Wie Basti die Welt begrüßte- für keinen der nur wunderschöne Geschichte lesen will

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Beitrag von angie2112 - 27.01.12 - 14:25 Uhr

Da das hier das Forum für Geburtsberichte ist und oben steht, dass jeder Bericht willkommen ist, dachte ich mir, ich schreib auch mal einen und hoffentlich ohne dafür verurteilt zu werden. Denn es ist keiner dieser wunderbaren Geschichten, die mit der Erleichterung endeten, als das Kind dann da war und alles wunderschön wurde.... aber das später.

Ich schreibe diesen Bericht, um es mir mal von der Seele zu schreiben und vielleicht ist hier ja jemand, der Ähnliches erlebt hat und ich endlich mal das Gefühl bekomme, nicht die Einzige auf dieser Welt zu sein, der es so erging.
Wer Lust hat, kann weiterlesen.

Es war mittlerweile schon der zehnte Monat des Jahres 2011 und ich somit schon im zehnten Schwangerschaftsmonat... und es tat sich nichts. Das an sich störte mich wenig, denn trotz 41. SSW passten mir immer noch meine längeren T- Shirts in Größe 36, dem Kind ging es gut und mir auch.

Störend war nur, dass ich ständig zum Arzt musste zum CTG schreiben und das ständig das Telefon klingelte, ob das Baby den schon da sei!!!!!!!
Ja, natürlich ist es schon da...seit Tagen...und ich hatte einfach keine Lust euch was zu sagen, liebe Eltern!!!! Meine Güte, dachte ich nur....

Nachdem ich nun 9 Tage über Termin war und mittlerweile auch schon im Krankenhaus zur Kontrolle, schrieb mir mein Arzt eine Überweisung zur Einleitung. Er selbst fand, ich könne noch bis zum 14. Tag warten, aber ich wollte nicht, was übrigens im Nachhinein sich als sehr großer Fehler erwies.
Ich wollte nicht warten oder meinte nicht warten zu können, da es schon der 5.10 war und ich am 26. 10 meine Masterarbeit verteidigen musste und dachte, je schneller das Kind kommt, desto mehr Zeit bleibt mir um mich zu regenerieren nach der Geburt.

Am 6.10. fuhren wir dann mit meinem Mann ins Krankenhaus mit Tasche und allem drum und dran. Ich wurde untersucht.weiterhin alles zu und dicht..Baby denkt nicht mal dran rauszukommen und fühlt sich wohl sehr gut in Mamas Bauch.

Aber trotzdem!!!
Zehn Tage nach Termin sollte eingeleitet werden!!!!

Ich bekam also gegen 10 Uhr den Wehenkocktail. Schmeckt nicht besonders. Zur Kontrolle am CTG. Die Herzfrequenz des Babys ist sehr gut. Poch Poch Poch höre ich mir eine halbe Stunde an und freue mich.
Keine Wehen.

Ich darf wieder in unser Familienzimmer und warten. Wir haben uns Friends auf DVD mitgenommen und Ferngesehen.
Es tut sich nichts...außer ....(und nun wirds ekelig)...das ich plötzlich unheimlich auf Tolette muss. Dachte ich platze und schaffe es nicht mehr. Aber doch geschafft und ab da hatte ich den schlimmsten Durchfall meines Lebens.

Alle halbe Stunde rannte ich zum Klo. Nach dem 3 Mal fing ich dabei an zu zittern und bekam Krämpfe...nach dem 5. Mal fing es an hinten zu brennen und ich konnte mich nicht mehr aufrichten vor Schmerzen. Nach circa dem achten Mal fing ich an hintenrum zu bluten und hab nach jedem Toilettenbesuch 10 Minuten im Bett gelegen und geheult vor Schmerzen.
Und: IMMER NOCH KEINE WEHEN!!!
So gegen 15 Uhr ließen die Toalettenattacken nach und ich war völlig fertig und wund.

