Tochter will nicht mehr bei uns wohnen

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Beitrag von heute mal nicht - 25.01.12 - 17:47 Uhr

Mein Mann und ich sind beide Eltern der 11 jährigen Tochter um die es hier geht.

Wir sind so gemein, lassen sie nix, geben ihr nix, sind böse und alles ist scheiße.
Nach einigen Streitereien (die ich ehrlich nicht wirklich ernst genommen habe) ist sie Montag nach der Schule nicht heim gegangen. Sie ist zu meinem Stiefvater.

Mein Stiefvater ist der Nerd schlechthin. Ich mag ihn nicht, er mag mich nicht. Meine Mama ist vor knapp 2 Jahren gestorben. Kontakt sehr spärlich. Er ist 65 und hat noch nie für sich sorgen müssen. Nach dem Tod meiner Mutter hat sich mein Bruder um ihn gekümmert, er war grad am Auswandern und hat auf sein Visum gewartet. Seitdem ernährt er sich von Fertiggerichten.

Ich habe telefonisch Kontakt zu einer Erziehungsberatung aufgenommen. Diese meinte ich soll erst mal froh sein zu wissen wo mein Kind ist und sie ist ja gut versorgt.

Mit meinem Stiefvater kann man nicht reden, er legt sofort auf am Telefon. Alles was meine Tochter sagt ist wahr, ich lüge sowieso grundsätzlich. Pädagogisch hat er eine 6. Wir wohnen nicht weit weg, in einer Großstadt.

Meine Tochter weigert sich mit mir zu reden. Sie würde gerne in eine Pflegefamilie oder in ein Kinderheim.

Die Erziehungsberatung sagt ganz klar, sie ist kein Notfall, es gibt keine Plätze für ein Kind mit ihren Problemen.

Ich bin bereit Kompromisse zu machen. Sie möchte sich schminken in die Schule. o.K. Aber nur Wimperntusche.

(Tochter hat weißblonde Haare, wird deswegen veräppelt in der Schule, ob sie schon eine Oma ist) und will sich die Haare dunkel färben --> da bin ich eindeutig dagegen.

Sie misshandelte ihren (kleineren) Bruder teilweise extrem (Platzwunden, blaue Flecken, sichtbare Blessuren im Gesicht und am Körper), wo ICH dazwischen gegangen bin.

Beide Kinder müssen sich ein Zimmer teilen, eine grössere Wohnung kommt finanziell nicht in Frage.

Sie fühlt sich extrem vernachlässigt und ungeliebt. Ihre Wünsche werden nicht erfüllt und ihr Bruder bevorteilt.

Ich würde meine Tochter tatsächlich lieber in einer professionellen Einrichtung wissen, sofern sie nicht nach Hause kommen will, als bei meinem Stiefvater.

Die Caritas und eine befreundete Tagesmutter für Sonderpflege haben abgeraten sich an das Jugendamt in unserer Stadt zu wenden. Wir würden sonst auch noch unseren Jungen verlieren.

Ideen?

Beitrag von comapo - 25.01.12 - 18:11 Uhr

Hallo,

wenn Dir das mit Deinem Stiefvater nicht Recht ist, dann hol das Kind ab. Du hast das Sorgerecht und niemand darf Dir die Herausgabe des Kindes verweigern. Gibt er sie nicht raus, holst Du die Polizei und/oder rufst beim Notdienst des JA an.

Mir ist nicht klar, wie das JA überhaupt still zuguckt, wie ein Kind ausbüchst und irgendwo unterkriecht, wenn Du Dich hilfesuchend dorthin wendest.

Allerdings sage ich auch ganz ehrlich, dass m. E. keine 11jährige derartig darauf besteht, fremduntergebracht zu werden. Da muss mehr hinter sein als allgemeines Pubertätsgenöle. Mein Sohn ist auch immer der Meinung, dass ich ne total fiese Mama bin, wenn ich Alltagskram von ihm fordere oder verbiete, oder oder... aber das ist dann Ausdruck seines Spontantfrusts und eine Stunde später bin ich wieder die beste Mama auf diesem Stern. Das halte ich für normal. Bei Deiner Tochter denke ich aber, dass da was tiefer liegt, wenn sie auch nach Tagen quasi aufatmet, bei dem "Nerd"...

Also irgendwas stinkt da und ich würde an Deiner Stelle mal überlegen, was das sein könnte und überlegen, was ich ändern kann, statt festzustellen, was ich alles nicht ändern kann.

