Hallo!
Entschuldigt meine etwas unklare Überschrift(en), aber im Prinzip sind das alles Punkte, die meinen Sohn (genau 3) bzw. uns betreffen.
Ich würde mich nicht als inkonsequente Mutter bezeichnen, wenn unser Sohn bockt (er schreit, wirft sich auf den Boden, ist teilweise nicht mehr ansprechbar), ziehe ich trotzdem durch, was mir wichtig ist (z.B. nicht auf der Straße laufen).
Bei anderen Sachen lasse ich durchaus mit mir reden, wenn er z.B. beim Essen statt Wasser ein Saftschorle trinken will, aber er bekommt seinen Willen erst, wenn er nicht mehr schreit und mir seine Wünsche "normal" und einigermaßen höflich mitteilt.
Manchmal komme ich mir vor wie eine Schallplatte mit Hänger: " Nicht schreien, reden!".
Er kann sehr gut reden und sich verständlich machen, wenn er mag.
Die Trotzphase geht bei uns seit er knapp 2 Jahre alt ist, aber ich habe das Gefühl, daß es immer mehr eskaliert von seiner Seite aus.
Früher funktionierte auch mal ein "Schrei nicht so, die Leute gucken schon alle her.", jetzt wälzt er sich auf der Straße und reagiert auch nicht, wenn er von Fremden darauf angesprochen wird (heute morgen passiert
):
Ursache war, daß er nicht an der Hand laufen wollte (ist ja ok), aber ohne Hand total getrödelt hat bzw. stehengeblieben ist (auf dem Weg zum Kindergarten).
Zu dieser konkreten Situation eine Frage:
Ich hatte ihm gesagt, daß er an der Hand laufen muß, wenn er ohne Hand nicht vorwärts läuft, aber er hat nicht gehört. Also habe ich ihn an die Hand genommen, dann ging die Schreierei und das Rumwälzen auf dem Boden los...
In solchen Situationen würde ich ihn mir am liebsten unter den Arm klemmen und weitergehen, bis er sich beruhigt hat oder wir am Ziel sind (oder zumindest weg von Leuten, die sich ungefragt einmischen
), aber das geht leider nicht, weil ich das Baby in der Trage habe, und außerdem ist er schon ganz schön schwer... 
Am Arm hinter mir her ziehen, finde ich nicht gut, außerdem geht das sowieso nicht, weil er sich sofort fallen läßt.
Mit "der Kindergarten schließt gleich zu" brauche ich ihm nicht drohen, das wäre ihm egal, und Sätze wie "die Frau kommt schon wegen dir zum Haus raus" (was auch so war
) haben auch nicht geholfen.
"Komm, steh auf, ich erzähle dir eine Geschichte beim Laufen" hat nicht funktioniert.
Letztendlich lief er dann mehr oder weniger freiwillig an der Hand, aber die ganze Situation fand ich nicht gut gelöst, normalerweise bin ich cooler und es stört mich auch nicht, wenn jemand zuguckt. 
Daß wir etwas spät dran waren, weil er sich zuhause nicht anziehen lassen wollte, sehe ich jetzt eher als MEINEN Fehler an, morgen stehen wir früher auf!
Aber was ist bei sowas eine logische Konsequenz?
Oder hilft nur Strafe androhen? Das finde ich aber für einen 3-Jährigen sehr abstrakt, wenn ich ihn abends die Schokolade streichen würde, weil er morgens nicht gehört hat... Und funktioniert hat es heute morgen auch nicht
.
Ich lese schon immer viel in urbia und informiere mich über Erziehung und die kleinkindliche Psyche, aber in Natura sieht das bei uns ganz anders aus, auch wenn ich konsequent bin und ohne Gewalt erziehe (ohne laut werden klappt leider nicht immer
).
Unser Sohn war schon immer sehr willenstark, und gegenüber Aussagen, daß er unerzogen sei, ein "paar auf die Finger" bekommen solle usw. (Schwiegermutter), war ich immer gut gefeit und es ging zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus.
Aber so langsam werde ich doch unsicher, ob ich alles richtig mache, weil seine Trotzanfälle immer so lange dauern bzw. immer länger werden.
Sorry, soviel wollte ich gar nicht schreiben bzw. wisst ihr wahrscheinlich gar nicht, was ich jetzt von euch lesen will (ich weiß es selber nicht so genau)...
