3 1/2 Jahre und etwas ratlos

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Beitrag von linad - 29.01.12 - 17:15 Uhr

Hallo liebe Leserinnen,

vielleicht ist das Verhalten ja ganz normal, bin mir aber nicht so ganz sicher.

Unsere Große ist 3 1/2 und ist schon immer eher ein anstrengendes Kind. Hat als Baby viel geweint, Schlafprobleme, kann sich schwer selbst beschäftigen, etc. Nun wollte ich mal von Euch wissen, wie Ihr mit den Verhaltensweisen umgehen würdet:

- meine Mutter passt einmal wöchentlich auf Lina auf, während ich stundenweise in die Arbeit gehe. Die Oma ist eine sehr enge Bezugsperson für Lina und ich muss sagen, sie geht sehr gut mit ihr und ihrem Verhalten um. Seit einiger Zeit lehnt Lina jedoch alle möglichen Erwachsenen ab ("Du bist nicht mehr meine Freundin", "Ich will nicht dass Oma, XY, die Tante Sowieso zu mir kommen", etc.) Ich verstehe das ehrlich gesagt nicht, da sie ja von den anderen Erwachsenen so viel Aufmerksamkeit bekommt und das doch eigentlich genießen müsste. Gestern zum Beispiel hat zum ersten Mal ihre Tante auf Lina alleine aufgepasst. Als sie gegangen ist, meinte Lina, dass die Tante XY nie wieder zu ihr kommen solle. Manchmal verhält sie sich auch ihrem Papa gegenüber so und es gibt hier keinen für mich ersichtlichen Auslöser.

- wir gehen seit kurzem ins Kinderturnen. Solange eine Freundin von Lina anwesend ist, spielt und turnt Lina mit dieser alleine in der Halle und hat sehr viel Spaß. Dabei hängt sie sich extrem an dem Mädchen und lässt sie keinen Augenblick aus den Augen. Ist diese Freundin nicht da, will sie nicht turnen und hat überhaupt keinen Spaß, quengelt, weint, etc. Da ich noch eine Tochter habe, die sehr gerne turnt, kann ich nicht wegen Lina heimgehen. Meine Angebote, gemeinsam mit mir zu turnen, lehnt sie ab. Eigentlich rennt sie dann nur mir hinterher, schreit und fordert, dass wir heimgehen sollen. Andererseits merke ich, wie gerne sie mitmachen würde, aber irgendwie schafft sie es nicht, wenn dieses besagte Kind nicht da ist. Sie ist sich da einfach sehr unsicher.

- im Kindergarten klappt es realtiv gut. Lina hat sehr schnell Kontakt gefunden, ist aber auch manchmal sehr frech und wild. Zum Beispiel darf sie aktuell nicht in die Puppenwohnung, da sie dort immer alles nur rumwirft und nicht mehr aufräumt.

- Lina kann sich nicht oder kaum selbst beschäftigen. Ich versuche immer, dies zu fördern, indem ich einfach "keine Zeit" zum Spielen hab und im Haushalt was mache. Allerdings braucht sie auch dann immer meine Ansprache (mit welcher Farbe soll ich das Bild ausmalen, etc.) Wenn wir abends essen und Lina fertig gegessen hat, darf sie aufstehen. Bloß ist sie dann so wild und laut, so dass wir eigentlich gar nicht mehr in Ruhe weiteressen können.

Vielleicht könnt Ihr mir wirklich helfen. Am meisten beschäftigt mich Linas Verhalten gegenüber anderen. Durch ihre ablehnende Haltung wenden sich alle immer gleich ihrer Schwester zu, die sehr offen und freundlich ist. Das tut mir selbst immer sehr weh, weiß aber nicht, wie ich das bei Lina ändern könnte. Außerdem merke ich, dass ich immer öfter laut werde, da mich manchmal das Verhalten so nervt. Das möchte ich nicht und es tut mir leid, da ich seit kurzem auch vorschnell die Nerven verliere und Lina schimpfe.

