Hallo ihr Lieben,
ich versuche keine Romane zu schreiben. Aber da die Situation ziemlich verzwickt ist, weiß ich nicht wie kurz ich mich fassen kann.
Zur Vorgeschichte:
Mein Mann (damals noch mein Freund) -27 Jahre- und ich -24 Jahre- haben eine Fernbeziehung geführt. Damals hatte er auch einen weiten Anfahrtsweg zur Arbeit. Also sind wir vor geraumer Zeit weit weg von der Heimat zusammengezogen. Ich habe hier nie wirklich Anschluss bekommen. Zur damaligen Zeit habe ich noch gearbeitet. Natürlich war das belastend, aber durch die Arbeit hatte man nicht so viel Zeit darüber nachzudenken und auch noch einige soziale Kontakte (zumindest auf der Arbeit).
Dann bin ich ungeplant schwanger geworden. Dass das keine einfache Zeit wird - klar. Aber dass es so zermürbend wird - das hätte ich wirklich nicht gedacht. Damals habe ich "gefleht" zurück in die Heimat zu ziehen. Gerade mit dem Kind. Dass man nicht ganz allein da steht usw. Aber er wollte bzw. will noch immer nicht. Der Grund ist nicht, dass er sich hier so furchtbar wohl fühlt - nein. Er fühlt sich auf der Arbeit so wohl und möchte seine Arbeitsstelle nicht wechseln. Muss ich dann wohl akzeptieren.
Mittlerweile...
... ist unsere Tochter 6 Monate alt. Ich habe noch immer überhaupt keine sozialen Kontakte. Ich hocke nur zuhause mit dem Kind (klar, gehe spazieren), aber ansonsten habe ich außer Haushalt und Kind NICHTS. Niemanden, mit dem man mal n Kaffee trinken kann etc.
Und dazu kommt noch ein Mann, der sich total daneben benimmt. Wenn ich so im Internet lese wie das in anderen Familien gehandhabt wird, "verlange" ich schon relativ wenig von ihm was er im Haushalt/mit dem Kind macht. Aber nichtmal das klappt. Ich fühle mich - und das ist nicht übertrieben - alleinerziehend. Alleinerziehend und muss den "Dreck" von 3 Personen wegmachen.
Seitdem unsere Tochter auf der Welt ist, ist er kein einziges mal nachts (von den ersten 3 Wochen abgesehen) aufgestanden. Selbst nicht wenn er den nächsten Tag frei/Spätdienst hat. Ich durfte noch nicht einmal ausschlafen. Und wenn er zuhause ist, beschäftigt er sich mal 30 Minuten mit Luisa. Ansonsten ist das meine Angelegenheit. Im Haushalt macht er auch nichts! Es wird sich n Brot gemacht... Die ganze Arbeitsfläche voll mit Krümeln, der Teller auf dem Tisch. Seine dreckige Wäsche darf ich vom Boden zusammen sammeln. Das sind nur einige Beispiele. Es wird wirklich NICHTS gemacht.
Dann habe ich Anfang des Jahres das Schwimmen für mich entdeckt. Zum einen um die Schwangerschaftspfunde loszuwerden, um sich mal sportlich zu betätigen und nicht zuletzt um einfach mal rauskommen. Die 2 Mal die ich da war haben mir großen Spaß gemacht. Seit 3 Wochen war ich nicht mehr da. Weil ich einfach keinen Bock habe, jedesmal "bitte, bitte" machen zu müssen wenn ich dann schwimmen will. Er hingegen fährt dann wenn er Lust hat (egal wohin).
Wenn ich dann mal weg bin (einkaufen), legt er sich mit der Kleinen ins Bett. Er guckt im Ipad, sie liegt neben ihm mit nen paar Spielzeugen. Wow!
In den letzten Monaten gab es vielleicht 3 Morgende wo wir Sonntags zusammen gefrühstückt haben. Sonst schläft er ja bis in die Puppen. Generell wenn er frei hat (Schichtdienst), wird bis 11 Uhr geschlafen.
Ich fühle mich einfach alleine gelassen und finde mein Leben überhaupt nicht mehr lebens- und liebenswert.
Abends gehe ich gegen 21 Uhr ins Bett, weil ich weiß dass die Nacht gegen 5 Uhr zuende ist (dann wird Luisa immer wach und schläft nicht mehr). Dann schlage ich mir mit ihr hier den Tag um die Ohren. Zuhause oder mal spazieren gehen. Da sich mein Mann, wie geschrieben, nicht kümmert.
