Hilfe!!! Kind 6 Jahre seit 2 Jahren unzufrieden!

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Beitrag von ersatzpapa - 31.01.12 - 08:40 Uhr

Hallo zusammen,

ich habe mich hier angemeldet weil ich langsam aber sicher mit meinem Latein am Ende bin.

Kurze Vorgeschichte:
Im Jahre 2009 hat sich meine zukünftige Frau von Ihrem Mann getrennt. Das Kind lebt seit dem bei Ihr und hat mich auch sofort ohne Probleme akzeptiert. Ihr Vater wohnt mitlerweile 400 km weit weg, macht nur Stunk, kümmert sich nicht ums Kind, lässt von Ihm selbst gesetzte Besuchstermine verstreichen, so das sich Vater und Tochter nun fast 1 Jahr nicht mehr gesehen haben.

Anfangs wusste die Kleine es sehr gut aus zu nutzen und sagte immer sie wolle zum Papa, wenn die Luft hier etwas dünn wurde für Sie. Sie meinte damit erreichen zu können das Sie mit allem durch kommt und wir bei allem Nachgeben! Diesen Zahn habe ich Ihr aber gezogen in dem ich Ihr gesagt habe Sie solle den Papa anrufen und ich würd in der Zwischenzeit Ihre Sachen packen! Ab da war das Thema vom Tisch. Dies liegt aber schon lange Zeit zurück!

Nun ist es so das sie an allem und jedem etwas aus zu setzen hat. Wir wohnen in einer kinderreichen Siedlung in einem Haus, haben Platz, sie hat ein sehr schönes großes Zimmer, Platz, viel Spielzeug, quasi ein schönes zu Hause. An Tagen wo Ihre Mutter Arbeiten muss bin ich zu Hause, so das sie immer ein Familienmitglied griffbereit hat.

Vor kurzem hatten wir das Einschulungsgespräch im Kindergarten, verbunden mit einem Elternsprechtag. Als die Kindergärtnerin erzählte haben wir gedacht das sie von einem ganz anderen Kind spricht. Im Kindergarten ist sie lieb und hilfsbereit, hört zu, hält sich an das was Ihr gesagt wird. Zu Hause das absolute Gegenteil. Man kann Reden bis man Fusseln am Mund hat, jeden Tag ist Mittagsruhe, die findet für Sie für eine halbe Stunde in Ihrem Zimmer statt. Jeden Tag das gleiche Theater deswegen. Morgens wenn sie Aufsteht, gleich gemotze, beim Frühstück auch nur gemotze. Sie sucht sich quasi Gründe zum Nörgeln und das den ganzen Tag lang. Wir können machen was wir wollen!

Vor kurzem haben wir einen Brief aus dem Kindergarten bekommen. In diesem hatte die Kindergärtnerin geschrieben. Das Kind wünscht sich einen Spielnachmittag. Das machen wir. Problem ist nur, das sie den Hals nicht voll genug bekommt und sie vom Kindergarten nach Hause kommen bis zum ins Bett gehen nur Einfordert, was man im Alltag nicht ralisieren kann. Meine zukünftige Frau setzt sich mit Ihr hin und spielt, fragt was sie spielen möchte und das wird dann auch gespielt, aber halt nicht den ganzen lieben nachmittag lang. Als Dank wird sie dann nach dem Spielen wieder angemault und erzählt im Kindergarten so einen Blödsinn, für den man sich dann auch noch rechtfertigen muss.

In den Sommermonaten haben wir ein Wochenend Domizil an der Nordsee wo wir jedes Wochenende hinfahren. Dort sind auch viele andere Kinder. Wenn sie morgens raus geht mit den anderen Kindern spielen sieht man sie freudig über den Platz laufen. Hat sie dann z. B. Durst, kommt sie rein, mault rum, trinkt etwas und geht dann wieder. Da natürlich wieder freudig umher springend.

Ich weis langsam nicht mehr weiter, weil man dies gemotze langsam nicht mehr ertragen kann. Eins noch kurz zur Info. Bei uns wird mit Worten gehandelt. Das Kind wird nicht Geschlagen und bekommt auch nicht einen Klapps auf den Popo.

Habt Ihr einen Lösungsansatz?

Beitrag von sunny42 - 31.01.12 - 09:20 Uhr

Guten Morgen Ersatzpapa,

ich schreibe erst einmal auf, was mir aufgefallen ist:

"Diesen Zahn habe ich Ihr aber gezogen in dem ich Ihr gesagt habe Sie solle den Papa anrufen und ich würd in der Zwischenzeit Ihre Sachen packen!"

Ein Kind, welches einen Elternteil "verliert" testet oft wie sicher die Liebe des anderen Elternteils ist. Natürlich kommt ihnen der geliebte Papa in den Sinn wenn Mama gerade schimpft. Das ist aber auch bei Familien so bei denen ein Elternteil mehr arbeitet und damit zwangsläufig auch nicht so oft erziehend zu Hause.

Allerdings kann die Reaktion "Ich packe schon einmal Deine Sachen." große Ängste bei verlassenen Kindern auslösen (sie war ja da gerade einmal 4 Jahre alt).
Wenn Papa gegangen ist und der neue (oder auch Mama) nun in einer Konfliktsituation sofort bereit sind meinen Sachen zu packen, wer hat mich dann denn eigentlich noch lieb und bleibt bei mir? Wenn die mich nicht haben wollen wenn ich ungezogen bin, ist Papa dann auch gegangen weil ich ungezogen war?
Natürlich sagt sie das jetzt nicht mehr. Wo soll sie denn hin, wenn sie es sich bei Euch auch nicht bleiben darf, wenn sie mal sagt, sie will zu Papa?

"Nun ist es so das sie an allem und jedem etwas aus zu setzen hat."

Warum darf sie nicht an allem etwas auszusetzen haben?
Hat nicht jeder Phasen im Leben in denen er sich neu orientiert und zwischenzeitlich sehr unzufrieden ist? Warum kann man das nicht einfach annehmen und warum reagiert ihr da so verstärkt drauf? Es scheint einfach nicht in ordung zu sein, unzufrieden zu sein.