Vielen Dank schon mal und noch einen schönen Sonntag!!!

Beitrag von sunflower.1976 - 29.01.12 - 17:53 Uhr

Hallo!

Jedes Kind ist anders. Ich weiß, das ist ein blöder Spruch, aber es ist so. Meine Söhne sind auch völlig unterschiedlich. Während mein großer Sohn sehr zurückhaltend ist und in neuen Situationen verunsichert reagiert, ist mein kleiner Sohn eher offen und nach einer kurzen Eingewöhnungszeit selbstsicherer.

Die verhaltensweisen, die Du von Deiner Tochter beschreibst, kenne ich von meinem großen Sohn und finde sie eigentlich nicht ungewöhnlich.
Dieses "Du bist nicht mehr meine Freundin" usw. hat Deine Tochter aus dem KiGa. Sie lehnt damit sicher nicht den Erwachsenen ab, sondern fand eben bestimmte Dinge "doof", z.B. dass sie irgendetwas nicht durfte, ihr die Situation zu viel wurde usw. Wenn die Tante zum erstem Mal auf sie aufgepasst hat, war ungewohnt und daher kann es gut sein, dass sie es daher nicht nochmal möchte.

Kinder, die tendenziell unsicher oder zurückhaltend sind, hängen sich in manchn Situationen gerne an andere Kinder. Das gibt ihnen Sicherheit.

Gänzlich ändern kann man den Charakter eines Kindes nicht. Wichtig ist, dass sie nicht für ihre Zurückhaltung/Unsicherheit getadelt wird. Kinder spüren schnell, wenn sie den Erwartungen der Eltern nicht gerecht werden (wenn sie sich z.B. in einer Situation anders verhalten, als es sich die Eltern wünschen). Das macht es ihnen nicht leichter.

Wenn Deine Tochter nicht mitturnen möchte, mag sie vielleicht zuschauen. Das ist auch okay!
Binde sie vielleicht bei Arbeiten im Haushalt mit ein. Das zeigt ihr, dass Du ihr viel zutraust und sie etwas leisten kann.

Versuche, sie selber auf Lösungen kommen zu lassen. Beispiel: Wenn sie Dich fragt, in welcher Farbe sie ein Bild vom Teddy ausmalen soll, versuche es mit Gegenfragen (z.B. "Welche Farbe fändest Du für den Teddy schön?").

Frage sie im Alltag um "Rat" ("Soll ich Kartoffeln oder Kartoffelpüree zum Fisch machen?) und bitte sie um Hilfe ("Bitte hilf mir tragen, ich schaff das nicht alleine.").

Bestärke sie, wenn sie unsicher ist. Aber nicht, indem Du schimpfst, sondern indem Du herausfindest, was ihr in dem Moment die Situation erleichtern würde.

LG Silvia

Beitrag von linad - 29.01.12 - 18:00 Uhr

Liebe Silvia,

vielen Dank für Deine Meinung und Tipps.

Vor allem, dass ich das Verhalten nicht tadeln soll, fiel mir in letzter Zeit sehr schwer. Da muss ich unbedingt an mir arbeiten. Damit mache ich alles nur noch schlimmer.

Deine Tipps finde ich gut.

Danke nochmal!!

Beitrag von lisasimpson - 29.01.12 - 19:32 Uhr

sunflower hat dir ja schon gute tips gegeben..

ich erlebe bei meinen beiden folgendes
- der große ist sehr weit für sein alter und kann viele sachen besonders gut (malen, allgemein kreativ sein, basteteln, lego bauen, kontakte knüpfen, spiel anleiten hat ne große fähigkeit Spielideen zu entwickeln und diese dann auch gu zu "verkaufen" usw..)
ich merke, daß der kleine spürt, daß da manche "nischen" besetzt sind und er versucht gar nicht erst in diese nischen vorzudringen schon alleine weil r jünger ist kann er manches natürlich nicht so gut wie der große.

