Mama geht Vollzeit arbeiten-geht das gut?

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Beitrag von mia72 - 16.01.12 - 16:28 Uhr

Hallo,

ich habe zwei Kids (5 und 8) und bin seit die Kinder ca. 1 Jahr waren, wieder Teilzeit arbeiten gegangen (25 Stunden) , mein Mann ist selbständig mit einer eigenen Firma. Wir haben eine Hausfee, die sich lieb um die Kinder und um den Haushalt kümmert, wenn ich arbeiten gehe. Nun habe ich ein Angebot bekommen wieder Vollzeit (38 Stunden) arbeiten zu gehen und auch teils von zu Hause zu arbeiten.

Ich bin echt zwiegespalten:

Der Engel und der Teufel auf meinen beiden Schultern streiten..
Engel: Tolle Gelegenheit, mehr Verantwortung, keine Langeweile mehr im Job, mehr Geld für eine Putzfrau;-))
Teufel: Keine Zeit für die Kinder, wie soll das zuhause nur geregelt werden???

Wer von euch Müttern geht auch Vollzeit und kann mir ein Statement dazu abgeben?

Liebe Grüße und vielen Dank
die uneinige Mia

Beitrag von rossundreiter - 16.01.12 - 17:06 Uhr

Hallo,
ich antworte dir mal als erste "Betroffene" auf deinen frischen Post.
Ich arbeite quasi Vollzeit zwischen 30 und 40 Stunden die Woche und habe montags frei. Dazu kommt noch ein freier vormittag in der Woche, ansonsten arbeite ich von 8 bis 19.oo mit 1,5 Stunden Pause. Halbe Tage sind von 8 bis 13.oo oder 14.00 bzw von 13 bis 19.00, das hab ich aber nur einmal die Woche, wo ich nachmittags arbeite,außerdem samstags alle 2 Wochen. Ab und zu muss ich auch sechs Tage die Woche ran, dann kommen auch mal 50 Stunden zusammen, aber das schaffe ich bisher ohne Probleme.
Wir haben auch eine Kinderfrau und eine Putzfee und es läuft prima. Seit ich wieder mehr arbeite, fühle ich mich einfach ausgeglichener, ich sehe die Kinder zwar selten bzw noch abends kurz, aber ehrlich gesagt, reicht mir das vollkommen. Es gibt ja noch die Sonntage und die Urlaube.
Ich mag meinen Beruf sehr und war froh wieder mehr als 20 Stunden arbeiten zu können. Unsere Kleine ist 2 Jahre und geht seit dem Sommer in den Kiga, es klappt gut, die Großen werden nachmittags in der Schule betreut, dann werden sie von der Kinderfrau abgeholt.
Ich sag mal so: wenn es dir Spaß macht, mehr zu arbeiten, und du die Kinder gut betreut weißt und selber dadurch entlastet bist, spricht doch nichts dagegen. Mehr Geld bringt es auch und Kinder kosten ja auch, da ist es doch nicht verkehrt, wenn mehr Kohle reinkommt.
Ein Mann würde ein besseres Jobangebot auch nicht ausschlagen, sondern zugreifen, auch und gerade wenn er Kinder hat.
Ich kann deine Bedenken verstehen und das mit dem schlechten Gewissen ist ein typisches Frauenphänomen. Männer, die voll arbeiten, haben das meist nicht, sondern sehen es als Normalzustand an, viel zu arbeiten und das Geld zu verdienen. Also,ich kann dir nur Positives berichten, ich würde es wieder tun und bereue heute, so viele Jahre nur Teilzeit gearbeitet zu haben und mich nicht aktiv um andere Lösungen ( Haushaltshilfe, Kinderfrau..) bemüht zu haben, denn unzufrieden war ich schon lange damit. Habe auch aus den schon von dir genannten Gründen gezögert: die Kinder fremdbetreut, ich viel weg, wenig Zeit, alles Aspekte, die man bedenken muss und sollte, insbesondere auch die persönliche Belastungsgrenze, Perfektionismus ist da eher hinderlich, die perfekte Hausfrau und Mutter zu sein, den Anspruch darf man dann nicht haben.
Ach so, noch ein Punkt: Es entlastet ja auch den Mann, wenn die Frau auch Geld verdient, dann lastet die finanzielle Verantwortung nicht mehr hauptsächlich auf seinen Schulter, denn so ist es ja oft, wenn Frauen "nur"dazuverdienen.
Mein Mann ist seitdem entspannter, denn er weiß, dass ich auch alleine für uns fünf aufkommen könnte, auch wenn wir uns einschränken müssten. Ich wünsche dir alles Gute und dass du dich traust. LG

Beitrag von mamavonyannick - 16.01.12 - 18:33 Uhr

Hallo,

ich bin auch jemand, der die Berufstätigkeit der FRau und Mutter befürwortet. Wenn es finanziell notwendig ist, auch Vollzeit.

