Rechtschreibschwäche

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Beitrag von felizz - 31.01.12 - 23:32 Uhr

Hallo in die Runde!

Mein Sohn, 3. Klasse, hat ziemliche Probleme in Deutsch, besonders mit der Rechtschreibung.
Rechtschreibschwäche soll jetzt getestet werden. Aber wie geht es dann weiter? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Sollten wir die Bescheinigung bekommen, wird er hoffentlich erst mal weniger Druck von den Lehrern haben. Momentan hört sich das so an, als wenn er sich einfach zu wenig Mühe geben würde und er könnte ja, etc. Häufig muss er Einträge ein zweites mal abschreiben, weil er einfach zu viele Fehler hat. Wenn er sich dann richtig anstrengt, sind immer noch etliche Fehler da. Kommentar: immer noch zu viele Fehler, streng dich mehr an.

Aber wie geht es weiter,, nach einer bescheinigten rechtschreibschwäche? Gibt es Ergo oder ähnliches?

Und wieso fällt mit RS-Schwäche immer im gleichen Atemzug ADS?

Machen es sich die Pädagogen nicht etwas einfach? #kratz
Berichtet mir doch mal von euren Erfahrungen!
LG felizz

Beitrag von aylin80 - 01.02.12 - 06:54 Uhr

Das stimmt nicht, dass RS immer im gleichen Atemzug genannt wird.
Und die Lehrer haben nix davon, eine LRS bescheinigen zu lassen. Wenn er Einträge öfters 2mal machen muss, dann hört sich das eher nach Flüchtigkeitsfehlern an. Und Flüchtigkeitsfehler und schlampiges Arbeiten kann ein Lehrer durchaus von einer LRS unterscheiden.
Sollte etwas vorliegen, bekommt dein Kind einen Nachteilsausgleich, d.h. mehr Zeit bei Proben und die Rechtschreibung wird weniger oder gar nicht gewichtet. Das steht dann auch so im Zeugnis drin.
Manchmal wird auch Ergo verordnet.
Wichtig für dich als Mutter ist dann, dass du dich nicht auf so einem Attest ausruhst, sondern erst recht mit deinem Sohn übst und lernst.

Beitrag von delfinchen - 01.02.12 - 09:09 Uhr

Hallo,

dem kann ich nur zustimmen.

Möchte für die TE nur auch nochmal mit Nachdruck hinzufügen, dass fehlerhaftes Abschreiben eher mit Konzentration zu tun hat.

In meiner letzten Klasse hatte ich 6 LRS-Kinder und zwei mit Legasthenie - und zumindest die letztgenannten hatten das auch wirklich eindeutig. Aber auch sie waren in der Lage, einen Hefteintrag (so es ums Abschreiben von der Tafel ging) FEHLERFREI hinzukriegen.
Einer der beiden hat wirklich immer sehr fleißig geübt und somit bei bestimmten Rechtschreibschwerpunkten, die geübt waren (wie Zeichensetzung etc.) auch mal eine 2 zu schreiben.

Der Kinderarzt damals wollte das Rechtschreibproblem auf ADS schieben, aber der Junge hatte das definitiv nicht. Hätte er tatsächlich nebenher noch eine unbehandelte Aufmerksamkeitsschwäche gehabt, hätte er mit Sicherheit nicht den besten Abschluss an der Schule erzielen können.

LRS und ADS müssen nicht immer miteinander einhergehen.

LG,
delfinchen

Beitrag von christina-86 - 01.02.12 - 18:40 Uhr

Hallo,

Das mit dem Nachteilsausgleich stimmt so alles aber es steht nix im zeugnis drinne.
Der Nachteilsausgleich ist ja dazu da das es besser noten gibt deshalb darf nichts in Zeugnis vermerkt werden wegen einer Rechtschreibschwäche.

LG

Beitrag von delfinchen - 01.02.12 - 19:19 Uhr

Hallo,

Wird vom Bundesland abhängen. Bei uns wird es auch vermerkt: wegen einer voruebergehenden Rechtschreibschwäche werden die Leistungen in den Fächern Deutsch und Englisch zurückhaltend gewichtet.

LG

Beitrag von zanadu01 - 01.02.12 - 08:32 Uhr

Hallo,erst einmal wird die Rechtschreibschwäche und die Intelligenz getestet. Denn eine LRS ist es nur wenn die Intelligenz und die Rechtschreibleistung auseinander liegen.
Dann kommt es darauf an in welchen Bundesland ihr lebt.

Bei uns gib es Förderung in der Schule, außerdem gehen wir noch zu einem spezillen Training dort wird an dem Problemen gearbeitet. Reines Üben bringt Kindern mit LRS nichts.

