Hallo,
ich erzähle jetzt auch einmal meine Geschichte.
Meine Eltern sind beide 2011 verstorben.
Mein Vater erkrankte Sept. 2010 an Darmkrebs. Die OP verlief gut, der Tumor konnte komplett entfernt werden. Ihm wurde allerdings ein Notausgang gelegt, der nach der Chemo wieder zurück gelegt werden sollte. Er bekam dann Chemo zur Vorsorge, laut den Ärzten. Nach der 8. Chemo spielte allerdings sein Herz verrückt, es wurden ihm dann 3 Stants eingesetzt. Die Chemo wurde abgesetzt, das Herz sollte sich erholen. Die Rückverlegung des Ausganges musste dann nocheinmal ein halbes Jahr warten. Die Zeit ging rum, meinem Vater gings wieder besser, er war guter Hoffnung. Die Zeit war dann gekommen für die letzte OP. Ich bin mit meinem Vater noch zum Kardiologen, dort bekamen wir dann das OK für die OP. ICh habe dann einen OP Termin vereinbart. Mein Vater war aufgeregt und hatte dann doch etwas schiss, das die OP nicht stattfinden würde, irgendetwas käme dazwischen. Und was soll ich sagen, er hatte recht. 5 Tage vor der OP fällt er einfach um und ist tot. Sekundentot.
Meine Schwester war morgens noch mit meinem Vater bei meiner Mutter im Krankenhaus, sie hat ihn dann zuhause wieder abgeliefert und ist heim, ihm gings gut, eine stunde später muss es dann passiert sein. Mein Cousin hat ihn im Garten gefunden und hat uns angerufen.
Ein Jahr nach der Diagnose am 17.9.2011 starb er.
Bei meiner Mutter wurde im November 2010 Gebärmutterkrebs diagnostiziert. Unheilbar. Keine OP, aufgrund ihrer Vorgeschichte: Herzprobleme, Diabetes, Übergewicht und einiges mehr. Zu grosses Risiko. Es folgte eine Strahlentherapie, die sie auch gut vertrug und der Tumor wurde kleiner, es hatte sich nur schon Methastasen gebildet, die in den Bauchraum gewandert sind. Sie bekam Medikamente und es ging ihr den Umständen entsprechend gut. Im August entschied man sich dann allerdings doch für eine Chemo. Als mein Vater starb, lag sie im Krankenhaus, wegen Schmerzen in der Nierengegend, sie stand kurz vorm Nierenversagen.(2 Tage vorher bekam sie die 1. Chemo) Mein Bruder und ich sind dann zusammen ins Krankenhaus und mussten ihr die traurige Nachricht überbringen. Wir haben sie dann mit nach Hause genommen, damit sie von meinem Vater Abschied nehmen konnte, auf eigene Verantwortung, vier stunden später haben wir sie wieder hingebracht. Es war schwer, meine Mutter hat immer nur gesagt, "was soll ich denn jetzt alleine machen" und "ich komme bald nach". Die Beerdingung ging rum (meine Mutter durfte wieder für einen Tag aus dem KH raus). Sie hat es dann gut überstanden.
Ich bin dann mit meiner Familie zu ihr gezogen, alleine hätte sie nicht bleiben können.
Die wochen gingen rum, die 2. Chemo folgte, danach musste sie wieder ins Krankenhaus für eine Woche, weil es ihr schlecht ging, sie schlimme Schmerzen hatte. Sie wurde auf Morphiumpflaster eingestellt (100er) und durfte wieder nach Hause. Am 25.11. bekam sie dann wieder Chemo, als sie nach Hause kam, war sie müder als sonst und wackelig auf den Beinen. Am nächsten Tag habe ich dann den Krankenwagenn gerufen, da sie nur am Tisch saß und vor sich hingeschlummert ist, war gar nicht richtig ansprechbar. Im Krankenhaus haben sie dann gesagt, das die Nieren nicht mehr arbeiten, sie wollten ihnen aber 2 Tage zeit lassen, das sie sich wieder erholen können, aber keine Chance, die Nieren wollten nicht mehr. Dialyse wäre in Frage gekommen, wäre aber auch nur lebensverlängerte Maßnahmen gewesen bei dem Krankheitsbild, die Ärzte überliesen uns die Entscheidung. Da meine Mutter keine lebensverlängerte Maßnahmen gewollt hätte, entschieden wir uns dann schweren Herzen sie gehen zu lassen. Ab diesem Zeitpunkt, waren meine Geschwister und ich rund um die Uhr bei ihr. Sie war kaum noch ansprechbar durch die ganzen giftstoffe der Chemo die die Nieren nicht mehr ausspülten, sie bekam Morphium über ein Gerät, sie war immer im Dämmerzustand, nahm kaum noch was war. 3 Tage hat sie dann noch gekämpft, bis sie dann friedlich und ruhig eingeschlafen ist. Diesen Augenblick werde ich nie vergessen und bekomme ihn nicht aus meinem kopf.
Am 2. Dezember ist sie verstorben, ein Jahr nach ihrer Diagnose, an Nierenversagen.
Sie haben beide gekämpft und gehofft, aber am Ende beide den Kampf verloren.
Mein Vater wurde nur 68 Jahre alt und meine Mutter 63.
Jetzt stehen auf dem Friedhof zwei Kreuze nebeneinander und es ist jedesmal schwer, wenn wir sie besuchen.
Und meine Familie und ich sitzen nun in dem Haus meiner Eltern. Es ist fast alles noch so wie es war. Aber wir werden da bleiben auch wenn mich alles an sie erinnert.
Umräumen bzw. Sachen wegräumen, damit lasse ich mir Zeit, denn Zeit heilt ja schließlich alle Wunden. Hoffentlich.
Ich zünde
für meine Eltern.
Wir vermissen Euch.
Und immer sind irgendwo Spuren eures Lebens:
Gedanken, Bilder, Augenblicke und Gefühle. Sie werden uns immer an euch erinnern und dadurch nie vergessen lassen.
Meine Eltern - 2 in einem Jahr
Sie befinden sich im Archiv des urbia-Diskussionsforums.
Hier geht es zur vollständigen Version dieser Seite. Dort können Sie auch aktiv am Diskussionsgeschehen teilnehmen.
Beitrag von mareesha - 18.01.12 - 13:14 Uhr
Beitrag von sanny18877 - 18.01.12 - 14:28 Uhr
Hallo,
es tut mir leid, dass Deine Eltern so leiden und so früh sterben mussten.
Ich wünsche Dir und Deinen Geschwistern ganz viel Kraft und das Ihr das Erlebte verarbeiten könnt.