Ich finde es schade, dass ich die Zeit mit Luisa kaum genießen kann, weil ich einfach nur noch genervt bin (nicht von ihr, sondern von meinem Mann und der gesamten Situation). Ich schleppe mich wirklich von Tag zu Tag. Was anderes ist das hier nicht.
Mit meinem Mann streite ich mich immer öfter, da ich -wie geschrieben- total genervt bin. Und ihm gegenüber ganz schnell auf 180 bin.
Das Thema ansprechen bringt übrigens nichts. Das eskaliert IMMER. Da von ihm dann ständig Sachen kommen "Ich geh malochen dass ihr n Dach überm Kopf und was im Kühlschrank habt. Wie wird es einem gedankt? Gar nicht!!"
Und solche Sprüche. Da reagiere ich total allergisch drauf. Da er es immer so dastellt, als ob ich hier jeden Tag n Wellnessprogramm durchziehe und n "lockeres, schönes Leben" führe.
Mich nervt das einfach nur noch. Ich liebe ihn - ja. Aber ich weiß nicht wieviel die Liebe noch aushält. Und manchmal "träume" ich davon, mit Luisa in die alte Heimat zu ziehen. Dort sind Familie und Freunde. Ich hätte mal die Möglichkeit, dort Luisa einen Nachmittag hinzubringen und mal Zeit für mich haben. Diese Möglichkeit besteht hier ja nicht - weder sie an Familie/Freunde, noch an meinen Mann zu geben. Außerdem hätte ich soziale Kontakte und würde mich einfach wohler fühlen. Aber dann denke ich mir: Die Probleme mit meinem Mann sind doch nun wirklich kein Grund sich zu trennen? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass das so wie es momentan ist nicht mehr lange gut geht....
Freue mich über Meinungen, Tipps u. ä.
Danke!
Ich kann und will so nicht mehr
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Beitrag von birga1 - 29.01.12 - 08:36 Uhr
Beitrag von birga1 - 29.01.12 - 08:39 Uhr
Wir sind an dem Ort zusammen gezogen wo er arbeitet. Also weder seine Heimat, noch meine. Sind also beide hier "zugezogen" und haben keinerlei soziale Kontakte. Zum Verständnis!
Beitrag von emilyessi - 29.01.12 - 08:54 Uhr
Wieso gehst du einfach nicht mal für einen Monat wieder in die Heimat???
Nicht aus Trennungsgründen, sondern um einfach zu sehen, ob es "anders" besser wird.
So kann es (auf Dauer gesehen) nicht weiter gehen.
Du hast zumindest die Möglichkeit, über dich (was du dir für die nächsten Jahre vorstellst), über deinen Mann (wie du ihn siehst und ob da noch Liebe) und über dein Kind (wie du dir das Leben von deinem Kind vorstellst, was du ihr mitgeben willst) nachdenken.
Lg.
Beitrag von aylin80 - 29.01.12 - 09:22 Uhr
Schließ dich doch irgendwelchen Gruppen an. Wir sind umgezogen, da war mein Sohn ca. 14 Monate. Ich bin dann hier mit ihm in die Krabbelgruppe, etwas später zum Mutter-Kind-Turnen. Und jetzt nach 2 Jahren Kindergarten kenn ich beine Menge Leute am Ort.
Bloß vom "Zuhauserumsitzen und Trübsalblasen" kommt natürlich nix. Geh raus!
Beitrag von emilyessi - 29.01.12 - 10:19 Uhr
Genau, nur so lernste jemanden kenne.
Wir haben in der 2. Schwangerschaft ein Haus gekauft, Renoviert und sind umgezogen.
Das alles nebendem "normalen und regulären" Alltag.
Hatte aber das Glück, daß meine Große gleich in den Kindergarten kam.
War aber zeitgleich aber auch ein Nachteil, weil Umzug, Kindergarteneintritt und Geburt ineinem Monat "abgehandelt" wurde.
Trotzdem bin ich "auf der Suche" gewesen, nach Krabbelgruppe, Mutter-Kind-Turnen, etc.
Habe auch meine Zeit gebraucht (waren mit allem auch geschlagene 2 Jahre) um für mich mit "der neuen Situation" zurechtzukommen, hat sich aber gelohnt, da ich etwas getan habe.
Lg.