Habt ihr Ratschläge, Hinweise, Büchertipps, oder sonst was für mich?
Muß jetzt los, den kleinen "Trotzkopf" abholen, der trotzdem auch gaaaanz lieb sein kann. 
LG
Konsequenz vs. Strafe / Sohn (3) wird immer bockiger / schlecht erzogen?
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Beitrag von lenchen2 - 24.01.12 - 13:33 Uhr
Beitrag von chrischn - 24.01.12 - 14:04 Uhr
Es gibt da so eine...Theorie und einen Ansatzpunkt bzw. Punkte.
Im schlimmsten Falle ist es in der Tat so, dass ein Kind einen Erwachsenen während dem Anfall nicht mehr versteht, da geht alles drunter und drüber. Er will etwas oder will etwas nicht in dem Moment. Und dieses "Ich will, ich will, ich will jetzt, sofort, jetzt! Ist zu dem Zeitpunkt seine Sprache. Wenn du nun versuchst, ihn mit "deiner Sprache" vollzunüllen, kommt das zum einen kaum an und zum anderen fühlt er sich nicht verstanden. Also, warum nicht in seiner Sprache mit ihm sprechen? Und zuerst mal ihm verdeutlichen, dass du seine Situation erkannt und verstanden hast: Ja, du willst, du willst, du willst das jetzt! Mama weiß, du willst das sofort! Aber...
Beitrag von lenchen2 - 24.01.12 - 15:58 Uhr
Danke!
Einen Versuch ist's allemal wert!
LG
Beitrag von mamita2012 - 24.01.12 - 14:27 Uhr
Hallo,
kann es sein, dass er eigentlich mehr nach Aufmerksamkeit schreit, als alles andere? Die Ursache könnte unter anderem sein Geschwisterchen sein. Es wäre interessant zu erfahren, seit wann er in den Kindergarten geht. Vielleicht fühlt er sich abgeschoben, auch wenn ihr das so gar nicht meint und ist sauer drauf, dass sein Geschwisterchen ja zu Hause sein darf und er nicht. Dies wäre für mich eine Erklärung, dass er die Liebe, die er nun mit seinem Geschwisterchen teilen "muss", so einfordert. Kinder, selbst wenn sie schon gut reden können, sind noch nicht in der Lage, wirklich Emotionen zu erklären.
Solltest du das ausschließen können, würde ich es mal mit einem anderen Weg versuchen und zwar damit, ihn zu "ignorieren" in dem Moment, wo er so abgeht. Letztendlich muss er irgendwie mal die Erfahrung gemacht haben, dass er trotzdem seinen Willen bekommen hat. Er kann es noch nicht unterschieden zwischen wichtig und weniger wichtig. Er sieht nur, dass es manchmal hilft, wenn er schreit und das andere mal nicht. Da sagt ihm sein kleiner Kopf natürlich, vielleicht erreiche ich diesesmal mit dem Schreien doch mein Ziel.
Bei meinem Großen habe ich das mal so gemacht, er hatte mit 3 eine ähnliche Phase, hat sich auf den Boden geschmissen und geschrien. Aufgehört hat es, als er dann gemerkt hat, dass es mich so gar nicht interessiert. Ich einfach dagestanden habe und ihn habe machen lassen. Einmal im Einkaufsladen an der Kasse hat er das auch gebracht und ich bin einfach an der Kasse weitergegangen und habe ihm gesagt, dass wenn er sich beruhigt hat ja hinterher kommen kann. Nachdem er mich nicht mehr richtig sehen konnte (ich ihn aber), kam er auf einmal hinterhergelaufen. Seit dem hat er es nie wieder gemacht.
Wichtig ist, dass du die Ursache findest und dann den passenden Weg dazu. Du kennst dein Kind am Besten und wirst schon wissen, was bei ihm wirkt und was nicht.
Alles Gute!
Beitrag von miajoline1108 - 24.01.12 - 15:12 Uhr
Schwierige Trotzphase. :) Die Anmerkung, dass er vielleicht eifersüchtig ist, dass das Geschwisterchen zu Hause bleiben darf, klingt logisch, denn das wäre auch eine Erklärung, wieso er sich so viel Zeit lässt beim anziehen früh und beim laufen zum Kindergarten.
