Ich hab das Gefühl, jetzt holt es mich ein

Sie befinden sich im Archiv des urbia-Diskussionsforums.

Hier geht es zur vollständigen Version dieser Seite. Dort können Sie auch aktiv am Diskussionsgeschehen teilnehmen.

Beitrag von 2mama - 15.01.12 - 18:47 Uhr

und zwar mit voller Wucht#heul.
Am 5.12. ist meine Mama verstorben, lange Zeit habe ich es nicht richtig realisiert, aber heute hab ich das Gefühl, dass es mich total einholt#heul.
Ich habe so Angst, dass es mich komplett aus der Bahn wirft#heul.

Wie seid ihr mit soetwas umgegangen?#schmoll

Bin gerade irgendwie total #heul

Ich vermisse sie so unendlich, würde sie gerne anrufen, jetzt in dem Moment, aber es geht nicht:-(. Warum musste sie schon so früh und so plötzlich gehen?#heul

Ich hab das Gefühl, es zerreißt mir das Herz#herzlich:-(

Traurige Grüße Kathrin (#schwanger in der 8. Woche mit Nr. 5#herzlich)

Beitrag von kate27 - 15.01.12 - 19:33 Uhr

Hallo Kathrin,

deine Trauer kann ich nachvollziehen und es tut mir unbekannterweise unendlich leid. Der Tod ist kein Abschied für IMMER und DU musst für deine Kids und deinen Mann da sein.

Ich habe vor fast 12 Jahren meinen Bruder durch Suizid verloren, 2008 den SchwiegerOpa und meine liebe Omi durch Krebs, 2009 meinen Vati durch Krebs. Für mich ist dies alles immer noch gegenwärtig, da es mich traurig macht, dass die 4 meine Kinder nicht aufwachsen sehen können. Aber leider gehört dies zum Leben dazu.

Ich höre mir, wenn es mir nicht gut geht folgendes Lied an

http://www.youtube.com/watch?v=bYbtfwzayZQ

Ich wünsche Dir und Deiner Famlie alles Gute in dieser schweren Zeit.

Fühl dich gedrück, wenn du magst #liebdrueck

GLG Kathrin

Beitrag von 2mama - 16.01.12 - 15:16 Uhr

Hallo Kathrin,

danke für das Lied#liebdrueck

lg kathrin

Beitrag von annesusanne - 15.01.12 - 23:29 Uhr

Ich kann dich so gut verstehen...
Bei mir gibt es manchmal Tage, an denen ich komplett verdränge und "normal" bin und Tage, an denen ich nur heulen könnte. Den ganzen Tag.

Glaub mir, auch wenn es blöd klingt: Morgen sieht es schon anders aus. Vielleicht besser, vielleicht fast genauso, aber bald ist wieder ein neuer Tag mit neuen Herausforderungen. Gerade die Wochenenden sind schlimm. Ich weiss nicht, ob es bei dir einen Zusammenhang gibt, aber ich war vor Sa auf heute mit meinem Kind bei meinem Vater und war total fertig.

Überall standen Bilder meiner Mutter rum (die am 8.12. gestorben ist), überall Erinnerungen. Ihr Lachen schwebte die ganze Zeit im Raum rum, ungehört, aber doch so oft gehört. Es war, als wäre sie da. Ich kam damit überhaupt nicht klar, hab mir bis heute kein einziges Foto freiwillig, kein Video von ihr angeschaut. Das kann ich noch nicht.

Mein Vater hat eine andere Trauerweise als ich, welche mich aber brutal runterzieht: Er redet während des Essens von ihr, stellt ihr Fotos auf, hat in seiner Trauerarbeit die alten Familienvideos auf DVD gebrannt... Es wirkt so gleichgültig, aber ist nunmal seine Verarbeitungsweise. Aber mich zieht sie enorm runter.

Wie gesagt: Gestern wars schlimm. Heute ists wieder besser. Ich bin zuhaus, kann mich "ablenken", muss auch massig Belege für FH schreiben. Es geht besser. Sicherlich wird wieder ein Tag kommen, der ganz schlimm wird, an dem ich die ganze Zeit heulen werde, so wie du gerade.

Aber, auch wenn es scheiße und abgedroschen klingt: Es gehört zur Trauerarbeit! Es heisst nicht umsonst TrauerARBEIT! Wir arbeiten jeden Tag an uns, wir müssen damit leben, es bleibt uns nichts anderes übrig. Ich hoffe sehr, irgendwann wird es "einfacher"...

Ich habe gestern abend auch auf dem Bett gesessen und an Selbstmord gedacht (nicht nur wegen meiner Mutter, sondern auch wegen dem Alleinerziehend-Schwangersein (der Kindsvater hat sich verpisst), dem Stress in meinem Leben (Studium und alles), der Einsamkeit und dass sich ausgerechnet jetzt mein Ex, den ich noch liebe(?), ne Neue geangelt hat).
Und heute geht es wieder ein bißchen besser. Wenn auch nicht viel. Aber ein wenig. Und so wird es hoffentlich bei dir auch so sein #liebdrueck

Wir können nur die Zeit für uns arbeiten lassen, viel reden und Trauerarbeit leisten. Etwas anderes bleibt uns nicht übrig...