ich versuche daher

1. ihn sehr zu bestärken in den Sachen, die er gut kann
2. nicht darauf zu reagieren, wenn er knatschig wird, weil der große im mittelpunkt steht, sondern versuche ihn dann zu ermutigen.

bei euch beseht die gefahr, daß sich das zu einem teufelskreis entwickelt- die kleine bekommt imemr merh "negative" aufmerksamkeit und veranktert imme merh "ich bin eben die eigenbröderlin, die schlimme, die nervige, die puppeneckenzerstörerin" und kommt da immer schlechter raus. alle andere reagieren ihr gegenüber immer reservierter und die große profitiert immer mehr.

meinen großen muß ich da oftmals auch zurückhalten damit für den kleinen genug "raum" da ist, sich selbst zu prästentieren und für sich selsbt etwas zu entwickeln und zwar in seinem tempo

ich würde z.B. bei turnen gar nicht drauf eingehen.- dann soll sie sich eben hinsetzen und zuschauen. ist ja kein drama.
wenn sie alleine sich schlecht beschftigen kann, würde ich sie nicht "extra in die sitatuion bringen, sondern versuchen, sie mit einzubinden (laß sie mit putzen, kariffeln shälen, kochen, aufräumen, sachen sortieren...) wenn ih bedürfnis nähe und zuspruch ist und sie erfährt ablehnung, dann befriedigt das nicht ihr bedrüfnsi und diese wird eher größer.
macht lieber dann eine stunde intensiv was miteinander und vielleicht ist ihr "hunger" dann soweit gestillt, daß sie auch mal kurz allein was macht (dann das loben nicht vergessen:)
wenn sie von dir wissen will, in welcher farbe dies und jenes.. dann gibt ihr die frage zurück "was denkst du, welche schön aussieht?"
sie scheint mir unsicher zu sein und flüchtet sich dann in das was ihr bekannt ist.

auch wenn es dir schwer fällt, versuche viiel wengier auf das einzugehen, was dich nervt und viel mehr auf das, was gut läuft.,
lobe sie, wen ndu merkst, sie hat sich überwunden, wenn sie etwas doch geschafft hat (nach dem essen 2 minuten ruhig zu sein- stellt eine küchenuhr auf und jedne tag kommt eine minute dazu usw)

viel spaß dabei

Beitrag von linad - 29.01.12 - 21:21 Uhr

Hallo Lisa-Simpson,

vielen Dank für Deine Antwort!!

Ich muss wirklich darauf schauen, dass ich ihre positiven Seiten mehr sehe und verstärke.

Beim Kinderturnen habe ich mich das letzte Mal auch mit ihr hingesetzt und zugeschaut, allerdings wollte meine Kleine (1/1/2) dann turnen und brauchte meine Hilfe, so dass ich Lina alleine sitzen lassen musste, was bei ihr wiederrum einen Heulanfall ausgelöst hat, da sie wollte, dass ich sitzen bleibe. Das finde ich so schwierig. ich hab dann eben mit ihr geschimpft, was natürlich falsch war aber irgendwie wusste ich auch nicht mehr so richtig, was ich denn noch machen sollte und dann hatte ich auch keine Geduld mehr. Es gibt da noch einige Mütter, die ich dort kenne und ich habe eigentlich auch den Wunsch, dass ich mich zumindest kurz mal mit ihnen unterhalte, was aber nicht möglich ist, da Lina mich so sehr braucht und das frustriert mich dann irgendwie. Dieses Kinderturnen ist schon ein gewaltiger innerlicher Stress für mich, allerdings denke ich mir dann auch, dass Lina ja genau solche Situationen braucht, damit sie sich überwinden kann, oder? Wenn dieses besagte Kind da ist, dann hat LIna auch einen unglaublichen Spaß, weshalb ich eigentlich schon weiter hingehen möchte.

