Ich kann nicht mehr....

Sie befinden sich im Archiv des urbia-Diskussionsforums.

Hier geht es zur vollständigen Version dieser Seite. Dort können Sie auch aktiv am Diskussionsgeschehen teilnehmen.

Beitrag von claul1983 - 17.01.12 - 12:40 Uhr

Hallo zusammen!

Mein Kind ist zwar kein Frühchen, wurde aber mit nur 2 kg und 45 cm Größe vor 3 Wochen geboren.
Sie ist noch immer auf der Frühchenstation, da sie nicht ordentlich trinkt und sondiert werden muss. Zugenommen hat sie bis jetzt nur 200g.

Weiters werden zahlreiche Untersuchungen gemacht, da die Ärztin eine Stoffwechselerkrankung bei ihr vermutet.
Wir fahren jeden Tag zu ihr rein (haben auch noch ein größeres Kind) aber ich bin nun an einem Punkt angekommen wo ich einfach nicht mehr kann......es geht nicht mehr.....ich halte mein Leben so wie es ist nicht mehr aus......
Ich bin jeden Abend froh wenn ich einfach vor dem Fernseher liegen und mich berieseln lassen kann und in der Früh fehlt mir fast die Kraft aufzustehen (eigentlich mache ich alles nur noch wegen unserem großen Kind, ich will nicht dass sie etwas mitbekommt oder es ihr an irgendwas fehlt)
Jeden Tag fahren wir zu ihr und wir bekommen die Info, dass sie wieder nicht ordentlich getrunken hat, Untersuchungsergebnisse noch ausstehen usw.

Ich kann einfach nicht mehr!!!! Seit der Geburt habe ich mich in unserem Ort noch nirgends blicken lassen, weil ich einfach nicht die Kraft dazu habe darüber zu sprechen.
Ich weiß nicht, wie es in Zukunft weitergehen soll....ich sehe die Kleine an und es tut mir so leid, dass ich so wenig Kraft habe....ich weiß nicht wie ich weitermachen soll.....
Ihr wirkt hier alle so stark, aber ich bin das nicht.....mir wird das alles zu viel.....

Danke, dass ihr meine Gedanken gelesen habt.....

LG!

Beitrag von fusselchenxx - 17.01.12 - 12:48 Uhr

Hallo,

du bist auch stark.. Genau an dem Punkt waren wir hier alle mindestens einmal...

Unser Großer lag auch auf der neo.. Wir bekamen nach 3 Wochen von der einen Schwester verboten, morgens zu kommen.. Wir sollten mal ausschlafen... Das taten wir auch mal...

Versuche irgendwie Kraft zu tanken... Hast du mal die Möglichkeit euer großes Kind mal abzugeben.. Also mal einen morgen nicht direkt aufstehen müssen, weil das Kind zu Kiga muss... Versuch es.. Das hilft oftmals...

Wir waren in dieser Zeit alleine, hatten aber auch kein weiteres Kind.. Aber ich hab mich genauso gefühlt.. Ich war total am Ende... Bin stellenweise fast im Kh eingeschlafen.. Es war eine harte Zeit.. Aber es lohnt sich...

Wenn du garkeinen anderen Ausweg mehr siehst, such dir professionelle Hilfe.. Sprich: geh mal zum Hausarzt.. Der kann dich entsprechend überweisen.. Und schäme dich deswegen nicht.. Ich habe mir vor einiger Zeit auch diese Hilfe gesucht (nach dem Arbeitsunfall meines Mannes)...

LG Fusselchen

Beitrag von cori0815 - 17.01.12 - 14:01 Uhr

Ich kann verstehen, dass du dich so ausgelaugt und fertig fühlst. Und ich finde es auch überhaupt nicht verwunderlich.

Such dir Hife! Meine Freundin, die ein behindertes Kind hat und darüber auch irgendwann mit der Situation fertig geworden ist, hat lange gebraucht, bis sie erkannt hat, dass sie Hilfe braucht, um mental mit der Sache fertig zu werden. Und es tut ihr sehr gut.

