Schulprobleme

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Beitrag von kleinemimi - 27.01.12 - 10:12 Uhr

Hallo,

vielleicht könnt Ihr mir einige Tips geben.
Es geht um meinen Großen, welcher 11 ist und das Gym besucht (6te Klasse).

Er hat eine sehr schnelle Auffassungsgabe und ein sehr gutes Allgemeinwissen. Das Problem ist das er meines Erachtens viel zu unselbstständig ist. Das heisst soviel wie Hausaufgaben werden schnell "hingeschmiert", oder auch mal gar nicht (vergessen wie er es nennt), vor Arbeiten und LK´s lernt er nicht freiwillig und selbstständig sondern erst wenn ich ihn auffordere dazu. Er nimmt es alles ziemlich locker, ganz schlimm ist es, wenn er in einem Fach "sicher" steht, dann denkt er er kann es und muss nicht üben und versaut sich die Note prompt.

Meine Frage, wie selbstständig müssen unsere Kinder in dem Alter sein? Also seid Ihr bei den täglichen Hausaufgaben dabei?
Geht Ihr mit den Kindern den Stoff vor Arbeiten durch oder fragt Ihr nur ab?

Wie kann ich ihn helfen? Könnt Ihr mir Tips geben?

LG Mimi

Beitrag von jazzbassist - 27.01.12 - 13:26 Uhr

Ich denke, mit 11 sind das wirklich noch Kinder - von daher können die schon noch Eltern gebrauchen, die da etwas unter die Arme greifen. Wenn ich mich so den Freundeskreis meines Sohnes mit 10-11 (5-6 Klasse Gymnasium) zurückerinnere ... da war 0 schulische Selbstständigkeit oder Ernsthaftigkeit da. Die waren genau so, wie ihr Großer momentan ist ... die wollen einfach Kind sein. Also ich kenne da so mehr oder weniger zwei Ausprägungen von Kindern - in der Basis sind die wie Ihr Sohn - im Detail hat die eine Ausprägung Eltern, die da ab und an mal hinterstehen - die anderen braucht das nicht, weil die trotz dieses nicht-lernens, Hausaufgaben hinschmieren oder 5 Minuten vor Unterrichtsbeginn abschreiben etc. trotzdem noch auf einen Einser oder Zweierschnitt kamen und die Eltern das einfach akzeptiert haben.

Also - bei den Hausaufgaben waren wir schon in der zweiten Klassen nicht mehr dabei ... für Fragen standen wir natürlich immer zur Verfügung - war aber eher die Ausnahme, dass da mal was kam. Mit dem Gymnasium hatte er von uns einen eigenen Laptop bekommen, und, seit dem war/ist das so das Medium für ihm, um dort Hilfe zu bekommen oder Sachen erklärt zu bekommen. Wir sind auch vor Arbeiten den Stoff nie mit ihm durchgegangen - wobei das absolut nicht heißt, dass mein Kurzer dann von sich aus was gelernt hätte ... es hat halt trotzdem einfach immer für ganz tolle Zeugnisse gereicht, so haben wir das einfach mal sich entwickeln lassen. Mittlerweile (er wird in zwei Wochen 13) ist das Thema Schule aber schon etwas ernster/schwieriger geworden ... er ist vor knapp 3 Monaten nach England gezogen, neue Schule/Fächer/Stoff/Umgebung, und, da saß er oftmals Abends im KiZi und hat sich selbstständig die Schulsachen durchgeblättert ... ich denke aber auch einfach noch eher huaptsächlich, um seine Eltern mit guten Noten bei Laune zu halten ... er hat da halt - schulisch - total viele Freiräume, und, solange das gut läuft, darf er die natürlich auch behalten, und wenn wir merken würden, dass er dort nun doch unsere Hilfe bräuchte, würden wir uns direkt einmischen (was er natürlich tunlichst nicht will). Also - es geht da, bei dieser Selbstständigkeit - viel eher darum, diese Freiräume zu behalten.

