Teenager

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Beitrag von nicolethiele - 30.01.12 - 13:41 Uhr

Hallo,meine Frage richtet sich mal an die Teenies,wenn es welche hier gibt die das lesen.Meine Tochter ist 16J. und darff doch recht viel.WE bis halb zehn weg,wir wohnen im Dorf ,später geht kein bus mehr und ich hab kein auto.
Sie darf bei Freunden,die hauptsächlich aus jungs bestehen,ab und zu übernachten.Bekommt im allgemeinen was sie möchte,wenn es finanziell möglich ist.
Wo wir ein Großes Problem mit haben,sie wohl mehr als ich, ist das ich eben nicht nur mutter sondern auch Frau bin.Sprich Tochter darf alles und Mami sollte Fragen.
Seit 4 monaten kenne ich einen sehr netten mann,hat selbst 2 kinder im teeniealter,die gönnen paps die "neue".

ich habe die beiden am WE einander vorgestellt,später auf meine frage was sie dazu meint, kam die antwort:solange er mir nicht auf den sack geht.
ist das eine positive antwort oder negativ?
sie hat zu hause ihre pflichten die sie nur unter protest macht,benimmt sich wie ein feldwebel und auch in so einem ton.versteht aber keineswegs das Mama auch privatleben hat.an ihrem privatleben soll ich aber reges interesse zeigen.da dann bitte an den problemchen ihrer rauchenden,saufenden freunde.
wie bringt man so einen teenie wieder in die spur?"reden" ist für die katz,das einzige was für mich noch als option in frage kommt wirklich den spieß umdrehen und mich genauso zu benehmen.

Beitrag von witch71 - 30.01.12 - 14:03 Uhr

Hab das grad meiner Tochter (fast 16) vorgelesen und sie meint: "Boah, wie die mit ihrer Mutter umgeht, das würd ich mich nicht trauen.".
Ich glaube, was sie meint ist, dass hier ein ganzes Stück menschlicher Respekt fehlt. Feldwebelton ist weder von Mutter zur Tochter (vielleicht höchstens nach zweimaliger Aufforderung etwas zu tun wenns gar nicht anders geht) und schon gleich gar nicht von Tochter zur Mutter angebracht.
Ansonsten würde ich die Aussage Deiner Tochter bezüglich Deines Neuen so deuten, dass er ihr nichts zu sagen hat und das auch nicht versuchen sollte.

Beitrag von nicolethiele - 30.01.12 - 14:09 Uhr

Feldwebelton gibts hier ,von mir,nicht.Auch wenn ich 2x was sagen muß.Repekt hat sie vor nichts und niemand.so kriegt sie es von ihren "Freunden" vorgelebt.Das der "Neue" ihr nichts zu sagen hat,er ist nicht ihr Vater.Sollte diese beziehung aber was werden wir sie sich wohl am Riemen reissen müssen.
Die Frage aber bleibt,was tun damit sie kapiert das ich hier nicht die Putze vom dienst bin und sie kein gast im haus.

Beitrag von senior888 - 30.01.12 - 14:14 Uhr

wenn sie bockt soll sie ihre Wöäsche selbst machen udn auch selbst für sich kochen...solange bis sie wieder einen normalen Umgangston pflegt!

Beitrag von nicolethiele - 30.01.12 - 16:45 Uhr

Funktioniert nur bedingt.etwa 2 Wochen.dann gehts wieder von vorne los.

Beitrag von viv66 - 30.01.12 - 14:21 Uhr

Also ich würde sagen, da ist vermutlich schon eher in der Erziehung was verpaßt worden, ich glaube nicht, dass es jetzt mit 16 der richtige Zeitpunkt ist, noch etwas zu durch Erziehung oder Zwang, Strafen etc. zu ändern. Das würde nach hinten los gehen. Gibt auch ein Buch dazu: Pubertät - wenn Erziehen nicht mehr geht: Gelassen durch stürmische Zeiten von Jesper Juul.
Am Besten entweder aussitzen oder durch immer wieder klare Ansagen und Diskussionen im Gespräch bleiben, das ist das Wichtigste in diesem Alter, sie ernst nehmen, ihr was zutrauen, das läßt sie viell "wachsen".
Aber in dein Privatleben, in deine "Liebe" würde ich mir nicht reinreden lassen. Ich würde

ihre Aussage auch eher positiv werten, sie wird deinen Partener vermutlich solange in Ruhe lassen bzw. ignorieren, was ja schon mal gut ist, wie er sich nicht in ihr Leben einmischt. Also habt ihr eine Chance. Von heute auf jetzt wird sich eh nichts ändern, Pubertät ist ein nervenzerrender Prozess und ob etwas gefruchtet hat, wird sich erst später zeigen :-)

