Hallo Mädels,
ich habe heute morgen gelesen, dass das Schiff sich wieder bewegt hat und man die Suche nach Opfern unterbrechen musste. Was sich mir jedoch nicht erschließt (und mich langsam wütend macht), dass mit unberechenbarem Wetter und weiter volllaufenden Schiff, die Gefahr einer Umweltkatastrophe scheinbar immer mehr in Kauf genommen wird. Bitte versteht mich nicht falsch, ich habe Respekt vor den Opfern und ich kann natürlich die Angehörigen verstehen, die gerne Gewissheit hätten, aber was rechtfertigt es, diese 16 Menschen noch zu suchen (leben werden sie nicht mehr) und es somit zu riskieren, dass ein ganzen Landstrich verseucht wird. Versteht ihr was ich meine - ich halte dieses Handeln für schamhaft für unsere Art - wir denken nur daran 16 Tote zu bergen und nicht einen Deut an die Umwelt, die Tiere und die Menschen von der Insel (die ja noch leben). Was ist eure Meinung dazu? d
Concordia - Opfersuche und Treibstoff
Sie befinden sich im Archiv des urbia-Diskussionsforums.
Hier geht es zur vollständigen Version dieser Seite. Dort können Sie auch aktiv am Diskussionsgeschehen teilnehmen.
Beitrag von doertebecker - 30.01.12 - 10:26 Uhr
Beitrag von seelenspiegel - 30.01.12 - 10:37 Uhr
Und woher beziehst Du Deine Information, dass sich Bergung der Leichen und abpumpen des Schweröls ausschliessen?
Ich würde ja googeln, aber Google ist gerade tot.
Beitrag von ninnifee2000 - 30.01.12 - 10:46 Uhr
Bei mir lebt Google. 
Google wird uns alle überleben...
Beitrag von seelenspiegel - 30.01.12 - 10:54 Uhr
Jo.....bei mir auch wieder 
Dennoch finde ich nichts, was die Behauptung der TE auch nur im Ansatz belegen würde.
Beitrag von doertebecker - 30.01.12 - 11:08 Uhr
Fakt ist, abpumpen und Menschen bergen geht nicht gleichzeitig, aber ich habe jetzt noch einmal nachgelesen und stelle fest, dass das Öl nicht einfach abzupumpen geht, sondern erst (da zu dickflüssig) auf 60 bis 70 Grad erwärmt werden muss, um dann rausgeholt zu werden und man die Geräte dafür erst ankarren muss. Solange sucht man eben noch Leichen. Aber ich finde es erschreckend, dass es 2-3 Wochen dauert, bis der Mensch überhaupt was machen kann und somit die Gefahr einer Ölkatasrophe (die damit realtiv hoch ist) derartig in Kauf genommen wird. d
Beitrag von doertebecker - 30.01.12 - 10:54 Uhr
Habe ich ganz am Anfang gelesen, da sich mit dem Abpumpen das Gewicht sehr verändert und die Gefahr einer Änderung der Position viel zu groß wäre (und damit Lebensgefhr für die Retter bestünde), können beide Aktionen nicht gleichzeitig durchgeführt werden. d
Beitrag von sunny42 - 30.01.12 - 10:38 Uhr
http://www.morgenpost.de/printarchiv/panorama/article1893840/Costa-Concordia-Prioritaet-der-Retter-ist-jetzt-die-Umwelt.html
Beitrag von doertebecker - 30.01.12 - 10:59 Uhr
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,812082,00.html
Las nur das und da suchte man noch weiter - beide Aktionen gehen jedoch nicht gleichzeitig. d
Beitrag von seelenspiegel - 30.01.12 - 11:35 Uhr
Ich kann auch diesem Bericht nichts entnehmen was Deiner These Nachdruck verleihen würde.
Am Anfang wurden Überlebende gesucht......dann die Leichen und dann waren die Gerätschaften vor Ort, die ein abpumpen des Schweröls ermöglichen.
Es ging einfach um eine Verlagerung der Prioritäten, nicht um etwas das nicht machbar ist oder wäre.
Schlechtes Wetter verhindert sowohl die Suche, als auch die Bergung des Schweröls.....ich kann aber nichts finden, dass das eine das andere behindern würde, besonders da es sich im Moment eh noch um VORBEREITENDE Arbeiten handelt, da erst Plattformen installiert werden- und Löcher durch den Stahl gebohrt werden müssen.
