Es zeeeehrt so an den Nerven... Bau!

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Beitrag von italyelfchen - 29.01.12 - 10:59 Uhr

Hallo ihr lieben,

ich muss mich mal ausheulen! Wir bauen gerade und alles könnte so schön sein! Leider kämpfen einige Nachbarn mit allen Rechtsmitteln um jeden Zentimeter Höhe und Abstand und ich habe zeitweise völlig den Überblick verloren, ob wir jetzt wirklich alle Vorschriften einhalten. Natürlich haben wir einen Anwalt, einen Architekten und fragen immer wieder beim Bauamt nach, aber irgendwas buddeln die Anwälte der Nachbarn immer aus. Unser Anwalt sagt, es sei jetzt alles bis aufs kleinste Fitzelchen "dicht", aber wer weiß... :-( Diese Unsicherheit macht mich fertig! Das haben alle schon mal gesagt und dann haben die Nachbarn doch in gewisser Weise Recht gehabt und wir mußten Änderungen vornehmen. Gerade bauen wir wieder trotz Widerspruch mehrere Nachbarn (separat mit unterschiedlichen Einspruchsgründen), weil die keine "aufschiebende Wirkung" haben. Aber was, wenn sie doch wieder etwas finden und wir teuer korrigieren bzw. uns alles vom Architekten zurück erstreiten müssen...

Wer musste sowas noch durchstehen? Ich bin um Jahre gealtert und habe zeitweise gar keine Lust mehr, da hin zu ziehen!

Liebe Grüße,
Elfchen

Beitrag von sashto - 29.01.12 - 11:16 Uhr

was soll das mal für ein nachbarschaftliches verhältniss werden?

ihr werdet doch für ewig die buhmänner bleiben!

warum gibt es da so ein theater?

es scheint so als ob ihr irgendwo euer nest aufgeschlagen habt und alle nachbarn empfindet das als belästigung und störend.

Beitrag von italyelfchen - 29.01.12 - 11:30 Uhr

Ja, leider! Wir schließen eine Baulücke in Hanglage! Da war ewig eine schöne Wiese! Ungestörtes Leben für die neben uns und absolut freie Sicht für die hinter uns! Das möchten sie ungern aufgeben, das verstehe ich ja! Aber alle Fachleute schütteln schon den Kopf und sagen, dass sie so was noch nie erlebt haben! Wir bauen ohne Bebauungsplan, nach "Paragraph 34", also das Gebäude muss sich "in die Umgebungsbebauung einfügen", ein riesiger Ermessensspielraum...

Beitrag von ida-calotta - 29.01.12 - 11:43 Uhr

Ganz ehrlich? Wenn das jetzt schon alles so abläuft und über Anwälte verhandelt wird usw. dann werdet ihr da mit Sicherheit euer Leben nicht mehr froh werden. Ich denke wenn das Haus steht und ihr am Garten weitermacht wird auch da wieder irgendwas gefunden was dem einen oder anderem nicht passt.

Beitrag von italyelfchen - 29.01.12 - 11:56 Uhr

Fürchte ich auch, aber was sollen wir bloss dagegen machen... :-(

Wir gehen schon ganz viel auf sie ein, ergeben uns den Beschlüssen, auch wenn unser Anwalt sagt, man könnte einiges zu unseren Gunsten noch "erstreiten". Wir sind trotz allem immer freundlich usw...

Beitrag von kittythecat - 29.01.12 - 11:50 Uhr

Hallo,

Ohje, blöde Situation. Aber zu der Sache mit dem "nach § 34 BauGB" bauen". Das heißt im Endeffekt nur, dass ein Wohnhausaus wie eures in dieser Lage grundsätzlich zulässig ist. Der Rest richtet sich nach der Bauordnung eures Bundeslandes und ggf. nach weiteren örtlichen Bauvorschriften. Da nützt dir die schönste Zulässigkeit nach § 34 BauGB nicht, wenn ihr die Bauordnung nicht einhaltet (Abstandsflächen etc.) oder nicht entsprechende Ausnahmen genehmigt bekommt.

