie ins ungewisse zu führen will, andereseits heul ich mir die Augen aus wenn ich daran denke meinen Traum vom 2. ganz aufzugeben. Dazu kommt ich bin nun mittlerweile 36 u. mein Partner 41 J. alt. Mein Partner sieht es entspannter und meint wenn ich wirklich ss werde werden wir das Kind schon schaukeln, aber ich bin mittlerweile halt ein Typ der sich schnell auch schon im Vorfeld Gedanken macht. Ich komm derzeit zu keiner Lösung und das macht mich kirre.

Ich erwarte von euch nicht das ihr uns eine Entscheidung abnehmt, dass müssen wir allein hinbekommen.

Es wäre aber für mich hilfreich zu erfahren ob ich die einzige mit solch zwiegespaltenen Gefühlen bin ,und wie es für andere war nochmal von vorn anzufangen bei großen Altersunterschied der Kinder. Kenn es zwar da mein Bruder u. ich auch 12 J. auseinander sind, aber Elternsicht ist es was anderes. Ich würde auch gern schnell wieder arbeiten 20 Std. (5x4 Std. tgl.) ;-)

Danke fürs zulesen

Für Schreibfehler entschuldige ich mich, da ich zu aufgewühlt bin drauf zu achten. :-(

LG
Mel

Beitrag von budgie - 15.01.12 - 15:37 Uhr

Hallo Mel!

Ich schreib dir mal, wie es bei uns war.

Wir wollten immer 2 Kinder haben.
Für das zweite angefangen zu üben haben wir als unsere Große 1,5 Jahre alt war. Geklappt hat es gleich im 2.Zyklus. Die Freude war riesig, doch dann hatte ich eine FG.
Ich war total am Ende und habe alles dran gesetzt wieder schwanger zu werden. 4 Monate lang habe ich mich richtig fertig gemacht und völlig gestresst. Dann haben wir erstmal einen Monat komplett Abstand von dem ganzen genommen und haben mal die andere Seite beleuchtet.

Unsere Große ist von Monat zu Monat selbstständiger geworden, die Vorteile eines Einzelkindes waren auch nicht von der Hand zu weisen und wenn ich beruflich wieder einsteigen, statt mind. nochmal 2 Jahre auszufallen sprachen auch für sich.
Wir haben dann noch einen Monat nicht verhütet, die Zykluskurve sah alles andere als gut aus und wir beschlossen, dass ich ab Mens wieder mit der Pille starte. Der SST war am NMT negativ also war alles klar.
Als ich die Woche darauf immer noch nicht meine Tage hatte, aber verdächtiges Leistenziehen, machte ich nochmal einen SST--->sofort positiv.
Ich erstmal völlig geschockt, weil ja inzwischen alles ganz anders geplant war ;-). Vorallem wurde ich Tage zuvor im Wirbelsäulenbereich geröngt und habe einen heftigen Schmerztropf bekommen, also war auch sofort wieder die Angst einer FG allgegenwärtig.

Aber die Schwangerschaft lief super und wir haben uns riesig gefreut. Unsere Beiden sind fast genau 3 Jahre auseinander. Aber ohne unsere zweite Tochter wären wir vom Gefühl her nie vollständig gewesen. Vom Herzen her habe ich mir immer ein zweites Kind gewünscht und es hätte mir auch immer was gefehlt vom Gefühl.

Wir hatten nach der Geburt unseres ersten Kindes auch zu kämpfen, da ja von 2 VOLLverdienern einer wegfiel. Beim zweiten sah das dann anders aus, da ich zwischendurch nicht arbeiten ging und mein Mann alles allein finanziert hat. Da war das Elterngeld ein tolles Extra jeden Monat, aber eigentlich nicht zwingend notwendig, so wie beim ersten Kind, wo man vorher ein Gehalt ersetzen musste.
Mittlerweile sind unsere beiden fast 5 und fast 2 Jahre alt und die Geschwisterliebe wird jeden Tag größer (unsere Große war sehr lange sehr eifersüchtig und hat ihre kleine Schwester nur sehr schwer akzeptiert). Die beiden fangen an sich immer mehr miteinander zu beschäftigen. Für uns Eltern beginnt jetzt der leichtere Part. Ich konzentriere mich jetzt wieder auf mich und meine beruflichen Zukunft und bin froh, dass alles so gekommen ist.

So wie du schreibst, ist für dich der Kiwu definitiv nicht abgeschlossen. Ich denke du würdest ewig hadern, ob es das richtige war "nur" ein Kind zu haben. Dein Mann steht auch dahinter. Ich würde es wagen. Du kannst doch nach der Elternzeit wieder einsteigen, deine Arbeitszeiten sind doch super, sofern sie innerhalb geregelter Krippenöffnungzeiten liegen.

Und ein Altersabstand von 8 oder mehr Jahren kann auch enorme Vorteile bedeuten, weil einfach alles entspannter abläuft.
Meine Freundin hat jetzt nochmal Nachwuchs bekommen, als ihr Großer 10 Jahre alt wurde. Das Baby wuppt sie mit links (ist sehr pflegeleicht), und alles in allem ist es alles easy für sie, denn trotz des langen Abstandes der zwei Kinder, hat sie alles noch im Blut.
Natürlich fängt man erstmal nochmal bei Null an, ABER die erste stressigere Zeit geht so schnell rum und im Nu ist die Wickel-und Tragezeit rum, die manche ja nochmal abschreckt. (bei mir war es zum Bsp die Stillzeit wovor es mich gegrault hat, aber wie gesagt, verging alles wie im Flug).

Hör einfach auf dein Herz ;-).