Beitrag von ninnifee2000 - 30.01.12 - 10:45 Uhr
Wenn meine Eltern in diesem Schiff gewesen wären und zu den Opfern zählen würden, dann würde ich Gewissheit haben und sie beerdigen wollen. Ich persönlich würde es furchtbar finden, wenn ich nichts in der Hand hätte, dass den Tod eines geliebten Menschen bezeugen kann.
Ich bin nicht religiös, aber tote Menschen sollten meiner Meinung nach ordentlich bestattet werden. Ich finde es schamhaft (was ist das überhaupt für ein Wort?)/beschämend für unsere Art, wenn man einem Menschen nicht die letzte Ehre erweist. Du musst auch mal sehen, dass die Italiener sehr christlich sind. Und da werden nun mal die Toten begraben, egal, was es kostet.
Beitrag von mamavonyannick - 30.01.12 - 10:47 Uhr
"Und da werden nun mal die Toten begraben, egal, was es kostet."
Egal, was es kostet? Wäre wirklich traurig, wenn das stimmen würde.
Beitrag von doertebecker - 30.01.12 - 11:00 Uhr
Für mich nicht nachvollziehbar - und dafür sollen andere Lebewesen ihr Leben lassen - Bergung ja, aber nicht um jeden Preis.
Beitrag von sternenschnee - 30.01.12 - 11:11 Uhr
Hallo,
ich kann beide Seiten gut verstehen.Es ist wichtig die lebenden Menschen vor der Küste zu helfen da viele ja auch dort vom Fischfang leben.Aber ich kann auch verstehen das man seine Familie beerdigen will,das man sie nicht immer im Meer wissen möchte und einfach einen Ort zum trauern braucht.
Menschen die ihre Angehören nie beerdigen konnten,haben immer wieder gesagt das sie nie Abschied nehmen konnten,nie eine Ende gefunden haben und einen Abschluss brauchen.wir haben hier Eltern deren Kind wurde getötet.aber sie konnten die Leiche bis heute nicht beerdigen und haben immer noch große Probleme,weil sie immer wieder sagen,wir wollen doch nur ein ende haben um endlich trauern zu können.
Aber Vorrang sollte jetzt die Umwelt und die dort lebenden Menschen haben.
Beitrag von clementi - 30.01.12 - 11:37 Uhr
Hallo doertebecker,
ich meine auch, da es keine Chance gibt, noch Überlebende zu finden, müsste das primäre Ziel sein, den Treibstoff abzupumpen.
GLG
Beitrag von alpenbaby711 - 30.01.12 - 12:03 Uhr
Also ich kann deine Gedanken verstehen. Fakt ist wenn es für einen selbst um Angehörige geht, dann hat für einen das Priorität, dadurch das wir nicht betroffen sind, denken wir natürlich auch an diese anderen Sachen. Sonst wären wir einfach in erster Linie damit beschäftigt zu wissen die Tante oder die Mutter oder sonst wer sind tot aber die Gewissheit es selbst zu sehen zu wissen und dann besser abschließen zu können ist einem in diesem Moment einfach, verständlicherweise zu wichtig.
Ist ja auch nachvollziehbar.
Wobei ich dir ja wie gesagt schon Recht gebe. Die Umwelt darf dabei nicht aus den Augen gelassen werden.
Ela
Beitrag von woodgo - 30.01.12 - 12:10 Uhr
Also was ich gehört habe ist, daß das Schiff nicht geborgen werden kann, wegen der schlechten Wetterlage, nicht wegen der Opfer!
Beitrag von mel1983 - 30.01.12 - 12:18 Uhr
Das Schiff kann sowieso nicht im Ganzen geborgen werden ...
Entweder es bleibt als Touristen"attraktion" liegen, wird versenkt oder in Einzelteilen abgetragen.
Die Bergung des Treibstoffs und Öls gestaltet sich allerdings durch das Wetter genauso schwer, wie die (anfangs) Bergung der vermeindlich noch lebenden Opfer und jetzt der Toten.
@TE Dass du der Meinung bist, die Umwelt würde außer Acht gelassen, kann ich nicht nachvollziehen.
Denn zeitgleich zur Bergung Vermisster wurden die Vorbereitung zur "Bergung" des Treibstoffs/Öls getroffen.
Allerdings verhindert das Wetter zum Teil eben das eine, wie auch das andere.
