Nicht glücklich über Freund des Sohnes

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Beitrag von aliasmutter - 22.01.12 - 15:46 Uhr

Hallo,

ich hätte nie gedacht, dass ich hier auch mal eine Frage stelle, aber irgendwann ist wohl immer das erste Mal.

Es geht um meinen ältesten Sohn (gerade 9 geworden) und seinen neuen Freund. Der Junge ist seit Sommer in der Klasse meines Sohnes, nachdem er mit seinem Vater, bei dem er seit der Trennung der Eltern lebt, zu der neuen Frau seines Vaters gezogen ist.

Die Jungs haben sich recht schnell angefreundet, und inzwischen will mein Sohn sich fast nur noch mit diesem Jungen treffen. Das Kind ist nett, die Leute sind sehr nett und „anständig“ – und dennoch: Mir behagt der Kontakt nicht so richtig. Ich halte das Kind bzw. die Art, wie er lebt, für nicht so ganz … „gesund“ (mir fällt kein gutes Wort ein). Er wächst einfach total anders auf, als wir es für gut befinden. Es sind keine großen Sachen, vermutlich nur Lappalien, die uns nichts angehen, und dennoch …

Zum Ersten hat dieser Junge alles an elektronischem Spielkram, was es gibt und darf das auch unbegrenzt spielen, Wii, Nintendo, PC. Wir sind da etwa strenger, mein Sohn darf max. 1 Stunde am Tag spielen, was ich auch schon viel finde. Klar, dass er auch deswegen dort so gerne ist.

Der Junge hat, nach Aussage der Stiefmutter Massen an Spielzeug, aber spielt kaum, da „er irgendwie keine Fantasie“ hat – wundert mich nicht, da er für Wii etc. nicht viel Fantasie braucht.

Er möchte immer nur drinnen spielen, geht, wie die Stiefmutter sagt, nie raus. Er mag es nicht und muss daher nicht. Wenn sich unsere Jungs also treffen, gehen sie auch nie raus, obwohl mein Sohn sonst den halben Tag mit den Nachbarskindern auf der Straße spielt und seinen Freund mal mitnehmen möchte. Er ist, das wissen die Eltern selber, motorisch und feinmotorisch total schlecht, er ist ungeschickter in den Bewegungen als meine kleinen Kinder (6 und 3). Mein Mann trainiert die Fußballmannschaft und ist schockiert, wie wenig altersgemäß der Junge sich bewegt. Das ist den Eltern auch bewusst, aber dass sie ihn mal nach draußen schicken? Fehlanzeige. Sie bedauern nur, wie zurück er ist.

Letztes Wochenende hat der Junge bei uns übernachtet. Er ist extrem schüchtern, das beklagte schon die Mutter, kann keinem von uns in die Augen gucken und ist irgendwie total „unfrei“, wenig kindlich in seinem Verhalten. Er hat nichts von dem gegessen, was wir gekocht haben, außer ein paar Kartoffelstücken. Von der Mutter weiß ich, dass sie sich total nach ihm richten und es nur das gibt, was er mag, und zwar: paniertes Hähnchenfleisch in jeder Form, Weißbrot, panierten Fisch, fertige Frikadellen und Imbiss aus der Dönerbude.

Ich weiß, das ist alles nicht schlimm, aber mir widerstrebt eine solche Erziehung, und ich habe Angst, dass mein Sohn das total verinnerlicht. Das Kind ist nicht sein bester Freund (umgedreht sieht der Junge meinen Sohn als seinen besten Freund an), aber seit er ihn kennt, trifft er sich eigentlich nur noch mit ihm bzw. wenn er seine alten Freunde sieht, passiert das auf meinen Vorschlag. Er fragt jeden Tag, ob sie sich treffen können, oder der Junge fragt jeden Tag. Es vergeht fast kein Tag, an dem ich nicht die Stiefmutter am Telefon habe, es nervt mich. Ich habe Angst, dass er diese Welt, dieses Familienleben als das Idealbild ansieht (natürlich ist es für ein Kind schön, wenn es alles darf, was es will und alles nach seiner Nase tanzt) und lieber dort wäre als bei uns. Sie treffen sich auch mal hier, aber lieber geht er dahin, wegen der Wii und der Carrerabahn.