Aber das hier: "ich sehe die Kinder zwar selten bzw noch abends kurz, aber ehrlich gesagt, reicht mir das vollkommen. Es gibt ja noch die Sonntage und die Urlaube."
finde ich sehr traurig. Mag sein, dass dir das reicht. Aber reicht es auch deinen Kindern? Glaubst du, dass es für sie das selbe ist, ob ihre Eltern da sind (und ich sage bewußt Eltern, weil auch der vater in der Pflicht ist) oder eine Kinderfrau sie betreut?

Du hast sie doch gewollt... wie kannst du da sagen, dass es dir reicht, sie selten bzw. nur noch abends kurz zu sehen? Wie können dir Sonntage und Urlaube reichen?

Ich gehe auch 32 Stunden in der Woche arbeiten, vorher waren es 38. Und ich genieße dieses mehr an Zeit mit meinen Kindern. Wenn ich könnte, würde ich auch noch weniger gehen, aber es muss ja auch alles bezahlt werden. Aber neimals würde ich sagen, dass ich es nicht schlimm finde, wenn ich sie wenig sehe.

Und ja, ich finde es auch in Ordnung, wenn Frauen ein schlechtes Gewissen "plagt". Wenn es schon normal zu sein scheint, dass Männer ohne Gedanken an die Kinder einfach "los machen" (wobei ich das nicht glaube, ich kenne viele Paare, die sich ihre Aufgaben auch in der Kinderbetreuung teilen), dann muss ja wenigstens einer mal an die Kinder denken, die man "in die Welt gesetzt hat". Die haben schließlich auch ein paar Rechte. Und eines davon sollte das Recht auf möglichst viel Zeit mit seinen Eltern sein. (natürlich immer im Hinblick auf die finanzielle Situation)

an die TE: Vollzeit würde ich nur dann gehen, wenn die Arbeitszeiten es zulassen. Wenn man jeden Tag von 9-18 Uhr arbeiten müsste, würde ich es lassen. Hast du aber die Möglichkeit zeitig anzufangen und damit am Nachmittag aufzuhören, oder aber durch Gleitzeit dir deine Zeit entsprechend einzuteilen, dann würde ich darüber nachdenken.

vg, m.

Beitrag von widowwadman - 16.01.12 - 19:00 Uhr

Ich bin entspannter im Umgang mit den Kindern wenn ich arbeite und nicht den ganzen Tag da bin. Insofern ist es besser fuer die Kinder und fuer mich.

Beitrag von mamavonyannick - 16.01.12 - 19:04 Uhr

Ich denke, es ist ein Unterschied, ob man arbeitet, um entspannter zu sein/um was anderes zu sehenoder sgat, dass einem das Sehen der Kinder kurz abends oder in Urlauben bzw. an Sonntagen reicht.

Beitrag von widowwadman - 16.01.12 - 21:36 Uhr

Das ist doch das gleiche in gruen.

