War das ein Betrug?

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Beitrag von franka.f - 31.01.12 - 16:55 Uhr

Hallo,

auch auf die Gefahr hin, dass ihr alle denkt, ich bin dumm und dämlich.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich auf einen Betrug hereingefallen bin. Mein Bauchgefühl sagt das.

Letzte Woche rief mich eine Mobilfunkfirma an und fragte mich, ob sie mir aus Werbegründen eine Handykarte schicken dürfen ("wir sind neu auf dem Markt und müssen für uns werben"). Ich darf die Karte drei Monate lang probieren, soundsoviele SMS damit kostenlos schreiben und in den drei Monaten in ganz Deutschland kostenlos telefonieren. Sie schicken die Karte an ALLE Haushalte in Deutschland, rufen aber vorher an und weisen darauf hin bzw. fragen, weil sonst die meisten Leute denken, das ist nur blöde Werbung und werfen es weg. Wenn ich ihr Produkt dann kenne, kann ich dann entscheiden, ob ich zu ihnen wechseln will oder nicht.

Ich, arglos, ja, mei, wenn sie wollen, sollen sie mir so eine Karte schicken, ich überlegs mir dann, ob ich sie ausprobiere oder nicht. Und außerdem sollen sie mir das nochmal schriftlich geben, was das jetzt genau ist und was ich kostenlos darf, zum Nachlesen. Ja, würden sie machen. Und dann die Frage, ob ein Kollege mich dann nochmal anrufen darf wegen der Qualitätskontrolle, weil das getestet wird, ob sie mich gut beraten würde. Ja, soll er halt nochmal anrufen.

Am nächsten Tag rief dann ein anderer Mitarbeiter dieser Firma an und erklärte mir das ganze nocheinmal und fragte, ob ich nun gut beraten wurde. Dann speicherte er ein paar wenige Fragen und meine Antworten dazu auf ein Tonband "zur Qualitätssicherung". Allerdings rückte er dann danach mit Dingen raus, die mir dann nicht mehr so geheuer waren. Ich fragte, wie sich das personell rechnet, wenn sie zuerst alle Haushalte anrufen und fragen, ob sie Werbung verschicken dürfen. Daraufhin bekam ich keine wirkliche Antwort darauf. Und dann wollte er zuerst mein Geburtsdatum, weil die Werbung nur volljährige Leute kriegen dürfen, danach wollte er meine Bankdaten!!! Ich nannte ihm ein falsches Geburtsdatum und meine Bankdaten rückte ich nicht raus. Er forderte mich mehrmals dazu auf und erklärte mir, dass es wichtig sei, denn wenn ich mich nicht an die Rahmenbedingungen halten würde (z.B. die Anzahl der SMS erhöhen oder ins Ausland telefonieren würde), dann könnten sie mir die angefallenen Kosten direkt und bequem vom Konto abbuchen. Ich sagte ihm klipp und klar, dass ich meine Bankdaten nicht nennen werde, da meinte er angesäuert, dass ich dann halt eine Rechnung bekomme. Ich fragte ihn, wenn ich die Karte einen Monat lang nicht benutze, ob diese drei Monate dann nach zwei Monaten ablaufen oder ob es drei Monate vom Tag der ersten Nutzung an sind. Er meinte, mit diesem Telefonat sei die Karte nun aktiviert und die Frist laufe ab jetzt drei Monate. Ich wollte mir nochmal bestätigen lassen, dass, wenn ich nach drei Monaten beschließe, nicht zu ihnen zu wechseln, dass ich dann einfach nichts mehr machen muß und einfach die Karte nicht mehr nutze (so hieß es beim Telefonat am Tag zuvor). Er sagte dann, ich soll dann einfach die Karte zurückschicken, und dann hat sich die Sache erledigt. Wenn ich aber bei ihnen bleiben möchte, so kann ich die Karte einfach weiternutzen. Die Bedingungen seien mir ja bekannt.