Ich habe noch nie gehört das eine LRS Störung in zusammenhang mit ADS genant wird, aber einige Kinder haben eine Wahrnehmungstörung. Mein Junge hat zum Beispiel Probleme in der Hörwahrnehmung. Da hilft Ergo sehr gut.

Ich lese grade Legastenie von Mechthild Firnhaber. ich finbde das Buch beschreibt die Sache sehr gut.

Beitrag von saschasmaus - 01.02.12 - 09:41 Uhr

Wir hatten das gleiche Problem, allerdings stand mein Sohn (8,5J.) einfach unter einem zu großem Druck.

Wir haben kurz vor Weihnachten ihn ein Jahr zurücksetzen lassen, so dass er jetzt wieder in der 2.Klasse ist.
Wenn er jetzt etwas abschreibt, ist alles (zu 90%) fehlerfrei #pro
Vorher hatte er in 10 Sätzen über 25 Fehler und mehr #schock

Unser erster Gedanke war auch eine Rechtschreibschwäche, in dem Moment, als er erfuhr, das die Möglichkeit besteht, einen Jahrgang runter zu gehen, viel ihm solche Last von den Schultern, das er (selbst in den 4 Wochen, die er noch in der 3.Klasse bleiben musste) weniger Fehler machte.
Das Problem bestand übrigens ausschliesslich im Abschreiben.

Beitrag von blackcat9 - 01.02.12 - 09:47 Uhr

Hallo.

Mein Stiefsohn (jetzt 7) geht in die 1. Klasse und seine Lehrerin vermutet schon jetzt eine LRS. Aber sie sagte uns auch, dass eine solche frühestens in der 2. Klasse diagnositziert werden kann, wenn er alle Buchstaben kennt und besser versteht.

Im Radio haben sie letztens einen schönen Artikel darüber gebracht:
http://www.hitradio-rtl.de/programmaktionen-gewinnspiele/probleme-beim-lesen-und-schreiben-509175/

Dort stellen sie 14 Merkmale vor, was auf LRS hinweist (7 beim Schreiben/7 beim Lesen). Mein Stiefsohn erfüllt leider alle Merkmale.

Wir üben jeden Tag nach der Schule mit ihm das Lesen (ca. 2x 20 Minuten, damit auch noch Zeit zum Spielen bleibt). Dies machen wir oft spontan, während wir z.B. kochen. Ebenso üben wir an einem Wochenende-Tag das Lesen (ist immer unterschiedlich). Aber für einen kleinen Absatz benötigt er unwahrscheinlich viel Zeit. Wir gehen Satz für Satz durch. Hat er den Satz Wort für Wort gelesen, soll er ihn nochmal lesen und wir beginnen von neuen. Er weiß nicht mehr, was er kurz vorher gelesen hat.

Wir stehen im engen Kontakt mit seiner Lehrerin. Sie macht sich natürlich auch große Sorgen. Wahrscheinlich wird es so werden, dass wir ihn in die 2. Klasse schicken. Platzt da der Knoten, macht er einfach weiter. Wenn es weiterhin ein Problem ist, werden wir einen Test machen lassen. Die Lehrerin bespricht dann mit uns den Zeitpunkt des Tests.

Bis dahin bleiben wir am Ball und versuchen weiterhin, ihn soweit zu unterstützen, dass unsere Vermutungen falsch sind.

LG
Franzi

Beitrag von engelchen28 - 01.02.12 - 09:54 Uhr

hallo felizz!

die tochter meiner freundin hat eine LRS und sie musste 1,5 jahre auf ihren termin zur testung warten - ansonsten, wenn sie es hätten privat machen wollen, hätten sie 600 euro (bin mir bei der summe nicht so ganz sicher) berappeln müssen, total krass.

als die testung durch war, hat sie eine förderschullehrerin zur seite gestellt bekommen. außerdem muss sie vor der klasse z.b. nie laut vorlesen. und in arbeiten wird anders berechnet.

ich glaube, ADS und ADHS sind momentan einfach großes thema und da viele gerne mit abkürzungen um sich schmeißen, werfen sie gerne ADS bei LRS mit ein...totaler quatsch.

lg

Beitrag von sternenschnee - 01.02.12 - 15:22 Uhr

Hallo,
mein Sohn hat das auch und er hat einen Nachteilsausgleich und wird in Rechtschreibung gar nicht bewertet.
Ergo bekommt er nicht,was soll das auch bei einer reinen Rechtschreibschwäche bringen?
Er hat das sehr massiv kommt jetzt aber aufs Gymnasium da er ansonsten super gut ist in der Schule.

Beitrag von stefannette - 01.02.12 - 18:10 Uhr

Es gibt spezielle Legasthenietrainer, hör Dich mal um!!