Versteht mich nicht falsch, die Freunde meiner Kinder müssen nicht meine Freunde sein, aber ich habe einfach Angst, dass mein Sohn sich zu viel von dem Jungen und seiner Art zu leben abguckt und v.a.: dass er lieber da ist als hier. Er sieht nicht, dass ich viele Spiele mit ihm und seinen kleinen Geschwistern spiele, dass wir jeden Abend zusammen lesen, dass wir abends frisch und meist auch gut kochen, dass wir versuchen, ihn zu einem freien, fantasievollen Kind erziehen wollen, das sich viel draußen bewegt und das weiß, dass man Gemüse auch essen kann etc.

Habt ihr einen Rat für mich? Einfach drüberstehen? Ich weiß übrigens, dass zu einem guten Teil auch Eifersucht meinerseits mitspielt, was natürlich nicht gerade souverän ist. Wir haben heute meinen Mann zum Flughafen gebracht und ich habe mich auf einen gemütlichen verregneten Sonntag mit den Kindern gefreut – doch als wir nach Hause kamen, hatte die Frau schon angerufen, ob mein Sohn Zeit habe. Ich wollte es nicht, aber mein Sohn wollte unbedingt – und auf einen Nachmittag mit einem beleidigten Sohn hatte ich auch keine Lust. So ist er also wieder weg.

LG Alias

Beitrag von alpenbaby711 - 22.01.12 - 16:20 Uhr

Ehrlich gesagt wäre ich über diesen Kontakt teilweise auch nicht so scharf. Aber ich würde vielleicht mal eines versuchen.
Macht aus das nicht jedes Mal zu dem Freund gegangen wird. Das heißt stellt Regeln auf das er einmal hierher kommt und dein Sohn einmal zu ihm geht. Mach ihm vielleicht klar das der Freund ein netter ist aber wenn er gewisse Sachen nicht kann das möglicherweise auch damit zusammen hängt das er wenig raus geht. Dann vielleicht, wenn die Jungs dort schon soviel Wii spielen oder anderes, das bei euch dann nichts davon gespielt wird wenn der Junge kommt. Dein Sohn soll mit ihm rausgehen oder in seinem Zimmer spielen. Da würde ich auch mal drauf bestehen. wenn die Stiefmutter immer sagt der Junge ist zurück und alles mögliche würde ich nur noch sagen: Selbst schuld schick das Kind raus und ballert ihn nicht mit Elektronik zu. Klar ist es ihre Entscheidung und vielleicht wollen sie auch was gut machen weil er ein Trennungskind ist. Aber dem Jungen tut man damit keinen Gefallen. Und mal ehrlich wenn du dich auf einen ruhigen Sonntag mit den Kids gefreut hast, wieso läßt du deinen Sohn dann gehen nur weil der Junge anruft mußt du springen. Ne müßt ihr nicht. Das dein Sohn will ist schon klar und ich bin auch keiner der sagt Sonntags geht nie Familientag. Aber wenn das mal nicht geht hat sich auch dein Sohn zu fügen.
Ela

Beitrag von grizu99 - 22.01.12 - 17:30 Uhr

Ich würde schauen, das ich die Spielverabredung auf mein Haus beschränken, das heißt, das der Junge zu euch kommt. Zumindest vorwiegend.

Und das sie bei schönem Wetter auch raus gehen.

Mein Sohn (9) hat auch so Draussenmuffel als Freunde, aber ich bin da rigeros und schmeisse die Jungs mindestens 1h am Nachmittag einfach raus. #schein
Mein Sohn ist gerne draussen und fragt schon meißtens wenn das Kind hier eintrifft, ob sie raus gehen wollen und wenn dann ein "Kein Bock" kommt, sorge ich dann halt dafür, denn Stubenhocker muß ich auch nicht haben.

