Ich weiß nixht, wie ich mich entscheiden soll. Zu meiner Situation: ich bin eigentlich teilzeitbeschäftigt mit 20 h / Woche. Bis Juli 2013 bin ich in Elternzeit. Wir haben insgesamt drei Kinder. Ein Junge, 14 Jahre alt, Realschüler und in der Schule ziemlich auffällig gewesen. Er war zwei Jahre auf dem Gymnasium und im 6. Schuljahr schwänzte er öfter die Schule. Seitdem habe ich regelmäßigen und sehr guten Kontakt zur Erziehungsberatungsstelle. Der andere Sohn ist 11 Jahre alt und geht auf die Förderschule Lernen, da er im sprachlichen Bereich sehr starke Probleme hat und in der Grundschule das Problem heruntergespielt wurde. Er hatte fast kein Selbstbewusstsein (kein Wunder, wenn man nicht versteht, was die Lehrerin von einem will und dann nur 5en oder 6en in den Arbeiten schreibt) und wurde dann auch sozial auffällig.
Mein Mann ist selbständig und nur spätabends zuhause und am Wochenende ist er samstags arbeiten und sonntags ist dann endlich mal frei.
Unsere kleine Tochter ist jetzt fast 18 Monate alt.
Es könnte alles so gut laufen, wenn da nicht meine Arbeitszeiten wären. Ich arbeite immer in der Spätschicht von 16 bis 20 Uhr, und im Urlaubs- oder Krankheitsfall von 14 bis 20 Uhr.
Früher hat meine Schwiegermutter auf die Jungs aufgepasst, aber seit dem Tod meines Schwiegervaters ist sie komplett verändert, so dass ich ihr die Kinder nicht mehr anvertrauen kann bzw. sie hat uns ganz klar zu Verstehen gegeben, dass sie nicht mehr aufpassen kann und will.
Ich bin echt jetzt hin und hergerissen, ob ich ab 2013 wieder in meiner alten Firma arbeiten kann. Klar, meine Stelle hab ich sicher (ein Wechsel in die Frühschicht ist ausgeschlossen, da meine Kollegin nie im Leben daran etwas ändern würde). Aber kann ich überhaupt dann arbeiten? Würde ich meinen Kindern denn dann noch irgendwie gerecht? Sind die Auffälligkeiten unseres ältesten Sohnes vielleicht auf meine Abwesenheit zurückzuführen? Denn seitdem ich zuhause bin klappt es schulisch besser (ok, er hat ja auch zur Realschule gewechselt). Und was ist mit meinem zweiten Sohn? Der Schulwechsel hat ihm sehr gut getan und trotzdem weiß ich nicht, ob es gut wäre, wenn ich nachmittags weg wäre. Hausaufgaben machen beide übrigens nur, wenn ich sie dazu auffordere (typisch pubertär würde ich sagen).
Und dann die Betreuung der kleinen...
Und trotzdem. Wir brauchen eigentlich mein Einkommen. Ich habe extra die 3 Jahre Elternzeit genommen, um zu sehen, ob wir ohne mein Gehalt auskommen. Es klappt mehr schlecht als recht und es wäre daher definitiv besser, ich würde wieder arbeiten gehen.
Ich schau auch schon fast täglich in der Jobbörse, ob es da einen Teilzeitjob vormittags gebe. Aber das tut wohl jeder, der Kinder hat und arbeiten muss.
Soll ich kündigen und mich beim Arbeitsamt arbeitssuchend melden? Würde ich ALG1 bekommen? Gäbe es eine Sperre?
Ich will ja arbeiten, aber eben nur vormittags.
Achja, arbeiten, damit ich eine Tagesmutter finanziere, sehe ich nicht als sehr effektiv an. Denn soviel verdiene ich ja in meiner Teilzeitstelle auch nicht.
Vertrackte Situation, oder?
bin so hin und hergerissen
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Beitrag von kabelmaus - 16.01.12 - 13:03 Uhr
Beitrag von windsbraut69 - 16.01.12 - 13:26 Uhr
Vertrackt finde ich, dass Frau grundsätzlich die Kinder(betreuung) zu 100% als ihren Part betrachtet...
Warum teilt Ihr das nicht bisschen auf, damit Du nicht dauerhaft den Kürzeren ziehst.