"Im Kindergarten ist sie lieb und hilfsbereit, hört zu, hält sich an das was Ihr gesagt wird."

Na wunderbar! Es ist also keine grundsätzliche Unzufriedenheit sondern sie hat auch Spaß und Freude am Leben. Das würde mich extrem beruhigen. Außerdem ist es ein gutes zeichen wenn Kinder ihre "schlechten" Gefühle zu Hause rauslassen. Daran erkennt ma, dass sie sich zu hause geborgen genug fühlen um sich einfach gehen zu lassen.

"Problem ist nur, das sie den Hals nicht voll genug bekommt"

Auch da die Frage: Warum ist es schlecht den Hals nicht voll genug zu bekommen?
Hätte nicht jeder gerne viel viel mehr von dem was einem so gut tut?
Dass das nicht immer geht, ist ja etwas anderes, aber deshalb ist das Aufmerksamkeit haben wollen nichts schlechtes.
es könnte auch heißen: "Hej es ist so schön mit Euch zu spielen, dass ich davon gar nicht genug bekommen kann."

Man könnte also auch ganz erfreut über die entgegengebrachte Liebe sagen:
"Schatz, es freut mich, dass du so gerne mit mir spielen magst, wenn Du mir jetzt im Haushalt hilfst, oder mir eine halbe Stunde Ruhe lässt um mich zu erholen, dann habe ich anschließend auch wieder ganz große Freude daran mit Dir zu spielen!
Das ist ein riesen Unterschied zu einer Zuwendung die man genervt gibt und schon daran denkt das sie kein Ende finden wird.

"Man kann Reden bis man Fusseln am Mund hat"

Dann lasst es! es bringt nicht immer das Gleiche zu reden, wenn der gegenüber es nicht hören will. Lieber eine kurze klare Ansage mit Aussicht auf ein späteres schönes Ereignis und dann ruht man in der Mittagsruhe! Wenn sie Nähe sucht, könnte man sich ja auch gemeinsam aufs Sofa legen und bei einem Hörspiel den Rücken massieren, da kommt man selbst auch zu einer Pause bei.

"Ich weis langsam nicht mehr weiter, weil man dies gemotze langsam nicht mehr ertragen kann."

Das Motzen hört nicht auf, weil ihr soviel Resonanz darauf bietet!
Wenn Du genervt von der Arbeit kommst und Deine Frau reagiert auf Deine laune ebenfalls mit schlechter laune, dann ist das ein Teufelskreis.
Macht Eure Laune nicht von ihrer Laune abhängig!
Wenn man auf das Motzen gar nicht reagiert und selbst freundlich und entspannt bleibt, dann hält sich die Laune und das Gemotze des Kindes auch nicht mehr als ein paar Tage, denn es fehlt das die schlechte Laune nährende gereizte gegenüber.

Liebe Grüße
Sunny

Beitrag von karna.dalilah - 31.01.12 - 09:20 Uhr

Oh wir haben auch so ein Exemplar nur etwas älter und männlich...#schwitz

Wir haben alles probiert bis zum "er soll alles haben was er sich wünscht"...
Er war auch damit nicht zufrieden...
Irgendwann haben wir gemerkt, dass er irgendwann für sich entdeckt hat, dass er damit die Aufmerksamkeit auf sich zieht und sie ihm auch erhalten bleibt.
Zur Folge hatte dass für uns und seinen Geschwister kaum noch Zeit blieb, denn das dauernde Gemecker zerrte nur noch an den Nerven und die Jüngeren übernahmen langsam sein Verhalten:-[

In Schule und Kita war er ein völlig liebes Kind.

Unter dem Strich fanden wir raus, dass unser Sohn sehr wenig Selbstbewußtsein hat.
Das Mobbing unter Kindern hat er nach außen hin mit einem Lächeln getragen , zu Hause sprach er nie darüber aber war stetig unzufrieden.
Das Erfüllen seiner Wünsche brachte nur kurze Versöhnung aber nicht das Gewünschte Gefühl .

Unser Weg :
Er bekommt Zeit von uns. Wenn wir Zeit mit einem anderen Kind verbringen oder uns selber eine Pause verordnet haben, dann muss er warten.
Gemecker wird in dem Fall ignoriert.
Er geht regelmäßig zum Karatetraining und entwickelt seitdem auch langsam ein Selbstbewußtsein er kann ja nun Angriffe abwehren ;) er ist nicht mehr machtlos.
Er wird die Schule wechseln.

Ein Trainer sagte: Kinder die viel Aufmerksamkeit ziehen können sich oft selber nicht gut wahrnehmen oft haben sie eine schlechte Körperwahrnehmung.
Mit Sport lernen sie auch die Konzentration zu lenken und ihren Körper und ihr Limit kennen.
Das führt zu vielen Verbesserungen im täglichen Leben.

Vielleicht ist das ja auch ein Ansatz für euch.
Im Moment sind die unzufriedenen Momente weniger und erträglicher.

Viel Erfolg
Karna

Beitrag von ersatzpapa - 31.01.12 - 10:43 Uhr

Hallo,

vorerst vielen Dank für Eure Antworten.

Ich habe sicherlich noch Dinge vergessen, die die Situation besser darstellen.

Recht gebe ich Dir in dem Moment wo gesagt wird, das Sie den Papa anrufen solle, aber wir haben Zeiten hinter uns, als der Papa noch in der Nähe wohnte, Sie zum Vaterwochenende abholen wollte und sie nicht mit wollte. Wir haben dann versucht in enger Zusammenarbeit, also Vater, Mutter und ich, zu zeigen das der Papa sich ganz doll freut, es für uns okay ist, sie nicht das Gefühl haben muss uns dann im Stich zu lassen usw. Also, Ihr die Sorgen zu nehmen!

Sie hat also immer so gespielt wie es Ihr gerade passte. Wenn zu Hause gemeckert wurde, wollte sie zum Papa, stand der Papa zum Vaterwochenende vor der Tür, wollte sie zu Hause bleiben.