Ich hoffe sehr, dass euer Anwalt euch darüber aufgeklärt hat, was in eurer Gemeinde im Regelfall passiert, wenn das Hauptsacheverfahren zugunsten der widersprechenden Nachbarn ausgeht. Hier im Umkreis gibt es genug Kommunen, die rigoros den Rückbau anordnen und dann auch durchsetzen. Das läuft hier unter dem Stichwort: "Keine Macht dem Schwarzbau!", nach dem Motto: "Wenn wir`s bei einem durchgehen lassen, kommen 20 andere und wollen dasselbe."

Viel Erfolg,

kitty

Beitrag von italyelfchen - 29.01.12 - 12:11 Uhr

Danke, ja! Bei uns ging es lange vor allem um die Firsthöhe und da gibt es keine Vorschriften in der Bauordnung, sondern das ist Ermessenssache, ob sich das einfügt oder nicht...
Abstandsflächen sind auch so eine Geschichte, da dachte ich immer das wird gemessen, berechnet und fertig. Aber auch das ist ein Prozess, welche Höhe wird genommen und wo gemessen, wie berechnet usw... Natürlich hat unser Architekt den Platz einfach so gut es ging ausgenutzt und dadurch ist es sehr sehr knapp! Das Bauamt und der Vermesser sagen, wir haben nach deren Berechnung noch einen guten Zentimeter Luft zur Grenze mit der Abstandsfläche, die Nachbarn sehen das anders... Wenn ich die Zeit zurück drehen könnte, würde ich überall 1 m Luft lassen und weiter unten im Hang bauen, aber als uns klar wurde, wie knapp das ist (ich hatte keine Ahnung, was Abstandsflächen sind und wie wichtig eine Fristhöhe über NN sein kann, dafür haben wir ja die Fachleute...), stand schon der Rohbau!
Wir haben natürlich erst weiter gebaut, als wirklich alle uns versichert haben, dass wir auf der sicheren Seite sind! Aber die Angst bleibt! Bisher kenne ich leider nur die Einspruchsgründe einer Partei und die sind wieder gegen die Höhe (des Hauses, des Kamins, der geplanten Photovoltaik...). Ob/Was die anderen Anwälte ausgraben, weiß ich nicht und davor habe ich Angst!

Beitrag von kittythecat - 29.01.12 - 12:18 Uhr

Kann gut verstehen, dass du Angst hast, dass die Nachbarn doch noch was finden.

Das ist halt auch eine vertrakte Situation, da das Gericht naturgemäß ewig braucht, bis es entschieden hat und niemand, der ne Finanzierung hat, kann 1,5 Jahre darauf warten, was jetzt endgültig Sache ist.

Wenn aber euer Architekt sagt, dass das so okay ist, dann muss er schon sehr sicher sein, dass das auch wirklich okay ist, denn sonst haftet er euch ja für seine Fehlkalkulation und das wird er kaum wollen. Wenn er sich also unsicher wäre, ob das vor Gericht bestand hat, dann hätte er euch hoffentlich eine konservativere Bauweise empfohlen...

Ich hoffe, dass wenigsten Frieden in der Nachbarschaft einkehrt, wenn endlich alles fertig ist. Die werden sich (hoffentlich) schon dran gewöhnen.

VG,

kitty

Beitrag von italyelfchen - 29.01.12 - 12:27 Uhr

Danke Dir! Ja, ohne die Vorgeschichte würde ich auch sagen, wenn Architekt, Bauamt und Anwalt sagen, es sei alles bestens, dann passt das schon! Aber wie oben in einer Antwort geschrieben, hatten wir tatsächlich schon Probleme, die zu kostspieligen Korrekturen geführt haben! Wir gehen auch davon aus, dass der Architekt haften muss (sagt unser Anwalt) und er scheint auch sehr einsichtig und nett zu sein, aber wer weiß schon, was kommt...