Gruß,
W
Beitrag von kabelmaus - 16.01.12 - 14:08 Uhr
Glaub mir, mein Mann würde sich gerne um die Kinder kümmern. Doch leider ist er selbständig als Forstwirt und nach dem üblichen 8 bis 10 Stunden - Tag muss er noch sein Material für den nächsten Tag richten. Daher ist er meistens nicht vor 20 Uhr zuhause. Und da geht es ihm wohl so wie den meisten selbständigen Handwerkern.
Und dann gibt es ja noch so tolle Dinge wie Buchhaltung, die ja auch zumindest vorbereitet werden muss.
Du siehst, es ist eben wirklich so: selbst und ständig
Beitrag von windsbraut69 - 16.01.12 - 14:24 Uhr
Du, mir ist völlig klar, dass Selbständigkeit Zeit und Einsatz erfordert.
Er scheint aber mit dem Job nicht so bombastisch zu verdienen, dass es locker für Euch reicht, oder?
Wie bist Du denn aktuell abgesichert für den Fall einer Trennung bzw. den Fall, dass der "Versorger" dauerhaft ausfällt? Wenn nicht 100% alles ausgeglichen werden kann, was Du an Vorsorge mit Deinem Job erwirtschaften würdest, wäre die Lösung, dass er komplett aus der Kinderbetreuung herausgelassen wird, für mich noch weniger akzeptabel als ohnehin.
LG
Beitrag von marion2 - 16.01.12 - 13:44 Uhr
Hallo,
wenn du aus wichtigem Grund kündigst, gibt es beim Arbeitsamt keine Sperre.
Fehlende Kinderbetreuung ist ein wichtiger Grund.
Du solltest dich aber vorrangig auf die Betreuung der Kleinen stützen, wenn du argumentieren musst.
Du würdest ALGI bekommen. Wenn du dich für die selbe Anzahl Wochenstunden wie vorher dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellst, dann 100%ig, ansonsten anteilig.
Wenn dein Mann so arbeitet wie meiner ist eine Reduzierung seiner Stunden wahrscheinlich ausgeschlossen 
In der Jobbörse kann man sich Suchagenten einrichten. Schau auch auf ebay-kleinanzeigen.
Wurden bei eurem 11jährigen schon die Ohren auf Funktionalität getestet?
LG Marion
Beitrag von sanny1080 - 16.01.12 - 14:08 Uhr
Eine Voraussetzung um sich arbeitslos melden zu können ist, dass die Betreuung der Kinder sichergestellt ist!
Beitrag von kabelmaus - 16.01.12 - 14:10 Uhr
Vormittags wäre es ja so, wenn ich die kleine in den KiGa gebe. Aber das wäre erst ab nächstem Jahr definitiv der Fall.
Beitrag von vwpassat - 16.01.12 - 13:46 Uhr
Unser Sohn ist in der 1. Klasse und man merkt ihm deutlich an, wenn ihm die Mama fehlt.
Ich finde übrigens auch, dass sich der Familienvater hier mehr einbringen kann und muss, gerade bei 3 Kindern!
Ich bin auch selbständig und ruiniere mich deswegen nicht, wenn ich 2-3 Nachmittage pro Woche (wenn Frauchen Spätschicht hat) mich um Hausaufgaben etc. kümmere. Das ist alles Einrichtungssache.
Beitrag von kabelmaus - 16.01.12 - 14:22 Uhr
Schön, dass das bei Dir klappt.
Leider sieht das bei meinem Mann anders aus. Er kann nicht einfach so nachmittags früher frei machen. Das liegt aber am Beruf. Oder soll er seinen Kunden erklären "der Baum wird morgen weiter gefällt, da meine Frau arbeiten muss." Oder "tut mir leid, die Hecke schneide ich morgen fertig".
Es ist verzwickt, aber wir sehen da echt keine Chance, dass sich mein Mann nachmittags um die Kinder kümmert. Zudem ist die Frage, ob sein Verdienstausfall mit meinem Gehalt ausgeglichen wär, bzw. mehr dabei rumkäme.
Beitrag von marion2 - 16.01.12 - 14:24 Uhr
"der Baum wird morgen weiter gefällt, da meine Frau arbeiten muss."
Der war gut. ![]()
Und dann hoffen, dass kein Sturm aufzieht.
Beitrag von vwpassat - 16.01.12 - 15:02 Uhr
Ich geh jetzt mal davon aus, dass die Selbständigkeit Deines Mannes Euch geradeso ernährt.
