Private Krankenversicherung vs. freiwillig gesetzlich versichert

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Beitrag von vater.mutter.kind - 15.01.12 - 16:35 Uhr

Hallo,

mein Mann ist privat versichert, ebenso unser Sohn. Ich bin gesetzlich. Ich denke, ich werde meinen Beruf aufgeben, da er viel mit Reisen verbunden ist und mir das nicht passt. Evtl. wollen wir noch ein zweites Kind, ist nicht sicher. Aber egal wie, die Private ist ja schön ganz schön teuer für eine ganze Familie! Jetzt würde ich gerne mal von den "Auskennern" wissen, was wir so als Wechsler beachten müssten. Ist es kurzfristig gedacht, momentan weniger zu zahlen (freiwillig gesetzlich), aber später, wenn man alt ist und die Private gut brauchen könnte, nicht mehr hinein zu kommen? Was denkt Ihr?

Wie ist der Unterschied finanziell gesehen zwischen der PKV und der FGV?

Danke für Eure Meinungen und Erfahrungen!!

Beitrag von j.d. - 15.01.12 - 20:47 Uhr

Hallo,

also, irgendwie hast du da einen kleinen "Denkfehler" mit drin!

Normalerweise geht man wenn alle anderen Rahmenbedingungen passen, wenn man JUNG und GESUND ist (und vorallem nicht sehr weitsichtig denkt #rofl) in die PKV, weil man in diesem Fall Geld gegenüber der GKV sparen kann.
Denn im Alter wird es in der PKV immer teurer, denn wenn man mehr Leistungen in Anspruch nehmen muss, steigt der Beitrag.

Ist man nicht mehr ganz so jung und/oder krank ist und Familie hat/will, ist die PKV i.d.R. nicht die beste Lösung. Und mit 36 ist man leider nicht mehr ganz jung und zahlt oft schon einiges mehr(sorry, aber so ist es)

Also in dem Moment, wenn man in die GKV gehen möchte, um Geld zu sparen, ist das, was die meisten als Hauptvorteil bei der PKV sehen, schon weg, und die Aussage "ich gehe in die GKV, um Geld zu sparen" hab ich so noch nie gehört #kratz Also zumindest dann nicht, wenn die Kinder eh nicht in die Familienversicherung bei der GKV dürfen.

Aber mal im Ernst ich verstehe deine Frage nicht ganz:
Dein Kind/deine Kinder dürfen ja eh nicht in die kostenlose Familienversicherung in die GKV, wenn dein Mann PKV-versichert ist und mehr verdient als du, also kannst du hier nichts sparen, wenn du in die GKV gehst bzw. dort bleibst .

Geht es dir jetzt nur um deine eigene Versicherung, also ob du dann in der GKV bleiben oder in die PKV möchtest, wenn du deinen (ich vermute mal sozialversicherungspflichtigen) Job aufgibst? Ob du da wirklich in der GKV weniger zahlst als freiwillig Versicherte als in der PKV weiß ich nicht. Denn normalerweise werden für deine Beiträge ja auch die Einkünfte deines Mannes teilweise mit berücksichtigt... Aber wenn dem so ist, ist die PKV auf jeden Fall total uninteressant für dich!

Dennoch würde ich niemals in die PKV wechseln, weil hier spätestens im Alter drastische Beitragsanstiege drohen, aber auch jetzt steigen die Beiträge immer wieder mal immens an- und nicht nur um weniger als 1% im GKV-Bereich :-)

Ich würde dir vorschlagen, dass du falls möglich einen sozialversicherungspflichtigen Job behälst, so kommst du versicherungstechnisch gut weg, vorallem wenn du nicht so viel verdienst.

Zusätzlich- falls du auf irgendwelche besonderen Leistungen scharf bist- kannst du eine private Zusatzversicherung für dich und deine Kinder abschließen.

Hier kannst du dann genau aussuchen, was du abgesichert haben willst. z.B. Chefarztbehandlung/Einbettzimmer im KH, Homöopathische Behandlungen, Zahnersatz etc...
Du kannst aber auch (falls du wie eine Privatpatientin behandelt werden willst, eine komplette Zusatzversicherung im z.B. ambulanten Bereich abschließen. Dann wählst du bei der GKV die Kostenerstattung, gehst also wie ein PKV-Versicherter zum Arzt und kriegst die REchnung. Diese reichst du bei der GKV ein, erhälst den Kassensatz erstattet und dann geht die Rechnung weiter zur PKV und diese zahlen dann auch was (im besten Fall den kompletten Rest.)