Beitrag von rossundreiter - 16.01.12 - 19:19 Uhr

Und das ist genau das ,was mich immer wieder auf die Palme bringt, warum darf man nicht sagen, was man denkt und was soll daran schlimm sein, wenn ich ehrlich zugebe, dass ich froh bin meine Kindwer selten zu sehen, es ist einfach so, ganz wertfrei, ich bin nicht da, sie müssen damit leben, punkt. Das sagt nicht über meine Mütterqualitäten oder meine Liebe zu ihnen aus. Immer dieses Gerede davon, dass man die Kinder doch gewollt hat und wie man sowas sagen kann,ich habe diese Sätze einfach über. Vor allem kann sich niemand in meine Gefühlswelt reinversetzen und auch nicht wissen was gut für meine !!! Kinder ist. Ich finde solche Kommentare anmaßend.
Wie und für wieviele Stunden am Tag ich meine Mutterrolle ausfülle oder ob ich nur im Hintergrund agiere und betreuen lasse, ist meine Sache und ob die Kinder das gut finden, kann niemand beurteilen.
Ich habe Verantwortuing übernommen, das ist alles,wie ich die wahrnehme, ist meine Sache und die mache ich sehr gut.
Du genießt die Zeit mehr mit deinen Kindern, das ist auch in Ordnung so, ich empfinde aber anders und ich genieße es halt nicht viel mit meinen Kindern zusammen zu sein, ich bin froh, wenn ich sie nicht zu oft sehe,ich böse, böse Frau. Es kommt ja einem Tabubruch gleich zu sagen, dass man lieber woanders ist, als bei seinen Kinder, das ist mit dem deutschen Mütterbild nicht vereinbar.
Ich bin teilweise mehrere Tage und auch Wochen nicht zuhause, reise, halte Vorträge,genauso mein Mann, das ist ja dann sicher gar nicht mehr akzeptabel, denn ich genieße diese Zeit und zähle die Tage , wann ich wieder losfahren kann.
Ich arbeite gerne gerade bis 19 oder 20.00, wenn es geht, werde ich demnächst die Spätschichten bis 22.00 übernehemen, ganz freiwillig.
So ist es einfach, ich bin lieber arbeiten als zu hause bei den Kindern und das muss nicht negativ sein, und so sehe ich das auch keinesfalls, nur von Leuten, die nicht in meiner Haut stecken, wird das so bewertet, aber die leben ihr Leben und ich meins.

Beitrag von acaena - 16.01.12 - 19:54 Uhr

Weißt du, wenn ich so etwas lese, läuft es mir eiskalt den Rücken runter. Ich stell mir gerade deine 2jährige vor, die statt in Mamas Arm im Arm des Kindermädchens die Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen bekommt. Die freudig aus dem KiGa kommt und zum Erzählen all der vielen Dinge, die sie erlebt hat auch wieder nur das Kindermädchen hat.... Traurig. Wenn du ein gutes, wirklich gutes Kindermädchen hast, kompensiert sie vielleicht ein wenig die fehlende Nähe, aber wirklich ersetzen kann sie dich niemals.

Keiner verlangt von Müttern, dass sie 24h für ihre Kinder da sein müssen, aber wochenlang 24h/Tag nicht da zu sein tut kleinen Kinderseelen weh.
Jede Mutter hat das Recht auf Zeit für sich - aber sie hat auch die Pflicht ihrem Kind das Optimalste zu bieten und dazu gehört nun mal nicht nur Essen und Unterkunft.

Ich weiß wovon ich rede. Meine Mutter musste arbeiten, von früh bis abends, da mein Vater früh gestorben und wir ein großes Haus hatten welches unterhalten werden musste.
Was hab ich mich nach ihrer Nähe gesehnt, wie sehr hat mir, gerade anfangs in der Schulzeit jemand zum Reden gefehlt, jemand, der mir einfach nur zuhört. Noch heute habe ich Verlassensängste, auch wenn die sich fast verzogen haben. Aber es ist mit darauf zurück zu führen.

Deine Haltung, die du hier rüberbringst, wirst du auch deinen Kindern gegenüber einnehmen, wenn du sie vielleicht auch nicht so zeigst. Aber Kinder haben feine Antennen, reagieren sensibel auf das was Eltern denken und fühlen. Ich möchte jedenfalls nicht in der Haut deiner Kinder stecken. Wenn ich mir vorstelle meine Eltern sagen zwar, sie lieben mich, sind aber innerlich froh, bald wieder weg zu sein - das muss jedes Kind verwirren.
Irgendwann wirst du das zu spüren bekommen. Sei es mit Ablehnung deiner Kinder, wenn sie älter sind oder auch mit Verhaltensauffälligkeiten (egal in welche Richtung).
Ich wünsch dir jedenfalls für die Zeit, wenn deine Kinder Teenager sind viel Kraft und viele Nerven, denn dann ist es für Liebe und Zuwendung, die sie gebraucht hätten, fast zu spät.

lg
Heidi

Beitrag von mamavonyannick - 16.01.12 - 20:02 Uhr

"Und das ist genau das ,was mich immer wieder auf die Palme bringt, warum darf man nicht sagen,"