Bei schlechtem Wetter ist das natürlich was anderes ;-)

Und wenn mein Sohn dort spielen wollte, würde ich auch ganz klar die Regel aufstellen, das nur 1/2-1h (wenn überhaupt) Wii usw. gespielt wird und wenn das nicht klappt, darf Sohnemann dort halt nicht mehr hin und das würde ich auch so der Stiefmutter klar machen!

Bye grizu99

Beitrag von sunny42 - 22.01.12 - 18:19 Uhr

Hallo Liebe Alias,

"und ich habe Angst, dass mein Sohn das total verinnerlicht."

woher kommt Deine Angst, dass Dein Sohn dieses Verhalten annimmt?
Wo ist Dein Vertrauen in Deinen Sohn und Deine bisherige Erziehung?

Alles neue (besonders wenn es zu Hause nicht so frei zur Verfügung steht) ist im ersten Moment mehr als reizvoll. Noch reizvoller, wenn man merkt, dass Mama das gar nicht gerne sieht, denn dann kommt die Spannung und die Möglichkeit Verbote zu umgehen dazu.

Wenn Dein Sohn ein Kind ist was sich gerne bewegt, gerne an der frischen Luft spielt, sich sportlich in der Freizeit betätigt, dann wird ihm das ganz schnell fehlen wenn er unbegrenzt nur drinnen vor den Spielen hockt. Für jemanden mit Fantasie werden diese Siele nämlich relativ schnell langweilig.

Vielleicht passiert ja auch folgendes:
Sie verbringen die kalten und nassen nächsten Wochen vor den Medien und wenn die ersten Sonnenstrahlen herauskommen packt Deinen Sohn die Sehnsucht nach dem Leben da draußen und der andere Junge lässt sich mitziehen und lernt ebenfalls kennen was das Lebe da draußen zu bieten hat.

Ich glaube ich würde ihn gewähren lassen, versuchen in unseren Unternehmungen den Anreiz der Bewegung weiter integrieren und (ohne es aus den Augen zu verlieren) erst einmal meinem Kind und unseren gemeinsamen Erfahrungen

VERTRAUEN

Liebe Grüße
Sunny

Beitrag von schnabel2009 - 22.01.12 - 19:08 Uhr

hallo,

der beste freund von meinem großen (fast 9) ist auch ein typ, der alles hat und alles darf. mein großer würde auch am liebsten jeden tag dort spielen--verständlich.
aber bei uns herrscht die regel, dass sich die kinder abwechseln--also 1 tag beim freund und 1 tag bei uns.
das würde ich bei euch ebenfalls als regel einführen, dann bekommt der junge andere aspekte gezeigt und das wird ihm gut tun.

lg schnabel

Beitrag von seelenspiegel - 25.01.12 - 15:18 Uhr

Würde ich ebenso handhaben.

So zeigt sich auch auf, wie wichtig jedem der beiden die Freundschaft ist, oder ob diese nur aufgrund der Begleitumstände besteht.

Beitrag von meje.8303 - 22.01.12 - 19:37 Uhr

Hallo,

ich denke nicht das dein Sohn Schaden nimmt, darum würde ich ihm den Kontakt auch keinesfalls untersagen. Ich denke für den anderen Jungen ist der Kontakt zu deinem Sohn sogar ganz förderlich.

Nach dem sich seine Eltern getrennt haben und er in einem neuen Umfeld lebt ist er sicherlich froh einen besten Freund zu haben.

Jeder lebt anders. Das sollte man akzeptieren. Auch wenn ich es auch nicht als ideal empfinde das Kinder nur vor irgendwelchen Computerspielen sitzen und kaum nach draußen gehen.

