Guten Abend,
ich bin auf der Suche nach Ideen, Erfahrungen und/oder praktischen Tipps. Der Sachverhalt ist folgender: bei uns haben sich in den letzten Monaten die Ereignisse überschlagen... Vorab: Ich wohne mit meinem Mann, meinen zwei Kindern (9 und 2) zusammen mit meinen Eltern und meiner Oma in einem Haus. Das Haus gehört meiner Oma, meinen Eltern und uns. Meine Oma sitzt seit eineinhalb Jahren im Rollstuhl und ich kümmere mich um sie. Meine Mutter ist schwerbehindert und auch um sie kümmere ich mich. Beide bekommen Pflegegeld, ich erhalte davon nichts, da wir uns geeinigt haben, dass wir zusammen davon die Kosten für das Haus, Öl etc. zahlen wollen. Ich bin bis vor kurzem 20 Stunden arbeiten gegangen und habe "nebenher" studiert. Das Studium werde ich in zwei Jahren hoffentlich beenden können. Meine Tochter geht zur Schule und mein Sohn wurde immer von meinem Mann betreut, welcher drei Schichten arbeitet. Mein alter Arbeitgeber hat mich flexibel arbeiten lassen. Nun ist es so, dass meine Mutter (52) nach einem Herzstillstand und Nierenversagen komplette Betreuung braucht. Ab spätem Nachmittag kümmert sich zwar mein Vater um sie, dieser ist aber auch voll berufstätig, vorher braucht sie meine Hilfe.
Ich habe also meinen Job gekündigt, um da zu sein. Eine Pflegeperson können wir uns nicht leisten.
Nun zu meiner eigentlichen Frage: ich habe vor, mich mit einem Home office selbständig zu machen. Leider hört man ja nicht allzuviel Gutes davon... Hat jemand Erfahrung mit sowas? Ich dachte hauptsächlich an Schreibtätigkeiten aller Art. Oder hat jemand eine Idee, was ich sonst arbeiten könnte - von zu Hause aus??? 
Grüße, Coliene
Was tun?
Sie befinden sich im Archiv des urbia-Diskussionsforums.
Hier geht es zur vollständigen Version dieser Seite. Dort können Sie auch aktiv am Diskussionsgeschehen teilnehmen.
Beitrag von coliene - 16.01.12 - 22:08 Uhr
Beitrag von marion2 - 16.01.12 - 22:16 Uhr
Hallo,
ihr müsste eine Pflegestufe für deine Mutter beantragen und du musst zwingend einen Kurs machen.
Viele Angehörige machen schwere Fehler in der Pflege.
Schreibbüro von zu Hause aus? Nur wenn du entsprechende Erfahrungen nachweisen kannst.
Gruß
Beitrag von twinsmom26 - 17.01.12 - 10:32 Uhr
1. Pflegegeld beantragen und davon deine Mutter und Großmutter betreuen lassen.
(denn auch wenn du derzeit der Meinung bist das Leisten zu können, wie lange hältst du das und vor allem deine Familie und dein Leben aus?)
2. Homeoffice ist etwas Gutes, wenn man es KANN! Es ist sehr schwierig zu Hause zu arbeiten, auch wenn man ein Büro zu Hause hat. Einfach weil man immer abgelenkt wird bzw. einem einfällt, das man noch die Wäsche nebenbei machen könnte und dies und jenes. Ich will nicht bestreiten, das es Leute gibt die das können... ABER in deiner Situation würdest du zu Hause eh nicht zum Arbeiten kommen.
3. Ich bin nicht unbeteiligt in allem was du schreibst. Ich habe nicht selbst gepflegt, aber ich habe sehr viele Situationen dieser Art um mich gerade, eine so traurig das ist, hinter mir. Man fühlt sich dazu dauerhaft in der Lage, aber irgendwann sagt der Verstand, der Kopf und das Herz "Nein". Und du willst doch auch noch leben oder? Deine Mama und deine Oma haben nichts davon, wenn du wegen der vielen Pflege irgendwann selbst nicht gelebt hast.
