Weiß euer Umfeld v. der FG?

Sie befinden sich im Archiv des urbia-Diskussionsforums.

Hier geht es zur vollständigen Version dieser Seite. Dort können Sie auch aktiv am Diskussionsgeschehen teilnehmen.

Beitrag von .wildrose. - 26.01.12 - 22:58 Uhr

Hallo,

ich habe niemanden v. meine FGen erzählt. Weder meinen Eltern noch sonst irgendwem. Nur mein Mann und der FA wissen bescheid. Und die Ärzte im KKH, aber die kennen mich ja nicht! Ich hab mich nicht getraut, mit jemanden drüber zu reden, ich wollte keinen Mitleid.

Bei meiner 1. FG war ich so geschockt und für mich war das so unfassbar, dass ich es selbst verarbeiten musste. Aber je mehr FGen ich hab, wird das - so traurig das ist - zur Normalität.

Ich weiß nicht, ob jemand anderes in meinem Umfeld schon mal ne FG hatte, aber ich höre nur, "wir haben's 1x versucht und es hat gleich geklappt" oder "wir wollten, dass alle Kinder 2 Jahre und 2 Mt. genau ausseinander sind" und und und... Und ich werde andauernd gefragt "wann kommt das 2."? Das nervt! Manchmal würde ich gerne sagen "Ja, wir würden gerne ein 2. Kind haben und es klappt auch immer, aber ich verliere sie andauernd.", aber ich denke, da kommen bestimmt nur blöde Bemerkungen!

Wie habt ihr das gemacht? Wissen eure Freunde und Bekannte darüber bescheid? Und die Eltern?

Danke für eure Antworten.

LG
.wildrose.

Beitrag von anja570 - 27.01.12 - 02:15 Uhr

Hallo,

in meinem Umfeld wissen nicht alle, wie viele FG ich insgesamt hatte.

Nach der 2. FG in Folge habe ich es nicht mehr groß erzählt.

Ich kenne zwar mehrere die FG hatten, aber in der Regel 1 oder maximal 2, mehr nicht.

Bei mir waren es einige mehr, das ist dann schon etwas anders.

Mitleid will ich auch nicht und ich habe schon nach der 2.FG gemerkt, dass manche nicht damit umgehen konnten, dann muss ich es nicht erzählen.

LG
Anja

Beitrag von elmariacha - 27.01.12 - 07:15 Uhr

Hallo,

bei mir/uns wissen es ein paar Leute. Die Familien natürlich schon und auch in der Arbeit zum Teil, kommt finde ich immer drauf an, welches Verhältnis man zu Kollegen hat.
Da es bei uns sehr familiär zugeht, habe ich es schon erzählt.
Ich habe auch nicht gewartet, bis jemand nachfragt, sondern es gleich allen gesagt, sobald wir die traurige Nachricht hatten, das war für mich/uns wenigstens etwas „einfacher“, als wenn man dann immer gefragt wird, wies der „Mama“ und dem „Papa“ geht.
Beim nächsten Mal werden wir es aber auch nur in der Familie erzählen, bis die kritische Zeit um ist.
Alles Gute für Euch.
LG

Beitrag von kathihe - 27.01.12 - 08:41 Uhr

Hallo,

bei der ersten Fehlgeburt wussten es nur mein Mann und meine Eltern. Erst lange Zeit danach habe ich es auch meiner besten Freundin erzählt.

Nun, nach der zweiten Fehlgeburt, mussten wir es meiner besten Freundin erzählen, da sie schon von der Schwangerschaft wusste. Allerdings habe ich den Eindruck, dass sie das eher entspannt sah und nicht mitfühlen kann. Sie hat selbst noch keine Kinder und manchmal glaube ich, dass sie evtl. gar keine möchte. Somit hat sie das eher als Nebensächlichkeit abgetan (oder sie wußte nicht, wie damit umzugehen).

Mein Mann erzählte es zudem seiner Mutter (was ich zunächst nicht wusste und dann auch wirklich sehr verletzt war).

Meinem Arbeitgeber musste ich ebenfalls berichten, da ich zu einem wichtigen Treffen nun bereits zum zweiten Mal nicht kommen konnte und mir eine einfache Krankmeldung nicht geheuer war.

Ansonsten halte ich mich sehr bedeckt, obwohl ich es am liebsten laut rausschreien würde. Dann gibt es wieder Tage, an denen ich micht komplett verkrieche und nicht vor die Türe gehe.

Es ist schwer manchmal. Insgesamt habe ich aber den Eindruck, dass diejenigen, die es wissen, eher mitfühlen. Meistens dann, wenn sie es selbst erlebt haben oder schon Kinder haben.

Liebe Grüße

Beitrag von alagdolwen - 27.01.12 - 10:59 Uhr

Ich war zweimal schon so weit, dass viele von meiner Schwangerschaft wussten. Daher wußten sie natürlich auch, wie es ausging da man es schon sehen konnte. (1x16.SSW; 1x20.SSW).
Dazwischen gab es noch einen frühen Abgang in der 7.SSW. Von dem hatten wir erst niemandem erzählt. Aber später doch zumindest der Familie.
Oder einem Kollegen, der meinte 2x könnte ja passieren...