Du darfst das sagen und ich darf sagen, dass ich es traurig finde. Und es hat meiner Meinugn nichts mit dem deutschen Mutterbild nach zu tun. Ich denke nur wenige Mütter teilen deine Vorstellungen hinsichtlich ihrer Mutterrolle unabhängig von der Herkunft. Und ja, für Kinder finde ich es traurig, wenn sich beide Eltern auf ihre Kosten versuchen zu verwirklichen. Kinder bedeuten nun mal Verzicht, in jeglicher Hinsicht.
Warum hast du denn Kinder bekommen, wenn du froh bist, sie nciht zu oft zu sehen? Ich frage das ganz sachlich, ohne Vorwurf. Aber das ist, als wenn ich mir nen Hund anschaffe und es eigentlich "hasse", mit ihm raus gehen zu müssen. Und weil ich es so hasse, schaffe ich mir noch einen Hund an?
Wäre es nicht besser gewesen, sich lieber beruflich zu verwirklichen als Kinder zu bekommen, wenn man froh ist, sie nicht so oft sehen zu müssen?
Ich bin mir durchaus bewußt, dass es viele Mütter gibt, die genauso viel arbeiten müssen wie du. Ich frage mich aber, wieviele Mütter es gibt, die genau wie du sagen: Ich bin froh, dass ich die Kinder nicht so oft sehen muss.

Beitrag von jennylein19 - 16.01.12 - 20:36 Uhr

Hallo,

grundsätzlich finde ich es richtig und gut, dass Mütter auch arbeiten gehen.... aber deine Einstellung dazu finde ich wirklich sehr traurig. :-(

Mir ist klar, dass sich die Zeiten geändert haben und Mütter auch Karriere machen wollen und auch sollen. Ich finde es toll, wenn es gut klappt. Aber keinesfalls sollten die Kinder dabei auf der Strecke bleiben. In deinem Fall frage ich mich wirklich, wieso du Kinder bekommen hast. Für deine Einstellung habe ich absolut kein Verständnis. #schmoll

mfg

Jenny

Beitrag von carrie23 - 16.01.12 - 21:12 Uhr

Deine Meinung in allen Ehren und ich finde es auch toll dass du gerne Vollzeit arbeitest und finde es auch nicht schlimm es als Mutter zu tun.
Zu schreiben dass du deine Kinder aber nicht gerne oft siehst ist für mich sehr wohl ein Zeichen dafür dass du eine schlechte Mutter bist und das ist MEINE MEINUNG die ich eben auch äußern darf so wie du deine.
Meiner Meinung nach hat man seine Kinder sehr gerne zu sehen, dass es einem nicht IMMER Spaß macht zu wickeln, zu füttern, ins Bett zu bringen usw. ist was anderes.
Dass man mal froh ist seine Kinder einen Tag nicht zu sehen und abzuschalten ist auch was anderes, aber zu schreiben "ich genieße es halt nicht viel mit meinen Kindern zusammen zu sein" disqualifiziert dich meiner Meinung nach als Mutter.

Beitrag von hippogreif - 16.01.12 - 21:37 Uhr

Uhi, meine Güte!
Ich hätte wirklich nie, nie gedacht, dass ich das mal schreiben würde, aber solch eine Einstellung finde ich wirklich traurig. Ich bin echt die erste, die Mütter dazu ermutigt, wieder arbeiten zu gehen und auch nicht ewig bei diesen Pseudo-20-Stunden-Stellen herumzukrebsen.
Aber eine Mutter von wirklich kleinen Kindern, die schreibt, dass sie froh ist, tage- und wochenlang unterwegs zu sein, das finde ich echt krass.
Und ich denke auch nicht, dass ein Kind unbedingt die Mutter braucht.

Es braucht aber einen Elternteil, egal ob das nun Vater oder Mutter ist. Aber wenn das Kind die engste Bindung zum Kindermädchen aufbaut, dann würde mich das als Vater/Mutter beschähmen. Und ein Kind, was bis auf Sonntage und den Jahresurlaub fast ausschließlich nur das Kindermädchen zu sehen bekommt, hat fast schon automatisch die engste Bindung zu eben diesem Kindermädchen.

