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Beitrag von Traurige_Frau - 27.01.12 - 18:34 Uhr

Hallo,

meine Ehe wurde vor sechs Jahren geschieden. Dann war ich glücklicher Single und lebte alleine mit meinem Sohn, der inzwischen 12 Jahre alt ist.

Nun ist es so, daß ich vor 1,5 Jahren einen Mann kennengelernt habe, der mich einfach nur umgehauen hat. Sowas habe ich zuvor noch nicht erlebt. Ich war und bin immer noch hin und weg.

Mit Rücksicht auf meinen Sohn habe ich ein halbes Jahr abgewartet, bis ich die beiden vorstellte. Haben dann alles ganz langsam angehen lassen. Bis mein Freund bei uns übernachtete hat noch mal Monate gedauert. Wir haben viel auf neutralem Boden unternommen. Ich wolle alles richtig machen. Am Anfang sah es so aus, als ob die beiden sich verstehen würden. Mein Freund gibt sich auch alle Mühe, wirklich.

Ich hatte den Eindruck, mein Sohn kommt mit der Situation klar und hat in meinem Partner einen "Freund" gefunden, obwohl er immer etwas zurückhaltend war. Mein Freund ist letzte Woche auf Geschäftsreise gewesen. Heute kommt er zurück und morgen wollten wir eigentlich alle zusammen in ein Freizeitbad fahren.

Gestern Abend druckste nun mein Sohn ewig herum, er habe keine Lust. Ich sagte o.k. und fragte, warum und ob er lieber was anderes machen würde. Da meinte er, er könnte Ch., also meinen Freund, nicht leiden. Er würde lieber nur mit mir was machen oder zu einem Freund gehen. Dann könnten Ch. und ich etwas unternehmen. Er möchte nicht mit. Ich suchte das Gespräch und habe nun das Gefühl, es besteht eine recht große Antipathie meines Sohnes meinem Freund gegenüber. Mein Sohn kann das auch nicht begründen. Er sagt selber, daß Ch. ihm nichts getan hat und sich immer Mühe gibt.

Nun mach ich mir Sorgen. Was mach ich nun? Ich meine, es gibt sowas, daß man einen Menschen einfach nicht leiden mag, ohne besonderen Grund. Wenn das nun bei meinem Sohn so ist? Muß ich mich dann trennen? Ich liebe diesen Mann so sehr, auf der anderen Seite möchte ich meinem Kind natürlich so eine belastende Situation auch nicht zumuten. Und eine Beziehung nur an den Wochenenden, an denen mein Sohn bei seinem Vater ist, ist wohl kaum auf Dauer haltbar.

Was mach ich jetzt?

Beitrag von alpenbaby711 - 27.01.12 - 19:36 Uhr

Wenn er selbst vorher keine Probleme mit ihm zu haben schien dann such doch nochmal das Gespräch. Frag ihn und geh auf ihn ein wieso das auf einmal so ist. Du hättest vorher einen anderen Eindruck gehabt und ihn schließlich auch nicht überrumpelt. Denn sicherlich ist mir mein Kind immer wichtiger aber ich denke wenn er selbst sagt er weiß nicht wieso er mit Ch. nicht klar kommt dann würde ich es auch akzeptieren sofern dein Sohn nicht unter der Beziehung dann leidet. Schließlich hast auch du ein Recht auf eine Beziehung und Gefühle. Vielleicht kommt dein Sohn jetzt auch in die Pubi Zeit und es wird vielleicht vieles für ihn schwieriger.
Ela

Beitrag von mjfan - 27.01.12 - 19:39 Uhr

Also, "nur" weil dein Sohn deinen Freund nicht mag, musst du dich nicht trennen. es ist ja schließlich DEIN Leben. Ihr müsst ja nicht gleich zusammen ziehen. Was ist denn das Problem, wenn er mal bei dir ist, vielleicht auch bei dir übernachtet? Man kann doch abends fernsehen gucken, auch, wenn dein Sohn ihn nicht wirklich mag. Solange dein Sohn ihn nicht angreift, also verbal, ist doch ok. Sie müssen ja keine besten Freunde werden. Es reicht aus, wenn dein Sohn ihn einfach als deinen Freund akzeptiert. Er selbst muss doch gar nicht so viel mit ihm zu tun haben.

Beitrag von bruchetta - 27.01.12 - 19:43 Uhr

Ich würde einen Mittelweg suchen. Wenn Dein Sohn nicht mit ihm etwas unternehmen möchte, dann lass ihn erstmal.
Auch über zusammen ziehen u.ä. würde ich nicht nachdenken, aber ich würde die Beziehung nicht beenden.

Beitrag von white-blank-page - 27.01.12 - 20:01 Uhr

Dein Sohn wird verunsichert sein. Ihr habt jahrelang zu zweit gelebt. Nun kommt ein anderer Mann ins Spiel, der ihm vielleicht ein Konkurrent sein könnte.

Ich würde mit ihm über seine Position in eurer kleinen Familie reden, über die deines Freundes, über das, was dein Sohn sich wünscht und auch darüber, was du brauchst.

Denn, er ist dein Kind, aber nicht dein Lebenspartner. Er hat Ansprüche, DU aber auch Rechte.

Ich denke auch, die beiden müssen einander nicht lieben, aber tolerieren.