Ja, die nannte er mir mal schnell nebenbei, als er das Gespräch aufzeichnete, ein Zweijahresvertrag mit mtl. xy Euro Kosten, aber das interessierte mich nicht, weil ich ja erst mal nur die drei Monate kostenlos testen wollte und mir dann in Ruhe das schriftliche Angebot durchsehen wollte und dann entscheiden.

Er sagte dann, dass die Karte heute rausgeht und ich sie dann morgen habe.

Ich ließ mir die Sache dann nochmal durch den Kopf gehen und habe beschlossen, die Karte erst gar nicht zu testen, weil mir die Firma zu unseriös ist mit Bankdaten durchs Telefon verlangen und so. Ich dachte, wenn ich diese Post bekomme, sende ich sie umgehend zurück. Fertig.

Jetzt ist das eine Woche her und ich habe noch keine Post von denen erhalten. Ich weiß nicht, ob ich nun auf einen Betrug hereingefallen bin? Was ist, wenn die mir die Karte nie schicken und mir nach drei Monaten eine Rechnung schicken, weil ich die Karte nicht zurückgesendet habe? Sie haben ja die telefonische Aufzeichnung, auf der ich zustimme, dass ich einverstanden bin mit den Bedingungen, die da lauten, dass, wenn ich die Karte nach drei Monaten nicht zurückschicke, automatisch dieser Zweijahresvertrag läuft.

Natürlich habe ich mir die Tel.nr. notiert, mit der dieser Typ angerufen hat, aber ich habe schon tausendmal versucht, dort anzurufen, es nimmt nie jemand ab. Ich weiß auch nicht, wie die Firma heißt, es war ein ziemlich langer Name und es kam das Wort "mobile" drin vor. Aber es gibt ja weit über 100 Mobilfunkanbieter.

Meine Frage an Euch: Wer von Euch hat auch so einen Anruf erhalten? Muß ich das der Polizei melden, wenn ich keine Nachteile haben will? Oder genügt es, wenn ich sage, ich habe die Karte nie erhalten, deshalb werde ich keine Rechnung eines Zweijahresvertrages bezahlen? Oder ist das alles total harmlos und ich sehe Gespenster, wo keine sind?

Danke für Eure Antworten!

LG Franka

Beitrag von angel2 - 31.01.12 - 17:58 Uhr

Hi Franka

Bei solchen telefonaten (auch die ohne Betrug) seckt da meistens eine Externe Telefonfirma dahinter die im Auftrag telefoniert. Da wirst du auch nicht viel Glück bei der Telefonnummer haben.

Gut für dich ist das du deine Kontodaten nicht raus gegeben hast. Also brauchst du keine Angst vor Geldverlusst haben.

Was den Rest angeht würd ich sagen wirst du keine Karte zugeschickt bekommen. Wenn du eine Rechnung bekommst wende dich gleich an die Verbraucherzentrale die helfen dir dann weiter.

Gruß Angel

Beitrag von alois1337 - 31.01.12 - 20:14 Uhr

Im Nachhinein hast du richtig gehandelt.

Ein gesundes Misstrauen ist das A und O. Angenommen die schicken das an ALLE Haushalte... (das erinnert mich an Asterix..:

alle? nicht ganz. Ein kleines Haus voller unbeugsamer Internetnutzer, die sich nicht auf kriminelle Machenschaften einlassen, haben keine Karte bekommen)

ok - das sollte die Sache etwas auflockern.

Gemäß dem statistischem Bundesamt gibt es 40.300.000 Haushalte - darin leben 81.800.000 Menschen. Stand 2010

http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Navigation/Statistiken/Bevoelkerung/HaushalteFamilien/Haushalte.psml

Angenommen nur jeder 10. Haushalt probiert das tatsächlich aus und telefoniert 3 Monate kostenlos ins Festnetz

dann sind das immerhin 4.0300.000 Nutzer.

Angenommen die verlangen für die Minute ins Festnetz 10 cent. Jeder Nutzer telefoniert täglich im Schnitt (am Anfang vllt. mehr - später weniger) 20 Minuten.

Dann sind das 20x10cent = 2 Euro.