Man, ich hör mich an, wie eine dieser Mutterglucken. Das bin ich nicht wirklich. Ich habe mich auf meinen Job nach dem 1 jahr Elternzeit wirklich gefreut und meine Stunden freiwillig, ohne finanziellen Druck auf 35/Woche erhöht. Und auch ich genieße die Zeit ohne mein Kind und freue mich darüber, dass ich neben Mutter auch noch Frau/Arbeitskollegin/Freundin etc. bin. Aber ich freue mich auch riesig auf die nachmittage/Abende zusammen mit meiner Tochter, wenn ich mit ihr spielen kann, mit ihr basteln, singen, tanzen und alles andere. Ich freue mich auf jedes kleine Lächeln von ihr und könnte es mir nicht verzeien, wenn ich wegen meiner Arbeit einen Entwicklungsschritt in ihrem kleinen Leben nicht mitbekommen würde.

Meine Freundin ist Mutter von 2 kleinen Kindern und hat gerade eine neue Stelle als Rechtsabteilungsleiterin bei einem der größten Firmen in Deutschland angenommen. Und sie ist sich durchaus bewußt, dass sie die Kinder wenig sehen wird. Aber sie hat direkt im Bewerbungsgespräch eines klipp und klar gesagt: "Ich möchte definitiv nicht so viel arbeiten, dass ich irgendwann mal Gast in meiner eigenen Familie bin!"

So wie Du schreibst, ist mein rat an Dich: paß auf, dass Deine Kinder Dich nicht mal irgendwann als Gast in Deinem eigenen Zuhause betrachten.

Beitrag von julius1405 - 16.01.12 - 22:09 Uhr

Warum um alles in der Welt hast Du dann 3 Kinder bekommen???

Beitrag von havanna0804 - 16.01.12 - 22:20 Uhr

Ich suche die Ironie in Deinem Beitrag.

Ich suche und suche und suche und kann sie nicht finden#heul...

Beitrag von gh1954 - 16.01.12 - 22:58 Uhr

Hm, deine Einstellung ist schon sehr extrem. Das andere Extrem sind für mich die Mütter, denen "es das Herz zerreißt", wenn das Kind eine Nacht bei der Oma schlafen sollte oder die nur noch im Familienpaket zu haben sind. (Ohne meine Kinder gehe ich nirgendwo hin.)

Finde ich Beides nicht gut, aber jeder, wie er meint.

Beitrag von kikaninchen - 17.01.12 - 12:06 Uhr

Weißt Du, hier geht es nicht um den ewigen Konflikt zwischen der klassischen "Hausfrau" und einer Frau sich auch im Beruf verwirklichen will.
Jeder halbwegs weltoffene Mensch hat inzwischen verstanden, dass es niemanden etwas angeht, welches Lebensmodell eine Familie für sich bevorzugt.
Jeder muss für sich selbst herausfinden, was ihn glücklich macht, was ihn ausfüllt und was er sich leisten kann. Und niemand hat das Recht eine Frau zu kritisieren, wenn sie sich dafür entscheidet Zeitraum von x Jahren auf eigene Erwerbstätigkeit zu verzichten, genausowenig, wie diese Frauen das Recht haben berufstätige Frauen für ihr Lebensmodell anzugreifen.

Nein, darum geht es hier nicht.
Der harte Wind, der Dich so "auf die Palme bringt" weht Dir, falls es Dir aufgefallen ist, genauso von (voll) berufstätigen Müttern entgegen.
Und es geht in keiner Weise darum, dass Du arbeitest.
Es geht darum, dass Du anscheinend überhaupt nichts mit Deinen Kindern anfangen kannst und WILLST.
Darum, dass Du froh bist keine Zeit mit Deinen Kindern verbringen zu müssen.
Darum, dass Du innerlich die Tage und Stunden zählst, wann Du wieder von zu Hause weg kannst.

Und ich denke, da darf man auch in der heutigen Zeit ganz klar sagen:
Das ist nicht in Ordnung!!!

Ich sage auch, dass das "Elternsein" nicht ausschließlich auf die Mutter beschränkt ist.
Aber wo ist der Papa bei Euch? Ich lese nicht, dass dann eben der Papa derjenige ist, der sich die entsprechende Zeit für die Kinder nimmt.

Ich sage diesen Satz so gut wie nie, weil ich ihn ausgesprochen anmaßend und sogar beleidigend finde. In Deinem Fall kann ich aber nicht anders als zu sagen:
Manche Menschen sollten keine Kinder bekommen.

Warum zur Hölle habt Ihr auch noch DREI Kinder bekommen??
Selbst wenn Nr. 3 ungeplant war... Warum Nr. 2?