Ich bekam dann Tabletten damit die Wehen eingeleitet werden um 17 Uhr.
Wieder CTG. Wieder Poch poch poch. Wieder alles gut mit dem Kind und ich freu mich
Tablette brachte nichts. Schauen wieder Friends.
Gegen 22 Uhr dann die nächste Tablette. Wieder CTG. Wieder poch poch poch wieder alles gut und ich freue mich...werde aber ungeduldig.
Um drei Uhr nachts dann...Schmerzen im Unterleib. Kommt und geht alle 2 Minuten. Nicht so schlimm, denke ich...
Jedenfalls nicht so schlimm, wie auf Toalette rennen.

Wir gehen dann in den Kreissaal. Wehenschreiber an.

Hebamme zu mir: Sagen sie mal, wie können sie überhaupt stehen!!!??? Das sind ja schreckliche Wehen. Da ist ja gar keine Pause dazwischen?? Halten sie das aus??
Ja, sag ich, bekomme aber ein Mittel, damit das aufhört, da sich der Muttermund nicht öffnen kann, wenn man dauerkrampft.

So konnte ich noch Schlafen für circa 2 Stunden. Dann wurde ich wach und mir war furchtbar schlecht...
Ich rannte wieder zur Toalette und diesmal kam es obenrum raus...Nur leider nur Magensäure. Da war ja nichts mehr drin, nachdem es schon untenrum rauskam.

Und nun das große Kotzen stündlich. Mund und Speißeröhre brennen nach dem 3 Mal.
Sagt die Hebamme: das kann vorkommen bei den Wehenhemmern, die sie mir gaben.
Toll!!
Ich hatte das Gefühl nicht mehr Herr meines Körpers zu sein. Es schüttelte mich bei jedem Kotzen, ich krampfte an Armen und Beinen.

Ich habe zeitweise gedacht: Ich brauche keinen Arzt sondern einen Exorzisten, der dieses Böse von mir und meinem Kind vertreibt.
Ab sieben Uhr morgens dann kamen die Wehen, alle 3-5 Minuten und sehr konzentriert. Wäre alles nicht so schlimm gewesen, müsste ich nicht ständig kotzen.

Ständig an den Wehenschreiber. Kind geht es prima. Muttermund bei einem cm und das poch poch poch.
Um circa. 13 Uhr nach Stundenlangen Wehen und stündlichen Kotzen hatte ich genug!!! Das Kind wollte noch nicht geboren werden und mein Körper war offenbar der gleichen Ansicht und tat ja alles um die wehenfördernden Mittel loszuwerden.
Es überkam mich ein seltsames Gefühl. Das das alles nicht richtig sei. Ich bekam es mit der Angst. Was wenn er wirklich noch nicht bereit ist, geboren zu werden??
Aber es war ja zu spät.

Ich entschloss mich ein Bad zu nehmen. Und siehe da: Nach zwei Stunden im Wasser ist der Muttermund bei 7cm. Ich schöpfe wieder Mut. Nach einer weiteren Stund 8 cm. Noch mehr Mut. Danach passiert nichts mehr. Nicht mehr so mutig nur zunehmend erschöpfter. Um circa 18 Uhr wird mir von Hebamme und Ärztin empfohlen eine PDA zu legen, da ich zwischen den Wehen ohnmächtig werde. Ich sollte mich ausruhen.
Ich habe schon aufgegeben und dachte: Ach stopft mich doch mit was ihr wollt voll. Nach Cocktail, wehenfördernden Mitteln und Wehenhemmern, kann noch ne PDA drauf. Was solls. Absolut Lustlos.
Also: Wehenstoppende Mittel. Änastäsist kommt nicht. Noch mehr Wehenstoppende Mittel. Änästesist kommt und legt PDA. Wehentropf... Wehen sind da aber ich merke nichts. Bin fertig mit der Welt.
Um 20 Uhr habe ich Druck im Unterleib. Hebe ständig den Hintern und will laufen. Hebamme sagt, das sind Presswehen das Kind kommt. Ab in die Hocke. Konnte nicht liegen. Ich soll Pressen.
Also presse ich und dann noch eine Presswehe und noch eine. Bei der vierten meint die Ärztin das Kind sei schon fast da. Noch eine Presswehe und das Köpfen ist fast draußen. Wehe vorbei ich solle aber weiterpressen. Habe ich gemacht. Und Kind ist da. Tat gar nicht so weh. Ich gucke also an mir runter und da ist der Kleine. Macht keinen Murks. Ich durfte ihn selbst nehmen und mir auf den Bauch legen. Er beginnt zu Schreien. Ich stand auf, ging zum Bett mit Basti und er schreit weiter.