Vielleicht kann man dir im Krankenhaus einen Rat geben, an wen du dich wenden kannst, um mal darüber zu sprechen, wie du dich fühlst und was genau du schlimm findest usw.

Ich wünsche dir und deiner kleinen Maus ganz viel Kraft.

LG
cori

Beitrag von jessi2602 - 17.01.12 - 14:19 Uhr

hallo also unsere klein zur welt kam war das auch ganz schlimm für mich...als ich aus dem kh nach der Entbindung entlassen wurde hat man mir angeboten im schülerwohnheim zuschlafen das ich jeden Tag zu ihr kann da wir 100km zu fahren hatten aber ich hab das nicht gemacht ich bin nachhause hab mich daheim mit meinen papierkram auseinander gesetzt und bin nur alle 2 tage zu ihr gefahren...das hat mir sehr geholfen ich habe zwar jeden tag im Kh angerufen umzuhören wie es ihr geht aber ich konnte mir das nicht jeden tag ansehen muss noch dazu sagen hatte zu diesen Zeitpunkt auch meine Mama in einen anderen kh ebenfalls 100 km weit weg weil sie einen herzinfarkt hatte. Mir hat das geholfen daheim zu sein ganz wichtig ist in der Zeit viel mit deinen Partner bzw. Mann zureden weil auch deine Hormone dir wahrscheinlich arg zusetzen... geniesse jeden Moment mit deiner großen Tochter das kann auch unheimlich ablenken. Alles gute euch allen das es bald besser geht. Drück ganz fest die Daumen#liebdrueck

Beitrag von michi78 - 17.01.12 - 16:23 Uhr

Hallo

Ja, das ist hart und heute frage ich mich auch oft wie ich das geschafft habe.

Wir mussten 4 Monate unseren Sohn im KH lassen. 100km pendeln am Tag.
Dann war er daheim und dann wieder im KH. Wieder 4Wochen jeden Tag pendeln....

Ich bin dann sazu übergegangen nicht mehr 7 Tage die Woche zu ihm zu fahren sondern "nur" noch 5 Tage.

Hab mich auch total zurückgezogen da ich nicht jedem erzählen wollte wieso, wehalb, warum.

#liebdrueck VielKraft für kommende Zeit.

Beitrag von hsi - 17.01.12 - 17:53 Uhr

Hallo,

ich verstehe dich. Tim lag über 12 Wochen auf der Neo, es war eine harte Zeit für uns! Ich bin auch öfters an den Punkt gekommen wo du jetzt bist und hab mich gefragt, wie ich die Zeit noch durchstehen, aber wir haben es geschafft! Und du wirst es auch, glaub mir. Lass dir helfen, geb dein älteres Kind mal bei Freunden oder Verwandte ab und könn dir mal ruhe. Meine zwei waren in der Zeit auch mal bei einer KiGa-Freundin gewesen und ich habe diese Zeit genutzt um etwas zur ruhe zu kommen. Mir tat alles weh, ich war einfach körperlich total ko.

Lg,
Hsiuying + May-Ling 5 J. & Nick 4 J. mit Tim 10 M. (geb. 26+4 SSW/korr. 7 M.)

Beitrag von ronjaleonie - 17.01.12 - 20:38 Uhr

Hallo Du!

Du bist eine sehr starke Frau, auch wenn du das derzeit nicht spüren kannst, das ist aber überhaupt nicht deine Schuld, du machst nichts Falsch, es ist gerade einfach nur zu viel.

So, hast du dir das nach der Geburt deines 2. Kindes nicht vorgestellt, du bist gerade total überrumpelt mit der Situation.

Ich selbst hatte nach beiden SS und Geburten eine SS-Depression, was absolut nichts seltenes und nichts ungewöhnliches und erst recht nichts schlimmes ist. Mir ging es ähnlich wie dir und ich würde dir gerne ans Herz legen, das du dir Hilfe suchst und dir helfen lässt, das musst du so nicht durchstehen und bitte warte nicht bis du ganz zusammenklappst.