Beitrag von 2mama - 16.01.12 - 15:16 Uhr

#danke#liebdrueck

Beitrag von janine240879 - 16.01.12 - 09:12 Uhr

Ich kann das zu gut nachvollziehen #liebdrueck

Meine Mama ist drei Tage später zu den Sternen gezogen und ich hab auch Tage, an denen es mir soweit gut geht und andere, an denen es so verdammt arg schmerzt #schmoll

Wenn dir danach ist, laß die Trauer raus so gut es geht, verdränge sie nicht, auch nicht vor deinen Kindern. Ich finde, Kinder dürfen auch ihre Eltern ruhig mal traurig und weinen sehen. Manchmal holt es mich auch abends ein wenn ich meine Große ins Bett bringe. Sie hat ein Kuschelkissen von Oma und es ist schon passiert, dass ich mich auf einmal in dieses Kissen geworfen und geheult habe...vor Hannah...aber es war ok. Sie tröstet mich dann und ich erkläre ich, dass ich grad traurig bin, weil ich Oma vermisse...

Wir räumen gerade die Wohnung meiner Mama leer, sie lebte allein. Meine Mam und mein Stiefvater waren getrennt schon seit ein paar Jahren (ich verstehe mich super mit ihm und er hilft uns auch wo er kann, hat er auch die ganze Zeit über getan als sie krank war und im KH bzw. Hospiz lag). Es ist hart, ihr Leben aufzuteilen und wegzuwerfen, aber alles kann man einfach nicht behalten oder gebrauchen oder wie auch immer....

Ich wünsche uns ganz viel Kraft für die kommende Zeit, die sicher noch hart wird. Halt die Öhrchen steif und wenn du "reden" willst, schreib ruhig....wir sitzen im selben Boot...

#liebdrueck

Beitrag von 2mama - 16.01.12 - 14:47 Uhr

Hallo,

danke für deine lieben Worte#liebdrueck

Diese Wohnungsauflösung haben wir jetzt bei meiner Oma gemacht. Sie wohnt auch allein, ist nun in einem Pflegeheim. Auch da war es wahnsinnig schwer:-(.
Und mir graut es schon davor, falls mein vater sich entschließen sollte, das Haus zu verkaufen.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft und JA, wir schaffen das#liebdrueck

Beitrag von nschneid - 16.01.12 - 14:46 Uhr

Hallo,

ich kann Dich gut verstehen. Meine Mama ist am 12.12. verstorben. Sie war krank, aber gerechnet hatten wir trotzdem jetzt noch nicht damit. Ich habe es auch lange nicht realisiert, mein Sohn und der Hund meiner Mama, der jetzt bei uns wohnt, haben mich gut abgelenkt. Aber seit letzter Woche bin ich verdammt nah am Zusammenbruch. Ich denke auch, jeder Tag ist anders, aber es wird noch lange dauern, bis die Erinnerungen nicht mehr so weh tun.

Als meine Papa vor 3 Jahren starb, war ich auch schwanger. Noch heute frage ich mich, warum meine beiden so jungen Eltern meinen Kleinen nicht aufwachsen sehen dürfen..

So jetzt heul ich auch. Wenn Du willst, kannst Du mich gerne per PN anschreiben..

Nicole

Beitrag von liebelain - 16.01.12 - 16:34 Uhr

Liebe Kathrin,

die Trauer um einen geliebten Menschen hängt uns wie ein Mühlstein am Hals. An manchen Tagen gelingt es uns, uns aufzurichten, um winzige Stückchen von ihm abzutragen. An vielen Tagen zieht er uns jedoch gnadenlos nach unten, so dass wir lange Zeit gramgebeugt zubringen und den Blick nicht nach oben, nach vorne richten können.

Trauer ist fies, gemein, unfair. Dieser immense, schneidende, den Atem raubende Schmerz, den man fast greifen kann - und dennoch greifen wir hilfesuchend mit unseren Händen ins Leere. Im Gegenteil stülpt sich die Trauer wie ein großes schwarzes Loch über uns und scheint uns zu ersticken. Wir können nichts dagegen tun. Wir können nur trauern, uns diesem Gefühl ergeben und langsam, ganz langsam, lernen, damit umzugehen.

Die Person, die Dir in dieser Situation am besten, womöglich als Einzige, helfen könnte, ist die Person, um die Du trauerst. Das ist das besonders Hinterhältige daran. Du erlebst gerade einen Neuanfang. Ohne Deine Mutter und scheinbar ohne Hoffnung.

Nun, liebe Kathrin, auch wenn es ewig zu dauern scheint: irgendwann sind wir auch den Mühlstein wieder los, können uns aufrichten und unser Leben wieder buchstäblich unbeschwert leben. Hoffnung und Zuversicht kehren auch zu Dir zurück. Manchmal dauert das etwas länger, bei anderen geht es etwas rascher. Beeinflussen können wir das nicht wirklich. Je größer die Liebe, desto größer der Schmerz. Der Schmerz geht vorbei, die Liebe bleibt.

Herzlich, liebelain

Beitrag von 2mama - 16.01.12 - 20:57 Uhr

Liebe liebelain,

mal wieder: Vielen Dank für deine Worte. Die sind immer so lieb#liebdrueck
Wahrscheinlich hängt es im Moment auch einfach mit meinen Hormonen zusammen #schwanger;-)

Liebe Grüße
Kathrin