Was hättet ihr gemacht? Thema: Sternkind und 1.Klässler...

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Beitrag von anika_baby - 25.01.12 - 20:35 Uhr

Hallo liebe Mamis,

weiss jetzt gar nicht ob es hier hin gehört, aber ich schreib es jetzt einfach mal auf.

Muss kurz ausholen um die Geschichte zu erklären.... Ich hab mit 20 Jahren geheiratet, bin 2 Jahre später schwanger geworden und hab meinen Sohn in der 19. Woche leider verloren (er hatte die Nabelschnur um den Hals). Kurz darauf wurde ich wieder schwanger und mein Sohn ist heute 7 und besucht seit September die erste Klasse, fühlt sich auch sehr wohl.
2007 kam dann meine Tochter auf die Welt.

So und nun zum Thema. Mein Sohn fragt mich sehr sehr oft, warum ich keine Kinder mehr möchte, da er sooo gerne einen Bruder hätte. Ich erklär es ihm dann immer, dass wir uns an ihnen freun, sie gesund sind und wir einfach keine Kinder mehr möchten. Das wäre auch ne Umstellung und wir könnten nicht mehr soooo viel unternehmen. Ich selber wollte auch immer ne Schwester, hab aber zwei Brüder bekommen und erklär es ihm dann auch, dass man einfach froh sein sollte, dass alle gesund sind und wir uns haben und man es sich auch nicht raussuchen kann, was man gerne möchte.

Heute hatten wir dann das Thema wieder und plötzlich hat er davon gesprochen, dass Kinder ja auch sterben können (er interessiert sich seit dem Tod meines Opas im Oktober plötzlich sehr für den "Tod"... Ich versuch ihm auch was möglich ist zu erklären).

Ich dachte mir, warum sag ichs ihm eigentlich nicht mit seinem "Bruder". Eigentlich ist er total offen auch für ernstere Themen und hatte noch nie Probleme damit wenn es um diesbezügliche Dinge ging.
Er hat es auch verstanden, als ich ihm erklärt habe, dass ich mal ein Kind verloren hab.
Jetzt weiss ich im Nachinein einfach nicht, ob ich es ihm doch nicht hätte sagen sollen... Er tut zwar total tough, aber ich merke ihm an, dass es ihn etwas "belastet"....
Hättet ihr es euren Kindern gesagt, wenn das Thema auf den Tisch kommt, hättet ihr es für euch behalten oder erst erzählt wenn sie älter sind???
Mache mir grad ein wenig Vorwürfe, dass ich es ihm nicht hätte sagen sollen.
Hab ihn vorhin im Bett "erwischt", wie er fast am weinen war.......... Hab es ihm nochmal erklärt und er ist auch froh dass es uns gibt und wir einander haben, denn sein Bruder wäre auch krank gewesen, aber ich glaub es nagt nun doch sehr an ihm....

Könnt ihr mir nen Tipp geben, wie ich mit der Situation noch umgehen kann?

Hoffe ich habe jetzt nicht zu wirr geschrieben.....

Danke für eure Antworten!!

Beitrag von seidenbast - 25.01.12 - 20:58 Uhr

Meine Tochter (6) weiß auch von meiner Fehlgeburt. Ja, es beschäftigt sie sehr und sie redet öfter mal drüber und ist dann auch emotional sehr dabei. Aber sowas finde ich nicht verkehrt. Der Tod gehört zum Leben dazu und dass das heute so totgeschwiegen wird, finde ich nicht richtig. Natürlich muss man mit Kindern anders drüber reden, angemessen, aber es komplett auszuklammern immer find ich falsch.

Beitrag von alexa81 - 25.01.12 - 21:04 Uhr

Hallo,

ich persönlich hätte es ihm wohl schon viel früher gesagt. Meine Kinder wissen alle, dass ich vier Fehlgeburten hatte. Es waren zwar frühe Fehlgeburten (jedes Mal in der 8. Woche), aber ich hättes es auch dann nicht anders gemacht, wenn die Babys erst später gestorben wären.