Und er hört nicht auf. Fängt an mit Armen und Beinen zu rudern. Hebt den Kopf und robbt fast über meine Schulter hinweg.
Ich war völlig überfordert. Wusste gar nicht, was das soll. Hebamme meint: Der ist ja lebhaft. Und ich denke: das Kind will mich nicht. Ich lege Basti zur Seite und dann war Ruhe.

Ich versuche Basti anzulegen. Klappt, nur schlägt er wieder mit Armen und Beinen um sich. Muss ich festhalten. Wieder Ruhe sobald er neben mir liegt und nicht auf mir.
Mein Mann nimmt den Kleinen auf den Arm: Ruhe
Ich nehme den Kleinen auf den Arm: Geschrei!!!

Und dieser Zustand ändert sich nicht. Wir fahren zwei Tage später nach Hause. Durch die Geburt bin ich fertig. Kann meinen Kopf nicht bewegen. Hab einen gerissenen Muskel im Nacken. Sehe den Kleinen nicht beim Stillen- Spüre nur seine Tritte gegen meinen Bauch.

Zwei Wochen später geht es meinen Nacken besser. Baby tritt mich immer noch bei fast jedem Körperkontakt. Nach drei Wochen gebe ich auf. Trage getragene Kleidung von meinem Mann, damit er getäuscht wird. Funktioniert. Kind ist ruhig bei mir.
Ich hab geheult.
Nach weiteren zwei Wochen Geschrei besuch beim Osteopathen: Blockade im Nacken. Blockade wird gelöst und Baby ist wesentlich ruhiger, nur nicht bei mir auf dem Arm.

Stillen wird zur Tortur. Basti ist sieben wochen alt und nimmt seit zwei Wochen nicht zu. Gebe auf und Füttere zu. Er isst ruhig und fuchtelt nicht mit Armen und Beinen rum. Ich gebe das Stillen auf und das Kind beginnt mich zu akzeptieren.

Nach elenlangen Gesprächen mit meiner Hebamme, dem Kinderarzt und Osteopathen sind wir überein, dass der Kleine ein ordentliches Geburtstrauma hatte und wohl tatsächlich nicht bereit war, geboren zu werden. Blöd war nur, dass ich das erste war, was er sah und er vielleicht deshalb so seltsam auf mich reagierte. Das ist die einzige Erklärung, die ich mich geben konnte.

Diese Einleitung war der größte Fehler den ich bisher begannen habe und hat die Anfangszeit mit meinem ersten Kind wirklich zu einer der grausamsten Zeiten Lebens gemacht. Wenn ich nun daran zurückdenke ist es nur ein grauer Fleck irgendwo in meinen Erinnerungen. Es soll verschwinden.

Ich verstehe bis heute nicht, warum man den Einleiten muss nach zehn Tagen. Wer gibt den den Ärzten oder sonst wem das Recht zu entscheiden, wann ein Mensch geboren werden soll?? Medizinisch gab es bei mir keinen Grund: dem Kind ging es gut. Er kam mit 4 kg, 55cm, 37cm KU zur Welt ohne dass bei mir auch nur das geringste Riss oder ich sonstigen Beschwerden nach der Geburt hatte(mit Außnahme meines brennenden Hinterns und Speißeröhre durch die Mittel).
Habe bis heute damit zu kämpfen. Ich habe das Gefühl meinen Sohn seinen Geburtstag geraubt zu haben. Er hat einen Austreibungstag. Ich hoffe das vergeht....