Diese Zusatzversicherungen gibt es für Kinder meistens sehr günstig (falls hier noch keine Erkrankungen bestehen).

Sprich wegen der Zusatzversicherungen mal mit deiner GKV, die KK haben meistens einen Rahmentarifvertrag mit PKV abgeschlossen, so dass man da echt günstige Verträge bekommt.

Aber komplett in die PKV würde ich niemals gehen!

Sorry dass das jetz so viel ist und ggf. etwas wirr, aber mein Kleiner liegt auf meinem Schoß und strampelt und quengelt die ganze Zeit...

LG

Julchen

PS: Bei Fragen gerne einfach nochmal nachfragen, dann kann ich nochmal genauer/besser antworten

Beitrag von vater.mutter.kind - 15.01.12 - 20:59 Uhr

Ufff, also erst mal danke für die Mühe mit dem ausführlichen Text.
Genau, mein Mann möchte mit dem Kleinen raus aus der PKV. Ich bin noch angestellte Durchschnittsverdienerin, möchte aber aufhören. Früher oder später, spätestens nach der Elternzeit 2. Kind oder eben wenn es kein zweites Kind gibt, wenn der Große in die Schule kommt. Dann muss ich mich ja irgendwie selbst versichern, wenn ich keinen 401 € Job finde. Bei der Gesetzlichen wären das 372 €, hab mich mal erkundigt, als es um unbezahlten Urlaub ging.

Ich verdiene momentan zwischen 1100 und 1500 €, das würde dann ja wegfallen PLUS die zusätzlichen Kosten für die KV, das wollten wir durch eine Familienversicherung auffangen bzw. abmildern.

Wie wäre das denn bei der freiwilligen GKV, gibts da auch ne Familienversicherung oder zahlt man für jeden einzeln? Käme mein Mann überhaupt wieder rein, oder geht das nicht mehr?

Ich habe momenten eine Zahnzusatz und wir würden eh fürs Krankenhaus etc. extra etwas abschließen.

So, ich hoffe, ich habe das alles verständlich geschrieben.

Dank Dir!!

Beitrag von wasteline - 15.01.12 - 21:53 Uhr

http://www.gesundheit.de/rat-hilfe/krankenversicherung/private-krankenversicherung/rueckkehr-gesetzliche-krankenversicherung

Beitrag von vater.mutter.kind - 15.01.12 - 22:02 Uhr

danke, schaue ich mir gleich an!

Beitrag von j.d. - 16.01.12 - 08:35 Uhr

Guten Morgen,

also, wenn du dich bei der GKV freiwillig versicherst, gibt es grundsätzlich schon die Möglichkeit, Familienangehörige kostenlos mit zu versichern, aber: Da dein Mann in der PKV ist (und ich nehme mal an der Papa ist ), könnten Kinder nur zu dir in die Familienversicherung, wenn nicht mehr als du verdient und unter der JAE liegt. Das könnte ja nur der Fall sein, wenn dein Mann selbständig ist.

Hier mal der Auszug aus dem Gesetz:
"Kinder sind nicht versichert, wenn der mit den Kindern verwandte Ehegatte oder Lebenspartner des Mitglieds nicht Mitglied einer Krankenkasse ist und sein Gesamteinkommen regelmäßig im Monat ein Zwölftel der Jahresarbeitsentgeltgrenze übersteigt und regelmäßig höher als das Gesamteinkommen des Mitglieds ist"

Ist er denn angestellt und aufgrund seines hohen Einkommens PKV versichert?

Dein Mann kann nur wieder zurück in die GKV, wenn er wieder versicherungspflichtig wird, also entweder ALG 1 bezieht, oder einen Job annimmt, bei dem sein Verdienst unter der JAE-Grenze liegt (Brutto 4.237,50 € pro Monat = 50.850 € pro Jahr). Und der vollständigkeithalber sei noch gesagt, dass er auch jünger als 55 sein muss, sonst kommt er gar nicht mehr zurück.

