Freundin will Abbruch

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Beitrag von rossundreiter - 29.01.12 - 10:39 Uhr

Hallo,
meine beste Freundin hat mich gebeten, sie zum SS-Abbruch zu begleiten, ein Gespräch darüber, warum sie das Kind nicht behalten will, hat sie abgelehnt und mich gebeten, einfach nur da zu sein und keine Fragen zu stellen.
Sie weiß, dass ich vor Jahren auch einen Abbruch hatte und dass es für mich die richtige Entscheidung war, die ich nie bereut habe.
Damals war sie auch für mich da, hat keine Fragen gestellt, sondern meine Entscheidung akzeptiert.
Ich selber habe da auch kein Problem mit, dass sie das ganz alleine entscheiden möchte, ich habe sie nur gefragt, ob sie sich sicher ist oder ob ich ihr helfen könnte.
Sie sagte nur, dass sie ganz sicher ist und weiter keinen Redebedarf hat. Immerhin hätte ich es ja auch nicht bedauert, sondern wäre auch nach so langer Zeit immer noch sicher, dass die Abtreibung das einzig Richtige war.In dieser Rolle als "Vorbild", dass eine Abtreibung einfach passt, fühle ich mich aber unwohl und falsch verstanden.
Nun habe ich die Befürchtung, dass sie meine Situation von damals mit ihrer verwechselt und sich das zu einfach macht. Ich bin nicht sie, war damals noch jünger, sie ist aber schon 41 und hat keine Kinder.
Ich habe Zweifel, ob es für sie die richtige Entscheidung ist,genauso wie ich nie einen Zweifel hatte, dass es für mich die richtige Entscheidung war, die SS zu beenden.
Sie sieht mich als Beispiel dafür, dass man gut mit dem Abbruch leben kann und denkt, dass sie das genauso kann.
Aber sie ist anders, ich denke für sie wird es härter sein.
Soll ich nochmal ein Gesprächsangebot machen? Morgen früh ist der Termin, ich will sie aber auch nicht bedrängen oder unsere Freundschaft beschädigen, da sie ja mehrmals gesagt hat, dass sie nicht über ihre Gründe reden will und ich es gut sein lassen soll.
Also in ihrem Fall habe ich ein ungutes Gefühl, sie ist gefühlsmäßig viel weicher als ich, einfach emotionaler.
Mit dem Abbruch an sich habe ich ja auch gar kein Problem,also moralischer oder religiöser Natur, nur was ihre psychische Verfassung angeht habe ich Bedenken.
Soll ich sie weiter "bearbeiten" oder einfach morgen ohne ein weiteres Wort zum Abbruchtermin fahren?

Beitrag von lyra1 - 29.01.12 - 10:45 Uhr

Sie hat das selbe für dich getan, also akzeptier Ihren Wunsch und sei als Freundin einfach für sie da, selbst, wenn sie die Situation gerade unterschätzt.
Das würde ich von meiner Freundin auch erwarten.
Ich hoffe, ihr übersteht den Termin beide.

LG
Lyra

Beitrag von knutschy - 29.01.12 - 15:06 Uhr

Hallo,

sei einfach für Sie da, so wie Sie für dich bei deinem Abbruch.
Ebend auch wenn Sie hinterher nicht damit so gut klar kommt wie Du vielleicht. Das zeichnet doch eine Freundin aus.
Wenn Du Sie versuchst zu bereden, wird Sie sich nur unter Druck gesetzt fühlen.

Liebe Grüße und ich wünsche euch beiden morgen ganz viel Kraft.

Beitrag von charlotte24435 - 29.01.12 - 11:25 Uhr

Ich würde sie höchstens noch fragen, ob es ihr klar ist, dass das wohl die letzte Chance
für einGfür Morgen!
Charlotte

Beitrag von mjfan - 29.01.12 - 14:20 Uhr

Ich würde den Wunsch deiner Freundin einfach akzeptieren. Sie wird ja vorher schon ein beratungsgespräch geführt haben, in dem ihr alle Argumente für und gegen eine Abtreibung erläutert wurden. Sie hat demnach also für sich schon entschieden und es allein ihre Entscheidung, ihre Gründe können für sie die richtigen sein. Und das solltest du einfach akzeptieren.

Beitrag von meandco - 29.01.12 - 19:10 Uhr

du fühlst dich unsicher weil du dich nicht so gut mit der enhtscheidung die du damals getroffen hast wie sie glaubt auch wenn du nach wie vor hinter deiner entscheidung stehst, habe ich dich da richtig verstanden?

nun ... ich würd eventuell anmerken dass es nicht ganz so einfach ist/war wie du es nach außen gelebt hast. und wenn sie begründete zweifel hat sollte sie es sich noch mal gut überlegen. ich würd ihr sagen dass sie auch noch in letzter sekunde vom tisch hüpfen kann wenn sie möchte. und wenn sie sicher ist, dannn soll sie es durchziehen ... egal was passiert, du bist für sie da #pro

kurz, prägnant, unaufdrinlich - und dann das tun was sie möchte: ihre freundin sein und ihr die hand halten bei diesem schweren gang ...

lg
me

Beitrag von salida-del-sol - 29.01.12 - 21:24 Uhr

Hallo, liebe Rossundreiter,
nein, fahre Morgen mit ihr nicht zum Abtreibungstermin. Denn wenn Du schon die Ahnung hast, dass es für sie eine Verlusterfahrung werden könnte. Würdest Du ihr mit dem Mitfahren keinen wahren Freundschaftsdienst, sondern einen Bärendienst erweisen. Manchmal muß man sehr mißverständliche Wege gehen, wenn man einen Menschen lieb hat.
Sei ganz lieb gegrüßt von salida-del-sol