was soll ich von seinem verhalten denken?

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Beitrag von gemma380 - 30.01.12 - 11:35 Uhr

hallo, mich würde mal eure meinung oder sicht bezüglich meines problemes interessieren. ich werde mich kurz fassen, mein mann und ich sind fast 14jahre zusammen. 2 lebende kinder. letztes jahr bin ich ungeplant schwanger geworden, er hat mich in der schwangerschaft ziemlich fies behandelt er wollte meine tochter nicht haben, wir haben aber auch nicht verhütet. ich habe meine tochter in der 22ssw verloren, sie tot geboren, er war nicht für mich da. nach fast 5 monaten, nach der totgeburt, merkt er das er mich doch liebt und mich nicht verlieren möchte. ich weiß weder ein noch aus, bin soo enttäuscht von ihm! reden können wir 'normal' miteinander, aber wie ich ihn mit diesem verhalten kennenlernen mußte... verletzt mich sehr. jetzt meint er, wenn wir nochmal in so eine situation kommen würde, würde er auf keinen fall wieder so reagieren. was soll/kann ich davon halten? danke für antworten. lg Susanne

Beitrag von sniksnak - 30.01.12 - 11:51 Uhr

Was DU dasvon halten sollst, kann dir hier sicher keiner beantworten!

ICH denke, er hat bewiesen, dass du dich in Situationen, in denen es drauf ankommt, nicht auf ihn verlassen kannst. Das kann aber Gruende haben. Vielleicht war er Ueberfordert mit dem Tod eures Kindes? Habt ihr darueber gesprochen? Im Nachhinein? Reflektierend? Wenn ihr weitermachen wollt, solltet ihr wohl an diesem Punkt ansetzen und reden - sonst wird's nichts.

14 Jahre wirft man sicher nicht einfach so weg. Manchmal passieren aber Dinge, die das Gesamtbild so verændern, dass es kein Zurueck mehr gibt.

LG

Beitrag von blaue-rose - 30.01.12 - 11:58 Uhr

Hallo Susanne,

was du davon halten sollst können wir leider nicht sagen. Es kann sein das er jetzt sieht was sein Verhalten angerichtet hat.

Ich denke aber dir wichtigere Frage ist wie du die Totgeburt verarbeitet hast und ob du ihn jemals verzeihen kannst.
Ich weiß nicht ob du es je vergessen wirst. Die Ablehnung der Schwangerschaft ist eins, aber er dem ganzen noch eins drauf gesetzt da er nach der Totgeburt nicht für dich da war.

Hattest du die Möglichkeit dich würdig von deinem Sternchen zu verabschieden?

Ich wünsche dir viel Kraft

blaue-rose

Beitrag von gemma380 - 30.01.12 - 12:04 Uhr

hallo, blaue-rose ja es hat eine sammelbestattung gegeben. sehr schön und ich habe einen ort wo ich sie besuchen kann. tja, ab wann beginnt verzeihen? ich glaube verarbeitet habe ich das alles auch noch nicht, konnte mich noch nicht überwinden zu einer trauergruppe zu gehen. er läßt mir im grunde für alles raum und zeit, spricht mich nicht drauf an, weil er keinen wunden aufreissen möchte. aufjeden fall bin ich ihm gefühlsmäßig total blockiert. lg

Beitrag von blaue-rose - 30.01.12 - 12:28 Uhr

Hallo Susanne,

es ist wichtig das du einen Ort zum trauern hast. War er denn auch schon dort?

Die Verarbeitung wird auch ihre Zeit brauchen. Es ist ja bestimmt noch nicht so lange her.

Du kannst auch eine Psychotherapeutin aufsuchen um mit ihrer Hilfe zu verarbeiten.

Ich weiß nicht wann verzeihen anfängt und ob es überhaupt so schnell geht.