Und genau DAS sind die Gründe, warum ich NIEMALS in die PKV gehen würde, und auch meinem Mann, als er mit seinem Gehalt die JAE-Grenze überschritten hat, davon abgeraten habe (ok, ich hab ihm mit Scheidung gedroht, falls er in die PKV geht #rofl ist so ein Überzeugungsding bei mir, schließlich arbeite ich in der GKV ;-) )

Und gerade in den letzten Jahren sind jährliche Beitragssteigerungen im zweistelligen Bereich in der PKV keine Seltenheit!

LG

Julchen

Beitrag von berry26 - 15.01.12 - 20:50 Uhr

Hi,

also ich frage mich gerade wie ihr in die gesetzliche reinkommen wollt? Wenn dein Mann privat versichert ist, wird ihn keine gesetzliche Versicherung mehr nehmen!

Im Alter zahlt man in der privaten KV sowieso immer drauf aber das hat meine Vorschreiberin ja schon erklärt.

LG

Judith

Beitrag von vater.mutter.kind - 15.01.12 - 20:53 Uhr

Du meinst, wir kommen da gar nicht (mehr) rein in die Gesetzliche?

Beitrag von duchovny - 16.01.12 - 00:49 Uhr

Warum ist dein Mann in der PKV? Selbstständig, oder Angestellt und über der Beitragsbemessungsgrenze?

Es wird wirklich schwer wieder in die GKV zu kommen, außer dein Mann verdient im Angestelltenverhältnis "wenig genug" für mindestens 12 Monate, um wieder reinzukommen, oder dein Mann gibt seine Selbstständigkeit auf.

Es ist sehr schwer wieder in die GKV zu kommen. Versucht mein Chef (selbstständig) auch gerade weil seine PKV einen Sprung um 36% gemacht hat, obwohl ER sie gar nicht in Anspruch genommen hat. (Allgemeine Erhöhung)

Einfach so gehts leider nicht wieder rein! Deshalb würde ich mir den Schritt ganz genau überlegen.

LG Susanne

Beitrag von j.d. - 16.01.12 - 08:51 Uhr

Hallo,

wird der AG gewechselt und der neue Job ist sozialversicherungspflichtig (also unter der JAE-Grenze) kommt man ab Beginn des Jobs wieder rein. Gleiches gilt, wenn man ALG bekommt oder wenn man die Stunden reduziert und nur noch Teilzeit arbeitet und dann dadurch unter die JAE-Grenze kommt! Da is nix mit mind. 12 Monaten!

Also ich muss zugeben, dass ich das sehr gut finde, dass man kaum noch in die GKV zurück kommt!#ole #ole #ole Denn wer sich dafür entscheidet, die Solidargemeinschaft zu verlassen, um wenn er jung und gesund ist (und somit keine/kaum Leistungen braucht) und viel Geld verdient (und somit hohe Beiträge zahlen würde) Geld zu sparen, muss dann auch später damit leben, dass es auf einmal doch wieder teurer wird. Und dann einfach wieder zurück zu kommen um dann wieder Geld zu sparen, wenns in der PKV teurer ist, als in der PKV wäre ja mega unfair gegenüber all derjenigen, die das Solidaritätsprinzip unterstützen und sich nicht nur die Rosinen rauspicken.

Denn jeder der in die PKV geht, umgeht eben das Solidaritätsprinzip und das ist genau das, worauf die GKV baut. Und dann Jammern ist nicht :-p

Würden alle, die grds. könnten in die PKV wechseln, wäre die GKV für alle die, die nicht in die PKV können (weil zu alt, zu krank oder AN mit zu niedrigem Einkommen) unbezahlbar teuer.

Und spätestens dann müssten wir das Sozialstaatsprinzip, das ja in D eigentlich gilt nochmal dringend überdenken (ok, eigentlich schon eher, aber das ist ne andre Baustelle #schwitz )
LG

Julchen

Beitrag von vater.mutter.kind - 16.01.12 - 10:33 Uhr

Hallo, da gebe ich Dir schon Recht, sehe ich auch so. Mein Mann war jetzt 6 Jahre in der PKV (er ist 33), wir sind alle gesund, rauchen und trinken nicht, keinerlei Allergien, weder in seiner noch in meiner Familie gab es jemals Krebs. Wir sind keine Arztgänger (gehen erst, wenns blutet oder fault ;)) ) Wir leben gesund, bewegen uns, haben ein Häuschen auf dem Land und sichere Jobs. Also keinerlei Kriterien, dass wir sagen könnten, das wird man teuer.