Wie groß wäre denn bei Ihnen der Unterschied, wenn ihr Sohn so arbeiten würde, wie er das möchte, und, wenn er so arbeiten würde, wie Sie das gerne hätten? Also reden wir dann von: "Naja, dann wäre das in Mathe bestimmt nur noch eine 3+ und keine 2- mehr, und vielleicht in Chemie genau so - aber die anderen Fächer würden total gut laufen" ... oder ist das eher ein: "Dann würde er plötzlich im jedem Fach bestimmt eine Note schlechter stehen"? Also im ersteren Falle ... ich würde das dann einfach so weiterlaufen lassen, wie Er das möchte, und - sich einfach über jede gute Note freuen. Ist ja für Kinder oftmals Motivation genug. Im letzeren Falle ... picken Sie sich einfach die kritischen Fächer raus, und, wenn er ohnehin ein Matheass ist ... kann er die Mathehausaufgaben so schnell hinschmieren, wie er möchte - und wenn er meint, da für eine Arbeit nicht großartig lernen zu müssen ... mal sehen, wie er sich schlägt. Ihm also teilweise ALLEINIGE Selbstständigkeit geben (in Fächern, wo Sie das verantworten können) ... und ... Kinder ticken dann manchmal wie folgt: "Jetzt will ich Mama natürlich unbedingt beweisen, dass ich ihre Hilfe gar nicht brauche, sondern das ganz alleine kann" - und - plötzlich lernen die viel mehr, als sie lernen würden, wenn Mama da hinterherrennt.

Bei Ihnen - das ließt sich zumindest so im Unterton raus - scheint das eher ein: "Selbst wenn ich gar nichts mache - Mama wird sich schon um alles kümmern." Also ich finde das - bei einem 11-Jährigen - absolut nicht schlimm, wenn das bei Ihnen gut funktioniert (+/- ein paar Streitereien). Nur - solange Sie dort als Puffer stehen (und ihm diese Selbstständigkeit gar nicht erst geben), wird er sich erstmal noch auf Sie verlassen. Ich finde nicht, dass man das ändern muss ... nur ... wenn es da zufällig ein oder zwei Fächer geben sollte, die ihr Sohn gefahrlos völlig alleine bewältigen kann ... würde ich ihm dort - nach Rücksprache - diese Freiräume auch mal längere Zeit geben. Selbst, wenn Sie das Gefühl haben: "Dann wird er dafür gar nichts tun". Dann schreibt er in diesem Fach plötzlich eben nur noch eine zwei und keine eins mehr ... das ist jetzt in der 6. Klasse noch vertretbar. Nur, solange Sie dort am letzten Tag vor der Arbeit ohnehin wieder: "Komm, ich frag dich jetzt mal ab ... jetzt lern doch endlich etc." kommen, wird er sich da natürlich auch (unbewusst) drauf verlassen.

Beitrag von kleinemimi - 27.01.12 - 14:17 Uhr

Danke für die auführliche Antwort, leider ist er zwar schnell im lernen, aber er muss lernen sonst wird das nichts. Dann sieht es so aus wie jetzt, Geschichtsarbeit vergesse einzuschreiben, nicht gelernt, dann kommt eine 5- ins Haus.

Französisch auf einer Zwei gestanden, vor der nächsten Arbeit larifari gelernt, prompt eine 3 somit eine drei im Zeugnis, da ja Arbeiten hier meist für sich zählen und gegen den Durchschitt der anderen gerechnet.

Bio steht man auf 4, weil er das Talent hat immer am Anfang eines Schuljahres reinzurasseln nur um dann das restliche Jahr zu buckeln das man wieder hoch kommt. Steht eine eventuelle LK an, ach iwo muss man nicht lernen, ist ja nur eventuell. Die LK kam Ergebnis steht noch aus.