Muss aber nicht sein. Kinder in dem Alter können "Zeitdruck" einfach noch nicht verstehen. Sie sehen es nicht als trödeln an, denn es gibt ja auch sooo viel tolles unterwegs zu sehen. Auch ist es zu Hause ja schön, und wieso soll ich mich da anziehen und in den Kindergarten gehen? Außerdem gefällt es den Kindern auch, dass mama und Papa sich ihnen dann vermehrt zuwenden, wenn sie "Trödeln" oder sich nicht anziehen wollen.
Plane einfach früh mehr Zeit ein, und wenn er sich nicht anziehen lassen will, muss er das eben selbst tun. (Gib ihm dafür Zeit). oder singt ein Lied dazu, macht daraus ein kleines Spiel "wer ist schneller beim anziehen, wer hat als erstes die Schuhe an usw usw...
Auf der Straße haben wir oft "Ein Stock, ein Hut, ein Alter Mann" gespielt. Oder eben auch, mal sehen wie viele Schritte wir machen bis zur nächsten Laterne- zähl doch mal.
Ein super Buch kann ich dir auch empfehlen, wenn es um das Verstehen des Verhaltens geht, und um das lernen der Kinder.... Es heißt "Erfolgreich Erziehen" von Dr. Fritz Jansen und Uta Streit. Ich lese es gerade aus therapeutischer Sicht, es ist aber auch für Eltern ein super Ratgeber und man lernt die Kinder besser zu verstehen.
Hoffe konnte dir etwas helfen!
Beitrag von lenchen2 - 24.01.12 - 16:25 Uhr
Danke fürs Antworten!
Heute morgen kam wohl alles zusammen.
Mein Sohn ist halt einfach ein Morgenmuffel - wie ich
.
Er geht seit November in den Kindergarten, und seitdem geht er um halb 8 ins Bett (vorher war's gegen 9), Mittagsschlaf will er keinen mehr machen.
Wahrscheinlich muß er NOCH eher ins Bett bzw. wir müßten unser Abendritual etwas straffen (das ist doch recht lang: Bücher angucken unten, und dann im Bett noch Geschichten erzählen...), damit er morgens ausgeschlafener und besser gelaunt ist. Dann kann ich ihn auch guten Gewissens etwas zeitiger aufwecken, und wir haben mehr Zeit für z.B. Spiele auf dem Weg (werde ich mal probieren!).
Das Buch werde ich mir mal angucken, danke für den Tip!
LG
Beitrag von lenchen2 - 24.01.12 - 15:57 Uhr
Danke für deine Antwort!
Wenn möglich, laß ich ihn auch liegen und sich von allein beruhigen, aber immer geht das leider nicht (weil's z.B. an der Straße ist).
Ich bin auch schon weitergegangen und habe ihn sitzen lassen, aber das stört ihn nicht wirklich (da dreh ich vorher um, weil er MIR dann zu weit weg ist
).
Er geht seit November in den Kindergarten und eigentlich auch gerne und ohne Theater, aber natürlich noch nicht soooo gerne, weil er noch in der Eingewöhnungsphase und das alles noch neu ist.
Ob's am Baby liegt, kann ich nicht sagen.
Vielleicht ist es deswegen schlimmer geworden, aber trotzen konnte er vorher auch schon recht gut.
Naja, heute war wohl einfach ein schlechter Tag: Zeitdruck, unausgeschlafenes Kind, sich einmischende Frau, genervte Mama,... 
LG
Beitrag von lisasimpson - 24.01.12 - 17:10 Uhr
ach ja- so ist das leben...
was ich vielleicht anders machen würde an deienr stelle
1. nicht groß rumverhandeln, keine verschiedenen angebote machen (geschichte erzählen, drohen, strafe aussprechen...) sondern ein mal klar sagen, was du erwartest (mitkommen)
2. dich soweit handlungsfähig halten (baby also nicht i nder trage die nächsten tage, sondern im wagen), daß du ihn tatsächlich shcnappen kannst (und dir ihn unter den arm klemmen kannst:)
ich glaube für kinder ist die neue Situation mit baby oftmals schwierig. was es ebenfalls schwierig macht ist die neue tatsache, daß mama nicht in der lage ist, ihre ankündigungen durchzusetzen (das ist ja oft schon am ender der schwangerschaft)
das verunsichert kinder, weil die "allmächtige" mama plötzlich einem kleinen "dreikäsehoch" nicht mehr gewachsen ist.
daher: versuche wenn möglich keine großes bohei draus zu machen, shcnapp ihrn dir und weiter geht es.
ansonsne haste denke ich schon richtig erkannt: gut ist es viel zeit einzuplanen, nicht in zeitdruck zu kommen, einen entspannten spaziergang zu machen aus dem weg zum kiga und sich von kleineren bockereien nicht aus der ruhe bringen zu lassen (aber das haut halt nicht immer hin:)
Beitrag von lenchen2 - 24.01.12 - 21:54 Uhr
Danke für deine Antwort!