Zum Schluss: Mittlerweile akzeptiert mich der Kleine genauso wie seinen Papa. Er lächelt mich an und zeigt kein Verhalten mehr, dass nach Abwehr aussieht. Aber das dauerte gute 2 Monate.

Sorry für den langen Text

Beitrag von vam-pir-ella - 27.01.12 - 15:04 Uhr

Hi angie2112 !

Ich finde deinen Schreibstil unheimlich.
Klar verläuft nicht jede Geburt wunderschön, und hinterher ist auch nicht immer alles "Friede Freude Eierkuchen".
Aber als ich deinen Bericht gelesen hatte, hatte ich Gänsehaut...#zitter.

Alles, alles Gute für die Zukunft,

v.

Beitrag von skorpion82 - 27.01.12 - 15:18 Uhr

Hallo angie,

ich war geschockt und richtig traurig, als ich Deinen Bericht gelesen habe. Ich konnte mir richtig vorstellen, wie Du am liebsten gesagt hättest "Stopp, wir hören auf und lassen das Kind entscheiden, wann es kommen will!".

Ich habe schon ein Kind geboren, daher macht mir Dein Bericht keine Angst, aber er berührt mich sehr. Und gerade, weil ich schon ein Kind geboren habe und die erste Zeit genießen durfte, kann ich mir vorstellen, wie schmerzhaft es gewesen sein muss, zu erleben, dass Dein Kind jeden außer Dir akzeptiert. Das tut mir unendlich Leid für Dich, konntest Du es doch vorher nicht besser wissen. Umso mehr freut es mich, dass Ihr nun ein herzliches Verhältnis zueinander aufbauen könnt.
Die erste Zeit kann Euch niemand wiedergeben, aber Ihr habt noch Jahre vor Euch, die Ihr genießen könnt und werdet.

Ich wünsche Dir und Euch alles Gute!

Beitrag von janimausi - 27.01.12 - 16:13 Uhr

ich sitz auch grade mit Gänsehaut hier.
Ich kann mir nur schwer vorstellen, wie es sein muss, wenn das eigene Kind einen nicht akzeptiert.
Aber mitlerweile hat sich ja der Draht zu dir wesentlich gebssert.

Ich wünsche dir für die Zukunft von Herzen das du über diese erste Zeit hinwegkommst.

Und ja, auch ich finde es mehr als schwachsinnig, das nach 10 Tagen beschlossen wird, dass das Kind JETZT kommen muss...

Ich habe letzendlich in der 44ssw entbunden, aber auch nur weil meine Ärztin damals um fast zwei Wochenb korregiert hat.
Das beste was sie tun konnte.
Somit hatte er Zeit und konnte entscheiden, wann er geboren werden will.

Fühl dich ganz lieb gedrückt #liebdrueck #herzlich

Beitrag von ladydi81 - 27.01.12 - 17:47 Uhr

Es tut mir sehr leid, dass du diese Erfahrungen machen musstest!

Ich bewundere deinen Mut über dieses Thema zu sprechen! Ich wünsche dir, dass sich die ein oder andere Frau bei dir meldet der es ähnlich ergangen ist, damit du dich mit jemandem austauschen kannst, der wirklich weiß wie es dir geht.

Auch wenn ich abschweife: es gibt viele Frauen die ihr Geburtserlebnis als schlimm oder negativ empfinden und doch darf man so etwas nicht sagen. Sofort werden diese Frauen kritisiert und bekommen gesagt "Was willst du eigentlich? Deinem Kind geht es doch gut! Es läuft doch alles..." Aber: wer fängt diese Frauen auf? Wer hilft das Erlebte so aufzuarbeiten, dass der Schrecken nachlässt? Dass all diese Frauen abschließen und verzeihen können?

Für eure Zukunft wünsche ich dir und deinem Kleinen nur das Beste und alle Unterstützung die ihr bekommen könnt.