Da frage ich mich aber ernsthaft, wie man bei 2 schon recht großen Kindern mit schulischen Problemchen noch ein 3. Kind bekomen muss, wenn die Zeit schon für die ersten 2 nicht da ist.
Was ist, wenn er als Hauptverdiener wegen Unfall/Krankheit länger ausfällt? Ich finde, beide sollten einer Tätigkeit nachgehen, welche im schlimmsten Falle als Existenzminimum reicht. Von der zu erwartenden Rente ganz zu schweigen.
Aber egal, in Eurem konkreten Fall würde ich Dir raten, bleib daheim und kümmer Dich mehr um die Kinder bzw. suche Dir einen Vormittagsjob, um nachmittags da zu sein. Alternativ einen Nachtjob.
Beitrag von sanni68 - 16.01.12 - 15:10 Uhr
Such dir einen Vormittagsjob oder bleib zu Hause 
Ich fänge es gar nicht gut, wenn meine Kids in dem Alter deiner Großen den ganzen Tag alleine sind, schon gar nicht, wenn sie eh schon Probleme haben.
Du gehst aus dem Haus, wenn die Kinder aus der Schule kommen und kommst erst recht spät am Abend wieder Heim.
Und wie ist die Kleinste dann betreut? Du wirst sie doch nicht mit den Jungs alleine lassen wollen?
lg Sanni
Beitrag von manavgat - 16.01.12 - 18:15 Uhr
Warum stellt Dein Mann keinen Antrag auf Teilzeit?
kuckstu: www.teilzeit-info.de
oder sind das nicht seine Kinder?
Gruß
Manavgat
Beitrag von shampoo - 16.01.12 - 18:31 Uhr
Teilzeit-Antrag als Selbständiger ???
Beitrag von manavgat - 16.01.12 - 20:15 Uhr
Na, dann ist es ja noch einfacher. Teilzeitkraft einstellen oder Leistungen einkaufen und kürzer treten.
Aber wer nicht will, behauptet halt einfach: geht nicht...
Gruß
Manavgat
Beitrag von shampoo - 16.01.12 - 20:20 Uhr
Ach ja, Mensch klar... schnell `ne Teilzeitkraft eingestellt ! ... Manchmal stellt man sich aber auch an.
"Leistung einkaufen" klingt auch super !
Gibt es auch an jeder Ecke.
Beitrag von kabelmaus - 16.01.12 - 21:44 Uhr
Danke 
Es ist fast unmöglich, als Forstwirt eine Teilzeitkraft zu bekommen. Und dann sind da ja noch die netten Nebenkosten, die man als Arbeitgeber dann zu zahlen hat. Dumm ist auch, dass ein Arbeitnehmer in diesem Bereich mindestens 35 € pro Stunde erwirtschaften sollte, damit er sich trägt. Und ganz unter uns: die Stundenlöhne, die wir hier im allgemeinen bekommen liegen je nach Art der Arbeit bei gerade mal 30 bis 35 € für den Chef! Würden wir anders kalkulieren hätte mein Mann schon längst Insolvenz anmelden müssen, da er keine Aufträge mehr bekommen hätte.
Ich bin ganz froh, dass es einigermaßen läuft. Klar wäre es schöner, wenn mehr Geld da wäre. Aber mein Problem ist nicht unbedingt wieviel Geld mein Mann verdient, sondern die Unregelmäßigkeit der Geldeingänge. Und da war mein regelmäßiges Gehalt meine Sicherheit.
Es wird wohl wirklich darauf hinauslaufen, dass ich sobald unsere kleine im Kindergarten ist kündige und mich dann arbeitssuchend für vormittags melde.
Danke für Eure Antworten
Beitrag von vwpassat - 17.01.12 - 01:11 Uhr
Es mag sein, dass es in der Branche Deines Mannes schwieriger ist, Arbeiten auszugliedern, vielleicht sollte er aber auch eine andere Strategie entwickeln, um z.B. seine Arbeitszeit effektiver zu nutzen.
Man muss auch nicht jedem Kunden zu jeder Tag- und Nachtzeit den A... lecken, das hab ich mir im Laufe der Jahre abgewöhnt. Es dankt einem kaum einer.
Beitrag von windsbraut69 - 17.01.12 - 06:46 Uhr
Bäume fällen und Hecken schneiden kann man nur als ausgebildeter Forstwirt?