Nur Mut, geh nach deinem Gefühl, du kennst sie am Besten,
lg viv

Beitrag von nicolethiele - 30.01.12 - 16:51 Uhr

Da es die letzten 15 Jahre gepasst hat glaub ich kaum das ich in der erziehung was verpasst habe.Erziehungsbücher?Theorie und Praxis sind leider zwei Welten.Bei supernanny gehts ja auch so einfach.eben alles theoretisch.Die Praxis ist eben so:Wenn Mama "tickt" dann mach ich eben selber,regt sich auch wieder ab die Alde.O-ton Töchterchen am Handy mit Freunden.
Will sie leben wie im hotel gibts vllt mal ne Rechnung über Strom ,Wasser usw.es ist ja überall besser als zu Hause.WEnns ganz hart kommt dann eben so das ich sie genauso behandele wie sie mich.Ganz nach dem Motto Wie du mir so ich Dir.

Beitrag von witch71 - 30.01.12 - 14:34 Uhr

Die Freunde meiner Tochter gehen zum (geringen) Teil auch respektlos mit ihren Eltern um. Das heisst aber noch lange nicht, dass ich es entschuldige, wenn sie so mit mir reden würde. Hier wäre meine Devise "Ich reagiere erst wieder, wenn Du angemessen mit mir sprichst". Meine Tochter weiss, schlechte Laune ist okay, aber man kann entweder sagen, was einen stört oder zumindest einigermassen höflich bleiben, "bitte" passt immer irgendwie rein.

Die Putze vom Dienst bist Du dann nicht mehr, wenn Du klar stellst, welches Deine Aufgaben sind, welches ihre Aufgaben sind und was passiert, wenn diese Aufgabenaufteilung nicht funktioniert.
Beispiel: Du sagst, wenn sie duscht muss sie ihre Wäsche in den Wäschekorb geben. Sie macht es nicht, trotz mehrfacher Aufforderung. Konsequenz: Im Bad herumliegende Wäsche wird in einen Müllsack gegeben und steht eben (vorerst) nicht mehr zur Verfügung. Sie wird schon reagieren, wenn sie keine Jeans, BHs oder Unterwäsche mehr hat.. #schein

Beitrag von nicolethiele - 30.01.12 - 16:53 Uhr

Bad-Dusche-Wäsche das klappt.Das Problem ist ihr Zimmer.Kennt ihr das: Zimmer=Pumakäfig-Kind= Diva.
aber das mit dem Müllsack ist eine gute Idee;-)
So wird der Käfig die Tage mal aufgeräumt

Beitrag von bixotti - 31.01.12 - 07:50 Uhr

Ihr Zimmer ist ihre Angelegenheit. Da kannst du wohl nicht mit dem Müllsack reingehen, dass wäre auch respektlos. Im Rest der Wohnung kannst du auf deinen Vorstellungen bestehen, bzw. sie mit ihr aushandeln.

Ich glaube in 90 % der Teeniezimmern sieht es so aus, aber da müssen die Eltern durch !!

LG Bixotti

Beitrag von blaue-rose - 30.01.12 - 15:00 Uhr

Hallo Nicole,

irgendwie kommt es mit bekannt vor. Ein ähnliches Problem gibt es bei meiner Bekannten.

Ich denke eure Probleme haben schon vor einigen Jahren angefangen. Du hast sie aber scheinbar nicht als Problem anerkannt.

Die Ursache für ihrVerhalten liegt bei dir. Du wolltest bestimmt nach der Trennung für sie da sein. Wolltest das die Trennung so einfach wie möglich für sie ist. Daher wirst du ihr vieles abgenommen haben, wirst ihr auch viel Freiheiten gelassen haben. Du wirst auch nichts gesagt haben wenn sie sich im Ton vergriffen hat.