Mach doch eine Regel: für jedesmal das dein Sohn bei dem anderen Jungen spielt wird beim nächsten Mal bei euch gespielt. Du könntest vorher mit deinem Sohn besprechen, was die Beiden machen könnten. Vielleicht merkt das andere Kind dann, das man auch ohne Wii usw. Spaß haben kann.

Außerdem wäre es für euer Familienleben sicherlich sinnvoll einen Familientag einzurichten, z.B. Sonntags. An diesem Tag wird dann nicht woanders gespielt und es kommt auch kein anderes Kind zu Besuch. Dieser Tag gilt nur der Familie.

LG Melanie

Beitrag von sashto - 22.01.12 - 20:05 Uhr

also ich denke du machst dir zuviele sorgen.

es gibt nunmal unterschiedlich. mein kind kam auch schon oft nach hause "die xxx hat das und das und das und ich gaaaarnich"

so ist das nunmal! woanders ist nicht zuhause. jeder hat anderer spielsachen und lebt anders.

warum hast du angst dass dein sohn das verinnerlicht??? er weiß wo sein zuhause ist und wie bei euch gelebt wird!

später wird dein evtl nicht rauchender und trinkender sohn vielleicht freunde haben die rauchen und saufen. das kannst du letztlich auch nicht verhindert. versuche deinem kind den richtigen weg zu zeigen und ihm zu einem anständigen menschen zu erziehen.
beeinflusst werden kann er überall aber d.h. noch lange nicht dass er seine persönlichkeit über bord wirft und zum anderen menschen mutiert ;-)

Beitrag von mrspinkhazard - 22.01.12 - 20:24 Uhr

Ich kann schon nachvollziehen, dass du dir da deine Gedanken machst...

Versuch doch einfach mal, wenn der Freund deines Sohnes bei euch ist, die beiden zum gemeinsamen Toben zu animieren. Bring dich ruhig ein wenig ein, vielleicht macht das beiden Spaß? Geht zusammen mal ins Schwimmbad mit den Kindern oder in den Zoo. Unternehmt was!

Setz dich doch mal mit den Eltern zusammen, ich denke nicht, dass sie da was dagegen hätten und ihm sicher gerne auch finanziell etwas beisteueren, damit er mal rauskommt. Gerade in "neuer" Umgebung ist es doch ganz gut, wenn er auch andere Kinder kennenlernt. Vielleicht taut der Junge dann auch etwas auf und wird zutraulicher. Vielleicht wäre ein gemeinsames Hobby auch ganz gut...für beide! Gerade, wo du weißt, wie sehr dein Sohn den Jungen mag und du ja an sich auch keine Probleme mit ihm hast.
Ich denke nicht, dass du dich damit zu sehr einmischt...ich find's immer klasse, wenn Eltern zusammen die Freizeit ihrer Kids planen.

Beitrag von schorti - 22.01.12 - 21:20 Uhr

Hallo

Ich kann deine Sorgen als Mutter gut nachvollziehen, aber ich kann auch deinen Sohn gut verstehen.

Genau so eine Situation kenne ich aus meiner eigenen Kindheit. Eine Freundin von mir hatte auch ALLES und durfte immer alles. Und ihre Brüder genauso. Mein Bruder und ich waren auch fast immer bei denen.

Uns ging es auch nicht schlecht und wir hatten auch viele tolle Sachen, aber die von denen waren immernoch besser (zumindest meinten wir das).

Auch wollte ich immer bei denen zu Mittag essen, weil die erstens einen TV in der Küche hatten und immer beim essen Trickfilm lief und zweitens gab es oft pommes usw. das war natülrich ein kindertraum.

Meine Eltern hat das damals auch oft gestört, aber wir waren nunmal Freunde und deswegen haben sie nichts gesagt. Wir durften nicht immer hin, und haben uns auch mal bei uns getroffen. Aber soll ich dir was sagen? geschadet hat es uns nicht. Wir haben keinen Schaden davon getragen und die Freundschaft hat nicht bonders lange gehalten. weil irgendwann habe ich eine freundin kennengelernt bei dem es nicht um materielle dinge ging, sondern wir waren auf der selben wellenlämnge und sind es immernoch.