Lg blaue -rose

Beitrag von medina26 - 30.01.12 - 14:22 Uhr

Ganz ehrlich? Er wollte eure Tochter nicht haben, hat dich mies behandelt und dich im Stich gelassen als du den kleinen Engel verloren hast. #kerze

Mit so einem Menschen könnte ich nicht mehr zusammen sein. Das würde ich ihm niemals verzeihen! Du wirst es noch weiterhin verarbeiten müssen. Meinst du das wird er verstehen und für dich da sein? Ich kann es mir nicht vorstellen.

Was du tun sollst, kann ich dir leider nicht sagen. Du musst selbst wissen ob du mit diesem Mann weiterhin leben kannst.

Viel Kraft!

Beitrag von sternentage - 30.01.12 - 14:51 Uhr

Hallo,

erstmal herzliches Beileid, ich weiß was du durchgemacht hast ...

Dein Posting könnte von mir sein ... Ich bin vor 3 Jahren ungeplant mit meinem 4. Kind schwanger geworden. Wir hatten schon 3 Jungs.
Mein Ex-Mann war total geschockt (obwohl es finanziell und platzmäßig kein Problem gewesen wäre, es hätte beides gut gepasst) und sagte, ich hätte ihm das Kind "angehängt" um noch 3 Jahre "faul" daheim zu sitzen. (Mit 3 kleinen Kindern von 1-5 Jahren den kompletten Haushalt alleine organisieren und bestreiten, das zählte nicht, weil ich ja nicht arbeiten ging wie er). Er klinkte sich aus allem aus, wollte mir weder beim Möbel kaufen und und aufstellen helfe noch auch nur einmal mit zu meiner Ärztin. Dass ich mich laut Hebammen und Ärzten dringend schonen musste und eigentlich nur liegen sollte, war ihm sch ... egal. Er half mir bei nichts, machte mich nur fertig. Wenn ich mich mal zwischendurch hinlegte, weil der Bauch hart war und die Vorwehen schmerzhaft, höhnte er, ich würde mal wieder ne Ausrede suchen um nicht zu putzen/bügeln, was weiß ich ... Ich hatte noch die Hoffnung, dass er sich wieder einkriegt wenn unser Baby erst da ist ...

Aber dann wurde ich 4 Tage vor dem geplanten KS mit Blutungen in's KH gebracht. Mein Kleiner Engel kam tot zur Welt, ich wäre fast verblutet, 3 Tage konnte mir der Professor nicht sagen, ob ich überlebe ... Mein Mann aber sagte mir, ihm wäre es lieber ich wäre gestorben und das Kind (das er nicht hatte haben wollen ...) würde leben, denn ein Kind sei nicht zu ersetzen, eine Frau würde man immer neu finden ...

Kurze Zeit später habe ich mich getrennt. Hatte noch viele andere Gründe, aber das war mit der Hauptgrund.

Ich wünsche dir alles Gute, vielleicht kannst du ja verzeihen, wenn dein Mann es jetzt einsieht ...

LG, Tina

Beitrag von elias07 - 30.01.12 - 14:55 Uhr

#schock ich bin geschockt. Was war/ist das nur für ein Mensch.

Hut ab vor dir! Ganz ehrlich! #herzlich

Beitrag von badguy - 30.01.12 - 15:44 Uhr

Wie ist folgender Satz zu verstehen?

"wir haben aber auch nicht verhütet."

Hier liest man immer mal wieder, dass sie sich ein Kind wünscht, er nicht, sie auf die Verhütung verzichtet, ihn darüber informiert, dass sie nicht mehr verhütet, somit er für die Verhütung zuständig ist und dann das Schicksal heraus gefordert wird. War das bei euch auch so?

Beitrag von judy13 - 30.01.12 - 18:25 Uhr

Wie kann man jemanden den man liebt so behandeln??? Sorry, aber das hat wirklich nichts mit Liebe zu tun, das sollte dir klar sein!