Ich hab die Erfahrung gemacht, dass seit dem ich von dem FGen erzählt hatte, einige auf mich zukamen und mir von ihren Schicksalen erzählten.
Vorher redet man ja nicht wirklich über sowas. Glaub mir, es kommt häufiger vor als man denkt.
Selbst die, die immer nur von glücklichen Schwangerschaften erzählt hatten kamen dann und berichteten, dass die ersten Schwangerschaften nicht gut ausgingen. Besonders meine männlichen Kollegen erzählten mir einiges aus ihrer Familie und wünschten mir, dass wir den Traum nicht aufgeben.

Sollten wir wieder schwanger werden, werden wir aber auch so lange wie möglich nichts über die Schwangerschaft erzählen. Die Angst ist einfach zu groß.

Beitrag von jasifrosch - 27.01.12 - 12:08 Uhr

Hallo!

Hatte meine 1. FG auch geheim gehalten ( nur Mann, Eltern, meine Schwestern informiert) und es war ein Fehler. Die Zeit danach..........und dann auch viele Fragen " wollt ihr keine Kinder"..."bist Du schwanger? wenn ich einen Blähbauch hatte"..........
Habe nach der 2. FG meine Freunde und Verwandte eingeweiht und es ging mir besser.
Man kann offener sprechen und man wird nicht ständig mit dem Kinderthema genervt.
Ausserdem versteht das Umfeld die Sorge bei einer weiteren SS dann besser.

Rückblickend muss ich sagen, dass nahestehende Personen es wissen sollten.
Es erleichtert das Leben. Gerade wenn man wie wir in einem KiWu- Zentrum waren.

Lg Jasifrosch

Beitrag von lilbella - 27.01.12 - 13:26 Uhr

ich kann auch nur empfehlen: reden rede reden!
wir haben es bei allen schwangerschaften so gehandhabt das wir unserer familie und unseren guten freunden erzäht haben das wir schwanger sind...
in der ersten schwangerschaft lief auch alles super und unsere tochter wird im märz 2 allerdings will das geschwisterchen nicht so wirklich...

ich bin sooo froh das ich meinen mann, meine tochter, freundinnen und familie habe! ich habe blumen und karten bekommen und wenn ich drüber reden möchte sind sie für mich da und wenn ich sage lenkt mich bitte ab, helfen sie mir! grad die freundinnen die momentan selber schwanger sind (momentan 3 :-( ) oder schon kinder habem, haben so mit mir zusammen geweint. wozu sonst hat man denn freunde und familie?!?!?

die fehlgeburt ist jetzt eine woche her bzw fast 2 wochen seid wir es wissen und es geht bergauf!!!

ich glaube es ist ungesund wenn man alles in sich reinfrisst, aber man braucht auch die richtigen menschen dennen man sich anvertraut..zur not vielleicht auch ein therapeut....

ich wünsche euch allen alles gute!!

lg
isa

Beitrag von angie41 - 27.01.12 - 15:51 Uhr

Ich hatte 2 Fehlgeburten. Bei meiner ersten Fehlgeburt wussten recht viele Leute Bescheid, da ich in der 10 SSW von meiner Schwangerschaft erzählt hatte. Kurz danach hatte ich ein MA.

Bei der 2. Fehlgeburt wussten eigentlich nur meine 2 besten Freundinnen Bescheid.
Denen habe ich aber auch von meiner Schwangerschaft erzählt. Im Nachhinein habe ich keinem von der Fehlgeburt erzählt, der auch nicht über meine Schwangerschaft Bescheid wusste.

Nach meiner ersten Fehlgeburt hatte ehrlich gesagt Angst, wie mir die Leute begegnen würden. Aber die meisten haben das ganz toll gemacht. Und auch nicht die Mitleidsnummer. Ich habe von echt vielen erfahren, dass sie auch eine oder mehrere Fehlgeburten hatten und dass es irgendwann bei Ihnen geklappt hat.

Es tat mir ganz gut zu wissen, dass man nicht die Einzige ist und dass sie mit einem gefühlt haben. Außerdem tat es mir ganz gut über meine Erfahrung zu sprechen. Mein Mann war da nicht die größte Hilfe. Frauen sind da schon mitfühlender und können einen besser verstehen.

Ich wünsche dir alles, alles Gute.

Beitrag von -mell1982 - 27.01.12 - 19:33 Uhr

Hallo,
ja bei uns wissen alle bescheid, warum auch nicht?
Ich sehe es so wenn ich es nicht erzählen würde als ob ich mein Kind totschweigen würde...

Muss aber jeder für sich wissen.

Beitrag von nana12 - 27.01.12 - 20:37 Uhr

Hallo wildrose

ich bin mit meiner FG sehr offen umgegangen. Es haben eingentlich alle ganz gut reagiert. Viele haben dann auch erzählt wie es ihnen ergangen ist. Zum Glück hatte ich nur eine und unser 2. Sohn ist jetzt auch schon 8 Monate.
Wie du es handhaben willst und wie du damit umgehst musst du selbst wissen.