Wann genau ich es ihnen gesagt habe und wie sich das ergeben hat, kann ich Dir nicht mal sagen - es gehört einfach zu uns, dass wir vier Sternchen haben und die Kinder wissen es halt und gehen ihrem Alter entsprechend damit um. Zwischendurch kommen immer mal wieder Fragen, aber ich finde es wichtig, mit dem Thema Tod in jeder Form offen und kindgerecht umzugehen.

An Deiner Stelle würde ich Deinem Sohn sagen, dass Du immer für ihn da bist, wenn er darüber reden möchte und ihm seine Fragen gerne beantwortest. Ich würde auch ein Buch zum Thema besorgen - "Lilly ist ein Sternenkind" gibt es z.B. - und das mit ihm lesen. Ansonsten würde ich ihm "die Führung" überlassen, was er wann wie tiefgreifend wissen möchte.

Viele Grüße, Alex

Beitrag von sanny23 - 25.01.12 - 21:30 Uhr

Ich habe es meinen beiden Kindern auch schon früh gesagt.Der Geburtstermin meines damaligen Kindes wäre der 4. Mai gewesen.Und jedes Jahr an diesem Tag denken meine Kinder an ihren Bruder und sagen immer wie alt er nun wäre.
Ich find das total niedlich und gehört bei uns dazu!!!

Mach dir keinen Kopf!!!

LG Sanny#katze

Beitrag von mona1879 - 25.01.12 - 22:22 Uhr

hallo,

also meine töchter waren vier und zwei als ich vor zwei jahren ich ein baby in der 33. ssw verloren habe. danach ging es uns allen sehr schlecht und es war natürlich oft thema hier. ich finde kinder gehen toll um mit dem tod.

sie sagt oft, dass sie ja eigentlich noch eine schwester hat. sie hat wirklich gut verstanden, warum ich in der letzten schwangerschaft so schreckliche angst hatte.

ich finde es wichtig, dass man kinder einbezieht. wenn er fragen hat, beantwortest du sie und wenn nicht lass es ruhen.

ich finde es auch schwierig, wenn sie manchen leuten erzählt, dass sie zwei schwestern und einen bruder hat. sie schauen dann und fragen: ja wo ist denn deine zweite schwester? na ja die ist tod. ich habe ihr jetzt schon oft erklärt, dass es eben nicht für jeden bestimmt ist, dass wir noch unsere wilma haben.

sie können dabei auch viel lernen.

mona

Beitrag von turmmariechen1 - 25.01.12 - 22:27 Uhr

Hey, mein Sohn war etwa so alte wie Deiner und auch in der 2. Klasse als ich in der 14 SSW eine Fehlgeburt hatte. Er wusste, dass ich schwanger war. Folglich auch, dass das Baby eben nicht gesund geboren wurde. Er hat geweint - aber ich glaube, er hat auch viel gelernt. Sicher, es nagt an Ihnen - aber Kinder lernen - genau wie wir - den Umgang mit diesen Gefühlen.

Beitrag von redwood - 26.01.12 - 09:52 Uhr

Hallo
klar, du hättest warten können. Jetzt hast du es erzählt. Ich finde das nicht so schlimm. Es gehört zu eurem Leben. Er würde auch um andere Dinge/Personen weinen. Nimm ihn in den Arm, schaut aus dem Fenster und sucht euch einen hellen Stern aus. Der erinnert ihn dann immer an den verlorenen Bruder.

lg

Beitrag von zubbeline - 26.01.12 - 12:58 Uhr

Ich habe 3 Kinder verloren, eines vor meinem älteren Sohn, 2 später, aber ich hab es ihm auch nie erzählt und wüßte auch nicht, warum ich das tun sollte. Er wußte auch nichts von den Schwangerschaften.
Er hat aber auch nie nach weiteren Geschwistern verlangt, denn bei uns war das Thema ehr andersherum.
Als ich mit dem jüngeren Geschwisterchen schwanger wurde, da hatte mein Sohn zu kämpfen.
Sein großer Bruder ist schwerbehindert und er hatte immer Angst, das Baby könnte auch krank sein. Es war ganz schön schwierig, zu versuchen, ihm die Angst zu nehmen,die man ja zwangsläufig selber ein bißchen hatte.