ZB das KiZi so umgestalten, dass sie einen abgeschlossenen Bereich hat oder das Schlafzimmer aufgeben und stattdessen im Wohnzimmer schlafen und ihr somit ihre Privatssphäre geben.

LG

Beitrag von comapo - 25.01.12 - 18:15 Uhr

Sorry, ich habe Erziehungsberatung jetzt mit Jugendamt gleichgesetzt.

Beitrag von heute mal nicht - 25.01.12 - 18:40 Uhr

Wie würdest Du eine 40 kg schwere Person die nicht zu Dir will zu Dir ins Auto bringen?

Es ist in der Tat so, dass ich in der Vergangenheit nicht alles ernt genommen habe. (wie auch im Ausgangspost beschrieben). Das radikale Verhalten meiner Tochter hat mich überrascht.

Wir haben eine 75 qm Wohnung, das größte Zimmer gehört den Kindern, Teilung wegen Fenster und Türe nicht möglich.

Wir zahlen übrigens 1050 Euro für diese Wohnung. Mann arbeitet Voll - ich Teilzeit wegen Kinder....

LG

Beitrag von carrie23 - 25.01.12 - 19:16 Uhr

Dann würd ichs machen wie wir: Eltern schlafen im Wohnzimmer und jedes Kind kriegt ein eigenes Zimmer.
Ich hätte mir mit 11 auch nicht mit einem kleinen Bruder das Zimmer teilen wollen.
Ihr seid zu zweit, da werdet ihr es doch schaffen eure Tochter ins Auto zu kriegen.

Beitrag von heute mal nicht - 25.01.12 - 19:25 Uhr

Mit Geschrei und Gebrüll sicherlich. Und am nächsten Morgen geht sie in die Schule aber nicht nach Hause sondern zu meinem Stiefvater.

Das ist ja auch nicht die Lösung.

Beitrag von carrie23 - 25.01.12 - 19:30 Uhr

Dann holst du sie wieder, schau ich war genauso, wirklich schrecklich aber ich hab mich auch gemaustert und heute hab ich selber drei Kinder und manchmal weiß ich auch wie sehr ich meine Mutter oft gequält hab.
Aber es ist keine Lösung dass zwei Kinder unterschiedlichen Geschlechts und mit höchst unterschiedlichem Alter zusammen in einem Zimmer wohnen.
Eine Jugendliche braucht Rückzugsmöglichkeiten.
IHR habt euch, trotz der bescheidenen Wohnsituation, für ein weiteres Kind entschieden.
Wieso müssen dann die Kinder drunter leiden anstatt dass ihr als Eltern ins Wohnzimmer auswandert?
Wir haben auch nur drei Zimmer weshalb wir als Eltern ins Wohnzimmer gezogen sind bis wir eine größere Wohnung finden.
Ist nicht einfach weil wir in diesem Bezirk bleiben wollen.

Beitrag von heute mal nicht - 25.01.12 - 20:18 Uhr

Wir haben kein Wohnzimmer. Das zweitgrößte Zimmer ist das "Familienzimmer". Da wird gelebt und gegessen. Die Küche ist recht klein. Das Kinderzimmer würde sich nur teilen lassen dass einer die Tür hat oder einer das Fenster. Das kleinste Zimmer ist zum schlafen für die Eltern (8m2).

Eine größere Wohnung kostet bei uns rund 400-500 Euro/Monat mehr. Mein Mann hat aber eine sichere Arbeit und ich kann nicht mehr arbeiten.

Beitrag von passt nicht - 25.01.12 - 20:21 Uhr

Mein Gott dann besorgt euch für euer Familienzimmer eine ausklappbare Schlafcouch!!

Beitrag von haarerauf - 25.01.12 - 21:03 Uhr

Du glaubst aber nicht wirklich dass mit einer Klappcouch die Probleme gelöst sind?

Beitrag von abo55 - 25.01.12 - 22:20 Uhr

Hallo,

ihr braucht meiner Meinung nach nicht unbedingt eine größere Wohnung, aber vielleicht eine die einen "günstigeren Schnitt" hat....

Grüße Abo55

Beitrag von kaminrot - 26.01.12 - 03:40 Uhr

Habt ihr euch überhaupt schon mal intensiv nach einer anderen Wohnung umgeschaut?
Vielleicht habt ihr ja Glück und findet eine, die nicht gleich so viel teurer ist!