LG Nana

Beitrag von kleine1102 - 27.01.12 - 22:07 Uhr

Hallo .wildrose.,

bei uns wussten erst ganz wenige, sehr nahe stehende Menschen von meiner dritten

#schwangerschaft. Leider auch meine beiden Chefs, da ich in einem Bereich arbeite, in dem ein BV durchaus eine Rolle spielen kann und ich es ihnen entsprechend früh sagen "musste".

Und genau diese Menschen haben dann natürlich auch erfahren, dass wir unseren Krümel #herzlich so früh wieder gehen lassen mussten :-(. Selbst das war/ist schon heftig, obwohl alle sehr mitfühlend waren/sind und uns viel Anteilnahme und Verständnis entgegen gebracht haben. Die direkten KollegInnen meines Mannes sowie seine Vorgesetzten haben "zwangsläufig" von unserem #sternchen erfahren, weil mein Mann ja sehr kurzfristig nicht arbeiten konnte und später auch für die Bestattung frei bekam.

Noch mehr Leute werden zumindest im Moment nichts erfahren, wir sind selbst noch viel zu beschäftigt und oft "nah am Wasser gebaut". Es fällt ohnehin schwer, wieder in den Alltag zurück zu finden und wir wollen nicht "Jedem Rede und Antwort stehen". Wie Jupiter Jones singt, "hierfür gibt's kein Wort, das jemals das Gefühl beschreiben kann" und "ich hab' so viel gehört und doch kommt's niemals bei mir an"...

... mit den wenigen, lieben Menschen sprechen zu können, tat und tut auch heute noch teilweise gut. Darüber hinaus würde es keinen Sinn machen und uns zu viel Energie kosten. Schwierig ist es in Situationen, wo z.B. eine jüngere Arbeitskollegin (zum ersten Mal #schwanger und nur wenige Wochen nach mir ET) ganz fröhlich sagt (den direkten Kontext weiß ich nicht mehr), "Ach, ihr könnt doch auch noch locker ein oder zwei Kinder kriegen!". In solchen Momenten wünscht man sich irgendwie doch, dass ALLE von unserem Krümel #herzlich erfahren und es liegt mir "auf der Zunge" zu sagen, dass wir ein drittes Kind haben, das leider nicht das Licht der Welt erblicken durfte :-(.

Je länger ich darüber nachdenke, desto "besser" fühle ich mich jedoch mit dem aktuellen "Stand der Dinge" und lächele in solchen Situationen und sage, dass wir absolut dankbar sind, zwei gesunde Kinder haben zu dürfen.

Liebe Grüße & alles Gute #klee!

Kathrin & zwei Mädels & #stern

Beitrag von .wildrose. - 29.01.12 - 14:27 Uhr

Hallo,

Danke für eure Antworten....

Heute hab ich erfahren, dass eine Bekannte von mir, derren Tochter so alt ist wie meine Kleine, bald das 2. Kind erwartet. Irgendwie fühl ich mich total blöd, ich muss doch darüber nachdenken, dass wir auch Mai 2012 unser 2. Kind erwartet hätten, wenn's nicht zur FG gekommen wäre :-(

Ich denke, ich werde das Thema FG zum größten Teil für mich behalten. Ich kenne wirklich absolut niemanden in meinem Umfeld, der schon mal ne FG hatte. Und diese Menschen können/wissen nicht damit umzugehen oder können das nicht nachvollziehen. Ich merke oft, wenn mich ehem. Arbeitskolleginnen fragen, wie's meiner Kleinen geht, dass sie das eigentlich gar nicht wirklich interessiert, sondern nur aus Höflichkeit fragen. Sie wissen nicht, wie es ist, ein kleines Kind zu haben und können sich halt auch nicht so über Kleinigkeiten freuen wie ne Mama. Und auf die Sprüche: "Du bist ja noch jung und hast noch genügend Zeit" hab ich auch keine Lust. Das sagte ne Frau im KKH, als ich letztens dort zur AS war.

Ich weiß nicht, ob das der richtige Ausdruck ist, aber irgendwie schäme ich mich auch für die FGen. Meine Mutter, meine Oma, meine Schwiegermutter und andere Frauen in der Familie hatten keine, nur ich :-(

Ich hoffe, dass es bald wieder klappt und alles gut geht.

Euch allen auch alles Gute.
LG
.wildrose.

Beitrag von unicorn1984 - 30.01.12 - 21:40 Uhr

Wir hatten eine FG und davon erfuhren auch irgendwie alle, da meine Arbeitskollegin nicht den Mund halten konnte durfte ich auch noch zur Chefin um das zu sagen dann kam noch die Sekretärin zu mir und meinte "Ich bräuchte noch eine Schwangerschaftsbestätigung" und ich nur "Nein brauchen sie nicht ich habe das Kind verloren" darauf kam nur "oh dann brauch ich keine" Wow tolles Mitleid.

Wüsste nicht wie ich es machen würde wenn ich viele FG´s hinter einander hätte denke da würde ich auch nicht sagen.

Bei uns wars halt 14 Monate nichts sehnlicher gewünscht als ein Kind und dann eine FG haben das war schon ein Schlag ins Gesicht.