Wenn man schon beim ersten Kind merkt, dass dieses Leben nichts für einen ist, dann bekomme ich doch nicht noch welche hinterher.

Mein Mann und ich haben sehr liebe Bekannte.
Sie haben beide sehr gut bezahlte, verantwortungsvolle Arbeitsplätze, die sie zeitlich sehr fordern. Und in ihrer Freizeit reisen sie gern um die halbe Welt und haben außerdem zeitintensive Hobbies.
Vor zehn Jahren kam das Thema Kinderwunsch bei ihnen auf. Sie haben sich damit auseinandergesetzt und ganz genau darüber gesprochen, wie sie sich das Leben mit Kind vorstellen, was sie von sich als Eltern erwarten und was sie breit sind dafür aufzugeben oder eben nicht.
Und unterm Strich kam heraus, dass sie beide nicht bereit waren sich in dem Maße einzuschränken, das nötig ist um gute, verantwortungsvolle, liebevolle Eltern zu sein.
Und sie haben sich einvernehmlich dagegen entschieden, obwohl sie Kinder sehr gern haben und auch gut mit ihnen können.
Und sie sind glücklich damit.

DAS ist eine Entscheidung, die Respekt verdient und Anerkennung.

Sorry, man kann nicht alles im Leben haben.

Und für Deine lieblose, extremst egoistische Einstellung kann ich leider nicht anders als Dir ein dickes #contra zu geben.

Ich hoffe, Du kommunizierst Deine Einstellung Deinen Kindern gegenüber nicht so, wie hier im Forum.
Und ich hoffe, dass Dir Deine Kinder nicht irgendwann im wahrsten Sinne des Wortes um die Ohren fliegen.

Ich wünsch Dir und Deiner Familie trotzdem alles Gute.

Beitrag von alocin1970 - 17.01.12 - 12:55 Uhr

Sag mal, du bist nicht mal zufällig unter dem Nick SIMISA hier rumgegeistert? Die gibt es inzwischen hier nicht mehr ... aber der reichte es auch, ihren Kindern abends gute Nacht zu sagen oder sie mal ein paar Tage gar nicht zu sehen. Und genau so suspekt finde ich dein Verhältnis zu deinen Kindern auch.

Ich kann gut ohne meine, komme gerade von einem WE ohne Kinder nur mit meinem Mann alleine und fahre auch durchaus mal eine Woche alleine ohne alle weg - aber das ist die Ausnahme. Grundsätzlich will ich die Kinder schon jeden Tag und nicht nur zum Gute-Nacht-Kuss sehen!

Hoffentlich leiden deine Kinder nicht unter deiner Kälte, aber du hattest ja schon in einem anderen Thread geschrieben, dass zumindest das Verhältnis zu deiner großen Tochter schon belastet ist.

Traurig traurig.

Nico

Beitrag von sini60 - 17.01.12 - 17:18 Uhr

Es ist deine Einstellung, die alle "normalen" Mütter auf die Palme bringt. Sogar wenn es sich um einen Hund handeln würde, würde dir jeder Egoismus unterstellen. Du hast dich doch für Kinder entschieden und gibst deine Verantwortung einfach weiter. Du selber übernimmst sie nicht. Und sogar die paar wenige Stunden, die du mit deinen Kindern verbringst, sind dir noch zuviel und du sprichst von Mutterrolle. Deine Kinder sind vielleicht reich an materiellen Dingen aber arm an Liebe und Geborgenheit.

Ich glaube du bist die einzige, die nicht weiß was gut für ein Kind ist, weil kein Kind der Welt ist glücklich darüber seine Eltern kaum sehen zu müssen. Und ja du bist eine böse böse Frau.

Beitrag von rossundreiter - 18.01.12 - 17:49 Uhr

Hallo,
ich danke euch für eure ehrlichen Meinungen, und auch wenn ihr meine Gedanken vielleicht schlimm und abschreckend findet, möchte ich sagen, dass ich es zu schätzen weiß, dass die Diskussionen hier nicht beleidigend oder verletzend werden. Das hab ich so nicht erwartet.
Einige Beiträge haben mich auch schlucken lassen, denn die meisten haben ja aus ihrer persönlichen Sichtweise und Erfahrung mit dem Elternsein geschrieben. Und da spüre ich natürlich, was mir abgeht und worauf meine Kinder verzichten müssen.