Sicherlich ist es auch gut wenn das Kind seinen Frust ablässt, aber seit Ewigkeiten jeden Tag schlechte Laune und Frust. Auch wir haben zu Hause Grenzen. Das heißt, ich habe z. B. mein Büro zu Hause, wenn ich Telefoniere, dann muss sie ruhig sein. Das hat anfangs auch gut geklappt, nur mitlerweile setzt sie sich über sämtliche Grenzen hinweg, aber nur zu Hause. Wir haben anfangs auch immer gesagt, okay, ist jetzt eine Phase, aber geht denn eine Phase in die andere über?

Am Schlimmsten finde ich diese Märchen die sie im Kindergarten erzählt, weil uns das zusätzlich Probleme bereiten kann, was wir echt nicht brauchen, zu mal es ja auch nicht so ist. Wir geben uns wirklich sehr viel Mühe mit ihr und versuchen zu erklären was nur geht, das es Kinder gibt denen es schlechter geht usw. Das es soetwas gibt weis sie, aber es muss immer mehr und mehr sein.

Ganz wichtig: Das wir sie lieb haben zeigen wir Ihr und vor allem sagen wir es ihr auch immer wieder. Problem ist nur das sie meint die Prinzessin zu sein. Hält beispielsweise ein Blatt in der Hand, benötigt es nicht mehr, lässt es fallen und gut ist es für sie. Wenn man dann etwas sagt bekommt man zur Antwort: "Alles muss ich hier machen". Wenn man ihr dann aufzählt was wir alles zu ihrem wohlergehen machen, dann interessiert sie das in keinster Weise.

Man muss auch dazu sagen das sie unwahrscheinlich pfiffig ist und wir in einem Urlaub schon angesprochen wurden, das sie sehr wohl weis welche Knöpfe sie bei uns Drücken muss!

Beitrag von lichtchen67 - 31.01.12 - 11:42 Uhr

Auch hier fallen mir ein paar Dinge auf:

> Sie hat also immer so gespielt wie es Ihr gerade passte. Wenn zu Hause gemeckert wurde, wollte sie zum Papa, stand der Papa zum Vaterwochenende vor der Tür, wollte sie zu Hause bleiben.<

Finde ich völlig normal für ein Kind in dem Alter. Wichtig ist, dass die Erwachsenen erwachsen damit umgehen und die ursprüngliche Regelung beibehalten und sich nicht "auf der Nase tanzen" lassen.

> versuchen zu erklären was nur geht, das es Kinder gibt denen es schlechter geht usw.<

Und das soll ernsthaft eine 6-jährige verstehen und auch wirklich einsehen? Ich weiß selber, dass es Menschen gibt, denen es schlechter geht als mir... dennoch habe ich manchmal schlechte Laune..... menschlich.

> Wenn man ihr dann aufzählt was wir alles zu ihrem wohlergehen machen, dann interessiert sie das in keinster Weise.<

Das hat sie nicht zu interessieren... wollt ihr Lob dafür, dass ihr euch um ein Kind kümmert? Das hat so zu sein. Warum sollte sie das "anerkennen"?

> und wir in einem Urlaub schon angesprochen wurden, das sie sehr wohl weis welche Knöpfe sie bei uns Drücken muss! <

Hm... wenn ihr das schon wisst, warum lasst ihr die Knöpfe drücken? Warum lasst ihr das zu?

Ich denke, ihr lasst euch von ihr und ihrer schlechten Laune terrorisieren. Und springt wie sie will, damit sie endlich mal bessere laune kriegt und fröhlich ist. Und für sie ist das der Mechanismus euch springen zu lassen. Ihr hab ja regelrecht Angst davor, was sie im Kindergarten erzählen könnte... warum?

Und gewisse Dinge müssen einfach nicht diskutiert werden, wie z.B. das mit dem Papier. das wird aufgehoben und gut is. da muss ich mich gar nicht erst auf Diskussionen wer hier was für wen tut einlassen.

Lichtchen

Beitrag von sandkoernchen - 31.01.12 - 13:48 Uhr

Das würde ich voll unterschreiben!!

Wenn ich das lese erkenne ich meine gleichalte nicht "in Trennung lebende" Tochter wieder.

Kinder dürfen meiner Meinung nach von Grund auf egoistisch sein und brauchen sich bei mir für selbstverständlichkeiten wie Haus und Zimmer nicht zu bedanken, dass Haus und ihr Zimmer haben wir ja schließlich für uns und nicht für sie alleine gebaut. Die Frage ist wie ich damit umgehe!

Auf unhöfliches oder zickiges Verhalten reagiere ich allergisch und lasse mich mit Sicherheit nicht auf eine Diskussion ein. Da kommt höchstens ein: "Nicht-in-diesem-Ton-Frau-Müller-Lüdenscheidt!" dann weiß sie ganz genau, dass dies nicht angebracht war und formuliert ihre Frage mit "Bitte, Danke" in freundlichem Ton nochmal neu.

Bitte nicht falsch verstehen ich bin hier nicht der Diktator und diskutiere gerne mit ihr vieles aus, aber eben nicht alles!!

Es scheint sich aber schon eine Art Spirale bei Euch eingespielt zu haben aus der man schwer wieder herauskommt. Vielleicht solltest Du Dich mit Deiner Frau nochmals ganz in Ruhe auseinandersetzen und das ganze Besprechen, wie man sich am besten in einer schlechte Laune Situation verhalten könnte ohne direkt drauf einzusteigen.

sankoernchen

Beitrag von celini13 - 31.01.12 - 12:28 Uhr

Hallo,

als erstes möchte ich dir folgendes Buch nahe legen: http://www.amazon.de/Lieben-ermutigen-loslassen-Montessori-Erziehung/dp/3407228163/ref=sr_1_15?ie=UTF8&qid=1328007669&sr=8-15

So und nun zu dem Verhalten eurer Tochter:

Was tust du persönlich, um dich in die Kleine hinein zu versetzen? Du solltest dich fragen: Wie bist du aufgewachsen? Wie waren deine Familienverhältnisse? Vielleicht kannst du sie dann ein Stück besser verstehen...