Grüße
Beitrag von woodgo - 30.01.12 - 12:27 Uhr
Ja, so in der Art meinte ich das auch. Hab´s nur flüchtig im Radio gehört
Beitrag von seelenspiegel - 30.01.12 - 12:57 Uhr
<<<Das Schiff kann sowieso nicht im Ganzen geborgen werden ...>>>
Das ist noch nicht sicher und wird selbst von Fachleuten noch diskutiert. Schön dass Du es scheinbar schon ganz genau weisst?? Oder gab es dahingehend neue Berichte die konkret sagen, dass eine Bergung im Ganzen nicht möglich ist?
Gelingt ein abdichten des Risses, kann das Schiff leergepumpt- und aufgerichtet werden, und könnte später sogar wieder als Passagierschiff eingesetzt werden wie gehabt.
http://www.faz.net/aktuell/technik-motor/umwelt-technik/nach-schiffsunglueck-die-schwierige-bergung-der-costa-concordia-11620323.html
Beitrag von mel1983 - 30.01.12 - 13:19 Uhr
Das war mein letzter Kenntnisstand.
Schön, dass du es besser weißt! 
"Gelingt ein abdichten des Risses, kann das Schiff leergepumpt- und aufgerichtet werden, und könnte später sogar wieder als Passagierschiff eingesetzt werden wie gehabt."

Ich würde da nicht wieder "aufsteigen". Schlechtes Omen ... Aber das ist nur meine, nicht belegbare Meinung
Beitrag von seelenspiegel - 30.01.12 - 13:35 Uhr
Sry dass das evtl. böser klang als beabsichtigt, aber diese Halbwahrheiten, Vermutungen undurchdachten Bemerkungen und Gerüchte das Ganze betreffend gehen mir momentan auf den Keks.
<<<Ich würde da nicht wieder "aufsteigen". Schlechtes Omen >>>
Ein Auto kann doch auch nix dafür, wenn sein Frauchen/Herrchen beim Einparken irgendwo andotzt.
Beitrag von mel1983 - 30.01.12 - 17:44 Uhr
Nun stell dir aber mal vor, DEIN Wagen würde bis unters Dach mit Wasser volllaufen, wenn du einen Parkrempler hättest.
Ich glaube du würdest es vor Wut wegschmeißen 
Wahlweise auch jeder andere Herr oder jede andere Frau.
Aber mal ernsthaft.
Dass dieses Schiff sündhaft teuer ist, steht ja außer Frage, aber der Riss geht doch über fast die ganze Seite (so einen Parkrempler kriegen auch nur Experten hin) und ist innen vollkommen durchsetzt mit Wasser. Außerdem wurden doch überall zur Bergung der Vermissten Löcher hinein gesprengt.
Meiner Laienvorstellung nach, würde ein Aufbau sehr viel (viel mehr) kosten.
Wobei natürlich die Bergung durch Abtragung auch sehr teuer ist.
Schwierig. Der Reederer wird so oder so nicht begeistert sein.
Makaber fand ich ja das auslaufende Schwesterschiff hell erleuchtet in Partystimmung genau "hinter" dem Wrack.
Naja, wie auch immer. Ich hätte den Schettino die Leichen mit nem Schnorchel im Mund bergen lassen ...
Hubbs, meine Phantasie wieder 
Grüße
Beitrag von mabapri - 30.01.12 - 13:55 Uhr
wenn ich richtig gelesen habe mussten die schiffe zum abpumpen an land wegen des wetters. problem ist auch das das öl erhitzt werden muss.
das wetter macht es unmöglicht aber gleichzeitig ab
Beitrag von daddy-69 - 30.01.12 - 14:52 Uhr
"...was rechtfertigt es, diese 16 Menschen noch zu suchen (leben werden sie nicht mehr)"
Wenn man irgendwo mit ausreichend Lebensmitteln eingesperrt ist, besteht durchaus die Möglichkeit zu überleben.
Beitrag von marlie - 30.01.12 - 14:57 Uhr
Hallo,
ich bin kein Experte und weiß deswegen nicht, aus welchen Gründen genau der Treibstoff nun nicht abgepumpt werden kann.
Was ich aber wirklich schlimm finde, ist der Katastrophentourismus. Als ich gestern in einer Berichterstattung gesehen habe, wie eine Frau vor dem Wrack posierte, um sich fotografieren zu lassen, ist mir schlecht geworden.
Sowas finde ich beschämend.