Es ist natürlich auch für mich offensichtlich, dass in der Beziehung zu meinen Kinder etwas fehlt, dass es sicher so ist, dass sie etwas vermissen. Aber das kann ich ihnen nicht geben, nach all den Jahren weiß ich das sicher.
Meine Kinder haben aber einen liebevollen Vater, der nachmittags zu hause ist, wenn sie aus der Schule kommen, die Kinderfau unterstützt ihn dabei. Meine große Tochter hat außerdem ein ganz inniges Verhältnis zur Oma, sie ist auch oft da, hat auch teilweise ganz bei den Großeltern gelebt. Sie bekommt da halt etwas, was sie braucht und von mir nicht kriegt.
Daher bin ich froh, dass der Papa und die Großeltern wichtige Bezugspersonen sind, die die Kinder einfühlsamer begleiten, als ich das tue.
Für meine große Tochter nehme ich mir abends noch Zeit, wenn mein Mann die Kleine ins Bett bringt. Wir lesen und erzählen, wie der Tag war. Aber meine große Tochter und ich, das war von Anfang an schwierig, es passt nicht, wir sind uns einfach zu ähnlich.

Wir haben sehr schwierige Zeiten hinter uns, ich war als Mutter einfach überfordert, die Zeit als ich mehr zu hause war, war katastrophal, ich habs einfach nicht hingekriegt mit den Kindern.

Seit ich wieder viel arbeite, ist es alles entspannter, ich weiß, wie mein Tag abläuft, habe eine klare Struktur und nicht mehr die Aufgabe, den ganzen Tag mit den Kinder klar kommen zu wollen, sondern nur noch kurze Zeiten am Abend und die Sonntage. Das ist überschaubar und für mich zu bewältigen, ohne dass die Fetzen fliegen.
Und die Frage, warum ich drei Kinder bekommen habe, ist durchaus berechtigt und ich kann sagen: ich würde keine mehr kriegen oder es bei einem bewenden lassen.
Nr. 2 kam einfach zu schnell nach Nr. 1, es war ungeplant, ich war mit 2 Kleinkindern völlig überlastet, ich fand es ganz schrecklich mit 2 Kleinkindern. Mein Leben war mir fremd, es war nichts mehr von mir übrig.
Nr. 3 war ein Spiralenkind , aber ich bin heute froh, dass ich sie noch bekommen habe: bei ihr ist die Bindung am liebevollsten, es ist eine gute, schöne Erfahrung,für die ich dankbar bin.
Ich habe in langen Therapien diese Problematik bearbeitet und letztlich ist herausgekommen, dass ich in meinen begrenzten Möglichkeiten das Beste für meine Kinder tun kann, wenn ich sowenig wie möglich da bin und anderen Personen die Chamce gebe, es besser zu machen.Und das habe ich getan. Dadurch entsteht auch wieder Raum, mich etwas einzubringen und anzunähern, aber in ganz begrenztem Umfang, alles andere liegt außerhalb meiner Möglichkeiten. Es hat mir wieder Luft zum Atmen gegeben, ich fühle mich wieder näher bei mir und es ist gut so wie es ist.

Beitrag von mamavonyannick - 18.01.12 - 20:17 Uhr

Danke, dass du nochmal geanwortet hast. Udn so, wie du es schilderst, entsteht natürlich ein ganz anderes Bild. Natürlich finde ich es für deine Kinder immer noch traurig, dass sie nicht die typische Mutter genießen können, die man jedem Kind wünscht. Aber ihr versucht einen Ausgleich zu schaffen und ist wichtig.

Für dich tut es mir leid, dass du scheinbar nicht echte Muttergefühle entwickeln konntest oder anders gesagt, die Mutterpflichten nur als Bürde wahrnehmen kannst bzw. aus ihnen nicht das Positive ziehen kannst, was ich daraus ziehe. Natürlich strengen mich meine Kinder auch mal an und die Eigenständigkeit, die ich früher hatte, wird noch für einige Jahre nicht vorhanden sein. Aber ich kann jedem Lächeln und jeden kleinen Gesten so viel abgewinnen, dass sie die Anstengungen mehr als ausgleichen können.