2 Euro x 4.030.000

dann müssten die ja 8 Millionen Euro auslegen.

Klingelt's jetzt?

Beitrag von franka.f - 01.02.12 - 11:01 Uhr

Hallo Angel und Alois,

vielen Dank für Eure Antworten.

Es hat mir nun doch keine Ruhe gelassen und ich war bei der Polizei. Die sind sich sicher, dass es sich um Betrug handelt.

Allerdings kann ich doch noch ruhig Blut bewahren. Sie meinen, es gibt folgende Möglichkeiten: 1. die melden sich nicht mehr, weil sie schon Widerstand gespürt haben (weil ich mich geweigert habe, die Bankdaten zu nennen), 2. sie schicken mir tatsächlich die Karte, 3. sie schicken mir eine Rechnung mit der Behauptung, ich hätte einen kostenpflichtigen Vertrag abgeschlossen.

Bei 2. soll ich entweder den Brief umgehend zurücksenden mit dem Vermerk "Annahme verweigert", oder ich kann ihn öffnen, die Bedingungen genau durchlesen und sofort widersprechen bzw. den Vertrag kündigen per Einschreiben. Bei 3. soll ich ebenfalls sofort schriftlich per Einschreiben kündigen. Das geht völlig unabhängig davon, wann ich die Post bekomme, denn die Widerspruchs- oder Kündigungsfrist läuft ab dem Moment, wo ich die Post erhalte, und wenn es erst auch in fünf Monaten ist.

Der Beamte meinte, es sei völlig egal, was ich am Telefon gesagt habe, welche Zusagen ich gemacht habe und welche nicht. Die zeichnen das Telefonat auf und schneiden hinterher Passagen raus, schneiden es sich so zusammen, wie sie es brauchen, um einen Vertragsabschluss zu simulieren. Wenn ich nur ein einziges Mal "ja" sage, dann haben sie den Vertrag. Mit anderen Worten: Schon zu Beginn, wenn sie fragen "Sind Sie Andrea Müller?" und ich sage "ja", dann habe ich schon verloren. Oder "Haben Sie meine Frage verstanden?" - "ja". Sie kopieren die Antworten so zu den Fragen, wie sie es brauchen.

Deshalb sei es auch notwendig, dass so ein Vertragsabschluss immer schriftlich bestätigt werden muss.

Die wissen, dass sie betrügen und werden sich hüten, mich vors Gericht zu schleppen, wenn ich die Rechnung nicht zahle. Deshalb brauche ich keine Angst haben. Sie leben unter anderem auch von der Einschüchterung.

Ich hab mich nun für die Variante der Polizei entschieden, wenn sie mir die Karte oder eine Rechnung schicken, dann werde ich ihnen umgehend einen netten kleinen Brief schreiben, dass ich der ganzen Sache widerspreche bzw. den Vertrag kündige, und wenn sie mich zukünftig noch einmal behelligen, erfolgt eine Anzeige. Außerdem werde ich es dem Verbraucherschutz melden, dass sie verbotene Telefonwerbung betreiben. Der Beamte meinte, da zahlen sie erstmal 300,- Euro Bußgeld.

Also, so fühle ich mich jetzt schon besser. Vielen Dank für Eure Rückmeldung!

LG Franka

Beitrag von zahnweh - 03.02.12 - 09:45 Uhr

Danke für die Tipps von der Polizei!

Solche Anrufe nerven mich auch immer wieder!

Beitrag von zahnweh - 03.02.12 - 09:53 Uhr

Ach so, ich habe mir übrigens folgendes angewöhnt

1. KEINE Bankdaten über Telefon. Auch dann nicht, wenn gedroht wird, dass ein Mitarbeiter vorbei geschickt wird. Auch dann nicht, wenn behauptet wird, ich hätte bereits unterschrieben, aber es wäre ein Zahlendreher drin!

2. nicht mehr mit Ja, antworten.
Sind sie ...? Die bin ich.
Haben mich verstanden? Soweit schon. / Nein, das ist mir noch nicht klar