VLG

Beitrag von riki21 - 15.01.12 - 15:38 Uhr

Hallo,

deine Situation kommt mir mehr als bekannt vor. Wir haben auch bereits ein Kind (fast 4 Jahre) und mein Mann wollte lange Zeit kein 2. Kind mehr, da er sich dafür schon fast zu alt fühlt (wird 46).

Nach vielen Gesprächen haben wir uns aber im Sommer letzten Jahres dann doch entschieden, es noch mit einem Geschwisterchen für unsere Tochter zu probieren. Ich war voller Euphorie und Vorfreude, auch wenn mir klar war, dass viele unserer Freiheiten erst mal wieder dahin wären. Hinzu kommt noch, dass wir zwar finanziell nicht auf meinen Job angewiesen sind, ich diesen aber sehr gerne mache und ihn auch unbedingt behalten will. Da ich jedoch einen befristeten Job habe (Uni), kann ich mir keine Elternzeit erlauben, denn dann wäre ich weg vom Fenster (und müsste wieder in meinem ursprünglichen Job als Lehrerin arbeiten, was ich aber nach all den Mühen und Plagen mit Doktorarbeit etc. nicht mehr will).

Leider hat es bislang nicht geklappt und die ersten ÜZ war ich auch sehr enttäuscht, als die Mens kam. Dazwischen gab es dann aber eine Phase, wo ich plötzlich unglaublich erleichtert war, dass ich nicht schwanger war. Ich konnte mich selbst nicht mehr verstehen, v.a. nachdem ich meinen Mann so lange bezüglich eines 2. Kindes bearbeitet hatte.

Ich habe dann mit meinem Mann über alles geredet und irgendwie sind wir nach wie vor hin- und hergerissen und wissen nicht, was wir uns wirklich wünschen sollen. Aktuell sind wir irgendwo dahingehend verblieben, dass wir das Schicksal entscheiden lassen wollen, d.h. wir verhüten nicht, ich messe aber auch keine Temperatur oder bestimme sonstwie den Eisprung. Da wir beide auch schon ein gewisses Alter erreicht haben, haben wir uns zudem eine "Deadline" gesetzt, denn über viele weitere Monate hinweg möchten wir nicht in diesem ewigen Schwebezustand bleiben. Ein weiteres Kind bedeutet bei uns nämlich schon größere Änderungen in der weiteren Jahres- und Lebensplanung. Irgendwann (genauer gesagt im nächsten halben Jahr) möchten wir wissen, woran wir sind und was uns erwartet.

Du siehst, du bist mit deiner Unschlüssigkeit bezüglich eines weiteren Kindes nicht allein. Mir hat es sehr geholfen, dass wir jetzt dem Kinderwunsch noch eine Chance geben, genauso wichtig ist es mir aber auch, dass wir die Sache dann auch zu einem festen Zeitpunkt ad acta legen. Wir können nämlich auch mit unserer Tochter alleine glücklich werden, dann greift bei uns eben Lebensplan B.

Alles Liebe
Riki

Beitrag von tagpfauenauge - 15.01.12 - 16:52 Uhr

Hi,

aufgrund deines "hohen" Alters würde ich sagen: Entweder jetzt oder gar nie mehr!

vg

Beitrag von xund - 16.01.12 - 20:51 Uhr

Hallo Heaven!
Ohh, das ist eine doofe situation, weil es eine lebenslange entscheidung ist!
Wir wollten auch immer 2 kinder haben. Unsere süsse tochter war allerdings ein schreibaby, sodass wir erst als sie schon 3 war entschieden, noch 1 zu bekommen. #huepf
Ich habe aber bald gemerkt, dass ich mich jeden monat gefreut hab, dass es nicht eingeschlagen hat #kratz und nach 9 ÜZ habe ich es mit meinem mann besprochen.
Gemeinsam haben wir entschieden #gruebel, auf mein bauchgegühl zu hören und kein 2tes kind zu bekommen, obwohl es für ihn sehr schwer war anfangs, da er sich 'nicht komplett' gefühlt hat.:-(
Heute sind wir sehr froh, dass wir unsere familie so klein gelassen haben. Wer weiss, was auf uns zugekommen wäre und wir finden beide, dass man beim entschluss für kinder oder noch ein zwites oder drittes wirklich sicher sein muss. Weil selbst dann wird man ja kopfüber gestellt und an die grenzen gebracht.... Wenn man dann nicht 100% dahinter stehen kann, ist man sicher auch noch frustriert oder macht sich vorwürfe!
Ganz liebe grüsse
Xund

Beitrag von luckyd - 17.01.12 - 17:49 Uhr

Ich kann dich gut verstehen.

Habe beim ersten Kind lange überlegt ob es schon der richtige Zeitpunkt ist und spätestens als es da war, war ich mehr als suuuuuuuuuuuper froh.

Beim zweiten habe ich wieder lange überlegt. und auch in der Frühschwangerschaft viel gegrübelt und alle Zweifel waren wie weggefegt nach der Geburt (und sind auch nicht wiedergekommen).

Und nun beim dritten Mal war es wieder so.

Mein Mann hat mich immer unterstützt und sich die Kinder sehr gewünscht und hätte sie auch gerne noch dichter beieinander gehabt.

Was gibt es schöneres als Kinder, das ist doch mehr Wert als ein geregeltes Leben. Wozu sind wir sonst so kurz auf der Welt???? Mich macht das Muttersein sehr glücklich und ist nicht mit meinen Job (der nicht schlecht ist) aufzuwiegen!

LG

Luckyd mit 2 Mädels 4,5+2,5 + 7 Woche