Verhalten nach Unfall???

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Beitrag von julia3ho - 19.01.12 - 21:34 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

ich habe heute mitangesehen, wie ein kleiner Dackel von einem Auto erfasst wurde. Äußerlich waren keine Verletzungen erkennbar, aber er schien fürchterliche Schmerzen zu haben und lag sehr verdreht da. Ich habe einen Tierarzt angerufen, der in einer halben Stunde da sein wollt. In dieser Zeit habe ich dem Hund vorgesungen und ein Mann hat eine Decke gebracht, weil der Kleine so gezittert hat. Noch vor dem Tierarzt traf der Besitzer ein, hob den Hund hoch und trug ihn in sein Auto.

Meine Entscheidung einen Tierarzt kommen zu lassen hatte ich getroffen, weil ich dacht, man solle als Laie ein verletztes Tier nicht hochheben, um evtl. Wirbelsäulenverletzungen nicht schlimmer zu machen. Hätte ich geahnt, dass der Mann ihn heben würde hätte ich ihn sofort in mein Auto getragen und zum Tierarzt gebracht, dann hätte er nicht eine knappe halbe Stunde mit Schmerzen dort liegen müssen.

Jetzt mache ich mir schreckliche Vorwürfe, ob ich ihn vielleicht unnötig gequält habe und in der letzten Konsequenz, sollte er sterben, daran schuld bin, weil ich die falsche Entscheidung getroffen habe.

Deshalb bitte sagt mir: Darf man einen verletzten Dackel tragen? Was macht man in dieser Situation - zum Tierarzt bringen oder Tierarzt rufen?

Habt vielen Dank für Eure Erfahrungen oder Euer Wissen!

Liebe Grüße
Julia

Beitrag von alkesh - 19.01.12 - 21:42 Uhr

Du hast einen Tierarzt gerufen und Dich liebevoll um den Hund gekümmert!

Du hättest ihn auch direkt zu einem Tierarzt fahren können!

Beide Varianten sind völlig okay, Du mußt Dir keine Vorwürfe machen - im Gegensatz zu vielen Anderen hast DU gehandelt!

Wer weiß was passiert wäre wenn Du ihn hoch genommen hättest, er hätte auch aus Angst und/oder vor Schmerz beißen können, etc.

Mach Dir keinen Kopf, Du warst für den Hund da und hast nach besten Wissen und Gewissen gehandelt!

LG

Beitrag von julia3ho - 19.01.12 - 21:53 Uhr

"im Gegensatz zu vielen Anderen hast DU gehandelt!"

Danke für Deine liebe Antwort, aber zu diesem Satz fällt mir ein, dass ich besonders schön finde, dass mehrere Leute angehalten und gefragt haben, ob sie etwas tun können. Der Mann, der die Decke gebracht hat wird sie bestimmt nicht wiedersehen, aber das war ihm scheinbar ganz gleich :-)

Der Hundebesitzer hat mir seinen Namen genannt und seine Arbeitsstelle, ich werde dort morgen anrufen und dann hoffentlich gute Neuigkeiten von dem kleinen Hund hören.

Und wenn ich morgen höre: es geht ihm gut - dann les ich mir nochmal Deine Antwort durch und kann sie auch wirklich annehmen. Danke Dir.

Beitrag von alkesh - 19.01.12 - 22:15 Uhr

Freut mich zu hören das offensichtlich noch mehr Menschen ein Herz haben, leider ist das ja eher die Ausnahme :-(

Ich drück dem kleinen Kerl die Daumen!

LG

Beitrag von purpur100 - 20.01.12 - 08:41 Uhr

Ich finds klasse, wie du reagiert hast! Wenn der Besitzer seinen verletzten Hund hochnimmt, dann ist das was anderes, als wenn du als völlig Fremde (für den Hund) das machst. Hätte ja durchaus sein können, daß das kleine Kerlchen vor lauter Schmerzen od. Angst zubeißt, er dadurch vielleicht noch eine blöde Bewegung macht und vielleicht dadurch die Verletzungen verschlimmert werden.

Ich hoffe auch, daß es dem Dackelchen gutgeht.

#winke

Beitrag von sohnemann_max - 20.01.12 - 12:36 Uhr

Hallo,

Du hast geholfen! Prima, nicht jeder würde das für "Tier" machen - noch nicht mal für einen Menschen!

Mach Dir keinen Kopf. Du hast nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt - eben so, wie es für Dich in dem Moment ok gewesen ist.

Überlebt es der Dackel nicht, hätte er es auch nicht überlebt, wenn Du ihn sofort zum Tierarzt gebracht hättest. Du hast keinen Einfluss drauf, ob es gut ausgeht oder nicht. Hat er schwere innere Verletzungen, dann hat er die. Da kommt es jetzt nicht unbedingt auf ein paar Minuten drauf an... zumal es nicht Dein Hund gewesen ist.

Gut gemacht! #pro

LG
Caro

Beitrag von corny123 - 20.01.12 - 15:35 Uhr

Ich würde das wie bei Menschen entscheiden: Wenn eventuelle lebensbedrohliche Verletzungen vorliegen - so schnell wie möglich zum Arzt.

Beitrag von alkesh - 20.01.12 - 19:51 Uhr

Und das kannst Du von außen sehen?

Du würdest also nach einem Unfall tatsächlich einen 80 kg Menschen aus dem Auto reißen (ich schreibe das bewußt so) in Dein Auto setzen und in ein KH fahren?

Beitrag von corny123 - 20.01.12 - 20:22 Uhr

Nein. Denn wenn ein Mensch beteiligt wäre, müsste in 8 Minuten ein Notarzt vor Ort eintreffen, wahrscheinlich noch schneller vorab ein RTW.

Beitrag von alkesh - 20.01.12 - 21:39 Uhr

< Ich würde das wie bei Menschen entscheiden: Wenn eventuelle lebensbedrohliche Verletzungen vorliegen - so schnell wie möglich zum Arzt. >

Klingt irgendwie anders #gruebel

Und wo hast Du das mit den acht Minuten her?

Hilfsfristen sind im ganzen Land verschieden und selbst wenn sie einheitlich wären, so kann man sie trotzdem nicht immer einhalten, also kann man sich auch nicht drauf verlassen!

Beitrag von corny123 - 21.01.12 - 14:01 Uhr

Na ja, hier gilt eben die 8-Minuten-Frist.

Stimmt, war blöd ausgedrückt. Ich meinte damit, dass man Arzt und Patient so schnell wie möglich zusammenbringen sollte, wie auch immer.