Das alles hast du gemacht weil es ihr gut gehen sollte. Du hast dabei dich und deine Belange vergessen und deine Tochter stand im Mittelpunkt.

Ihre Antwort würde ich als neutral werten. Sie hat ja weder dafür noch dagegen gesprochen.

Wenn du mit deinem neuen Freund zusammenhält habt ihr die Möglichkeit das eure Beziehung erfolgreich verläuft. Achte aber auch auf deine Tochter, höre ihr zu wenn sie mit dir reden möchte. Lass dir aber nicht von ihr vorschreiben was du tun oder lassen sollst.
Es kann gut möglich sein das sie versucht eure Beziehung zu zerstören. Dann ist es ganz wichtig das ihr zusammenhaltet und ihre " Angriffe" nicht überbewertet.

Dein neuer Freund sollte sich am Anfang zurückhalten aber sich auch nicht die ihr Unterwerfen.

Freundliche Grüße blaue-rose

Beitrag von nicolethiele - 30.01.12 - 16:59 Uhr

Ich bin seit 3 Jahren geschieden und das Theater fing vor einem Jahr an.
Sie ihrem Alter entsprechend Freiheiten,ich sage ihr auch was ich von ihren "Freunden" halte.
Wir wohnen in der Nähe von Calw.Da ist Stuttgart ja nicht weit.Kennt ja nun jeder aus dem Fernsehn.So und mit genau solchen Typen hängt sie grad rum.Ich warte jeden Tag das die Polizei vor der Tür steht.Wenn sie raus geht kann ich wohl kaum hinterher fahren und kontrolieren wohin sie geht.Da hilft dann nur Hausarrest.Aber das ist ja nun auch keine Option.Sie sieht vieles sehr kritisch ,da denke ich sie ist ja nicht ganz so dumm.Aber wenns um Stuttgart und ihre "Freunde" geht ist das kind leider dumm wie Stroh.Ganz nach dem Motto:Mama hat nullahnung.
Es könnte alles so einfach sein.

Beitrag von blaue-rose - 30.01.12 - 18:58 Uhr

Ich denke Hausrest wird nicht viel helfen. Es könnte sogar sein das sie dann eines Tages gar nicht mehr nach hause kommt.

Kontrollieren kannst du sie auch nicht wenn sie unterwegs ist.

Vielleicht ist es ja doch mal möglich das ihr euch ein mal aussprecht.

FG

Beitrag von mmemaman - 30.01.12 - 22:17 Uhr

Meine Teenagerjahre sind noch nicht lange vorbei und meine Schwester hat sich mit 20 Jahren wie eine 14-jährige benommen - wir waren nie beide in der Pubertät - als ich halt mit 18 Jahren aufgehört habe, hat sie angefangen. Eine war immer brav. #schein

Wir durften mit 16 Jahren sehr, sehr viel mehr als andere. Wir durften über Nacht wegbleiben, ob bei Männlein oder Weiblein war egal, wir durften alleine in Europa reisen, wir durften uns eigentlich völlig ausleben, wir hatten ein monatliches Taschengeld von 300 Euro, von dem wir Schulsachen, Freizeit, Mobiltelefon, Kleidung, Schuhe, Ausgang, Nahrung, Kosmetik, Transport und anderes selber finanzieren mussten.

Ich habe nie Drogen genommen, auch keinen Alkohol, meine Schwester war wenige Male betrunken, aber erst, als sie volljährig wurde.

Auch für die Schule waren wir verantwortlich - das heisst, wir durften nach Absprache schon auch mal unter der Woche bis spät weg, wenn wir das mit der Schule verbinden konnten, bei schlechten Noten haben wir selbstständig Hilfe gesucht, im Prinzip hatten wir sehr, sehr viele Freiheiten bevor wir volljährig wurden, aber gleichzeitig mit diesen Freiheiten auch Pflichten.

Wenn wir in eine Nachtvorstellung ins Kino sind und am nächsten Tag in der Schule unkonzentriert und gerügt wurden, war das peinlich und die logische Konsequenz, wegen selbstverschuldeter Müdigkeit. Wenn wir unbedingt jeden Tag eine Stunde mit einer Freundin telefonieren mussten und dann kein Geld mehr für das warme Mensaessen hatten am Ende des Monats, sondern uns mit Joghurt, einem Brötchen und Obst begnügen mussten, ist auch das nachvollziehbar.