Also mach dir nicht so viele gedanken, dein sohn wird es merken und nicht zum medien, hightech jungen.

Beitrag von aliasmutter - 22.01.12 - 21:36 Uhr

Ihr Lieben,

ich danke euch für eure Antworten.

Die hauptsächliche Anregung, dass die Spielbesuche abwechselnd stattfinden, ist schon immer in die Tat umgesetzt worden. Ich halte das eigentlich bei allen Kindern so, dass man sich mehr oder weniger abwechselt. Der Junge war also schon einige Male bei uns, dann gab es auch weder PC noch Wii noch Nintendo. Sie haben dann hier Gesellschaftsspiele gespielt oder Playmo oder im Tobekeller getobt. Ich habe aber nicht das Gefühl, dass der Junge das so zu schätzen weiß, dass er was ändern will. Als er das letzte Mal hier geschlafen hat, hatten sie viel Spaß - als er abgeholt werden sollte, wollten die Jungs noch gerne länger beisammen bleiben (es war Samstag), aber auf Wunsch des Jungen dann bei ihnen, ich kann mir schon denken, warum. Es geht aber nicht nur von dem Jungen aus, sondern ganz klar von meinem Sohn - der möchte lieber dorthin, eben damit er dort diese ganzen Sachen daddeln darf. Ich könnte das ja verstehen,w enn er bei uns gar nicht dürfte, aber so sind wir ja noch nicht einmal mehr (bis vor einem Jahr besaß er von dem ganzen Kram gar nichts, aber wir sind ja auch mit der Zeit gegangen und ermöglichen es ihm, ich schweren Herzens.

Mit der (Stief-)Mutter habe ich auch schon gesprochen und ihr bei einem der letzten Treffen gesagt, dass mein Sohn max 1 Stunde dort Wii etc. spielen darf. Sie hat mich verständnislos angesehen und gesagt: "Gut, wenn du meinst." Es war ihr aber anzusehen, dass sie nicht verstanden hat, worum es mir geht. Als wir uns letztens ein wenig verquatscht hatten und sie beklagte, dass ihr Sohn trotz der Massen an Spielzeug gar nicht mehr spielen könne, habe ich vorsichtig gesagt, dass ich aus diesem Grund nicht so für Nintendo & Co. bin. Sie sah da aber nicht unbedingt einen Zusammenhang. Auch mein Mann hat mit ihnen offen geredet und ihnen gesagt, dass er motorisch weit hinter den Jungs der Mannschaft hinterherhinkt, aber sie sagen, dass er als kleines Kind viel draußen war und jetzt dazu keine Lust mehr hat. Was soll man dazu weiter sagen?

Es sind wirklich nette Leute, die sich rührend um das Kind kümmern. Die Frau holt ihn mittags in ihrer Pause von der Schule und geht mit ihm nach Hause, ab mittags ist dann der Vater da (Halbtagsjob). In den Ferien holen sie den kleinen Bruder, der bei der Mutter lebt. Sie nehmen an Schulveranstaltungen teil, sie kommen zu Elternabenden, sie sind interessiert ... ich weiß auch nicht. Er hat wohl nach der Trennung viel bei den Großeltern, die im gleichen Haus wohnten, gelebt; dort sei er, auch was das Essen angeht, so verwöhnt worden.

