ADHS-Nicht JA u. nicht NEIN

Sie befinden sich im Archiv des urbia-Diskussionsforums.

Hier geht es zur vollständigen Version dieser Seite. Dort können Sie auch aktiv am Diskussionsgeschehen teilnehmen.

Beitrag von nannismaus - 19.01.12 - 23:01 Uhr

Gibt es hier Eltern die Ihr KInd auf ADHS testen lieen und kein eindeutiges ERgebniß bekamen?Wir haben ein "Schwebekind".Soll heißen selbst unsere Kinderärztin (ADHS-Spezialistin u. Kinderpsychologin) weiß kein Rat.

Sie sagte das es kein klares nein aber auch kein klares ja ist?Als die Doagnose gestellt wurde,wurde uns frei gestellt ob wir tableten geben oder nicht,haben uns dagegen entschieden,weil ja kein eindeutiges Ergebniß.

Aber mittlerweile fleht sie uns an.Wir geraten mit unserem Entschluß langsam ins wanken,da etliche Probleme mit ihm auftreten.

Wer kennt diese Situation?Kann uns ratschläge geben?

Beitrag von bambuswald - 20.01.12 - 08:23 Uhr

Wer fleht euch an Medikamente zu geben? Die Ärztin?
Wie alt ist denn dein Kind, wo liegt der Leidensdruck des Kindes?

Ich meine, eine Entscheidung für oder gegen eine Therapie, für oder gegen Medikamente ist immer eine Entscheidung basierend auf der aktuellen Situation. Es ist normal, dass man solche Entscheidungen immer und immer wieder prüft und unter Umständen zu einer neuen Entscheidung gelangt. Das ist schliesslich ein stetiger Prozess, zudem ändert sich die Situation ja immer wieder.

Beitrag von 3erclan - 20.01.12 - 21:16 Uhr

Hallo

kannst mich gerne anschreiben.

Kind 1 ADHS nimmt Medis
Kind 2 ADHS keine Medis.

lg

Beitrag von diary2801 - 22.01.12 - 09:21 Uhr

Hallo. Ich bin mit unserem Sohn Luca nun fast 2 Jahre lang von Arzt zu Arzt gerannt, weil wir nicht wussten, was mit ihm los ist. Bis wir mal zur Kinderneurologin und zum Zentrum für Kindesentwicklung gegangen sind, die ihn wirklich mal lange untersucht haben. Nachdem uns alle Erzieher, die er bis jetzt hatte im Kiga sagten, dass er verhaltensauffällig wäre, u.a. auch Heilerzieher dabei, die sich etwas besser damit auskennen) und wir mit ihm mal einige tests machen lassen sollten, wurde beim Zentrum für Kindesentwicklung hier in Hamburg nun ADHS festgestellt. Wir haben 2 Jahre Tortur hinter uns, wo wir nichts wussten und die Hölle durchgemacht haben (unsere Ehe wäre beinahe daran zerbrochen). Dazu kam noch, dass unser Sohn Wahrnehmungsstörungen hatte, denn das ging soweit, dass er ständig versucht hat, Stromschläge zu kriegen. Andere Kinder versuchen sowas nur einmal und lassen es dann, weils ja auch wehtut. Er hat das nicht getan, er fand das wohl toll. Ich und mein Mann waren den ganzen Tag damit beschäftigt, ihn nicht aus den Augen zu lassen. Und auf Dauer ging das echt an die Nerven, man konnte nicht mal in Ruhe ne tasse kaffee trinken....es ging einfach nichts mehr. Das grenzte an die totale selbstaufgabe und das verhindern seiner sehr riskanten Streiche bzw. Versuche, sich in Gefahr zu bringen bzw. keine gefahr einschätzen zu können. dazu kam, dass er sich gegen alle Menschen sehr respektlos verhalten hat, obwohl wir ihm immer beigebracht haben, höflich zu sein und freundlich. Bei uns gibts keine Gewalt bzw. Misshandlung, weil wir davon nichts halten und es verabscheuen. Also ziemlich viele Punkte, wo wir nicht wussten, dass er das als richtig angesehen hat, was anderen missfällt. Das schlimmste für uns war, dass er letztes jahr in einen Kiga gekommen ist, wo die Eltern nach 5 Tagen auf die barrikaden gegangen sind und uns verklagen wollten, nur weil unser Sohn so ist wie er ist. Er hat ADHS, was sich nun rausgestellt hat und ich finds traurig, wie die gesellschaft heute damit umgeht und sogar Eltern verklagen möchte, nur weil der Sohn ein Handicap hat. Kinder können ja grausam sein, aber Eltern noch viel mehr. Wir mussten ihn aus dem Kiga wieder abmelden, er war nicht erwünscht. Das erlebte er noch ein zweites Mal und Du glaubst gar nicht, wie er gelitten hat darunter und wir noch viel mehr.

Inzwischen nimmt er Medikamente (Medikinet 10 mg unretardiert) und wir bekommen im März eine Kur, die uns hoffe ich, wieder Energie gibt für das weitere Leben mit diesem Handicap. Falls du noch was wissen möchtest, schreib mir einfach....

Lieben Gruss
Diana

Beitrag von claudiab - 25.01.12 - 22:20 Uhr

Lt. dem Arzt des örtlichen Kinderkrankenhauses (KJP) ist das nicht ungewöhnlich, da die Übergänge eben oft fliessend sind.

Es gibt Kinder, da ist es offensichtlich, genauso gibt es aber auch Kinder, die eben nicht 100%ig in eine Kategorie gesteckt werden können,

Mir persönlich ist es egal, welchen "Stempel" mein Kind gekommt. Ich habe für mich festgestellt, mit welchen Verhaltensregeln /-tipps wir gut durch den Alltag kommen und das ist mir wichtig. Die Erfahrung teile ich dann auch dem KiGa mit und in der Schule wird es nicht anders sein.
Mir reicht es zu wissen, dass mein Kind "anders" ist - eine genaue Diagnose brauche ich nicht...