Das mit dem Selbstbeschäftigen habe ich immer so gemacht, dass Lina mir meistens im Haushalt hilft und ich sie dadurch wirklich sehr gut beschäftigen kann. Wir schaffen immer richtig viel. Nur manchmal denke ich mir, dass wenn ich sie "dauerbespaße" und immer auf sie eingehe, sie es nie lernt, mal selbst etwas zu spielen und Phantasie zu entwickeln. Zum Beispiel lade ich nachmittags keine Freundin ohne Kinder ein, da ich durch Lina nicht zum Reden komme. Ich weiß nicht, ob das bei anderen auch so ist. Lina versucht dann mit allen Mitteln, meine Aufmerksamkeit zu bekommen und ich denke mir dann, dass sie es unbedingt lernen müsste, kurz alleine zu spielen oder neben mir zu malen, puzzeln, Buch anschauen, ohne dass ich immer Rede und Antwort stehen muss. Ich handhabe es eben so, dass ich mich mit kinderlosen Freundinnen am Abend treffe, damit ich nicht in diese schwierige Situation komme. Oder sollte ich das genau üben?

Manchmal "teilen" sich mein Mann und ich die Kinder und wir machen an einem Samstag Nachmittag jeder was mit nur einem Kind. Das tut beiden richtig gut. Nur wochentags ist das nicht möglich, da ich meistens alleine mit beiden bin und dann ist es schwierig, sich länger mit nur einem Kind zu beschäftigen.

Entschuldige bitte, dass ich jetzt so viel geschrieben habe aber irgendwie bin ich momentan in so einer Sackgasse. Vielen Dank schon mal, falls Du Dir das alles durchgelesen hast!!

Beitrag von lisasimpson - 29.01.12 - 22:28 Uhr

also meine kinder können sich meist sehr gut alleine beschäftigen-
zum einen mit sich selsbt, zum andenre zu zweit.
Freundinnen ohne kinde habe ich dennoch nachmittags nicht wirklich oft da.

Meine kinder gehen vormittags in den kindergarten und den nachmittag möchte ich dann schon mit ihnen gemeinsam verbringen, wir besuchen gerne andere familien (mit kinder), wir laden kinder (oder mütter/ väter mit kindern ein) oder treffen uns irgendwo wo ander kinder sind

so einfach quatschen mit einer freundin und die kinder spielen ne stunde, das KANN funktionieren, könnte aber auch total in die hose gehen- von daher unternehme ich dann meist was, wenn wir kinderlose freundinnen da haben 8(paziergang, gang auf den spielplatz/ tierpark, an den see...). aber mein hauptaugenmerkt liegt dann dennoch auf den kindern, nicht auf der freundin
zum richtig quatschen treff ich mich abends

Ich selbst handhabe es so, daß meine kinder mich eigentlich immer anfragen können, wenn sie mich brauchen.
in aller regel brauchen sie mich nicht zum spielen. ich glaube aber, wenn ich anfangen würde ihnen die aufmerksamkeit zu verweigern, würden sie sich vielleicht mehr anstregen sie zu bekommen?!
keine ahnung...

in deiner Situation würde ich mir (ganz still nur für dich) 2-3 situationen heraussuchen, die dir im moment nicht passen.
und dann überlege dir, was könnte das ziel sein (z.B. wenn sie fertig ist mit dem abendessen soll sie sich in angemessenr lautstärke beschäftigen/ beim kinderturnen darf sie aussuchen, ob sie mitturnt oder nicht, aber sich dann auch mit ihrer entscheidung zufirden geben...)
und dann überlege dir, welche schritte in die richtige richtung führen (also nach dem abendessen 2 minuten ruhig spielen./ beim turnen mitmachen/ auf der bank sitzen)

und dann achte drauf, daß du ihr immer wieder sofort rükmeldest, wenn es klappt. warte nicht die 3. minute ab, sondern lobe nach der zweiten usw.
zeig ihr, was du genau von ihr möchtest und zeige ihr, daß sie dadruch deien Aufmerksamkeit viel einfach bekommen kann und ihr alle ein bißchen entspannen könnt.

und in einem jahr spielen die beiden kinder miteinander- dann bist du eh abgeschrieben:)

Beitrag von linad - 30.01.12 - 10:49 Uhr

Hallo Lisasimpson,

vielen Dank nochmal für Deine Antwort.