Naja, mal schauen, ob es klappt, wenn nicht, wird das auch gehen.

liebe Grüße!!

Beitrag von j.d. - 16.01.12 - 11:27 Uhr

dann drücke ich euch die Daumen, dass das auch so bleibt!

Also zum einen wegen der Gesundheit, das wünsche ich aber jedem, dass er/sie gesund bleibt.
Aber auch dass eure PKV nicht einfach so die Preise erhöht (das dürfen und machen die nämlich auch sehr gerne, also auch ohne dass viele Leistungen in Anspruch genommen werden) und ihr euch die PKV im Alter auch noch leisten könnt. Denn in der GKV sinkt der Beitrag mit sinkendem Einkommen (z.B. durch Altersrente) in der PKV nicht, da der Beitrag hier ja nicht einkommensabhängig gezahlt wird.

Ein gut gemeinter Rat: legt euch Reserven zu, damit ihr spätere Beitragssteigerungen (vorallem mit der Rente, die ja bis wir mal soweit sind eher mau ausfallen wird) auch weiterhin finanzieren könnt.

Habe in meinem Beruf leider etliche Menschen kennengelernt, die versucht haben irgendwie wieder in die GKV zu kommen, weil sie sich die gestiegenen Beiträge nicht mehr leisten können - i.d.R. vergebens.

Und noch ein Tip:

Wenn eure Versicherung die Beiträge erhöht könnt ihr dort nach anderen Tarifen nachfragen, die weniger kosten- teilweise sind da dann sogar mehr Leistungen drin und es kostet weniger als der aktuelle. Das hat den Hintergrund, dass die PKV ja immer mit einem Tarif junge und Gesunde anzieht und irgendwann macht sie den Tarif dann "zu". Wenn dann aus diesen jungen und gesunden Menschen plötzlich ältere und ggf. auch noch kranke werden, rechnet sich der Tarif so natürlich nicht mehr und die Beiträge für diesen steigen.

Dann kann man aber versuchen in einen anderen Tarif zu wechseln. Dies wollen zwar die PKVn nicht (klar, sonst rechnet sich der Tarif ja noch weniger), aber man hat da wohl ein Recht drauf!

Ein Bekannter von mir hat da fast ein Jahr dafür gekämpft und wäre zur Not vor Gericht gegangen, es hat dann aber sogar noch ohne Gericht geklappt!

LG

Julchen

Beitrag von vater.mutter.kind - 16.01.12 - 10:28 Uhr

Er ist ganz normaler Angestellter und verdient "zu viel". Da kann man auch nichts drehen oder so. Habe meinen Versicherungsmakler angeschrieben, bin gespannt, was der sagt... Mal sehen, ob wir da raus kommen...

Beitrag von pocahonti - 16.01.12 - 10:38 Uhr

Hallo,
wenn er Angestellter ist und genügend für die PKV verdient, dann kommt er so einfach nicht heraus.
Höchstens: ein Jahr lang weniger verdienen...

Immerhin habt ihr bzw. deine Kinder bessere Leistungen - und das ist manchmal auch viel wert! Ich sehe es immer selbst, wenn wir beim KiA sind, was meine Kinder alles bekommen, weil sie privat versichert sind. Da bin ich echt froh, dass sie privat versichert sind!!

Wenn du magst, schreib mich mal an. Ich kann dir einen Tipp geben, wie es in der PKV für euch günstiger wird... :-)

LG
Silke

Beitrag von berry26 - 16.01.12 - 16:34 Uhr

Keine Chance! Deshalb ist mein Mann freiwillig in der Gesetzlichen. Das klappt wie gesagt nur wenn man mind. 1 Jahr lang unter die Beitragsbemessungsgrenze rutscht! Bei Jobwechsel, bin ich mir nicht sicher, aber ich glaube das es auch dann nicht funktioniert wenn man genausoviel verdient.

Wäre ja auch noch schöner wenn man sich immer die "Rosinen" rauspicken könnte! Würde das so einfach funktionieren wäre das Konzept der gesetzlichen KV schon vor sehr langer Zeit zusammengebrochen!

Beitrag von hemarkusrre - 27.01.12 - 13:17 Uhr

Hi

Hier sind auch noch ein paar Infos zum Wechsel abrufbar, vielleicht kann auch das weiterhelfen... http://private-krankenversicherung-beitragsvergleich.org/wechsel-2

Ciao,

Markus