Diana

Beitrag von flohmummy - 27.01.12 - 18:35 Uhr

Ende gut...alles gut.
Mittlerweile ist ja alles in ordnung, und das ist die Hauptsache.
Schlimm, dass es so begonnen hat, aber so muss es ja nicht weitergehen...

euch alles Gute!!

Beitrag von beamaus1987 - 27.01.12 - 18:48 Uhr

Hallo Angie!

Ich habe deinen Bericht gelesen, trotz deiner Warnungen, das er nicht schön ist.
Ich habe meine erste Geburt auch noch vor mir, warscheinlich in 3 Wochen.

Erstmal muss ich sagen, ich verstehe dich total und finde dich total mutig. Du kannst stolz auf dich sein, das überstanden zu haben.

Aber du hast mich echt zum Nachdenken gebracht, über das ich mir vorher nie Gedanken gemacht habe.
Ich finde du hast vollkommen recht, wer sagt das eine Schwangerschaft nur ET + 14 Tage dauern darf?
Jeder Mensch ist anders, und ich denke so ist auch eine Schwangerschaft.

Ich wünsche dir für deine nächste Geburt ein besseres Erlebnis.
Vielleicht hilft es dir auch wenn du dich einem Psychologen anvertraust.
Ich wünsche dir auf jedenfall das du jetzt die Zeit endlich genießen kannst mit deinem Sohn, wie es eigentlich von Anfang an hätte sein sollen.

LG Bea mit Julia inside 37 SSW

Beitrag von ali939 - 27.01.12 - 18:51 Uhr

Liebe angie,

es tut mir so leid, dass ihr eineb solch schweren start hattet,
mir kamen die tränen beim lesen deines berichtes.

Ich wünsche euch für die zukunft das beste, vor allem, dass ihr euer geburtstrauma gut aufarbeiten könnt.
FÜhl dich gedrückt,

Alles liebe
Alexandra

Beitrag von nisivogel2604 - 27.01.12 - 19:34 Uhr

Liebe Angie,

ich finde es toll, das du deine Erlebnisse aufgeschrieben hast!

Ich möchte dir gerne sagen, das du nicht allein bist mit solchen Erfahrungen, bei denen durch Einleitungen Mutter und Kind traumatisiert werden. Leider wird das nur zu gerne unter den Teppich gekehrt. Insbesondere von Ärzten, deren Pflicht darin bestehen würde, die Frau aufzuklären. Und zwar bevor die Einleitung beginnt.

Ich finde es erstaunlich, wie du durchgehalten hast, während dieser Tortur. Hut ab.

Alles Liebe für dich

Beitrag von noperson - 28.01.12 - 08:59 Uhr

Guten Morgen,

ich habe dasselbe erlebt. Habe nur irgendwann aufgehört darrüber zu sprechen. Wollte niemanden hören, dass die Geburt meines Kindes und die Zeit danach die härteste Prüfung in meinem Leben war.
Wenn Du magst, schicke mir ein PN.

Liebe Grüße noperson

Beitrag von angie2112 - 28.01.12 - 09:42 Uhr

Hi,

danke für deinen Beitrag. Ja, das Gerede kenne ich auch. Ich habe oft gehört" ja, eine Geburt tut halt weh, aber da mussten wir alle durch". Wenn ich dann sage, dass die Wehen und die Geburt bei Weitem nicht die schlimmsten Schmerzen waren, die ich hatte, glaubte mir keiner und dann waren die Leute erst recht verwundert, warum ich mich so anstelle. Dass auch anderes einen Schmerz verursachen kann, ist da anscheinend schlecht vorstellbar.

Zumindest war das bei den älteren (Generation meiner Mutter) der Fall. Meine Freunde haben mir ganz lieb zugehört und getröstet. Und (zum Glück- ist eigentlich gemein) habe ich eine Freundin, die Ähnliche Probleme mit ihrer Tochter hatte- zumindest was das Schreien angeht- so hatte ich wenigstens jemanden, mit dem ich über einen Teil des Problems offen reden konnte.

Was ist denn eine PN??
Bin recht neu hier.