Beitrag von nici08 - 29.01.12 - 09:44 Uhr
ich schließ mich einer Vorrednerin an ! Ich würde ein ernstes Gespräch mit führen, ihm alles sagen , was mich so bedrückt und sollte er gar nicht reagieren , würde ich auchne zeitlang zu meinen Eltern , Freunden etc .
Du hast ja sicher keine Lust die nächsten Jahre so zu leben und wenn es ohne Partner eben besser klappt, ist es so
Auf jeden Fall wünsch ich euch alles Gute
Beitrag von e-milia - 29.01.12 - 10:32 Uhr
Ich hoffe, du bist mir nicht böse, wenn ich dir sage, dass du für deine Probleme auch selbst mit verantwortlich bist.
Es gibt so viele Gruppen, in die man mit Kind gehen kann und wo man zwangsläufig Mütter aus der Gegend kennen lernt.
Wenn dir schwimmen gefällt, geh zum Babyschwimmen mit der Kleinen. Geht ab 6 Monaten.
Es gibt auch Babymassage, Pekip, Krabbelgruppe, Stillgruppen usw., usw.
Mindestens eine andere Mutter wirst du da doch kennen lernen, mit der man sich so gut versteht, dass man sie mal fragen kann, ob sie auch außerhalb der Gruppenzeiten Lust auf einen Kaffee hat.
Glaub mir, anderen geht es genau wie dir und sie wären froh, wenn du sie mal ansprichst.
Der Wunsch in deine Heimat zurück zu gehen, kommt meiner Meinung nach nur aus deiner momentanen Frustsituation heraus. Hört sich für mich schon fast wie eine beginnende Depression an.
Du suchst alle Schuld bei deinem Partner, anstatt zu gucken, was du verändern kannst. Denn ihn zu ändern ist weitaus schwieriger bis unmöglich.
Mein Mann arbeitet auch Schicht und ist bis zu 6 Tagen am Stück weg. Natürlich bleibt da alle Arbeit in der Zeit an mir hängen und wenn er da ist, gönn ich ihm auch seine Ruhe, um die Akkus wieder aufzutanken.
Zwar hilft er mir mit dem Kind und dem Haushalt, so gut es geht, wenn er hier ist, aber ganz ehrlich, dass erwarte ich gar nicht, sondern freu mich über das, was er macht, anstatt darüber zu meckern, was er nicht macht.
Deine Kleine ist ja erst 6 Monate, da konnte mein Mann auch noch nichts mit unserem Zwerg anfangen, das ging erst so mit ca. 1,5 richtig los, wo der Kleine laufen und Sprechen konnte. Seitdem verbringt er fedoch fast seine gesamte Freizeit mit ihm und ich habe wieder sehr viel Zeit für mich. 
Ich wohne übrigens auch sehr weit weg von meiner Heimat entfernt und habe keinerlei Familie (also Oma/Opa) oder Freunde von früher als Unterstützung hier. Aber ich habe mich gleich nach der Geburt mit anderen Muttis aus der Gegend getroffen, teilweise jeden Tag, wenn mein Mann weg war. So ist man mit seinen Sorgen und Nöten nicht allein und kann auch mal in Ruhe einen Kaffee trinken, während eine andere Mutti mit auf dein Kind schaut.
Vielleicht siehst du in meinem Text ja auch ein paar Anregungen für dich, wie du die Situation, die für dich ja momentan wirklich unerträglich ist, ändern kannst, ohne gleich deinen Partner zu verlassen, in der vagen Hoffnung, dass in der Heimat alles besser ist.
LG und alles Gute
Beitrag von nadeschka - 29.01.12 - 11:54 Uhr
Ich denke, wenn du einen Mann hast, der viel zu Hause macht und sich auch ums Kind kümmert, so dass du jetzt wieder sehr viel Zeit für dich hast, dann ist es sehr einfach für dich, zu sagen, dass du das ja gar nicht von ihm erwartest und er sich gerne weniger kümmern und dafür mehr entspannen dürfte.
Du schreibst, er ist "bis zu 6 Tage am Stück weg"... das heisst, in der Zeit macht er auch keine Unordnung zu hause und lässt alles rumliegen, so wie es bei der TE wohl der Fall ist.
Und dein Mann macht dir vermutlich auch keine Vorhaltungen, dass er schliesslich malochen muss, damit du ein gemütliches Leben hast, oder?
Ich denke, die Situation der TE kling wirklich unschön und unterscheidet sich sehr von deiner Situation und es kann einen unheimlich runterziehen, wenn der eigene Partner sich so kontraproduktiv verhält.
