Es ist jetzt zwei Wochen her. Und mir graut vor diesem Tag. Am 12.1. hat meine Ärztin mich mit einem Verdacht in die Uni geschickt zu weiteren Untersuchungen und somit wurde am Freitag den 13.1. ihr Verdacht auf Anenzephalie bestätigt. Meine Entscheidung stand sehr schnell fest, dass ich es niemanden, also meiner Familie, besonders meinem Sohn (15 Monate) und mir und auch meinem ungeborenen Baby antun möchte, es auszutragen, nur um es dann gleich wieder gehen zu lassen. Auch wenn behauptet wird, "solche" Kinder spüren nichts, aber wer kann einem das garantierten? Niemand.
Nach der Beratung sind wir ins Wochenende entlassen worden und mussten ja noch die 3 Tage gesetzliche Bedenkzeit einhalten. Montag dann wieder ins KH zur Voruntersuchung und Dienstag früh dann für die OP. Die Tage waren einfach schrecklich und ich habe mich einfach nur leer gefühlt. Meine Mutter war mit, da mein Mann meinte, es nicht aushalten zu können im KH und lieber bei unserem Sohn geblieben ist. Es hat sich für mich wie eine gefühlte Ewigkeit hingezogen, bis es "endlich" soweit war. Ich habe mich 1000 mal gefragt, ob es tatsächlich die richtige Entscheidung ist, mein Kind gehen zu lassen. Ich glaube immer noch ja. Auch wenn es mir immer noch schwer fällt. Das ganze Wochenende vorher habe ich mich über dieses Krankeitsbild informiert. Um es zu verstehen. Aber auch das machte es nicht leichter. Ich habe noch im OP bis zum wirken der Narkose so geweint.
Und danach wieder nur diese Leere. Der OP-Arzt kam dann noch zu mir um mit mir einige Dinge zu besprechen und zu erläutern. Am Vortag bekamen mein Mann und ich die verschiedensten Meinungen dazu, was mit meinem Baby passieren wird. Diese Frage hatte mich die ganze Zeit beschäftigt. Die eine Ärztin hatte uns dann von der Möglichkeit des Sternenkinderfriedhofs erzählt, danach kam eine etwas ältere, die meinte, zu einem so frühen Zeitpunkt würde es sowas für mein Kind gar nciht geben! In mir herrschte ein absolutes Gefühlschaos. Der OP-Arzt fragte mich dann wieder zu diesem Thema. Er erläuterte,w as die junge Ärztin am Vortag ebenfalls schon sagte, nämlich,d ass es diese Möglichkeit gäbe. DAs Krankheitsbild sei nach der OP auf jeden Fall offensichtlich gewesen. Er ist dann auf meine Bitte nochmal nachsehen gegangen, ob mein Baby ein Junge oder ein Mädchen ist. Und wieder aller rechnerischer Wahrscheinlichkeit und entgegen der Häufigkiet,d ass dieses Krankheitsbild eher Mädchen betrifft, wir haben einen zweiten Sohn bekommen.
Ich kann irgendwie immer noch nicht begreifen, dass mein Baby nicht mehr da ist. Ich lege immer nochmal wieder meine Hand auf meinen Bauch. Immer wenn ich meinen Sohn ansehe, bekomme ich Tränen in den Augen. Ich denke jeden Tag an meinen kleinen Bastian. So hätte schon fast unser erster Sohn geheißen, aber mein Mann findet den Namen nicht so toll, mir egal. Jetzt heißt mein zweites Kind so, ob da wo er jetzt ist, oder ob er gesund auf die Welt gekommen wäre im Juli.
Er ist ein Teil meines Lebens. Und ich werde immer an ihn denken, auch wenn ich ihn nur ein paar Mal auf dem Ultraschall gesehen habe, wie er munter in meinem Bauch geturnt hat und einen kräftigen Herzschlag hatte. Es ist schon seltsam. Er konnte sich sonst "normal" entwickeln, war lebendig und doch dem Tode geweiht. Lebensunfähig, ohne jedes Bewusstsein. Rein medizinisch habe ich es glaube ich verstanden, aber in meinem Herzen noch nicht. Wieso grade mein Baby? Er hätte einen so tollen großen Bruder bekommen.
Ich hätte niemals früher geglaubt, dass es einen zu einem so "frühen" Zeitpunkt so mitnehmen kann. Meine Ärztin meinte gestern, es war kein früher Zeitpunkt mehr, ich habe bereits in meinem Körper die Veränderung gespürt. Und genauso ist es auch. Es war nicht mehr nur mein Körper, da war noch mehr. Auch wenn es nur fast 7 cm waren, aber die waren da!
Mein kleiner Bastian, ich denke immer an dich, auch wenn dein Geburstag jetzt genau um 6 Monate vom 17.7.2012 auf den 17.1.2012 vorgezogen wurde. Ich hätte dich so gern gesehen und im Arm gehalten und hätte lieber Freudentränen vor Glück geweint als jetzt hier zu sitzen und zu weinen, weil dies niemals passieren wird. Dein großer Bruder ist mir eine große Hilfe, damit ich weiter an die Zukunft glauben kann. Es tut mir so leid, dass du es nicht schaffen durftest. Ich liebe dich.
Heute vor 2 Wochen...
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Beitrag von pfiff75 - 31.01.12 - 09:05 Uhr
Beitrag von meandco - 31.01.12 - 09:29 Uhr
... 
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ich wünsch euch viel kraft und alles gute in dieser schweren zeit ...

me
Beitrag von kleine1102 - 31.01.12 - 09:30 Uhr
Hallo,
habe Tränen in den Augen, nachdem ich Deinen Beitrag gelesen habe
. Fühl' Dich ganz lieb umarmt von mir (wenn Du magst)!
Ich kann recht gut nachempfinden, wie Du Dich zurzeit fühlst. Wir mussten unseren Krümel
im September Anfang der 11. SSW zu den
gehen lassen und es tut immer noch oft ganz doll weh
. Allerdings mussten wir diese schwere "Entscheidung" nicht treffen, das
chen unseres Winzlings hat einfach aufgehört zu schlagen und Niemand weiß, warum.
Es gibt auf jeden Fall die Möglichkeit, auch solche winzigen Menschen würdevoll bestatten zu lassen! Bitte erkundigt Euch nochmal genau, ob und wo das in Eurer Nähe möglich ist! Auch unser Krümel
wurde Anfang Dezember gemeinsam mit einigen anderen
chen bestattet und so schwer es auch für uns war, gibt es uns immerhin ein wenig Trost zu wissen, dass "er" nicht allein ist und obwohl noch so winzig doch so würdevoll bestattet wurde. Einen Ort zum Trauern brauchen wir (vielleicht im Moment noch?) eher weniger, unser Winzling ist ohnehin in unseren
en immer bei uns.
Ich wünsche Euch ganz viel Kraft in dieser schweren Zeit! Und zünde eine
an für Euren BASTIAN
und für Euch, damit sie Euch ein wenig Licht in die momentane Dunkelheit bringt.
Alles Gute & ganz liebe Grüße
,
Kathrin & zwei Mädels &
Beitrag von pfiff75 - 31.01.12 - 14:49 Uhr
Danke dir. Unser kleiner Bastian wird bestattet werden! Es wird zwar eine anonyme Bestattung aber hier in Kiel gibt es auch für solche Kleinen ein Sternengrab. Ich hoffe, dass wir bald Bescheid für die Trauerfeier bekommen.
