Hallo!
Hat hier jemand zufällig Au Pair Erfahrung und kann mir mitteilen, was man konkret steuerlich geltend machen kann? Bzgl. Kinderbetreuungskosten dürfte es ja einer Kita gleichrangig sein. Wie sieht es denn mit Kost und Logis, Versicherungen, etc. aus?
Ich habe 2 Kinder - dann müssten doch auch die doppelten Kinderbetreuungskosten angerechnet werden, oder?
AuPair
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Beitrag von bernsteinelfe - 23.01.12 - 10:29 Uhr
Beitrag von myimmortal1977 - 23.01.12 - 13:04 Uhr
Beispielrechnung:
Taschengeld 3.120 € p. a. (12 x 260 €)
Versicherung 400 € p. a. (Au Pair Kranken- und Haftpflichtversicherung)
Unterhaltskosten 3.000 € p. a. (Kost, Logis, Energiekosten)
Fahrten Sprachschule 500 € p. a. (Muss Au Pair Familie tragen)
Visumsverlängerung 50 € p. a. (Muss Au Pair Familie tragen, Erstvisum wird nur für 2 - 3 Monate ausgestellt, muss dann verlängert werden bei Ausländerbehörde)
Kosten Sprachkurs 400 € p. a. (bei VHS, wenn Au Pair nahtlos über Aufenthalt Sprachschule besucht, muss nicht von Familie getragen werden, wir haben es immer getragen)
Vermittlungsgebühren 300 € (Variiert von Agentur zu Agentur, kann bis 500 € gehen)
Gesamtkosten: 7.770 € p. a.
Davon können zweidrittel der Kosten bei der Steuer geltend gemacht werden, max. jedoch der Höchstbetrag von 4.000 € pro Kind.
Da Du 2 Kinder hast, kannst Du die vollen 7.770 € ansetzen, wovon aber nur zweidrittel der effekt. Kosten angesetzt werden können.
Die Pauschale für Kost und Logis musst Du individuell mit Eurem Finanzamt aushandeln! Das mussten wir auch! Denn das sind nicht belegbare Kosten.
Sonst alles, jegliche Ausgaben, die Ihr für das Au Pair tätigt, von Schulbüchern, Fahrkartenbelegen, Rechnungen für Sprachschule ALLES, wirklich ALLES sammeln. Denn das muss alles mit eingereicht werden.
Bitte das Taschengeld nicht bar auszahlen, wenn dann nur gegen Quittung. Da der Nachweis per Kontoauszug und Rechnung erfolgen muss.
Ihr müsst dem Au Pair jeden Monat ne Rechnung vorlegen, wo die monatlich angefallenen Kosten ausgewiesen sind, sprich wenn Ihr 260 € + 40 € Fahrgeld überweist, muss das auch so auf der Rechnung ausgewiesen sein. Bitte die Rechnung an Euch selbst Ausstellen, als wenn das Au Pair Euch die Rechnung gestellt und selbst geschrieben hätte. Sie muss die Rechnung dann auch eigenhändig unterschreiben und Ihr nehmt das dann zu Euren Unterlagen.
Bitte notiere Dir die tatsächlich gearbeiteten Stunden p. T. auf einem Zettel und lass Dir den Zettel wöchentlich abzeichnen. Es gibt nämlich Au Pairs, die sagen auf einmal, sie hätten mehr gearbeitet und fordern Geld ein. Dabei stimmt das nicht.
Die meisten Au Pairs gehen diesen Weg, um ihre Familien in der Heimat zu unterstützen. Wenige machen so eine Arbeit just for fun.
Bitte definiere GENAU, was Du von dem Au Pair erwartest. Schreibe einen internen Regelvertrag, wie sich das Au Pair zu verhalten hat, was es nicht darf, was es darf und lass es Dir abzeichnen. Vor allem auch in Bezug auf die Kinder. Von Putzmittel nicht in die Hand nehmen bis sonst wohin. Du glaubst gar nicht, wie oft es vorkommt, dass Au Pairs nicht mal die kleinsten Gefahrenquellen für kleine Kinder erkennen können oder wollen.
Es gibt auch Au Pairs, die lassen ungefragt, fremde Leute oder Männerbesuch ins Haus.
Alles schon gehört und da gewesen.
Sei Dir bewußt, dass es sein kann, dass Du ein Mädchen vor Dir hast, was noch nicht mal weiß, wie man ein Bügeleisen anstellt.
Seid Euch auch bewußt, dass es einige Wochen dauert, bis man wirklich sagen kann, das Au Pair ist eine Entlastung für uns. Die ersten Wochen ist es eher jemand, der mehr Arbeit macht, als das Gegenteil.
Lasst Euch nicht einlullen, wenn Euch Storys erzählt werden, wie schlecht es dem Mädchen doch zu Hause geht und es um jeden Preis in Deutschland bleiben will. Helfen ja, aber nur begrenzt und nur das, was ihr wirklich helfen wollt.
Am Besten sind Au Pairs, die aus kinderreichen Familien kommen. Schlecht sind oftmals die, die als Einzelkind aufwachsen. Denn die haben nicht wirklich Plan, was man so mit Kindern anstellen könnte.
Verlasst Euch auch nicht auf irgendwelche vorgelegten Referenzen von wegen absolvierter Kinderbetreuung. Meistens gefaket.
Am Besten sind Au Pairs, die aus Ländern kommen, wo der Familienzusammenhalt ganz groß geschrieben wird. Wir haben immer sehr gute Erfahrungen mit moslimischen Mädchen gemacht, wogegen schlechte Erfahrungen mit Asiaten z. B.
Wir haben imme sehr tolle Erfahrungen mit Mädels aus Turkmenistan gemacht. Die sind fleißig, familiär, ideenreich, bescheiden, sehr freundlich, sehr hilfsbereit. Kann ich nur empfehlen. Die Asiaten waren ne Katastrophe.
Ich wünsche Euch eine gute Auswahl!!!!
LG Janette
Beitrag von bernsteinelfe - 23.01.12 - 19:04 Uhr
Danke! Deine Superaufstellung werde ich mir mal ausdrucken!