Schön würde ich finden, wenn du zukünftig nicht mehr so gleichgültig über deine Kinder sprechen würdest. Sie sind trotz deiner Arbeit, dass Wichtigste, was du hast und wenn du bei ihnen was versaust, dann wird das weitreichendere Konsequenzen haben, als wenn dir ein Fehler auf Arbeit passiert. Fehler, die du bei ihnen machst, damit müssen sie ihr ganzes Leben mit "leben". Und selbst, wenn dir es schwer fällt, eine Mutter für sie zu sein, so solltest du doch immer so von ihnen sprechen und über sie schreiben, dass du ohne Probleme ihnen diese Worte ins Gesicht sagen oder zum Lesen vorlegen kannst. Sie dürfen nie das Gefühl bekommen, dass sie dir nichts wert sind. Das sollte deine Aufgabe sein.
Ich wünsche dir und deinen Kindern alles Gute.

vg, m.

Beitrag von matildal - 28.01.12 - 21:26 Uhr

Als ich das gelesen habe, habe ich mich gefragt, ob bei dir eine Art Aspergersyndrom oder so vorliegt. Du schreibst sehr klar, aber emotionslos :(

Beitrag von eichkatzerl - 16.01.12 - 19:12 Uhr

#winke

>>Seit ich wieder mehr arbeite, fühle ich mich einfach ausgeglichener, ich sehe die Kinder zwar selten bzw noch abends kurz, aber ehrlich gesagt, reicht mir das vollkommen. Es gibt ja noch die Sonntage und die Urlaube.<<

Hoffentlich reicht das deinen Kindern auch.

LG
Eichkatzerl

Beitrag von doris72 - 16.01.12 - 18:22 Uhr

Hallo!

Ich gehe auch Vollzeit arbeiten und bin Alleinerziehende.
Meine Kids sind 3, 15 und 17 Jahre alt.

Die Grossen kommen alleine zurecht und der Kleine geht von 7.00 bis 17.00 Uhr in den Ganztagskindergarten. Eine Hilfe habe ich nicht und Samstage sind Putz- und Waschtage.
Aber es läuft gut und wir kommen klar.
Ich gehe aber auch sehr gerne arbeiten und nehme den stressigeren Alltag deshalb in Kauf.

LG von D.

Beitrag von widowwadman - 16.01.12 - 18:56 Uhr

Ich bin noch bis ende Feb in Elternzeit, werde dann aber wieder Vollzeit arbeiten gehen - die Kinder sind dann 3 Jahre 2 Monate und 9 Monate alt.

Ich bin auch nach dem ersten Kind Vollzeit arbeiten gegangen seit sie 9 Monate alt war bis 3 Wochen vor der Geburt des zweiten. Inklusive Pendeln bin ich 10 Stunden taeglich unterwegs. Ich moechte mir zwar einen Job suchen bei dem ich nicht so weit fahren muss, aber ansonsten klappt es gut und ich habe kein schlechtes Gewissen. Wir haben aber auch ne super KiTa.

Beitrag von fruehchenomi - 16.01.12 - 19:42 Uhr

Alles nur eine Frage der guten Organisation ! Ich habe mein ganzes Leben Vollzeit gearbeitet und zwei Kinder großgezogen, die beide noch mit mir reden :-p Also habe ich wohl nicht alles falsch gemacht.
Streckenweise musste ich es, dann wollte ich es, dann wieder musste ich es - und ruckzuck waren sie in dem Alter, wo sie sowieso Mama nicht mehr den ganzen Tag wollen/brauchen.
Deine zwei sind doch auch schon in Kiga und Schule, Du hast eine offenbar tolle Hausfee und wenn Du abends nicht zuuuu spät heimkommst, hast Du noch einige Stunden, die ihr zusammen verbringen könnt + Wochenenden + Urlaube.
Sicher hat man hin und wieder ein schlechtes Gewissen, aber man kann das schon wieder ausgleichen, geht man mit den Mäusen halt einmal mehr in den Indoorspielplatz oder ähnliches.
Nicht die Quantität der verbrachten Zeit zählt, sondern die Qualität !!!!

Übrigens - Nebeneffekt meines Berufslebens: Ich brauche mir KEINE Sorgen zu machen, ob ich von meiner Rente leben kann, ich brauche NICHT auf die Versorgung eines Ehemanns oder des Sozialamts zählen.... schön, oder ? Richtig schlechtes Gewissen hätte ich, wenn das Sozialamt von meinen Kindern wiederholt, was sie mir zahlen müssen, dass ich leben kann #zitter
Alles Gute ! Mach es !
LG Moni