LG
Beitrag von siomi - 29.01.12 - 13:41 Uhr
>>Es gibt so viele Gruppen, in die man mit Kind gehen kann und wo man zwangsläufig Mütter aus der Gegend kennen lernt.<<
Schon mal auf den Gedanken gekommen, dass man auch gerne andere Leute, nicht nur Mütter bei welchen sich der gesamte Lebensinhalt ums Baby dreht, kennenlernen möchte?
Beitrag von e-milia - 29.01.12 - 14:12 Uhr
Oh je. Was kennst du denn für Mütter???
Die Frauen, mit denen ich mich treffe, reden bestimmt nicht nur über ihre Kinder.
Wir Mädels tauschen uns über alles mögliche aus, natürlich auch über unsere Kinder (macht ja auch Spaß und ist sehr hilfreich), aber nicht nur.
Zudem treffen wir uns regelmäßig auch ohne Kinder, um auszugehen.
Ich wollte der TE nur aufzeigen, das man nicht zu Hause sitzen und sich über zu wenig Anschluss beklagen muss. Da lernt sie bestimmt niemanden kennen!
Beitrag von sniksnak - 29.01.12 - 16:03 Uhr
Ich glaube gar nicht, dass der wenige Anschluss ihr wirkliches Problem ist, sondern viel mehr das, das wirklich alles an ihr hängen bleibt - was bei dir ja nicht der Fall ist.
Wie die TE es beschreibt, ist der Mann nicht bereit dazu, sich um das Kind zu kümmern, damit sie Zeit für sich hat ("sich mit den Mädels ohne Kinder treffen").
Ich verstehe, was du sagen willst, denke aber nicht, dass eure Situationen 1:1 abgleichbar sind 
LG
Beitrag von sniksnak - 29.01.12 - 16:15 Uhr
Hallo,
ich kann deinen Frust nachvollziehen - ABER: warum sammelst du seine Wäsche vom Boden auf um sie zu waschen? Wenn sie DICH stört, sammel sie auf, leg sie in eine Ecke und fertig. Was im Wäscheeimer ist, wird gewaschen, was nicht drin ist, eben nicht.
Hör doch auf, ihm seinen Kram hinterherzuräumen!
Ich finde, das sind Fehler, die klar bei dir liegen! Du willst es nicht, lässt dich aber in eine Rolle reindrücken...
Zur Gesamtsituation: Wie stellst du dir denn dein weiteres Leben vor? Du bleibst da hocken und versauerst? Du bist 24!!! Deine Tochter ist 6 Monate alt - hast du dich um eine Tagesbetreuung gekümmert? Dann kannst du nämlich wieder arbeiten gehen, kommst raus, siehst anderes und dein Mann kann sich seine Vorwürfe gepflegt zwischen die Backen scheiben von wegen er schuftet, damit ihr ein Dach über dem Kopf habt! DU schuftest nämlich, damit es unter dem Dach nicht aussieht wie Sau und außerdem schuftest du, damit EUER Kind groß wird - man man man
Was ist denn das immer für ein Aufwiegen momentan hier? Was habt ihr denn für Männer zu Hause, die sich aufführen wie vor 150 Jahren?
Ich finde den Vorschlag hier, einfach mal für ein paar Wochen in die Heimat zu fahren absolut gut! Warum auch nicht!? Ich mach's übrigens auch so, ohne dass mein Partner sich verhält wie deiner! Soziale Kontakte wollen gepflegt werden und wenn deine nunmal gerade (noch) nicht vor Ort sind, fahr doch einfach dort hin, wo sie sind... Wenn irgendwelche Gegenargumente von ihm kommen, lass ihn reden und gönn dir mal ein bißchen Zeit woanders!
Mach es nicht so kompliziert und leb! 24!!! Hör mal auf, dich so, ja wie soll man sagen? In Beschlag nehmen zu lassen? Rumkommandieren zu lassen? Dich in deiner Freiheit einschränken zu lassen? Ich finde es nämlich tatsächlich wesentlich schlimmer, dass er nicht in der Lage ist, die mal einen halben Tag Schlaf/Wellness/Fernsehen/Schwimmen oder was weiß ich was zu gönnen. Und das Argument, das hier fiel, das Kind sei zu klein, als dass der Vater was mit ihm anfangen könne... Bitte! Dann muss er es lernen!
LG
sniksnak