Zu der Freizeitplanung: Ich könnte ihn sicher mal mitnehmen, allerdings muss ich sagen, dass ich ja auch noch 2 kleinere Kinder habe und mir das mit der Aufsicht, z. B. beim Schwimmen oder im Zoo, zu viel wäre. Finanziell hat die Familie keine Probleme, daran liegt es nicht. Vielleicht nehme ich ihn aber mal einfach mit in den Wald, er wird sich umgucken, wie meine lauffaulen Kinder ("och, nöö, nicht schon wieder Wald!") aufdrehen, wenn wir erst mal im Wald unterwegs sind. Heiligabend habe ich sie erst kaum in den Wald bekommen und dann kaum wieder raus. Wir haben hier kleine Waldseen und -bäche, wo man durchgehen, die man stauen kann etc. Mein Sohn war im Waldkindergarten und kennt den Wald wie seine Westentasche und hat auch noch viele gute Ideen von damals. Und danach ab ins Waldcafé mit Trampolin draußen und Tobewiese. Eine gute Idee!!!

Bei uns ist Sonntag eigentlich immer Familientag. Da unternehmen wir was zusammen oder sind zu Hause. Natürlich hätte ich mich heute durchsetzen können und ihn zu Hause behalten, aber ich hatte echt keine Lust, mit einen super motzigen und beleidigten Kind zu Hause zu sein. Daher habe ich ihn ziehen lassen, aber ihm und der Mutter gesagt, dass das eine Ausnahme ist.

Aber, wie manche geschrieben haben: Vielleicht sollte ich echt darauf vertrauen, dass er das etwas strengere "Regiment" hier auf die Dauer schätzt und trotzdem lieber hier Kind ist als dort. Er erkennt die Mängel des Jungen durchaus. Es ist halt einfach die Angst, dass er dort lieber ist als hier, weil es dort ruhiger und harmonischer ist als hier. Das ist ja auch klar: Es ist ein ruhiges Ehepaar mit einem ruhigen Kind, um das sich alles dreht und das alles darf; hier sind kleine Geschwister und es geht nicht immer sehr friedlich zu und sie dürfen eben nicht alles. Wenn ich aber recht bedenke, hatte ich auch Phasen, wo ich lieber bei der Nachbarstochter mit den coolen chaotischen Eltern gelebt hätte als bei meinen strengen Eltern - und die Tocher war immer neidisch auf mich, weil "deine Eltern kümmern sich wenigstens um dich".

Ich danke euch, liebe Grüße, Alias

Beitrag von milan-hellfire - 22.01.12 - 23:15 Uhr

Ich verstehe leider nicht viel von Erziehung, aber wieso wendest Du Dich denn an die Mutter? Wäre es nicht besser, wenn Du (wie bereits jemand geschrieben hat) mehr auf Deinen Sohn bauen würdest?

Aktuell ist es lediglich eine Wii, später jedoch wird er Gleichaltrige kennen lernen, die Null Bock auf Schule/Ausbildung/Studium haben, gern rauchen, übermäßig Alkohol konsumieren und gelegentlich mal ein paar lustige Joints oder Pillen konsumieren. Und das alles noch während er unter Deinem Dach wohnt. Da baust Du dann doch auch auf Deinen Sohn und redest nicht mit den Vorgesetzen/Eltern der anderen Partei.

Beitrag von starshine - 23.01.12 - 10:56 Uhr

hihi, ja, so sieht das aus, wenn Jungs von Vätern grossgezogen werden :-) Wenn meine kids früher bei den Vater-WEs waren, dann gabs da auch Tiefkühlpizza, Döner und Presshuhn in Dinoform :-D Wii, PS3 und allen anderen Elektroschrott bis zum abwinken hatte der KV auch zu bieten....

Hab Vertrauen in Dein Kind. Er wird nicht dran sterben und geniesst halt auch, dass er die jüngeren Geschwister nicht um sich hat. So toll sich das für Eltern anhört: wir machen gerne Spiele mit allen Kindern zusammen - für vorpubertäre 9jährige ist es verlockender mit Gleichaltrigen "abzuhängen".