Er soll nicht der neue Vater werden, er ist dein Freund. Und du liebst ihn.

Dein Sohn soll weiterhin dein Sohn bleiben und der Freund sollte ihn nicht verdrängen.

Hat dein Sohn das Gefühl, an den Rand gedrängt zu werden, sprich mit ihm über seine Rolle bei euch. Und darüber, dass du Platz für ihn und deinen Freund hast in deinem Herzen.

Beitrag von Betroffenes Kind - 27.01.12 - 22:23 Uhr

... schwierige Situation.

Meine Mutter war mit mir ganz lange allein... ich wünschte mir immer, sie würde wieder einen Mann finden. Jedoch ist sie nie ausgegangen. Als ich17 war lernte sie endlich jemanden kennen und kam mit ihm zusammen. Ich habe mich zuerst sehr gefreut, leider kamen er und ich überhaupt nicht klar... die Chemie stimmte einfach nicht. :(

Die beiden sind erst zusammen gezogen als ich ausgezogen war. Einige Jahre später. Jahrelang bin ich ab und an immer noch hingefahren,... meiner Mutter zu liebe. Das Ganze ist jedoch so sehr eskaliert, dass er er mir irgendwann Schläge angedroht hat. Seitdem ist für mich Schluss. Dass ich mit ihm nicht klar komme und umgekehrt belastet die Beziehung zu meiner Mutter.

Ich persönlich habe mir geschworen, dass wenn ich einen Mann kennenlernen sollte, der sich mit meinem Kind nicht versteht... ich die Beziehung beenden werde. Allerdings einfach nur aus eigener Erfahrung.

Mein Fleisch und Blut geht mir in dem Fall vor.

Aber versuch erstmal herauszufinden was dahinter steckt. Vielleicht wirklich die anstehende Pubertät...

Beitrag von Traurige_Frau - 28.01.12 - 13:44 Uhr

Hallo,

das tut mir sehr leid, daß Deine Beziehung zu Deiner Mutter so gelitten hat. Genau davor habe ich Angst. Daß mein Partner meinem Sohn Schläge androhen würde o.ä. ausfallend wird, kann ich mir nicht vorstellen. Ich denke, Du hast also wirklich einen Grund für Deine Antipathie.

Was meinen Sohn betrifft, habe ich nochmal mit ihm in Ruhe geredet heut früh beim Frühstück. Ch. habe ich erst mal abgesagt. Mein Sohn meint, er konnte Ch. von Anfang an nicht leiden. Dann hat er aufgezählt, was er an ihm nicht mag. Alles Kleinigkeiten, die mich schließen lassen, daß eine Antipathie besteht, wie sie im Leben manchmal vorkommt, ohne daß man sie begründen kann. Z.b. er hält das Besteck so komisch, er hat so eine blöde Aussprache, benutzt so Redewendungen, die mein Sohn nicht mag. Ch. läuft so komisch. Ich habe von all dem noch nichts bemerkt. Hatte auch nicht den Eindruck, daß mein Kind mir einen Bären aufbinden will.

Er hat mir gesagt, er fühlt sich in unserem Zuhause nicht wohl, wenn Ch. da ist. Er würde dann am Liebsten in seinem Zimmer bleiben und auch da essen. Mein Sohn hat mir dann wieder den Vorschlag gemacht, wenn Ch. bei mir ist, geht er zu seinem Papa oder zur Oma.

Ich weiß wirklich nicht, was ich machen soll. Ich liebe Ch. sehr. Am Ende geht aber natürlich das Wohlergehen meines Kindes vor. Denn ich möchte nicht das erleben, was Deine Mutter und Du erleben mußten, daß man sich wegen einem Mann entzweit.

Die anderen Userinnen, die hier geantwortet haben, meinten ja, ich hätte auch ein Recht auf mein Leben und mein Sohn muß eben mit Ch. klar kommen, müßte ja nicht sein Freund sein usw.

Dann habe ich mir überlegt, wie es mir damit gehen würde, wenn man mir einen Menschen vorsetzen würde, der häufig da ist, den ich aber nicht mag. Ich glaube, ich würde mich auch nicht mehr wohl fühlen.

Ich werde mich nicht überstürzt trennen, werde mich mit Ch aber erst am nächsten Wochenende, wenn mein Sohn bei seinem Vater ist treffen und dann mit ihm bereden, wie er die Sache sieht und wie wir unter diesen Umständen unsere Beziehung weiterführen wollten und ob es überhaupt eine Zukunft für uns gibt.

LG

Beitrag von nick71 - 29.01.12 - 01:34 Uhr

"Ich meine, es gibt sowas, daß man einen Menschen einfach nicht leiden mag, ohne besonderen Grund."

Ja, das gibt es...kenne ich von mir selber und nennt man Antipathie. ;-)

Denkbar wäre aber auch, dass es deinem Sohn einfach nicht passt, dass er nicht mehr die männliche Hauptrolle in deinem Leben spielt.

"Muß ich mich dann trennen?"

An deiner Stelle würde ich zunächst herauszufinden versuchen, um was es deinem Sohn genau geht. Sprich; ob da wirklich ne grundlose Antipathie besteht, es nachvollziehbare Gründe hat, oder er eben wirklich nur eifersüchtig ist, weil ein anderer Mann ihm seinen "Platz" streitig macht.