Beitrag von angie2112 - 28.01.12 - 09:37 Uhr

Vielen Dank für die Antworten.
Hätte nicht gedacht, dass so viele den Text lesen würden. Und es ist besonders schön zu erfahren, dass ich hier nicht verurteilt wurde, weil ich die Geburt meines Kindes als schrecklich empfand, wie es bei dem Beitrag von noperson heute morgen auch war.
Tat einfach mal gut:-)
Und ja, ich habe wirklich über eine Therapie nachgedacht. Also so eine Mutter - Kind Therapie für Traumafälle, die es ja wirklich gibt. Insbesondere bei Schreikindern, was auf meinen zutraf.

Aber: Der Mist kostet 50-70 Euro pro Sitzung und wird nicht von der Kasse übernommen.

Ich war wirklich bereit vieles zu probieren und der Osteopath kostete bei 3 Besuchen auch 200 Euro.
Es war uns einfach zu teuer. Von irgendwas mussten wir auch leben. So ne Gemeinheit.

Also nochmal vielen Dank für die lieben Antworten:-)

Beitrag von noperson - 28.01.12 - 13:56 Uhr

Hallo Angie,

google mal im Internet nach Schreiambulanz. Meine Schreiambulanz wurde von der AWO teilweise gesponsert und dadurch hielt sich das Finanzielle in Grenzen.

Liebe Grüße

Beitrag von canadia.und.baby. - 28.01.12 - 21:52 Uhr

Hallo,

ich möchte dir einfach nur sagen , DU BIST NICHT ALLEINE!!!

Hier bin nur ich es die durch die unsinnige Einleitung Traumatisiert ist , aber das alleine langt schon!

Ich habe große Angst wenn ich nur an die 2te Geburt denke!

Alles gute und noch viel Kraft!

Cana mit Jasmin 26 Monate und #ei 12+5

Beitrag von bannabi - 29.01.12 - 01:52 Uhr

Hallöchen

Ich finds toll deine Geschichte zu lesen...

Man liest immer nur "es war so schön und war alles so schnell vorbei"

aber ich finde es wichtig beide seiten der münze zu kennen...und deine ist eben die andere...
die uns eben einmal wieder zeigt dass es nicht schön oder einfach ist die natur zu übergehen,.....

LG Bannabi

Beitrag von derhimmelmusswarten - 29.01.12 - 09:02 Uhr

Hallo,

ich hätte nie gedacht, dass es sowas gibt. Ich hatte auch eine schlimme erste Geburt. Zwar keine Einleitung, aber mich setzte eine Schmerzspritze derart außer Gefecht, dass ich während der Endphase der Geburt fast einschlief. Meine Tochter konnte dank angeschlossener Kinderintensivstation gerettet werden. In einem Krankenhaus ohne sofort anwesende Kinderärzte hätte das anders aussehen können. Mich hat das auch sehr fertig und vor allem sehr traurig gemacht. Denn alle Mütter hatten ihre Kinder bei sich. Nur ich lag allein dort rum und mein Kind an wie vielen Kabeln in einem Kasten. Ausgetragen und im Prinzip gesund. Wenn die Geburt nicht schief gegangen wäre.

Aber falls du noch ein Kind bekommst, kann ich dir Mut machen. Ich habe 22 Monate später mein 2. Kind bekommen. 2 Tage vor ET. Ohne jegliche Schmerzmittel, ohne Wehentropf. Ich hatte nicht mal nen Zugang. Und ich habe sie nur mit der Hebamme und meinem Mann bekommen. Als die Ärztin rein kam, war das Kind schon da. Keinerlei Geburtsverletzungen. Nichts. Das hat so sehr entschädigt für die misslungene erste Geburt. Ich war aber bei der 2. Geburt auch sehr viel selbstbestimmter. Ich habe jegliche Schmerzmittel abgelehnt. Und auch die Möglichkeit eines Kaiserschnitts, den meine FÄ wegen der schwierigen ersten Geburt in Erwägung zog.