Also werde ich weiterhin dabei sein, ihn kontrollieren wo es geht (meinen Sohn stört das nicht im Gegenteil er sagt, dann vergisst er wenigstens nichts) und mir alle geplanten Arbeiten einzuschreiben, damit ich weiss wie ich die Nachmittage plane, damit er optimal vorbereitet ist.

Ich wünschte mir einfach mehr Selbstständigkeit, die er in seiner Freizeit an den Tag legt. Aber wahrscheinlich muss ich mich noch ein wenig gedulden, ich habe nur ein wenig Angst, das er immer so bleiben wird, und ich ihn quasi noch bis zur 12 "schleppe".

LG Mimi

Beitrag von jazzbassist - 27.01.12 - 15:08 Uhr

Betrachten Sie es doch einfach mal aus einer anderen Perspektive: Sie werden hier auf Urbia bestimmt viele Eltern finden, die total froh wären, wenn die größte schulische Sorge wäre, dass eigene Kind "ohne größere teraden" hin zum Abitur "schleppen" zu können. Ihr Sohn wird Ihnen dafür später sicherlich auf ewig dankbar sein ... und ... nach dem Abi fragt da sowieso keiner mehr nach. Zum Studium hin wird dann sowie alles viel viel leichter ... da gibt es keine Überraschungstests mehr ... und die Termine zu den Klausuren stehen auch schon zum Anfang des Semesters auf der Seite des Prüfungsamtes ... und die sind auch nicht "eventuell" oder "vielleicht" sondern amtlich. Und bis dahin haben die meistens auch schon eine bessere Vorstellung davon, wie es dann später beruflich weitergehen soll und sind dort eventuell auch etwas reifer. Und - ob Ihr Sohn dann Geschichte studieren möchte, oder nicht - kann er sich auch noch aussuchen :-p

Ich denke aber, dass diese Selbstständigkeit mit dem Alter von alleine kommt und vorallem auch erst dann, wenn das mit der Schule ein wenig wichtiger wird (also zum Abi hin). Aber bei einem 11-Jährigen ... wie geschrieben ... kenne ich das in dem Alter so gesehen nicht (dafür ist das alles auch noch viel zu abstrakt für die ... was soll das ihrem Sohn auch interessieren, ob da nun in der 6. Klasse eine 2 oder 3 als Französischnote stand?), von daher würde ich da jetzt nichts auf "Teufel komm raus" versuchen, wenn Sie so eigentlich ganz gut voran kommen.

Beitrag von kleinemimi - 27.01.12 - 15:49 Uhr

Alles klar vielen lieben Dank, ich gebe weiterhin mein Bestes, geht ja nur zusammen, das macht ja auch eine Familie aus.

VG

Beitrag von bambolina - 29.01.12 - 20:47 Uhr

Hallo Mimi

mein Sohn ist 10, besucht die 5.Klasse Realschule.

Ich überlasse meinem Sohn, was und wieviel er lernen muss. Dann und wann hake ich natürlich schon nach, schreibt ihr demnächst eine Arbeit, brauchst du Hilfe.

Er macht seine Hausaufgaben selbstständig, auch lernen tut er von alleine. Wenn er mich braucht, kann er jederzeit kommen. Abhören tu ich ihn auch meist - wenn er möchte.

Ich habe ihm ende 4.Klasse erklärt, dass ich keine Lust mehr habe, ihn ständig aufzufordern, etwas zu tun. Er lerne für sich, es sind seinen Noten mit denen er klar kommen muss.
Nach einigen versauten Arbeiten und meinen Kommentaren "tja, wohl doch zuwenig gelernt" hat er es kapiert.

lg bambolina

Beitrag von kleinemimi - 30.01.12 - 09:27 Uhr

Danke Dir, leider ist mein Sohn nicht so einer. Ist schon oft auf die Nase gefallen, aber den Schneid mehr zu tun, der fehlt immer noch.

LG Mimi