für Deine Eltern.
Beitrag von .antonia - 18.01.12 - 16:20 Uhr
Sie ging zu ihm, damit sie wieder zusammen sind.
Es ist so unedlich truarig, was du erleben musstest. Ich wünsche dir sehr, dass du immer das positive behalten kannst und das irgendwann mal die Zeit die Wunden ein Stück heilt.
Alles erdenklich gute von uns allen
Beitrag von -mell1982 - 18.01.12 - 17:45 Uhr
Hallo,
ja das ist hart wir mussten das selber vor 10 Jahren mitmachen.
Meine Oma ist am 31.1.02 gestorben und mein Opa am 6.2.02.
Ja es ist hart wir haben uns damit getröstet das sie im Himmel wieder zusammen sein dürfen und es ohne den anderen nicht ausgehalten hätten.
Beitrag von holidaylover - 18.01.12 - 21:59 Uhr
mein beileid! 

Beitrag von xbienchenx - 19.01.12 - 13:41 Uhr
Mein herzliches Beileid. 
Ich hoffe du findest genug Kraft um die schwere Zeit zu überstehehn. Das einzigste was wirklich tröstet, ist das keiner ohne den anderen sein muss. Sie sind zusammen.
Ich weiss wie schlimm man sich fühlt. Mein Vater ist seid 5 Jahren nicht mehr da. so lange kommt mir das gar nicht vor. Man lernt aber mit der Zeit damit zu leben. Die schmerzen bleiben, aber man lernt damt umzugehen.
Ich drücke dir alle daumen und schicke dir ein großes kraftpacket
Beitrag von mareesha - 19.01.12 - 14:25 Uhr
Ich danke euch allen für euer Mitgefühl und eure lieben Worte
Beitrag von sumsel77 - 20.01.12 - 20:27 Uhr
oh je oh je, das ist ja schrecklich. Ich wünsche Euch viel Kraft und hoffe Du hast durch Deine Familie einen großen Halt.
Lg Sumsel
Für Deine Eltern

Beitrag von felix0907 - 22.01.12 - 17:09 Uhr
Mein Gott das ist so schlimm, ich kann so mitfühlen und mir kommen die Tränen, meine Mama wurde leider auch nur 63. Zwar hab ich noch einen Papa., aber dafür starb genau 1 Jahr nach meiner Mama meine Ersatzmama und Patentante auch an Krebs, sie war nur 53.....
Ich dachte damals ich drehe durch........
Und dieses Jahr im Sommer dann die Sahnehaube obendrauf, eine gute Bekannte, die Mutter eines Freundes meines Sohnes hat sich das Leben genommen mit gerade mal 38.
Ich hatte dann Ende August nach diesem Selbstmord, das Gefühl ich breche zusammen.
Auch heute hab ich wieder so einen Tag und das Wetter dazu...es ist so schrecklich!!!
Lass dich drücken, und ich wünsche Dir ganz viel Kraft diesen Verlust zu verarbeiten.....
LG
Tatjana