Ich kann dir ein bißchen aus der Position deiner Tochter schreiben, ich selber bin ohne meinen leiblichen Vater aufgewachsen und musste mit den Partnern meiner Mutter klar kommen.
Die Kleine hat in ihrem jungen Leben die Erfahrung machen müssen, dass ein sicheres zu Hause keine Selbstverständlichkeit ist - ein Elternteil zu "verlieren" ist wie ein zu Hause zu verlieren. Eure schwere Aufgabe ist es nun eine neue Heimat entstehen zu lassen, in dem sie sich fest verwurzeln kann. Verstehst du dich mit der Mutter des Kindes sehr sehr sehr gut, oder gibt es auch mal Streiteren (die das Kind mitbekommt)?
Wie beschäftigst du dich mit dem Kind? Gelingt es dir sie zu "Hören"?
Ohne dich damit entmutigen zu wollen - keiner der Partner meiner Mutter (sie hatte auch immer langjährige Beziehungen) hatte es je geschafft an mich persönlich heranzukommen. Sie wollten alle lieb und toll und väterlich sein, brachten Geschenke mit - und ich fand es einfach nur ätzend, denn keiner hatte meinen Schmerz über den Verlust meines leiblichen Vaters gehört - er war kein Gesprächsthema - ein Stück von mir, die Hälfte meiner Persönlichkeit, bekam keinen Platz in der "neuen" Familie. Und ich habe auch mit Gemotze und Gezicke in den heimischen 4 Wänden reagiert - in Kita, Schule, bei den Omas... überall war ich das liebste Kind, aber zu Hause war der Teufel los.
Ich hatte mir gewünscht: Der Mann an der Seite meiner Mutter sollte nicht meinen Vater ersetzen - jeder der das versuchte, wurde von mir gehasst, er war unersetzbar. Mir hätte es geholfen, wenn sich diese Männer nicht nur um meine Mutter (und meinen unkomplizierten Bruder) gekümmert hätten, sondern sich auch sichtlich unc ehrlich bemüht hätten meine Seele zu ergründen, sich zu mir zu setzen und mit mir zu reden, aber nicht auf der Art "Was ist dein Problem" sondern eher in der Richtung: Du zeigst mir deine Ängste und Sorgen, dann zeig ich dir auch meine - also richtiges ZUHÖREN (lässt sich irgendwie schwer beschreiben) Das hat halt was mit echtem Mitfühlen zu tun.

Deshalb mein Lösungsansatz: Versuche dich in die Kleine hineinzuversetzen und erwarte nicht zu viel auf einmal von so einem kleinen Kind - du musst erst deine Zuverlässigkeit als Bezugsperson unter Beweis stellen

in diesem Sinne wünsche ich euch alles Gute

Beitrag von ersatzpapa - 31.01.12 - 12:40 Uhr

Und genau das habe ich getan. Die Kleine hat zu mir ein großes Empfinden aufgebaut. Das äußert sich immer wieder wenn sie etwas hat, nachts schlecht geträumt hat oder dergleichen. Sie kommt dann zu mir und sucht den Schutz.

Auch weis sie von mir das ich nichts gegen ihren Vater habe, auch wenn er in meinen Augen der größte Ar.... ist der durch die Gegend läuft, aber das lasse ich sie nicht merken und rede immer nur positiv über ihren Vater. Es ist schließlich ihr Vater und ersetzen möchte ich ihn nicht weiter als sie es möchte.

Das sie auf mich hören muss ist klar und lässt sich nicht ändern. Wie soll es ansonsten auch gehen? Ich selber bin in einem geordneten Umfeld mit klaren Regeln, aber auch Regelverstößen aufgewachsen. Ich möchte dem Kind auch nur den Lebensweg mitgeben und Beschäftige mich sehr viel mit ihr. Mehr als mit ihrer Mutter und sie ist hier voll integriert. Niemand bekommt hier mehr Aufmerksamkeit als sie. Quasi dreht sich hier alles um sie und wir sind sehr bemüht sie überall zu Integrieren, aber es gibt auch Momente wo man mal etwas alleine Besprechen muss und das haben Kinder auch zu akzeptieren. Wir erklären es ihr in Ruhe und schieben sie nicht in irgend eine Ecke!

Beitrag von celini13 - 31.01.12 - 13:01 Uhr

Das klingt ja schon mal ganz gut.

"Niemand bekommt hier mehr Aufmerksamkeit als sie. Quasi dreht sich hier alles um sie und wir sind sehr bemüht sie überall zu Integrieren, aber es gibt auch Momente wo man mal etwas alleine Besprechen muss und das haben Kinder auch zu akzeptieren."
--> für diesen Punkt kann ich dir nochmals das oben genannte Buch nahe legen. Vielleicht ist es ja auch genau umgedreht bei euch, als es bei mir in der Kindheit war und die Kleine ist zu sehr im Focus? Eine Rolle mit der sie nicht umgehen kann? (Da kamen ja von den anderen schon schöne Tipps)

Es ist halt ein Balanceakt genau das richtige Maß zu finden: wann sollte man nachsichtiger sein, wann doch lieber etwas strenger. Ich glaube das Problem kennen alle Eltern hier. Ich weiß nicht, ob du leibliche Kinder hast - ich gehe jetzt mal davon aus, dass du keine hast - vor deinen Bemühungen ziehe ich den Hut. Es ist wahrscheinlich nicht einfach, wenn man so ins kalte Wasser geschmissen wird.

Beitrag von ersatzpapa - 31.01.12 - 14:40 Uhr

Nein, ich habe keine "eigenen" Kinder, obwohl ich sie als eigenes Kind ansehe und sie auch entsprechend behandel. Sie ist also neben ihrer Mutter nicht zweite Wahl oder dergleichen.

Natürlich ist man mal genervt, da läuft es im Job nicht rund, das Finanzamt hat wieder Forderungen, das Auto ist kaputt und die Kleine hört nicht für 2 Cent. Da versucht man sich mal frei zu machen und wird auch mal etwas ruppiger wenn es mal nicht läuft, aber das ist doch normal und das mussten wir alle mitmachen, oder hatten Eure Eltern immer nur ein offenes Ohr für Euch und ihr habt Eure Erziehung ganz alleine geregelt?

Zu dem Thema mit dem Buch erst ein mal ein Dankeschön, werde ich mich gegen Abend näher mit Beschäftigen. Nun kommt gleich erstmal Mädchenbesuch für die Kleine!

