Und täglich grüsst das Murmeltier

Sie befinden sich im Archiv des urbia-Diskussionsforums.

Hier geht es zur vollständigen Version dieser Seite. Dort können Sie auch aktiv am Diskussionsgeschehen teilnehmen.

Beitrag von fraumutter - 24.01.12 - 20:28 Uhr

Bevor ich Kinder bekam, hatte ich einen interessanten und abwechslungsreichen PR-Job und hauptsächlich mit Erwachsenen und auch einigen Kleinkindern zu tun. Dann wurde ich Mutter und war plötzlich zu Hause mit Baby und Kind. Und nun gleicht jeder Tag dem anderen. Seit fünf Jahren sieht mein Tagesablauf ungefähr so aus:

- Waschen, waschen, waschen. Wäsche sortieren, Wäsche waschen, Wäsche aufhängen, Wäsche wieder in die Schränke einräumen. Ich habe ein sehr persönliches Verhältnis zu meiner Waschmaschine entwickelt. Ich vermisse sie, wenn ich sei einen Tag mal nicht sehe. Auch kann ich Waschmittel am Duft erkennen. Schade, dass es “Wetten, dass…?” bald nicht mehr gibt

- Wischen, wischen, wischen: An allen strategisch wichtigen Punkten in der Wohnung habe ich Feuchttücher-Vorräte gehortet, um klebrige Münder und Fingerchen abzuwischen. Wenn mein Kollege im Büro Puderzucker von seinem Puddingteilchen am Mund hat, muss ich an mich halten, um ihm nicht auch den Mund abzuwischen: Das Wischen habe ich verinnerlicht wie Gehen oder Sitzen.

- Räumen, räumen, räumen. Tupperdosen, Papierkörbe, Plastiktüten -Vorräte und Plastikflaschen wieder einräumen. Circa 35 mal am Tag. Warum kann Baby Constanze einfach NICHT mit ihren schönen Rasseln spielen und will IMMER nur alles ausräumen. ICH WERD VERRÜCKT!!!

- “Zieh die Jacke an”-sagen. Oder die Variation: “Nein, das Spider-Man-T-Shirt im Winter reicht nicht aus, zieh die Jacke an”. Oder: Der schöne Janker kratzt nicht, das bildest Du Dir nur ein, zieh ihn also an!”

- “Vorsicht” und “Achtung” sagen. Ich sage diese Wörter so oft, ich werde sie einfach nun mal in verschiedenen Sprachen sagen. Vielleicht hört mir mein Sohn dann mal zu.

- Playmobil-Figuren unter Betten hervorpulen. Oder Schnuller. Oder alte Brotboxen mit Inhalt. Warum landet immer alles unter dem Bett?

- “Warum kannst Du nicht mal hören?” sagen. Wann begreife ich endlich, dass ich NIE, NIEMALS eine befriedigende Antwort darauf bekomme?

- “Iss bitte Dein Essen auf” sagen. Mehrmals während eines Essens. Ich frage mich, wann ich wohl zur “Die armen Kinder in Afrika wären froh”-Variante übergehe.

- “Guten Abend, gut Nacht” für meine Kinder singen. Und DAS würde ich gerne für den Rest meines Lebens jeden Tag tun. Aber in spätestens fünf Jahren wird mein Sohn das entweder “uncool” oder “voll peinlich” finden.

Zum Glück habe ich ja für schlechte Zeiten eine tiefe persönliche Beziehung zu meiner Waschmaschine aufgebaut …..

Und was macht Ihr Jeden Tag immer wieder?

Beitrag von showbizlizard - 25.01.12 - 22:51 Uhr

Rabenmutter!

Ich kann sogar sehr überzeugend "Super machst Du das" und "Natürlich hab ich hingekuckt" sagen,WÄHREND ich Wäsche sortiere.

sbl

Beitrag von fraumutter - 26.01.12 - 06:22 Uhr

oh weia, da muss ich noch dazu lernen