Ja, wir können nicht ewig warten, bis alles durch ist! Im Juli (1 Jahr nach Baubeginn) müssen wir aus unserer Wohnung raus und ich möchte ungern mit den Kindern zu meinen Eltern ziehen...

Beitrag von italyelfchen - 29.01.12 - 12:24 Uhr

Man muss noch erwähnen: Wir hatten bereits Ärger mit den Abstandsflächen!
Auf Einspruch der Nachbarn wurde ein eigentlich genehmigter geringfügiger (wenige cm!) Geländeausgleich (der uns zum Beispiel gar nicht aufgefallen war, wir haben mehr nach Zimmeraufteilung usw. geschaut in den Bauplänen) als "streng baulich nicht notwendig" gewertet und damit wurde die Wand höher und die Abstandsfläche breiter! Da die Nachbarn natürlich keine Zustimmung gegeben haben (Bauamt wollte die 0,x qm Fläche freistellen, falls die Nachbarn von einer nachträglichen Klage absehen) müssen wir ca. 5 cm von einer Außenwand abschlagen...
Bei der Höhe gab es auch Probleme, da konnten wir aber reagieren, bevor Tatsachen geschaffen waren!
Naja, aber da hatten vorher eben auch alle gesagt, es sei alles bestens (bzw. haben wir garnicht groß gefragt, weil wir natürlich angesichts der Baugenehmigung gedacht haben, dass alles passt) und dann kamen diese "dicken Dinger"!

Beitrag von anna031977 - 29.01.12 - 12:08 Uhr

Dann hätten sie es halt kaufen müssen...dann hätte keiner hingebaut...

Beitrag von anna031977 - 29.01.12 - 12:06 Uhr

Na da freut man sich ja schon richtig drauf, dass das Haus fertig wird und man dann neben denen wohnt, mit denen man bisher nur anwaltlich verkehrt hat.

lg

Beitrag von italyelfchen - 29.01.12 - 12:28 Uhr

Ja, wirklich... :-(

Beitrag von dominiksmami - 29.01.12 - 13:35 Uhr

HUhu,

fürchterlich...vor allem wie soll das denn werden wenn ihr erstmal da wohnt?

Also wir haben zwar auch die ein oder andere Widrigkeit beim Bau zu überwinden, aber das dann doch nicht.

Ich wünsche starke Nerven.

lg

Andrea

Beitrag von italyelfchen - 29.01.12 - 13:46 Uhr

Danke!

Ja, schrecklich, oder?
Ich kenne das soooo anders! Wo ich aufgewachsen bin, hatten wir eine tolle Nachbarschaft! Zu unseren Nachbarn alles offen, die Kinder kanten keine Grundstücksgrenzen! Wir waren wirklich alle befreundet, bzw. sind es natürlich noch, meine Eltern wohnen noch da. Es gab Strassenfeste, gemeinsame Fussball-WM-Abende und kein Hahn hat nach irgendwelchen Bauvorschriften gekräht, wenn mal ein Gartenhaus oder ein Kompost gebaut wurde!

In unserer Wohnung jetzt sind auch fast alles tolle Nachbarn! Wenn ich z.B. nicht gerade einen Wecker stelle, kann ich nie meine Waschmaschine ausräumen, weil unsere Nachbarin das im gemeinsamen Wäscheraum mitbekommen und mir so gern helfen möchte! Als Gegenleistung bekommt sie immer mal wieder Kuchen und Bilder von den Kindern und ist sowas wie deren Zwei-Oma! Alle sind nett und herzlich! Wir haben die Schlüssel zu den Wohnungen der Nachbarn und die unsere, falls man sich mal aussperrt oder Blumen gießen muss, wenn jemand im Urlaub ist! Und jetzt kommt sowas... :-(