Beitrag von celini13 - 31.01.12 - 21:02 Uhr

>>Nein, ich habe keine "eigenen" Kinder, obwohl ich sie als eigenes Kind ansehe und sie auch entsprechend behandel.<< Deswegen habe ich bewußt das Wort "leiblich" verwendet!

>>Natürlich ist man mal genervt, da läuft es im Job nicht rund, das Finanzamt hat wieder Forderungen, das Auto ist kaputt und die Kleine hört nicht für 2 Cent<<
Ja, das kennt, glaube ich, auch jeder - vielleicht hilft es dir zu wissen, dass andere auch schlechte Tage haben.

Ich persönlich lese dann viel - nen bissel Psychokram oder herzzerreißende Liebesromane, Fantasy oder so ähnlich - ist für mich wie tief durchatmen und ich komme etwas weg von den aktuellen Problemen. Wir haben als Familie auch ziemlich schwierige Zeiten durchgestanden, aber irgendwie haben wir immer wieder zueinander gefunden und durch stetige Reflexion uns auch mal selbst auf die Finger gehauen (also wir Erwachsenen uns selbst im symbolischen Sinne)

>>oder hatten Eure Eltern immer nur ein offenes Ohr für Euch und ihr habt Eure Erziehung ganz alleine geregelt?<<
Nein, meine Mutter hatte kein offenes Ohr für mich und irgenwie bin ich alleine groß geworden. Mein Vater, wie gesagt, existierte nicht mehr. Meine Mutter erarbeitete den Lebensunterhalt, mein älterer Bruder holte mich vom Kindergarten ab, als Schulkind ging ich allein - am Nachmittag waren wir auf uns gestellt. Wenn meine Mutter Urlaub hatte, waren wir mal zusammen, ansonsten haben wir Kinder unser Ding gemacht - meine Mutter wusste nichts von meinen Hausaufgaben, von meinen Arbeiten oder ob ich Freunde hatte. Sie weiß bis heute nicht dass ich mit 13 anfing zu rauchen, dass ich Drogen probierte, dass ich gemobbt wurde und versuchte mich umzubringen. Nein, meine Mutter hat keine Ahnung von mir.

Heute versuche ich mit meinem Mann zusammen unsere Töchter mit Liebe zu erziehen und hoffe es besser als meine Mutter hinzubekommen. Ich wünsche mir, dass meine Kinder seelisch stabil heranwachsen

Beitrag von marion2 - 31.01.12 - 15:21 Uhr

Hallo,

"Anfangs wusste die Kleine es sehr gut aus zu nutzen und sagte immer sie wolle zum Papa, wenn die Luft hier etwas dünn wurde für Sie."

Kinder aus "intakten" Beziehungen sagen: "Du bist nicht mehr mein Freund"

"Als die Kindergärtnerin erzählte haben wir gedacht das sie von einem ganz anderen Kind spricht."

So geht es allen Eltern. Kaum ein Kind benimmt sich im Kindergarten wie zu Hause. Die es umgebenden Faktoren unterscheiden sich.

"Morgens wenn sie Aufsteht, gleich gemotze, beim Frühstück auch nur gemotze. Sie sucht sich quasi Gründe zum Nörgeln und das den ganzen Tag lang. Wir können machen was wir wollen!"
Versucht ihr etwa, es ihr immer Recht zu machen?

"Ich weis langsam nicht mehr weiter, weil man dies gemotze langsam nicht mehr ertragen kann. "
Gewöhn dich dran. Sie wird so schnell nicht ausziehen. Wenn du Sch***freundlich auf ihr Gemotze antwortest, wird sie eines Tages aufgeben. Nur nicht anmerken lassen, dass du genervt bist. ;-)

Gruß

Beitrag von ersatzpapa - 31.01.12 - 15:27 Uhr

Wenn wir es ihr recht machen würden, dann würden wir in einem Spielzeugladen wohnen, ihr das Zepter übergeben und sie würde machen was sie will. Ob das für die Zukunft förderlich ist?

Oha, "Dann bist Du nicht mehr mein Freund", wie oft höre ich diesen Satz? Lass mich schätzen, jedes mal wenn sie mit einem Kind spielt was nicht gerade das macht was sie will? Das sagt doch jedes Kind!

Beitrag von marion2 - 31.01.12 - 15:33 Uhr

"Wenn wir es ihr recht machen würden, dann würden wir in einem Spielzeugladen wohnen, ihr das Zepter übergeben und sie würde machen was sie will. Ob das für die Zukunft förderlich ist?"

Wetten, ihr versuchts?

"Oha, "Dann bist Du nicht mehr mein Freund", wie oft höre ich diesen Satz? Lass mich schätzen, jedes mal wenn sie mit einem Kind spielt was nicht gerade das macht was sie will? Das sagt doch jedes Kind!"

Ich meinte, sie würde den Satz zu DIR sagen, wenn sie dich nicht mit dem leiblichen Vater erpressen könnte.

Beitrag von netzhaut - 31.01.12 - 15:44 Uhr

Wow,ganz schön schroffe Schreibweise...

Aus deinem Beitrag liest sich eins ganz deutlich:Sie kommt mit der Situation mit ihrem Vater überhaupt nicht klar.
Egal,wie gut die Beziehung zwischen euch ist:Wenn der eigene Vater Besuchstermine verstreichen lässt und ihr so signalisiert,dass sie ihm am Ar*** vorbeigeht,hinterlässt das tiefe Spuren.Und die zeigen sich gerade.Vielleicht redet sie sich auch ein,sie wäre Schuld,dass sich ihr Vater nicht meldet (Selbstbewusstseinsprobleme).
Ich könnte mir gut vorstellen,dass sie ihre Unzufriedenheit diesbezüglich an euch auslässt.Ihr seid immerhin die einzigen,die greifbar sind (im Gegensatz zu ihrem Vater).Ist ja auch eine harte Situation:Zuerst wohnt man mit Papa und Mama zusammen,dann trennen sich beide,die Wohnverhältnisse ändern sich und Papa lässt sich nicht mehr blicken...