Vielleicht könntet ihr über das Wohnungsamt eurer Stadt eine günstige Wohnung bekommen oder evtl. auch Wohngeld beantragen!

Soll sich eure Tochter noch mit 15/16 das Zimmer mit ihrem kleinen Bruder teilen?

Beitrag von cinderella2008 - 26.01.12 - 07:33 Uhr

Ist nicht ein Wohnzimmer immer ein Familienzimmer? #kratz Was ist der Unterschied?

Beitrag von passt nicht - 25.01.12 - 20:16 Uhr

Und noch was passt nicht. Du lässt in keinem Beitrag, in keiner einzigen Antwort NUR EIN GUTES HAAR an deiner Tochter!!! und schreibst nur schlecht über sie.

Beitrag von dore1977 - 25.01.12 - 18:11 Uhr

Hallo,

als erstes würde ich dafür Sorgen das mein Kind wieder nach Hause kommt. Solche Aktionen würde ich ihr nicht durch gehen lassen. Fahr hin und hol sie ab!

Wen Du Dich nicht an das Jugendamt wenden willst, die eigentlich Dein Ansprechpartner sind dann käme wen sie nicht bei Euch bleiben möchte ein Internat in Frage.

Ich persönlich würde mich allerdings an das Jugendamt wenden den ihr habt ein "Recht auf Hilfe zur Erziehung" und die würde ich dort auch in Anspruch nehmen.

Mit ihnen zusammen könnt ihr Überlegen was das beste für Eure Tochter ist und ich habe im Moment keine Ahnung wieso die Euch noch Euren Sohn wegnehmen sollten ?

LG dore

Beitrag von Anonymina - 25.01.12 - 18:14 Uhr

Hallo,

ich würde mich doch ans Jugendamt wenden. Es ist völliger quatsch was die Caritas da von sich gibt genauso wie die Tagesmutter. Das Jugendamt ist dafür da um zu helfen und wenn es wirklich nicht mehr gehen sollte mit deiner Tochter ist eine ausserhäusliche Unterbringung vielleicht gar keine so schlechte Idee.

Vielleicht wenn sie erstmal in einer Einrichtung für Kinder und Jugendliche ist wird sie sehen wie es da zu geht. Da gibt es auch kein schminken, Haarefärben etc.. erst ab einem bestimmten Alter. Da gibt es auch viel strengere Regeln sie wird auch nicht alles im TV schauen dürfen da sie erst 11 Jahre ist. Da gibt es keine Filme ab 12 sonder Ohne Alterfreigabe. Sie wird rechtzeitig ins Bett müssen evtl. sogar früher als die anderen usw.....

Das ist nur ein Auszug und ich kenne mich in Kinder und Jugendeinrichtungen aus. Die kosten für eine Einrichtung trägt meist das Jugendamt.

Wende dich ans Jugendamt und bitte um Hilfe und verwerfe schnell den Gedanken das du deinen Sohn verlierst das ist absoluter Humbug.

In diesem Sinne

Viel Glück

Beitrag von schoene-neue-welt - 25.01.12 - 18:35 Uhr

Du solltest sie sofort abholen, ihr das nicht durchgehen lassen. Du bist die Erziehungsberechtigte, nicht der Stiefvater. Wie schon geschrieben wurde: falls er sie nicht rausgibt, wende Dich an die Polizei.

Dann müsst ihr reden, reden, reden. Am besten morgen, wenn sie wieder da ist. Bei einer Tasse Tee und entspannt. Hör ihr erst mal zu. Dann würde ich mir Hilfe von Aussen holen. Wie wäre es denn mit einer kirchlichen Erziehungsberatung? Nicht, um sie dort unterzubringen, sondern um in Gesprächen Hilfe zu bekommen. Ich finde es seltsam, das Du sofort an Unterbringung in einer Erziehungsstätte gedacht hast, noch bevor Du an Gespräche mit psychologisch geschulten Personen gedacht hast.

Allerdings habe ich den Eindruck, dass ihr Verhalten über das normale pubertäre Verhalten herausgeht. Dass sie ihren Bruder so misshandelt wie Du beschreibst, ist nicht normal. Ich würde Kontakt zu einem Jugend-Psychologen oder Psychiater aufnehmen. Sie scheint professionelle Hilfe zu benötigen.

Beitrag von heute mal nicht - 25.01.12 - 18:50 Uhr

Danke für Deine Antwort.

Grundsätzlich stimme ich Dir zu, Wie würdest Du eine 11 jährige die nicht mit Dir mit will ins Auto bringen? Wenn der Opa im Hintergrund sagt... "Laß sie halt..."