Beitrag von aeni - 29.01.12 - 11:29 Uhr

So ähnlich war es bei mir auch...blasensprung bei 34+2...keine Wehen....Einleitung mit Gel...wehensturm...PDA 8 mal versprochen...als sie dann lag so hoch dosiert, dass ich Brust abwärts garkein Gefühl mehr hatte...Kind eingeschlafen...mein Blutdruck bei 60/26...alle dachten gleich bin ich weg...Kind kam mit ungespürten presswehen, Dammschnitt und viel Gezerre und Geschiebe....mich juckt es am ganzen Körper...bin wie benommen...mein Kind sofort beim Kinderarzt...atmet, aber zu schwach...ich sehe sie für 5 Sekunden...kann mich aber nicht wirklich erinnern...mittlerweile 3:14 Uhr...Kind kommt auf intensiv...ich aufs Zimmer...Mann muss Heim...
Morgens als ich meine Beine wieder spürte wollte ich nur noch zu meinem Kind...Schwestern lassen mich nicht, intensiv hat erst ab 11:00 geöffnet...ich bin getürmt...wollte zu meinem Kind...intensiv hat mich reingelassen ;)...da lag sie dann im Inkubator, wieder ohne Cpap, mit Riesen Nadel im Kopf...so winzig und zart...und total Orange...also auch noch unter die Lampe....hochdosiertes AB...aber sie hat sich schnell gemacht...trotz Magensonde haben wir die ersten 3 Tage fast nix in sie reinbekommen...am Tag meiner Entlassung, ich warte darauf, dass 11uhr ist und die intensiv aufmacht...klingle..."ihr Kind ist oben auf Station"

Toll, das heißt ich hätte seit 5h bei meinem kind sein können, aber niand hat es mir mitgeteilt:-(
Nach 2 Tagen frühchenstation durfte sie mit Heim...ganze Nacht Geschrei...hat den Sauger nicht akzeptiert...ich nur am heulen, Angst um mein Kind...
Am nächsten Tag nochmal in die Klinik zur Kontrolle...Kind unterkühlt trotz Kleidung wie bei -50 grad...also noch dicker eingepackt...Sauger von der frühchenstation geschenkt bekommen;)
Es wurde besser...aber auch meine Tochter war anfänglich viel lieber bei Papa...der natürlich arbeiten war...
Mittlerweile ist sie fast 3 1/2...ich liebe sie unendlich, aber wenn ich an die Geburt und die zeit danach zurückdenke...ich könnt nur heulen...
Wir hatten noch andere gesundheitliche Probleme mit ihr ...immernoch...aber das ist alles zu akzeptieren (hüftdysplasie und starke Weitsichtigkeit mit Schielen)

Liebe grüße

Beitrag von stefannette - 31.01.12 - 09:01 Uhr

Mensch,dass ist ja wirklich der Horror den Du durchgemacht hast, vor allem weil Dich Dein Kind nicht angenommen hat.#liebdrueck Das stell ich mir am aller schrecklichsten vor!! Gut,das es jetzt besser ist. Ich wünsche Dir so,das Du ein ganz normales Verhältnis zu ihm aufbauen kannst!
Das einzige was ich noch anmerken wollte: Man darf das mit der Einleitung über Termin nicht verallgemeinern. Bei Dir war es sicher der Fall,das der Kleine noch nicht bereit war und da ist er nicht der Einzigste. Bei meiner Schwester wäre es besser gewesen wenn man sie früher eingeleitet hätte,denn dann hätte der Kleine mit Sicherheit nicht wegen eines Infektes in die Kinderklinik gemußt. (Obwohl beim CTG keine Auffälligkeiten waren vorher).

Also gibt es da auf jedenfall 2 Seiten!!!