Deshalb meine Frage:Wie alt ist das Kind und hat sich deine zukünftige wegen dir von ihrem Mann getrennt?Habt ihr mit ihr konkret über ihr Verhalten gesprochen bzw. weiß sie selbst,warum sie so ist?

Und:Wenn das jetzt schon 3 Jahre so geht,würde ich evtl. über eine Gesprächstherapie nachdenken.

Alles Gute und liebe Grüße

Beitrag von netzhaut - 31.01.12 - 15:49 Uhr

Ok,zum Alter habe ich den Teil überlesen:"Hatten vor kurzem ein Einschulungsgespräch im Kiga"

Mal ehrlich:Für ihre jungen Jahre hat dein Ziehkind schon ganz schön viel mitgemacht.Da verstehe ich es noch weniger,dass du Dinge schreibst wie "Den Zahn hab ich ihr gezogen" oder "In der Zwischenzeit packe ich deine Sachen".Sie macht das in dem Alter ganz sicher nicht absichtlich oder um euch zu ärgern (vor allem,wenn du schreibst,dass sie dich von Anfang an akzeptiert hat...).Also:ein Kinderpsychologe wäre ein guter Anfang.

Beitrag von ersatzpapa - 31.01.12 - 16:39 Uhr

Bitte entschuldige, aber die Situation zwischen Ihrem Vater und ihr habe ich hier nicht weit ausgebreitet, weil ich sonst gleich ein Buch schreiben würde.

Wir sind diejenigen die Versuchen ihr klar zu machen warum der Papa sie nicht holt oder was weis denn ich. Der Vater selbst ruft ein mal die Woche an, haut dann Sachen raus wie, ich muss Arbeiten damit ich Euch Geld schicken kann. Er selbst arbeitet nur 19,25 Std. und verdient auch entsprechend, so das ich auf die paar Kröten getrost verzichten kann.

Wir sind diejenigen die hier alles zu ihrem Wohl klären, erklären usw. Sicherlich ist es ihr Vater und sie hat sicherlich auch einen Bezug zu ihrem Vater, nur stellenweise will sie gar nichts von ihm Wissen. Sie weis auch das es nichts mit ihr zu tun hat, das die Eltern sich getrennt haben. Das haben wir ihr mal für mal erklärt.

Nein, ich war nicht der Grund der Trennung. Das hat er ganz alleine hinbekommen!

Ich bin auch in meiner Position als Mann immer der Fürredner, das sie sich sehen können usw., auch wenn ich ihm nicht aufs Fell schauen kann. Das lasse ich die Kleine aber nicht spüren, eher stelle ich mich mit guter Mine hin wenn er sie mal sieht, damit sie nicht zwischen die Fronten gerät und nicht weis zu wem sie gehen soll. Muss aber auch ehrlich dazu sagen, das es seinem Wunsch gemäß seitens des Gerichtes fest gesetzte Besuchstermine gibt, wann er sie im letzten JAhr holen sollte/konnte. Er selbst hat die Termine so gewählt. Bis auf die Osterferien hat er alle anderen Termine wie Pfingsten, Sommer, Herbst, Weihnachten verstreichen lassen. Jetzt hat er ihr gesagt das er Ostern mit ihr in den Urlaub fliegen wolle, was ich nicht wirklich nachvollziehen kann bzw. nicht für gut heißen kann, da sie sich ein JAhr nicht gesehen haben. Hier in Deutschland kann man sich auf halber Strecke treffen wenn sie nach Hause wollte. Aus dem Ausland bekommt man nicht so schnell einen Flieger! Wir machen uns da sehr wohl unsere Gedanken zu.
Als sie letztes Jahr Ostern bei ihm war wollte sie auch nach Hause, das haben wir leider erst zu spät erfahren. Zum Glück wohnt aber ihre Oma in der Nähe, so das sie dort immer etwas halt gefunden hat. Er denkt nur an sich und seinen Willen, wir bemühen uns so weit wie es nur geht und fangen sie hier auf.

Aber zurück zum Thema: Passend auch zu dem eben geschriebenen. Mitlerweile weis man nicht was richtig und falsch ist. Was ist denn wenn der Vater nun Ostern vor der Tür steht um sie ab zu holen und sie macht Theater? Ist es trotz, oder will sie nicht, oder will sie sich gerade mitleidig hinstellen? Das tut mir in der Seele weh, heute schon nicht zu Wissen wie man dann am Besten reagiert. Im Normalfall würd ich sagen Kind bleibt hier um es zu schützen und es muss erneut eine Zusammenführung herbei gerufen werden. Hatten wir alles schon! Nun weis man aber nicht, ob es trotz ist oder ob sie Angst hat. Was also machen? Wie ihr seht, alles keine leichte Aufgabe. Einen Psychologen haben wir damals nach der Trennung in Anspruch genommen. Dieser sagte aber das alles okay sei und wir Aufpassen müssen das sie die Situation nicht ausnutzt, also ich will zu Papa, ich will zu Mama!

Beitrag von netzhaut - 31.01.12 - 17:33 Uhr

"nur stellenweise will sie gar nichts von ihm Wissen"
Verständlich.Sie ist verletzt.Ich denke,diese "Schwankungen" bezüglich des Interesses sind normal-je nachdem,wie sie sich gerade fühlt.

"Das lasse ich die Kleine aber nicht spüren, eher stelle ich mich mit guter Mine hin"
DAs ist auch das vernünftigste,was du tun kannst.Neutral sein,um sie nicht zu beeinflussen.

"Sie weis auch das es nichts mit ihr zu tun hat, das die Eltern sich getrennt haben. "
Da stellt sich nur die Frage,ob sie das tatsächlich weiß,oder nur sagt,dass sie es weiß.Schwer,für ein 6-jährtiges Kind,bei so einem komplexen Thema die richtigen Worte zu finden.