Gerne stehe ich dir bei weiteren Fragen zur Verfügung, und das allerwichtigste: Es wird besser und es wird aufhören, du wirst wieder zu deiner Stärke und Kraft zurückfinden!!!

LG
Nicole

Beitrag von jasifrosch - 17.01.12 - 21:22 Uhr

Hallo!

Ja ich verstehe Dich.
Es ist nicht einfach, wenn man eine normale SS haben wollte und dann am Ende am ET mit dem gesunden Kind die Klinik verlassen wollte........und es dann anders kommt.

Diese Phase habe ich auch durchgemacht, als meine Tochter in der Klinik lag und ich gleichzeitig um meinen verstorbenen Zwilling trauern wollte/ musste.

Allerdings drängt sich mir die Frage auf, ob Du vielleicht eine Wochenbettdepression entwickelt hast??? Entschuldige diese Frage, aber es wäre ja möglich.
Vielleicht kannst Du über die Kinderintensiv Kontakt zu einer Psychologin aufnehmen.

Fühle Dich gedrückt #liebdrueck!
Es wird besser #pro.
Erst einmal die Untersuchungsbefunde abwarten #klee.
Mit dem Trinken lernen ist es halt nicht einfach. Haben am Anfang auch um jeden Milliliter gekämpft. Aber auf einmal war die Sonde überflüssig.

Lg Jasifrosch

Beitrag von inlocoparentis - 18.01.12 - 13:26 Uhr

Hallo Du,

Das kenne ich gut. Habe mich letztes Jahr insgesamt 6,5 Monate im Krankenhaus aufgehalten (davon 5 Monate Frühchenstation). Irgendwann gewinnt man eine gewisse Routine, ich weiß, das klingt hart, aber irgendwann ist es wie ein "Job", man steht morgens auf, bringt den Großen in den Kiga, holt sich einen Kaffee für unterwegs, geht ins KKH, pumpt nochmal Milch ab und hat die erste Konferenz mit den Ärzten um 10 Uhr.
Du bist ganz frisch Mama geworden und solltest dich erholen und kommst einfach nicht dazu. Klar dass du kaputt bist. Ich habe mir relativ schnell eine Haushaltshilfe geleistet (meine KKH wollte keine zahlen) um mich wenigstens nicht mit Putzen auseinandersetzen zu müssen. Und dann habe ich am Wochenende meinen Mann geschickt und zwei Tage Krankenhaus-frei gemacht. Auch wenn man denkt, dass man das nicht aushält so lange von seinem Baby getrennt zu sein, ist es wichtig, dass man mal abschaltet und normale Alltagsdinge tut wie mit dem Großen auf den Spielplatz oder einkaufen zu gehen. Sonst dreht man durch.

Du schaffst das schon. Wenn es garnicht mehr geht, wende dich an deine Frauenärztin, die kann dir nämlich wegen Erschöpfungssyndrom eine Haushaltshilfe verschreiben. Vielleicht ist deine Krankenkasse da kulanter als meine. Außerdem tut es immer wieder gut mit den Psychologen im KKH zu sprechen.

Ich wünsche Euch alles Gute für die Zukunft!
LG
inlocoparentis

Beitrag von hensaba - 18.01.12 - 16:02 Uhr

das tut mir sehr leid für dich bzw euch aber ich antworte dir mal net als mutter sondern als kinderkrankenschwester:

schickt eure große mal am we zu oma und opa, tante etc...
schlaft euch aus...ja von mir aus bleibt ein ganzes we im bett...macht das, worauf ihr lust habt...essen gehen, kino, etc...aber bleibt von der station fern wo euer kleiner wurm liegt....hört sich hart an aber ihr braucht ganz dringend ne pause...und die ist euch vom herzen gegönnt...

eure maus ist bestens versorgt im kh...und ihr werdet sehen, nach einem we sieht die welt schon wieder ganz anders aus und ihr habt wieder neue kraft für eure kleine und die große!!!

alles alles gute....