Ich würde natürlich trotzdem dafür sorgen, dass sie mal beim Freund und mal bei Euch sind. Andererseits ist die Next sicherlich auch froh, wenn der Junge eben einen Freund bei sich hat und er nicht alleine ist und deshalb sind sie so schnell dabei mit anrufen und was ausmachen. Für Dich heisst das: früher planen und ein Alternativprogramm parat haben. Du kannst dann ja anbieten, dass der Junge mitmachen kann (ins Hallenbad, Eislaufen etc.). So können die beiden zusammen sein aber Du steuerst das Programm.

Andererseits solltest Du Dich auch darüber freuen, dass der Grosse beschäftigt ist und Du mit den Jüngeren auch ein altersgerechtes Programm machen kannst.

Stell Dich darauf ein, dass das ab 10 sowieso viiieeel weniger wird, dass Du mit kids etwas unternehmen kannst. Da fängt bei den meisten die Ablösungsphase an.

Beitrag von aqueenofsnow - 23.01.12 - 11:56 Uhr

#contra für deine Einstellung.

Schneide dir mal eine Scheibe deines Sohnes ab und versetz dich einfach mal in die Lage der anderen Familie bzw. des Jungen.

Er ist ein Trennungskind, da versuchen die Eltern halt viel zu kompensieren aufgrund ihres schlechten Gewissens dem Kind gegenüber. Und seine motorischen oder seelischen Schwächen bemängelst du?

Das arme Kind.

Gott sei dank erlebe ich noch ab und an Eltern die nicht so sind wie du.
Die sind eine Seltenheit, aber deren Kinder strotzen nur so vor sozialen Kompetenzen.
Ich hoffe du färbst nicht zu viel auf deinen Sohn ab, er hat dir da nämlich noch einiges voraus.

Genau das ist es was ich an Kindern liebe, ihre ehrliche, offene Unbefangenheit.

Schade, dass das mit dem Alter verloren geht.#aerger

Beitrag von aliasmutter - 23.01.12 - 13:13 Uhr

Sorry,

aber da liegst du ein bisschen daneben mit deinem Beitrag.

Ob sie was kompensieren müssen/wollen, weiß ich nicht. Die Eltern sind seit vielen vielen Jahren getrennt, seit der Junge ganz klein war, der Junge hasst seine richtige Mutter nach eigener Aussage und nach Aussage seiner Eltern und ist heilfroh, dass er nicht bei seiner Mutter lebt. Er möchte sie noch nicht mal den Pflichtwochenenden sehen - was er aber muss, bis er 14 ist.

Und selbst wenn er leiden würde: Seit wann kompensiert man etwas, indem man sein Kind stundenlang vor elektronischem Spielzeug parkt, anstatt sich mit ihm zu befassen, in dem man es nicht dazu bringt, an die frische Lust zu gehen und sich zu bewegen, weil "das hat er ja als kleines Kind schon getan, das muss er ja jetzt nicht mehr tun" (O-Ton neue Mutter) und indem man es mit paniertem Fleisch, Fisch, mit Weißbrot und Fertigfutter aus der Dönerbude vollstopft, weil es sonst nichts anderes mag (woran natürlich die Großeltern schuld sind, nicht man selbst)? DAS stelle ich mir nicht unter guter Erziehung vor.

Mein Sohn ist, da sei unbesorgt, sozial ziemlich kompetent und ein lebhaftes, offenes, kindliches Kind mit viel Bewegungsdrang und Spaß an frischer Luft. Und er trifft sich mit Sicherheit nicht mit seinem Freund, weil der ihm leid tut, sondern u.a. weil der alles an elektronischem Spielzeug hat, was das Herz begehrt. Weißt du, wie gestern ihr Treffen aussah? Mein Sohn spielte Nintendo, der Jungs PC. Da lobe ich mir die anderen Freunde meines Sohnes, die bauen nämlich noch riesige Playmo-Welten auf, spielen Fußball, reden oder toben stundenlang im Garten.

Ich lese hier viele Merkwürdigkeiten, aber deine ist mit der Gipfel.

Alias