"Jetzt hat er ihr gesagt das er Ostern mit ihr in den Urlaub fliegen wolle"
Im Ernst?Finde ich persönlich total abwegig.Er hat seine Tochter ein ganzes Mal im letzten Jahr gesehen und will jetzt tagelang mit ihr weg?Die Kurze weiß doch gar nicht,wie ihr geschieht?!Erst die volle Breitseite an Ignoranz und dann Tag für Tag im Urlaub aufeinanderhocken und "Eitel Sonnenschein" spielen?!Kinder brauchen doch Kontinuität und nicht so ein hickhack.Ich würde ihn an eurer Stelle an seine festgelegten Besuchzeiten erinnern und ihm sagen,dass man über einen Urlaub immer noch nachdenken kann,wenn er sich an diese Zeiten hält und sie regelmäßig sieht.
Mir stellt sich die Frage,ob der Kontakt zum Vater nicht frustrierender als sinnvoll für die Kleine ist,wenn sie sich (nehme ich mal an) tagelang auf den Papa freut und er kurz vorher oder wie auch immer,absagt.Ist ja jedes mal ein Schlag in's Gesicht für sie.

"Was ist denn wenn der Vater nun Ostern vor der Tür steht um sie ab zu holen und sie macht Theater?Im Normalfall würd ich sagen Kind bleibt hier um es zu schützen und es muss erneut eine Zusammenführung herbei gerufen werden"

Richtige Einstellung.Dann bleibt sie zu Hause.Ich würde sie nicht zwingen,mit jemandem (ja,auch wenn es der Vater ist) mitzufahren,den sie sonst kaum sieht.Ausserden ist ER nach der Glanzleistung im letzten Jahr in der "Bringschuld" und sollte Verständnis dafür haben,wenn sie ihm nicht Freudestrahlend um den Hals fällt.Wenn es offensichtlich ist,dass sie ihm gegenüber unsicher ist,würde ich die Treffen im Zweifel bei euch/neutraler Ort organisieren und zwar im Beisein von dir oder deiner Frau um eurer Tochter Rückhalt zu geben.

Was sagt SIE denn über ihren Papa?Wie steht sie zu ihm und vor allem:Was wünscht sie sich von ihm?Und mit dem Vater würde ich mal ein klärendes Gespräch bezüglich SEINER Vorstellungen führen und das das so nicht geht und auch nicht gut für die Kurze ist.

Beitrag von ersatzpapa - 01.02.12 - 06:58 Uhr

Danke für den zugesprochenen Mut, denn man weis stellenweise wirklich nicht was richtig oder falsch ist.

Wir haben uns bereits mit einem Anwalt in Verbindg gesetzt, weil der Kontakt zwischen Vater und uns nur auf schriftlichem Wege erfolgt. Anders geht es leider nicht, da er ansonsten die Tatsachen verdreht um sein Bestes raus zu holen. Einen Menschen der so lügen kann, habe ich in meinem Leben noch nicht getroffen! Leider sieht er nur seine Vorteile und will seine Vorhaben durchsetzen. Ab und an ziemlich anstrengend.

So ist es so das meine bessere Hälfte und ich im Februar heiraten werden. Die Kleine hat von sich aus den Wunsch geäußert ihren Familiennamen und meinen Namen zu tragen, OHNE, das wir etwas dazu gefragt oder gesagt haben. Den Vater haben wir Angeschreiben via Mail, keine Antwort, dann via EInschreiben, kommt zurück mit dem Vermerk "Empfänger unter der Adresse nicht bekannt." Die letzten Tage hat die Kleine ihn dann aus heiterem Himmel heraus am Telefon gefragt. Antwort: ein kurzes NEIN und das war alles. Keine Erklärung, nichts! Bleibt also wieder nichts als über den Anwalt / das Familiengericht!

Immerhin weis sie jetzt das es ihr Vater ist der es Verbietet und nicht wir. Ich gebe ihr gerne meinen Namen!!!

Beitrag von netzhaut - 01.02.12 - 09:53 Uhr

Guten Morgen,

hört sich so an,als hätte er Spaß daran euch das Leben schwer zu machen.
Und wenn das alles so stimmt,scheint er ein ziemlich unzufriedener,armseliger Mensch zu sein.
Ich denke,mit Kontaktierung des Anwalts tut ihr das richtige!

Ich wünsche euch und besonders deiner Ziehtochter alles Gute für die Zukunft!
lg

Beitrag von ersatzpapa - 01.02.12 - 10:27 Uhr

Vielen Dank.

Ja, wo es nur geht Versucht er es, leider! Problem dabei ist nur das er gegen nichts etwas machen kann. Mitlerweile sind wir so weit das wir nur noch schriftlich Verkehren, nur noch auf dem Wege des Einschreibens, damit man Belege hat.

Ich selber habe mich ganz zu Anfang auf seine Seite geschlagen, hatte Verständnis wie es ihm wohl geht und was er fühlt, bis zu dem Tag wo er mich auf die Palme gebracht hat und ich später einer armselige Anzeige im Briefkasten hatte weil ich zu Ihm "Arschloch" gesagt haben soll.

Es ist wirklich nicht einfach mit ihm, was ich aber vor dem Kind verberge. Die kann da ja nun am allerwenigsten etwas für.

Wir haben uns jetzt entsprechend die Karten gelegt. Wenn er sie Ostern sehen will, dann okay, aber in Deutschland. Wenn ihm das nicht passt gehts vors Familiengericht und dann kommt das rundum Sorglos Paket! Wir wollen ja den Umgang zwischen Vater und Tochter nicht verwehren, eher im Gegenteil, aber er ist so unzuverlässlich.

Im letzten JAhr waren Ferienregelungen vom Gericht fest gesetzt, nach seinen Wünschen. So wurde auch entsprechend geplant. Sämtliche Ferien mussten wir wieder Umplanen da er 4 Wochen vorher abgesagt hat.

Der Witz war Weihnachten. Er selber hat vor Gericht gesagt das er seine Tochter am 2. Weihnachtstag sehen wolle. Er wohnt 400 km weit weg. Nun gut haben wir uns gedacht. Weihnachten stellt er sich vor seinen Vater und beschwert sich das er für einen Tag 400 km eine Strecke fahren solle. Der Typ sieht sich halt immer in der Opfer-Rolle!