Ich möchte dir das etwas genauer erläutern: Meine Oma war sehr krank und ich wohnte leider zu weit weg um sie zu pflegen. Sie war wie eine Mutter für mich und ich hätte es so gerne getan. Meine Onkels die in dem Haus wie meine Oma gewohnt haben, haben das übernommen. Aber man merkte immer mehr, wie das diese gestandenen Männer fertig machte. Es wurde Pflegekräfte dazu geholt und wurde etwas besser, aber selbst ich, die nur jeden Tag anrief um mit ihr zu reden, damit sie Jemanden zum reden hat, war irgendwann am Ende. Der persönliche Bezug macht es schwerer, als es für eine Pflegekraft ist. Bevor sie starb kam sie in ein Heim, weil meine Onkels das nicht mehr leisten konnten und blühte richtig aus. Da war sie dann sogar nochmal hier, so hatte ich sie lange nicht gesehen. Und wir unterhielten uns, als wäre sie nie krank gewesen. Doch sie sagte etwas sehr wichtiges zu mir: "Ich hätte nicht gewollt, dass ihr euer Leben für mich opfert, euer eigenes Leben nicht lebt. Das hat mich tief traurig gemacht und hat mir weh getan. Jetzt geht es mir besser, wo Fremde das machen. Ich will das ihr etwas von eurem Leben habt so wie ich von Meinem. So das ihr sagen könnt, ihr habt GELEBT." Und ich glaubte ihr das. Und ich verstand was sie empfand. Ich will damit nur sagen, dass deine Oma und deine Mutter auch wenn sie jetzt dankbar sind, irgendwann zurück blicken und dann das Gefühl haben werden, das sie dir etwas genommen haben. Du solltest schauen, dass du die Balance bekommst, einerseits da zu sein, aber auch ein eigenes Leben zu führen. Damit deine Familie und du nicht irgendwann zurück blicken und einige von ihnen mit einem schlechten Gefühl gehen. Ist nur lieb gemeint, weil ich weiß wie sehr es meine Oma befreit hat, das sie nicht mehr von der Familie betreut wurde.
LG
Beitrag von coliene - 17.01.12 - 13:35 Uhr
Hallo zusammen,
erst mal vielen Dank für die Antworten. Leider habt Ihr alle beide überlesen, dass ich schrieb, dass beide bereits Pflegegeld bekommen. Und ich habe auch angegeben, wofür es genutzt wird! Das Geld reicht bei weitem nicht, um eine Pflegeperson zu bezahlen. Diese würde 1000 EUR für eine Person (!) kosten! Das geht einfach nicht.
Ich habe selbst im Alter von zarten 24 meinen Opa verloren, den wir hier zu Hause auch gepflegt haben. Ich bin also nicht unerfahren. Damals konnte meine Oma das leisten.
Ich habe lange als Sekretärin gearbeitet, habe also auch Erfahrung mit Schreibsachen. Mir ging es hauptsächlich darum, zu fragen, wer Ideen für das Schreibbüro hat und mir dort helfen kann...
LG
Beitrag von twinsmom26 - 18.01.12 - 09:12 Uhr
Hallo nochmal,
nein ich habe das nicht überlesen, es wundert mich nur, dass die Pflegestufen nicht angepasst werden. (weil der Zustand deiner Mutter ja schlimmer geworden zu sein scheint) Und wenn du das Pflegegeld für die Pflege verwendest, kannst du andersrum ja auch wieder arbeiten.
Ich meine auch nur das du überdenken solltest, was du gewinnst und was verlierst. Verständlich, dass du an deiner Oma und Mama hängst, aber man kann bei der eigenen Pflege soviel falsch machen. Und deine Erfahrungen helfen da auch nicht, dann musst du da schon nochmal ordentlich Kurse besuchen.
Ein Homeoffice ist auch wenn du damit Erfahrungen hast, (die hatte ich auch) und ohne Verpflichtungen bzw. zu kümmernde Personen klappt das sicher super, aber mit der entsprechenden Sítuation, kann ich mir das nicht vorstellen. Am Ende musst du das selbst wissen, aber es ist wirklich schwer bis kaum machbar (angesichts deiner pflegebedürftigen Personen im Haus). Ansonsten vielleicht auch mal beim Arbeitsamt informieren, die haben wenigstens die Bücher für die gesetzlichen Vorgaben, damit du auch Homeoffice und co absetzen kannst bzw. vielleicht sogar eine Ich AG im ersten Jahr gefördert bekommst.
LG