Liebe Grüße

Beitrag von qayw - 30.01.12 - 10:09 Uhr

Hallo,

unnormal finde ich das Verhalten nicht.

Nur finde ich Euch nicht konsequent genug. Das Kind muß merken, daß sein Handeln Folgen hat.
Ich weiß, daß das schwer ist, wenn man ein älteres Geschwisterkind hat, das von alleine lieb und friedlich ist. Meine beste Freundin hat das gleiche Problem.
Aber die Mehrheit der Kinder sind nunmal keine Engel, sondern müssen erstmal mit Mühe erzogen werden. ;-)

Wenn meine Tochter (4 1/2) mit Sprüchen a la "Du bist blöd." kommt, verhalte ich mich eben blöd, d. h. ich lese ihr nichts vor, spiele nicht mit ihr etc.
Ich mußte ihr auch mal ganz klar sagen, daß sie mit Sprüchen wie "Du bist nicht mehr meine Freundin." irgendwann alleine ohne Freunde da steht, weil denen dieses Gezicke irgendwann zu dämlich wird.

Beim Turnen müßte sie sich, wenn sie meine Tochter wäre, auf die Bank setzen und ruhig sein, wenn sie nicht mitmachen will. Da kann sie sich in Ruhe überlegen, was sie eigentlich will. So einen Affentanz würde ich mir nicht gefallen lassen. Ohne Ende auf ein Kind einzugehen, weil man meint, daß es sich selbst im Weg steht, finde ich kontraproduktiv.
Außerdem leidet so die Schwester unter dem Theater, die ja gar nichts dafür kann.

Was im Kindergarten läuft, ist Sache der Erzieherinnen.

Alleine beschäftigen kann sich meine Tochter auch schlecht. Das macht Sohnemann mit seinen gerade 2 Jahren deutlich besser. Ich denke, das ist auch charakterabhängig.
Viel mehr als das, was Du schon machst, kannst Du kaum machen. Das Kind soll sich ja auch nicht abgelehnt fühlen.

Wenn Deine Tochter abends Terror macht, wenn sie aufstehen darf, muß sie eben sitzen bleiben bis ihr zuende gegessen habt. Fertig.
Dann habt Ihr zwar auch ein paar mal richtig Theater bis sie kapiert hat, daß jetzt ein anderer Wind weht, aber dann wird es entspannter für Euch.

Wir bekommen immer gesagt, daß wir soo liebe Kinder haben. Wenn die Leute die beiden besser kennen lernen, merken sie aber, daß die beiden eigentlich schon ganz schön Temperament und einen Dickkopf haben. Sie haben nur gelernt, daß sie damit nicht weiter kommen. ;-)

LG
Heike

Beitrag von linad - 30.01.12 - 11:03 Uhr

Hallo,

vielen Dank auch für Deine ausführliche Antwort!!!!

Ich finde auch, dass man sich nicht alles gefallen lassen muss, aber ehrlich gesagt, hat Lina einen unglaublichen Sturkopf. Vieles, was Du vorgeschlagen hast, haben wir schon getan, z.B. auf dem Stuhl oder meinem Schoß sitzenbleiben, wenn sie zu laut wird (ca. eine Woche lang). Das hat keine Änderung bewirkt. Dann haben wir es so gemacht, dass sie in ihrem Zimmer bei offener Tür (das Zimmer ist gleich neben dem Esstisch) spielen sollte, wenn sie zu wild und laut war und uns beim Essen absichtlich gestört hat. Das hat sie akzeptiert und ist auch nicht rausgekommen. Ehrlich gesagt empfand sie es gar nicht als Konsequenz. Eine Verhaltensänderung hat dies auch nicht bewirkt, obwohl wir das länger durchgezogen haben. Ich hab dann eher gemerkt, dass das Essen immer mehr zum Machtkampf wurde.

