Hallo ihr lieben 
Gerade hab ich einen Moment Zeit und möchte nun auch unseren Geburtsbericht schreiben. Vorab sei gesagt, das man ihn vielleicht nicht lesen sollte, wenn jemand sehr viel Angst vor der Geburt hat, denn einige Momente sind nicht unbedingt schön gewesen.
Es war der 3. Januar 2012 als ich mit einem komischen Gefühl die Praxis meiner Frauenärztin betrat. An diesem Tag war der errechnete Geburtstermin, doch ich hatte nicht das Gefühl, dass meine wundervolle Tochter an diesem Tag in meinen Armen liegen würde. Das CTG gefiel der Ärztin (wie immer) überhaupt nicht und so schickte sie mich in die Klinik zur Einleitung. Allerdings war dort (auch wie immer) alles in bester Ordnung und ich durfte wieder nach Hause.
Am 5. Januar hatte ich den letzten Termin bei der Ärztin und wieder schickte sie mich ins Krankenhaus. Da das schon sehr oft der Fall war und ich einfach nur noch traurig und kraftlos war, entschied ich mich dann doch für die Einleitung. Der 6. Januar verlief ohne besondere Vorkommnisse in der Klinik, ich hatte zwar Wehen durch die Tabletten, aber von Geburt konnte nicht die Rede sein. Genauso am 7. Januar bis zum späten Nachmittag. Mein Mann ging mit mir durch alle Höhen und Tiefen, teilte mit mir die Hoffnung und auch die Momente, in denen sie wieder zerstört war. Doch irgendwann brauchte auch er schlaf und da ja noch die große Maus bei Oma wartete, fuhr er am 7. Mittags nach Hause. Nachdem ich am Vorabend einen Einlauf bekam und eine Muttermunddehnung, was alles nichts brachte, wurde mir an diesem Abend die Fruchtblase geöffnet und dann ging es los. Ich rief meinen Mann an und ca. eine Stunde später war er bei mir.
Mein Muttermund ging innerhalb von 2 Stunden komplett auf und als ich auf dem Bett im Kreissaal lag, wollte ich einfach nur noch sterben. Daraus wurde aber nichts, denn ich bekam lediglich eine Spritze, die mich ein bisschen doof im Kopf machte, von den schmerzen bekam ich aber trotzdem alles mit. Plötzlich spürte ich etwas, was gewaltiger nicht sein kann, eine Kraft, die stärker war als alles, was ich bisher erlebt habe und erleichtert versuchte ich mit den Presswehen (hatte bei meiner ersten Tochter keine) zu arbeiten. Leider rutschte mein Kind nicht weiter und das CTG wurde schlecht. Der Oberarzt versuchte daraufhin drei mal sie von oben rauszudrücken, aber es ging nicht. Ich hatte wahnsinnige Angst um mein Kind. Mein Körper bebte und ich bekam Krämpfe in den Beinen, meine Kraft war völlig ausgeschöpft, doch ich wollte stark sein, stark für meinen Mann, der die ganze Zeit bei mir blieb, stark für mein Kind, welches ich so lange unter meinem Herzen trug. Der Oberarzt erzählte mir irgendwas von einer Saugglocke und schon bekam ich einen riesen Schnitt verpasst und spürte nur noch wie mein Kind aus mir rausgezogen wurde. Ich fing an zu weinen, einmal vor erleichterung das sie endlich draussen ist und vor allem vor Angst. Ich sah meinen Mann an und flüsterte unter Tränen: ''Sie schreit nicht!!!''... Doch genau in dem Augenblick hörte ich ein gurgelndes Geräusch und den ersten kräftigen Schrei meiner kleinen Melinda Isabell. Ich bekam sie auf den Bauch und sah dann das erste mal ihre weißblonden Haare.
Als sie mich mit großen Augen ansah wusste ich,
in diesem Moment hat der Himmel einen Engel verloren. 
Leider habe ich danach soviel Blut verloren, das ich Transfusion bekommen habe, aber das ist heute Nebensache, denn ich bin unendlich stolz auf mich und meine tolle Familie.
Hier noch die Daten:
Melinda Isabell
4000 gramm
53 cm
36 cm Kopfumfang
LG und alles Gute
Nicky
Am 7.1.2012 landete ein Engel auf der Erde...
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Beitrag von nicky203 - 31.01.12 - 17:47 Uhr
Beitrag von knallerbs - 01.02.12 - 21:12 Uhr
Herzlichen Glückwunsch und danke für deinen Bericht, viel Freude mit der hellhaarigen Maus 