Beitrag von kabelmaus - 17.01.12 - 08:18 Uhr
*gg* mein Mann meinte heute morgen: "Ne, Bäume fällen können auch einige ausgebildete Forstwirte nicht"
Spaß beiseite. Bäume fällen oder Gartenanlagen zu pflegen sind keine Hilfsarbeiterjobs. Auch wenn gerade diese Arbeiten gerne von Ungelernten gemacht werden. Wenn dann aber mal mit SKT (Seilklettertechnik) oder einer Hubarbeitsbühne gearbeitet werden muss - am liebsten sind da so 25m hohe Bäume mit Swimmingpool oder Glasgewächshaus unten drunter - da trennt sich die Spreu vom Weizen. Nicht jeder, der zuhause eine Motorsäge hat, hat auch ne Haftpflichtversicherung die dann für eventuelle Schäden aufkommt.
Hier bei uns gibt es leider genug Krauter, die eben durch ihre Preisgestaltung die Preise kaputt machen. Die bieten komplette Fällungen fürn Appel und nen Ei an, und wenn dann mal was passiert, springt keine Versicherung ein und das Geheul ist groß. Alles schon vorgekommen.
Beitrag von vwpassat - 17.01.12 - 01:06 Uhr
Sorry, aber da muss ich auch mal für Manavgat in die Bresche springen.
Ich z.B. dachte früher auch, ich müsste selbst mehr arbeiten, dem ist aber nicht so.
Ist alles eine Rechenaufgabe, ich z.B. lasse mehr Reparaturen fremd erledigen für einen fairen Preis und natürlich gegen Rechnung. Dies schmälert zwar meinen Gewinn etwas, ich habe aber mehr Vorsteuer und zahle am Ende weniger Umsatzsteuer, weniger Einkommenssteuer und zu guter letzt auch weniger Krankenversicherung.
Unterm Strich habe ich dadurch aber mehr Zeit und genau soviel Geld im Portmonnaie.
wenn man will, geht alles.
Viele Männer wollen aber gar nicht an der Kindererziehung teilhaben und das ist nicht nur schade, sondern ein ernst zunehmendes Problem der heutigen Gesellschaft.
Beitrag von kabelmaus - 17.01.12 - 02:46 Uhr
Äh, hier geht es eigentlich nicht dadrum, ob sich mein Mann mehr um die Kinder kümmern müsste. Klar, wenn er nachmittags immer zur gleichen Zeit zuhause wär, sodass ich um 16 Uhr arbeiten könnte, wär ne feine Sache. Aber ich sehe tatsächlich keine Chance, das geregelt zu bekommen. Witterungsbedingt ist er im Winter oft sogar schon um 17 zuhause. Nur in den Sommermonaten ist er meistens erst gegen 20 Uhr da. Und er kümmert sich um seine Kinder. Wenn er zuhause ist, achja - da fällt mir ein: wir haben einen kleinen Hof mit etwas Landwirtschaft. Darum kümmert er sich auch innerhalb der Zeit bis 20 Uhr.
Ich will echt mal nen Forst- oder Landwirt sehen, der seine Arbeitszeit so ändert, dass er an mindestens schätzungsweisen 80 Tagen im Jahr ( bedingt durch Urlaub oder Krankheit meiner beiden Kolleginnen) um 13:30 zuhause ist, um sich um seine Kinder zu kümmern, während die Ehefrau arbeiten geht. Vor allem sollte er dann im Krankheitsfall der Arbeitskolleginnen seiner Frau spontan um 13:30 zuhause sein.
Nee, beim besten Willen nicht. Ich kenne keinen einzigen Land- oder Forstwirt hier in der Umgebung (und hier gibt es einige), die teilzeit arbeiten. Alle Familien, die da dran hängen, haben entweder Oma und Opa die aufpassen oder die Frau arbeitet vormittags oder gar nicht.
Aber ist ja auch egal. Ich werde, sobald die kleine in den KiGa geht, kündigen und mir für vormittags eine Stelle suchen. Denn das scheint echt das beste für uns alle zu sein
Beitrag von vwpassat - 17.01.12 - 09:48 Uhr
Die Antwort sollte auch kein Vorwurf gegen Dich sein, siehe weiter oben.
In Eurem Fall finde ich es halt auch, dass Du nur vormittags oder nachts arbeiten solltest.