Ja, es kann passieren, dass man einen geliebten Menschen im Streit vor den Kopf stößt und etwas sagt was man so nicht wollte und meinte...
Aber dass ein Mann seine Frau während der gesamten SS schlecht behandelt und dann auch noch in so einem so schweren Moment allein lässt ist unbegreiflich und meines Erachtens unverzeihlich! Meinen Freund hat es schrecklich mitgenommen, dass er in dem Moment als der Arzt mir gesagt hat dass mein Kind nicht mehr lebt nicht bei mir war... 10 Minuten später war er da, aber es hat ihn unheimlich leid getan dass er in diesem wichtigen Moment nicht für mich da war, obwohl das ja nicht seine Schuld war, es konnte ja keiner ahnen...

Sorry, aber ich denke bei deinem Mann gibt es leider nichts schön zu reden...null Beschützerinstinkt seiner Frau gegenüber...er sieht dich leiden und es interessiert ihn nicht? Sorry, aber da hab ich ja mehr Mitgefühl für mir unbekannte Mitmenschen als dein Mann für dich! Und Argumente à la Männer können ihre Gefühl halt nicht so zeigen, er hätte ja innerlich mitgelitten #bla wären mir hier echt schnuppe, wenn er in diesem Moment leider grad keine Gefühle zeigen konnte hat er Pech gehabt...Zug abgefahren.

Ist wirklich in den 14 Jahren eurer Beziehung sonst alles in Ordnung gewesen? Hat er immer gezeigt dass er dich liebt, war er sonst immer für dich da? wie war und ist jetzt der Umgang miteinander? Ich kann mir nicht vorstellen, dass dein Mann plötzlich so unbegreiflich gefühllos und kalt dir gegenüber reagiert...

Eine #kerze für dein #stern! Sorry, wenn mein Beitrag etwas radikal rüberkommt...tut mir wirklich sehr leid was dir passiert ist.

Beitrag von meine meinung - 31.01.12 - 01:20 Uhr

Ihr habt nicht verhütet, das ist dumm und verantwortungslos, wenn kein Kind mehr gewollt ist. Jeder halbwegs normale Mensch weiß, dass bei ungeschütztem Verkehr ein Kind entstehen kann.

Hätte mein Mann sich so verhalten wie deiner, wäre in mir innerlich etwas zerbrochen, was nicht mehr zu kitten gewesen wäre. Er hat jetzt gut reden, das Kind ist (Gott sei Dank) weg und er versucht jetzt, da weiter zu machen, wo er während der Schwangerschaft aufgehört hat. Wäre doch nett für ihn, wenn jetzt alles so heile Welt mäßig weiterginge.
Ich könnte mit so einem Mann nicht weitermachen, mit einem Mann, der dich in einer Zeit der großen Verzweiflung im Stich gelassen hat.
Lebt ihr getrennt? Wenn ja, würde ich das erstmal so belassen, wenn nicht, kann ich das gar nicht verstehen.

Beitrag von schoene-neue-welt - 31.01.12 - 09:34 Uhr

Was genau muss man sich unter "ziemlich fies behandelt" vorstellen? Ohne das zu wissen, kann ich nicht beurteilen, wie schlimm sein Verhalten war. Hier wurde schon zur Trennung geraten. Ohne jetzt die Einzelheiten zu kennen und das Ausmaß seiner "Fiesheit" halte ich das für absolut verfrüht. Dass er kein weiteres Kind wollte, finde ich jetzt nicht so schlimm. Allerdings verhütet man doch besser :-)

Könnte sein Verhalten nach der Totgeburt vielleicht dem Umstand zuschreiben zu sein, dass er Schuldgefühle hatte? Oder dass er selber mit der Trauer fertig werden musste? Oder das er wütend war wegen der nicht durchgeführten Verhütung, die zu einer Katasthrophe geführt hat - die er evtl. Dir zugeschreiben hat? Sprecht doch mal darüber. Ich würde das Geschehene gemeinsam aufarbeiten, auch mit professioneller Hilfe. Denn die Fehlgeburt an sich war sicher schon traumatisch genug, aber es hat auch auch als Paar getroffen.