Das mit dem Kinderturnen ist wirklich verzwickt. Wenn ich Lina alleine auf der Bank sitzenlasse, wird sie anfangen zu toben, da sie ja in Wirklichkeit nur unsicher und meiner Meinung nach wenig selbstbewusst ist und deshalb auch nicht alleine bleiben mag. Aber irgendwie hast Du Recht: Entweder sie ist bei mir und schaut zu, wie ich ihrer kleineren Schwester helfe ohne mitzuturnen, sie turnt selbst und ich helfe auch ihr, wenn sie meine Hilfe benötigt oder sie schaut zu auf der Bank. Mehr kann ich einfach nicht machen und es hilft mir schon, wenn das auch andere so sehen.

Also dann wünsch ich Dir noch einen schönen sonnigen Wintertag!

Beitrag von marion2 - 30.01.12 - 17:41 Uhr

Hallo,

""Du bist nicht mehr meine Freundin", "Ich will nicht dass Oma, XY, die Tante Sowieso zu mir kommen""

Das ist ganz normal.

"Du bist nicht mehr meine Freundin" -> "Das ist mir egal, ich bin deine Mutter/Oma"
"Ich will nicht, dass XY kommen" -> "Das entscheidest nicht du, sondern ich"

"Als sie gegangen ist, meinte Lina, dass die Tante XY nie wieder zu ihr kommen solle."
"Sie kommt trotzdem"

"Sie ist sich da einfach sehr unsicher."
Das mag dein Eindruck sein. Ich glaube das aber nicht. Deine Tochter ist sehr sicher darin, dich zu manipulieren. Sie macht dir ein schlechtes Gewissen. Das ist eine Fähigkeit, die sie sehr sicher beherrscht.

"Durch ihre ablehnende Haltung wenden sich alle immer gleich ihrer Schwester zu, die sehr offen und freundlich ist."
Sie grenzt sich von ihrer Schwester durch ihr Verhalten ab. Werden die beiden oft verglichen? (Sowas sieht man auch oft bei Zwillingen.)

Gruß Marion

Beitrag von linad - 30.01.12 - 19:41 Uhr

Hallo Marion,

vielen Dank für Deine Einschätzung.

Verglichen werden die beiden Mädls eigentlich nicht miteinander. Die zwei sind nicht zu vergleichen und ich hab von Anfang an darauf geachtet, das auch nicht zu tun im Sinne von: "Schau mal, Deine Schwester macht aber das und das.". Lina hatte auch bereits vor der Geburt ihrer Schwester diese Verhaltensweisen, so dass ich das nicht auf die kleine Schwester zurückführe. Ich muss auch dazu sagen, dass Lina meistens sehr gerne mit ihrer Schwester zusammen ist und bis auf wenige Situationen nicht eifersüchtig reagiert.

Ich teile ehrlich gesagt Deine Meinung mit dem Manipulieren nicht ganz. Sicher setzt sie manches Heulen bewusst ein, um mich zu manipulieren und bei mir ein schlechtes GEwissen zu erzeugen, aber unsicher ist sie sich meiner Meinung nach offensichtlich. Zum Beispiel hängt sie sich immer - auch ziemlich krampfhaft- an ihre Freundinnen ran, um ja nicht alleine irgendwo zu sein (z.B. Spielplatz oder eben Kinderturnen). Wenn sie dann doch alleine mit mir irgendwo ist, braucht sie sehr viel Zuspruch, um etwas Neues auszuprobieren. Beim Kinderturnen geht sie beispielsweise voller Elan auf ein Turngerät zu, stoppt dann vorher, bricht in Tränen aus und kommt wieder zurück. Das Ganze versucht sie ein paar Mal, nur um immer wieder kurz vorher aufzugeben. Wenn sie sich dann einmal überwunden hat, etwas alleine zu machen, ist sie sehr stolz und kann nicht genug davon bekommen, wie zum Beispiel das Schlittenfahren oder Karusellfahren.

Ich finde es sehr interessant, auch mal andere Ansichten zu hören. Also nochmal vielen Dank!