Mir ist auch bewusst dass es über das normale !frühkindliche! pubertäre Verhalten hinausgeht. Sie ist neidisch. Und körperlich nicht so weit wie die Klassenkameradinnen.

Danke für Deine Zeit

Beitrag von dore1977 - 25.01.12 - 19:19 Uhr

Hallo,

wen Deine Tochter nicht zu Dir ins Auto steigen will rufst Du die Polizei an. Es ist Dein Kind und ist 11 Jahre alt es hat schlicht nicht zu entscheiden wo sie sich aufhällt.

LG

Beitrag von heute mal nicht - 25.01.12 - 19:30 Uhr

Und am nächsten Tag geht sie nicht nach Hause und ich muss sie sonstwo suchen?

Danke für Deine Antwort

LG

Beitrag von dore1977 - 25.01.12 - 20:19 Uhr

und nur weil sie am eventuell am nächsten Tag auch wieder nicht nach Hause kommt lässt Du sie bei jemanden den Du überhaupt nicht leiden kannst ??? Sorry muss ich jetzt nicht verstehen oder ?

Beitrag von sassi31 - 26.01.12 - 16:48 Uhr

Kannst du sie nicht für einige Zeit bei anderen Verwandten oder guten Freunden unterbringen? Also so richtig in deren Familienleben integrieren, damit sie auch mal sieht, wie es anderswo läuft?

Beitrag von schoene-neue-welt - 25.01.12 - 20:00 Uhr

Ich glaube nicht, dass sie nicht zu Dir ins Auto steigen wird. So abgebrüht ist keine 11jährige. Sei lieb zu ihr, sag ihr, dass Du sie lieb hast, dass ihr über alles reden werdet und eine Lösung finden werdet. Und dass sich etwas ändern wird.

Beitrag von sassi31 - 26.01.12 - 16:46 Uhr

Den Opa einfach ignorieren. Es ist nicht sein Kind und er hat gar nichts zu melden.

Beitrag von Mhhh .... - 25.01.12 - 18:39 Uhr

Hallo,

ich bin Lehrerin an einer Brennpunktschule und kenne mich daher etwas mit solchen Geschichten aus.

Ich denke, dass das Jugendamt sie dort lässt, weil es erst einmal keine andere Möglichkeit gibt. Erfahrungsgemäß ist das so, dass, wenn man das Kind per Polizei holt, man zwar auf dem Papier Recht hat, aber nur ein Symptom bekämpft, nicht aber die Ursache des Problems. Wenn das Kind die Problemlösung darin sieht, daheim zu verschwinden, dann wird es das wieder tun und nächstes Mal eben bei einem Fremden unterkommen, der ihr nicht so wohlgesonnen ist wie der Nerd.

In unserer Schule gibt es mehrere Fälle, die das Jugendamt im Blick hat, und eine Fremdunterbringung ist meistens der letzte Weg, nicht zuletzt, weil sie sehr teuer ist.

Wegen "meine Mama ist doof" kommt man nirgends hin - da hätten die viel zu tun.

11 Jährige sind in der Vorpubertät und dramatisieren öfters, allerdings macht mich der Verlauf schon etwas stutzig. An meiner Schule erlebe ich 11 Jährige, die beispielsweise mit alleinerziehenden Alkoholikern zusammenleben und alles kaschieren, denn sie haben Angst, ihr miserables Zuhause zu verlieren.

Wir in unserer Schule haben sehr positive Erfahrungen mit dem Jugendamt gemacht. Wende dich dorthin, um eine qualifizierte Erziehungsberatung zu bekommen. Dann ihr müsst wirklich eventuell eine Familientherapie anstreben - ist denn dein jetziger Partner auch der leibliche Vater der Tochter? Es ist so eine Konstellation bei euch entstanden, dass sich das Kind zurückgesetzt fühlt. Da sollte mal jemand drauf schauen, der das von Berufswegen macht.

Ehrlich gesagt ist es für eine 11 Jährige halt auch nicht toll, mit dem Bruder das Zimmer zu teilen, v.a., weil so ein Altersunterschied besteht. Wie ist das Abends, wenn er im Bett ist, aber sie noch nicht? 11 Jährige brauchen einfach auch einen Platz, wo sie sich zurückziehen können, zum Träumen und Relaxen, zum Musikhören, was auch immer man mit 11 gerade so tut.

Euch alles Liebe.