Nur, ist es richtig so den Vater der ja eigentlich den Bockmist macht zu schützen und immer gut auf das Kind ein zu gehen, oder sagt man besser die Wahrheit? Er erzählt Ihr immer das er sie nicht holen könne da er Arbeiten müsse um Geld zu schicken. Das Kind glaubt ja langsam das wir uns ein schönes Leben machen und der Vater nur Arbeiten muss und sie nicht sehen kann. Ob ich die paar Kröten habe oder nicht macht mich nicht reicher und nicht ärmer, aber das kann ein 6 Jahre altes Kind ja nicht Verstehen! Ebenso mit den Ferien, bereitet man sie darauf vor oder lässt man es sein, für den Fall das er dann doch wieder nicht kommt, wie wir es aus der Vergangenheit ja nun kennen. Mit uns bzw. meiner zukünftigen Frau hat er diesbzgl. noch keinen Kontakt aufgenommen von wann bis wann usw. Rechte kennt er, Pflichten sind ein Fremdwort!

Beitrag von celini13 - 01.02.12 - 11:01 Uhr

Hi ich nochmal #winke

für euch ist das echt besch***, dass ihr den Mist ihres Vaters vor der Kleinen abfedern müsst. Ich würde ihr noch nicht die volle Wahrheit zumuten wollen, ich denke sie ist wirklich noch zu klein dafür. Ihr braucht da echt ein dickes Fell...
Im Bekanntekreis haben wir einen ähnlichen Fall - die Kleine war aber erst 8 Monate als die beiden sich kennenlernten, der leibliche Vater kümmerte sich zu dieser Zeit einen feuchten um sein Kind. Die 3 wuchsen richtig toll als Familie zusammen und auf einmal tauchte der Erzeuger auf und wollte wieder Kontakt zu seinem KInd. Sie haben es per Gericht abgewehrt, da die Kleine nun gar nicht ihren Erzeuger kannte und sie nicht aus der Bahn werfen wollten. Sie ist jetzt 9 und weiß, dass sie einen weiteren Vater hat und mehr will sie zur Zeit auch nicht wissen.
Seid ihr zur Zeit im Kontakt mit dem Jugendamt? Gibt es da eigentlich evtl. einen Ansprechpartner, der euch unterstützend zur Seite steht, wie ihr euch verhalten könnt und ihr vielleicht doch die Option durchsprechen könntet, die bisher eingeräumten Besuchsrechte zu streichen? Oder Besuch nur mit einem Familienhelfer des Amtes? Diese könnte vielleicht auch beurteilen, ob ihr das weiter so zugemutet werden kann oder ob ihr eine Kontaktpause besser bekommen würde. Das Unbeständige seinerseits ist wirklich eine Zumutung für das Mäuschen. Es gab genug Fälle, wo ein abgebrochener Kontakt für alle Beteiligten die bessere Wahl war. Zur Zeit scheint sie ja wirklich verunsichert zu sein...

Ich wünsche euch viel Kraft für den weiteren Weg

Beitrag von ersatzpapa - 01.02.12 - 12:52 Uhr

Das Jugendamt kann man bei uns getrost Vergessen. Während der Scheidungsphase hatten wir den Vorfall das sie nicht zu ihrem Vater wollte, weshalb wir das Jugendamt eingeschaltet haben, viel Mailverkehr, viele Telefonate, die ich geführt habe. Später wurde dann ein Termin beim Jugendamt vereinbart, an dem der Vater aber nicht konnte, so das zwei Termine gemacht wurden. Ein mal für Ihn, ein mal für die Mutter.

Letztendlich haben wir eine Mail bekommen vom Jugendamt aus der hervor ging: "Der Vater wünscht sich dies, der Vater wünscht sich das". Das Problem an sich wurde in keinster Weise wahrgenommen.

Kurz vor dem Scheidungstermin hat der Vater sich ans Familiengericht gewandt und wollte das alleinige Sorge- und Umgangsrecht haben. Durch diesen Vorgang wurde das Jugendamt eingeschaltet. Als er dann vom Jugendamt befragt wurde sprach er davon nicht mehr, sondern das er die Kleine von dann bis dann in den und den Ferien haben wollte. Dies hat die Mutter auch eingewilligt und was dabei raus gekommen ist, das kann man weiter oben Lesen.

Ich selbst bin auch der Meinung das man es dem Kind so nicht zumuten kann, aber das Regeln ja Gesetze und da ist der einzelne Mensch mit der einzelnen Situation nicht gefragt. Ein Kind nur als Werkzeug zu nutzen ist mehr als eine riesen Frechheit!.

Wir warten jetzt mal ab was bzgl. der Osterferien kommt. Wahrscheinlich kommt das er sie für 14 Tage haben möchte, obwohl ihm nur eine Woche zusteht, da er sie ja seit einem Jahr nicht gesehen hat, was ja nicht unser Verschulden ist! Aber man weis langsam schon immer was kommt. Sicher ist jedenfalls das es auf kurz oder lang ohne Anwalt nicht mehr geht, alleine schon aus dem Grund das es seitens des Kindes der sehnliche Wunsch ist meinen Namen zusätzlich mit an zu nehmen. Dinge das das Kind eine bessere Zuordnung hat, wir ziehen im Sommer in meinen Heimatort wo jeder den Namen kennt, interessieren ihn nicht. So interessiert ihn auch das ganze Kind nicht.

Beitrag von netzhaut - 01.02.12 - 13:05 Uhr

"So interessiert ihn auch das ganze Kind nicht."

Den Eindruck bekommt man tatsächlich.Ihr solltet überlegen,ob ihr den Umgang mit ihrem Vater so überhaupt noch wollt.Habe mich gestern schon beim lesen gefragt,ob es nicht auch für die psychische Konstitution eurer Tochter besser wäre,ihn vorerst nicht mehr zu sehen.
Ich persönlich finde,Umgang sollte regelmäßig stattfinden oder gar nicht.Ein Kind 1 Jahr nicht zu sehen und dann 2 Wochen zu sich zu holen-damit kann sie in dem Alter doch gar nicht umgehen.

Beitrag von celini13 - 01.02.12 - 13:18 Uhr

Japp, das sehe ich mittlerweile auch so...

@ ersatzpapa: Oh Mann ich hoffe von ganzen Herzen, dass ihr das alles gut hinbekommt und die Kleine sich nicht mehr zwischen den Stühlen fühlen muss (und natürlich ihr als Eltern euch auf euch konzentrieren könnt)