Beitrag von hallowunder - 31.01.12 - 20:52 Uhr

Hallooo,

ich hab´ gerade Deinen Bericht gelesen. In vielen Etappen erinnert er mich an meine erste Entbindung (ist nun 8 1/2 Jahre her). Das war so schlimm, dass ich mir jahrelang nicht vorstellen konnte, nochmal ein Kind zu entbinden. Es sind sehr viele Parallelen zu Deinem Erlebnis. (Dass Dich Dein erst nicht akzeptieren konnte, stelle ich mir sehr schlimm für Dich vor. Wie schön, dass Ihr Euch nun so nah seid).

Ich war gestern mit unserem "Großen" beim Osteopathen, er ist sich total sicher,

dass er ein ganz schlimmes Geburtstrauma hat und das ihn das sehr geprägt hat.
Aber zum Glück gibt es ja die Osteopathie :-) Nicht nur das eigene Trauma, sondern auch, weil er damals gespürt hat, wie schlimm es für mich war.

Vor 4 1/2 Jahren wurde unser zweiter Sohn geboren. Und es war eine ganz andere Geburt. Man könnte Sie, bis auf die Schmerzen, als wunderschön bezeichnen. Er ist auch bis heute ein Kind, was zwar sehr lebendig ist, aber trotzdem total in sich ruht.

Nun warte ich mal ab, wie es im August mit Nummer 3 wird #zitter

Ich bin ehrlich, ich habe echt Angst, weil ich die erste Geburt nicht vergessen kann. Aber ich bin trotzdem zuversichtlich.

Ich wünsche Dir alles Gute für die Zukunft, Deiner ganzen Familie!
Liebe Grüße,
Manuela

Beitrag von angie2112 - 01.02.12 - 14:39 Uhr

Liebe Manuela,

danke für die gaanz liebe Antwort. Es ist schön zu hören, dass du dich trotz des Erlebnisses für weitere Kinder entschieden hast.
Ich kann mir das momentan überhaupt nicht vorstellen noch ein Kind selbst zu gebären, aber auch kann ich mir nicht vorstellen, dass Basti ein Einzelkind bleibt....
Auf keinen Fall mache ich sowas nochmal mit.

Beitrag von olivia23 - 02.02.12 - 16:21 Uhr

Hallo,

schade das Du die Geburt so erlebt hast....das wünscht man niemanden.

Jedoch muss ich dazu sagen, das ich zwei schöne Geburten trotz Einleitungen
hatte und würde mich immer wieder dazu entscheiden.

LG
Olivia

Beitrag von irene.k84 - 02.02.12 - 21:25 Uhr

Auch ich hatte eine Einleitung. habe Ähnliches erlebt, (nur ohne Durchfall, aber mit mehr brechen, nach jeder verdammten wehe)
ich weiß es ist sehr schlimm... mein schlimmstes erlebnis, aber mein Tipp:
reden, reden, reden... mir hats geholfen.
je öfter ich davon erzählt und geweint habe desto besser ist es mir gegangen.
Hoffe mein Tipp hilft wenn auch erst mit der Zeit...
Bei uns gibt es Hebammen mit einer speziellen Ausbildung für emotionale erste hilfe... vielleicht kannst du ja auch so jemand finden...die Kosten auch nicht viel

Beitrag von angie2112 - 03.02.12 - 09:23 Uhr

Hi
und danke....
ja deshalb habe ich das hier auch geschrieben. Um darüber zu "reden" und auch Meinungen anderer dazu zu hören und natürlich in der Hoffnung, dass ich hier jemanden finde, der Ähnliches durchgemacht hat. Das hat schon geholfen....
Übrigens hatte ich auch eine super Hebamme:-)

Beitrag von irene.k84 - 03.02.12 - 17:46 Uhr

alles alles gute für dich und deinen kleinen... die erlebnisse werden immer da sein, aber mich haben sie stark gemacht.
Ich denke immer wenn ich diese Geburt überlebt habe...schaffe ich das auch!!

#winke#winke

Beitrag von sourella - 03.02.12 - 20:38 Uhr

Ich zittere gerade am ganzen Körper und hoffe , dass du nicht nocheinmal sowas durchmachen musst . Ich wünsche idr alles,alles Gute , und einen dicken Schmatzer von mir für deine Tapferkeit .