Dieses System hat aber nur funktioniert, weil wir uneingeschränktes Vertrauen unseres Mamis genossen und ihr gegenüber ehrlich waren - bis auf wenige klassische Notlügen - und wussten, sie war als Sicherheitsnetz da.

Ich sage nicht, dass wir von Beginn an unserer Pflichten bewusst waren, das ist wie bei einem Kleinkind: Trial und Error, nur auf einer anderen Ebene. ;-)

Der Punkt war aber: unser Mami war informiert. Es war zwar unser Taschengeld, aber sie hat es verdient und auch bis ins Studium, als sie uns unterstützt hat, haben wir grössere Wünsche und Anschaffungen besprochen, weil wir ihre Arbeit und das Privileg respektieren. Wir haben immer gesagt, wo wir uns aufhalten, auch wenn wir den letzten Zug verpasst haben und dementsprechend woanders schlafen. Wir sind jedes Mal in ihr Zimmer gekommen, wenn wir wieder da waren - und sei es um drei Uhr morgens und haben gesagt: "Bin wieder da, mir geht es gut, es war schön und mache mich jetzt bettfertig. Gute Nacht, bis Morgen früh!" Weil sie sich sonst Sorgen macht. Das war die Grundebene. Und die war essentiell. Du musst dir darüber Gedanken machen, ob diese bei euch existiert oder nicht. Nicht alle Jugendliche können mit vielen Freiheiten umgehen.

Natürlich haben wir uns gestritten und natürlich war unserem Mami auch nicht immer klar, warum man uuunbedingt zum dritten Mal in der Woche zu Freund X muss und nicht mal bei der Familie sein kann. Und unsere Zimmer... oh je... wir hatten zwar kein Essen oder Trinken, aber bei uns waren oft Schulblätter verstreut (Ich wusste zwar immer, das Physik unter dem Bett war und Französisch auf dem Fensterbrett. #schein) und die Wäsche haben wir auch nicht immer runtergebracht. Da gab es dann auch ein lautes Veto, wo es hiess "Du bewegst deinen Hintern JETZT hoch und räumst auf." Wir haben es gemacht, weil wir nicht streiten wollen... Und so einen Tonfall hätten wir auch nie gebracht! Das war die oberflächliche Ebene, die sich erst später entspannt hat und die hat damit zu tun, dass Jugendliche und Erwachsene, in diesem Fall Mütter, einfach andere Erwartungen an das alltägliche Leben haben. Da reibt man sich offensichtlich, weil die Toleranzgrenze woanders liegt und da darf der Erziehungsberechtigte auch die Autorität durchsetzen.

Mit 16 Jahren ist sie nur noch zwei Jahre von der Volljährigkeit entfernt... ich würde sie in einem ruhigen Moment abpassen und mit ihre zusammen sitzen und sie fragen, was sie sich wünscht. Erklär' ihr, warum du manche Dinger anders siehst und sie soll dir erklären, warum ihr manches wichtig ist. Sie muss das Dreieck von Rechten, Pflichten und Privilegien verstehen und es ist eigentlich simpel: Wer Rechte will, aber seine Pflichten nicht wahrnimmt, bekommt seine Privilegien gestrichen. Du darfst sie nicht bevormunden, aber ihr muss bewusst sein, dass sie halt wirklich noch die Füsse unter deinem Tisch hat - diese Konstellation sie aber nicht bei ihrer Selbstverwirklichung hindert, sondern eher noch unterstützt, wenn sie sie anständig nutzt.
Das ein Mami aber noch etwas anderes als Mami ist, braucht seine Zeit... ich habe das erst realisiert, als ich selber sexuell auf erwachsenen Ebene aktiv wurde, meinen Körper als weiblich definiert, akzeptiert und mögen gelernt habe - und nicht mehr nur Teenager-Versuche durchlebt habe - und ausgezogen bin, also im Prinzip das erste mal bewusst Luft geschnuppert habe, von was es heisst "Frau" zu sein.