In der Schwangerschaft hat's mich sehr gestört, daß ich nicht so konsequent das durchsetzen konnte, was ich wollte.
Jetzt, ein halbes Jahr danach, kann ich wieder besser agieren, aber eben nicht, wenn ich gerade das Baby trage, da hast du völlig Recht.
Ich probier's mal mit Kinderwagen statt Trage, obwohl Kinderwagen schieben und einen bockigen 3-Jährigen tragen sicher auch nicht so einfach werden wird. 
Wann geht diese Phase vorbei? Nach der Pubertät?

LG
Beitrag von lisasimpson - 24.01.12 - 22:23 Uhr
ich muß sagen, daß ich bisehr ganz gut durchgekommen bin damit, daß ich den kindern viel entscheidungsspeilraum lasse, dann wenn das möglich ist.
wie wo wie schnell und mit wleche nstops wir also am nachmittag irgendwo hin laufen ist mir nicht wichtig, daher stehe ich auch ne stunde an nem kleinen teich (große pfütze:) bevor es weiter geht usw.
Im gegenzug erwarte ich, daß die jungs genauso kooperativ sind, wen nes für mic hwichtig ist.
meist bespreche nwir dsa dann vor und klären vorher, wer mir wie "helfen" darf.
Dienstags z.B. müssen wir recht früh raus (wenn mein mann nicht da ist) uns fertig machen und zügig das haus verlassen.
das wird schon am abend bespreochen, dann morgens ist klar, wer welche aufgaben hat und wer wie "mithilft".
bei betone ich immer wieder, wi tol es ist, daß wir so ein tolles team sind (sind wir nämlich wirklich) und die kinder sind mega stolz darauf ,der mama zu helfen.
so klappt das, was bei uns sonst ne stunden später stattfindet und ca 60 minuten braucht plötzlich nur noch 30-45 minuten.
die wutanfälle werden bald beser werden und dein sohn wird immer besser verstehen, was du von ihm willst und wir ihr gemeinsam das am besten hinbekommt-
in der pubertät wirds dann eher wieder schwieriger mutmaße ich mal:)
Beitrag von kathrincat - 24.01.12 - 19:02 Uhr
nicht verhandeln, ansachen machen und durch ziehen. wenn er sich nicht anzieht, geht er halt so in den kiga. wenn er sich auf den boden wirft, bist du schon mal einfach weiter gelaufen und überhaupt nicht darauf eingegangen.
Beitrag von peppina79 - 25.01.12 - 09:59 Uhr
Ich glaube, dass Dein Großer Theater macht wegen des Babys. Meine Große hat auch extreme Grenztestung gemacht.
Wenn er sich fallen lässt, geh doch einfach mal weiter. Was meinst Du wie schnell er hinterher kommt. Du darfst Dich allerdings nicht gleich umdrehen. ER muss Kontakt zu Dir suchen.
Wenn er zu spät zum Kiga kommt, sein Pech, Stress Dich da nicht. Die Erzieher verstehen das. Fremde wären mir eh schnuppe. Ist mein Kind. Ich hatte auch mal nen Typ der meinte, so gehe das nicht, und ich wäre ja total aggressiv, weil ich meiner Tochter nach dem 20. Mal am Arm reissen lauter und deutlicher gesagt habe, dass sie mir weh tut. Ich finde an der Hand gehen wichtig, die Kinder verstehen das in dem ALter noch nicht. Meine hats begriffen, als sie fast vor einen Traktor kam. Seitdem gehts. Leider scheiß Erfahrung aber das ist wie mit " der Herd ist heiß".
Ich find es gut dass Du gewaltfrei erziehst, ist immer die schwierigere Variante, weil Diplomatie nicht jedem liegt. Aber du schaffst das.
